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Kreislaufwirtschaft beginnt, bevor der Einkaufswagen rollt

Eine Bohrmaschine ausborgen, schrumpelige Karotten verkochen oder einen alten Sessel neu gestalten: Ressourcenschonung wird dann alltagstauglich, wenn passende Angebote in der Nähe sind. Im Stadtlabor erklären Wiener Praktikerinnen, wie Planung, Reparatur und gemeinschaftliche Modelle aus guten Vorsätzen konkrete Routinen machen.

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Podcast27.02.2026

Die Anfrage an das Wiener Reparaturnetzwerk klang zunächst gewöhnlich: Eine Kundin suchte einen Tischler. Dann kam der eigentliche Auftrag. Das Ehebett sollte auseinandergeschnitten werden, weil ihr Mann so laut schnarchte. Die Geschichte sorgt im Stadtlabor für Lachen, trifft aber einen ernsten Punkt: Wer etwas nicht wegwerfen will, braucht eine erreichbare Stelle, die auch für ungewöhnliche Probleme eine Lösung findet.

Über solche Stellen sprechen Elisabeth Tangl von der Umweltberatung, Brigitte Reisenberger vom Mila Mitmach-Supermarkt und Timea Oberwagner von der Möbelei. Ihre Beispiele reichen von Lebensmitteln über Elektrogeräte bis zu Möbeln. Gemeinsam zeigen sie, dass Kreislaufwirtschaft im Alltag weniger mit perfektem Konsum als mit guten Entscheidungen, verlässlichen Angeboten und geteilter Verantwortung zu tun hat.

Die beste Kaufentscheidung kann Nichtkaufen sein

Tangl setzt noch vor dem Einkauf an. Die erste Frage lautet nicht, welches Produkt am nachhaltigsten ist, sondern ob es überhaupt im eigenen Besitz sein muss. Eine Bohrmaschine wird vielleicht nur einmal im Jahr gebraucht. In Wien kann man solche Geräte etwa in Leihläden der Gebietsbetreuung oder in Baumärkten ausborgen.

Wird ein Gegenstand öfter benötigt, ist Secondhand eine weitere Möglichkeit. Online-Plattformen, Flohmärkte und Antiquitätengeschäfte halten Produkte länger im Umlauf. Beim 48er-Tandler werden etwa gesammelte Elektrogeräte qualitätsgeprüft und wieder verkauft. Erst wenn tatsächlich etwas Neues nötig ist, rücken Qualität und Reparierbarkeit in den Mittelpunkt: Welche Funktionen werden wirklich gebraucht? Lässt sich das Produkt warten und reparieren?

Dieser gedankliche Schritt vor dem Kauf ist unspektakulär, aber wirksam. Er verhindert, dass Ressourcen für Dinge eingesetzt werden, die kaum genutzt werden. Und er hält die nächste Option offen: Ein gut gewähltes Produkt kann repariert, weiterverkauft oder weitergegeben werden, statt nach dem ersten Defekt aus dem Kreislauf zu fallen.

Lebensmittel retten, bevor sie zu Resten werden

Bei Lebensmitteln entscheidet ebenfalls die Planung. Tangl empfiehlt Wochenpläne, Einkaufslisten und einen nüchternen Gang in den Supermarkt. Im Kühlschrank sollten ältere Lebensmittel nach vorne und neue nach hinten. Aus übrigem Gemüse kann eine Suppe oder ein Curry werden, größere Portionen lassen sich einfrieren. Solche Routinen sparen nicht nur Abfall, sondern auch Geld.

Wie ein Betrieb Lebensmittelverluste begrenzen kann, zeigt Mila. Der Supermarkt gehört seinen Mitgliedern. Sie arbeiten einmal im Monat drei Stunden mit, bestimmen das Sortiment mit und entscheiden über ihr Kaufverhalten, was im Regal bleibt. Gewinne werden laut Reisenberger nicht ausgeschüttet, sondern im Betrieb reinvestiert.

Kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum bekommen Produkte einen gelben Sticker. Ist das Datum bereits erreicht, folgt ein roter Sticker und ein Preisnachlass. Das Datum bedeutet schließlich nicht automatisch, dass ein Produkt ungenießbar ist. Die Mitglieder greifen deshalb bewusst zum Joghurt, der bald verbraucht werden sollte, oder zu schrumpeligen Karotten für den Eintopf. Weil es ihr gemeinsamer Betrieb ist, wird Abfallvermeidung von einer abstrakten Forderung zu einer sichtbaren Entscheidung am Regal.

Das Modell soll dabei nicht nur Menschen mit höherem Einkommen offenstehen. Reisenberger berichtet von einem reduzierten Genossenschaftsanteil für Mitglieder, die den regulären Betrag nicht aufbringen können. Damit verbindet Mila ökologische Kriterien mit der Frage, wer Zugang zu guten Lebensmitteln hat.

Reparieren braucht Qualität, Betriebe und Anreize

Ein defektes Gerät sofort zu ersetzen, wirkt auf den ersten Blick oft billiger. Tangl verweist in der Diskussion auf eine französische Untersuchung zu mehreren Haushalts- und Elektronikprodukten. Über zehn Jahre könne Reparieren demnach bis zu 2.000 Euro sparen, weil bei kurzlebigen Billigprodukten in derselben Zeit mehrere Neukäufe anfallen können. Die Zahl bleibt eine in der Sendung wiedergegebene Studienangabe, der praktische Zusammenhang ist jedoch leicht nachvollziehbar: Lebensdauer verändert die Rechnung.

Damit Reparieren möglich ist, braucht es passende Betriebe. Im Wiener Reparaturnetzwerk sind laut Tangl rund 150 Reparaturbetriebe zusammengeschlossen. Das Spektrum reicht vom Messerschleifen über Schneiderei bis zur Möbelreparatur. Weil diese Betriebe ihr Geschäft mit Reparaturen machen, besteht weniger Druck, stattdessen gleich ein neues Produkt zu verkaufen.

Die Möbelei arbeitet auch mit jüngeren, weniger massiven Möbeln, soweit sie sich stabilisieren und neu gestalten lassen. Bei älteren Vollholzmöbeln sind die Voraussetzungen meist besser. Schrammen oder Kratzer werden nicht automatisch zum Makel. Sie können Teil der Geschichte bleiben, während Farbe, Polsterung oder eine ausgebesserte Konstruktion das Stück wieder nutzbar machen.

Förderungen senken die Hürde zusätzlich. Oberwagner berichtet von spürbar mehr Nachfrage, wenn Reparaturen finanziell unterstützt werden. Kundinnen und Kunden warten teils gezielt auf eine neue Förderperiode. Der politische Anreiz wirkt damit direkt im Alltag und verschafft Gegenständen eine Chance, die sonst entsorgt würden.

Wenn aus Versorgung Nachbarschaft wird

Kreislaufwirtschaft verändert nicht nur den Weg eines Produkts. Sie schafft Orte, an denen Menschen einander begegnen. In Reparaturcafés arbeiten Besitzerinnen und Besitzer gemeinsam mit fachkundigen Helferinnen und Helfern an ihren Geräten. Wer einen Akku tauscht oder Kontakte reinigt, erspart sich unter Umständen nicht nur einen Neukauf, sondern auch das mühsame Einrichten eines Ersatzgeräts.

Ähnlich funktionieren Workshops in der Möbelei. Teilnehmende schicken vorab Fotos ihrer Stücke und gestalten sie dann gemeinsam um. Aus einer Reparatur wird ein Nachmittag, auf den man sich freut. Das eigene Möbel bekommt dadurch mehr Wert als ein austauschbares Produkt von der Stange.

Bei Mila entsteht Gemeinschaft mitten im Einkauf. Menschen, die im selben Grätzl sonst aneinander vorbeigehen würden, räumen zusammen Regale ein, arbeiten an der Kassa oder kommen ins Gespräch. Reisenberger beschreibt den Supermarkt als eine Art „Dorf in der Stadt“. Die Formulierung ist nicht bloß gemütlich gemeint. Gemeinschaft stabilisiert das Modell: Wer den Betrieb mitträgt, achtet eher darauf, was bestellt, verkauft und weggeworfen wird.

Alltagstauglich wird die Kreislaufwirtschaft im Grätzl

Die Beispiele aus der Sendung folgen keiner einzigen Konsumregel. Manchmal ist Ausborgen sinnvoll, manchmal Secondhand. Bei Lebensmitteln kann eine Verpackung vertretbar sein, wenn sie Verderb verhindert; an anderer Stelle bringt Mehrweg den größeren Nutzen. Reparieren lohnt sich besonders, wenn ein Produkt Qualität mitbringt und ein geeigneter Betrieb erreichbar ist.

Gerade diese Abwägungen machen den Ansatz alltagstauglich. Kreislaufwirtschaft verlangt nicht, dass jede Person jede Entscheidung allein perfekt löst. Sie braucht Infrastruktur: Leihangebote, geprüfte Gebrauchtwaren, Reparaturbetriebe, Förderungen und Orte, an denen Wissen geteilt wird.

Der entscheidende Schritt passiert deshalb oft nicht am Mistkübel, sondern lange davor. Er passiert beim Wochenplan, beim Blick ins Leihangebot oder beim Anruf in einer Werkstatt. Wenn solche Möglichkeiten im Grätzl sichtbar und leicht zugänglich sind, wird Ressourcenschonung weniger zur moralischen Zusatzaufgabe. Sie wird zur praktischen, oft günstigeren und manchmal sogar geselligeren Art, den Alltag zu organisieren.


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[00:00] Hallo und gratuliere dir. Du bist bei Forerunners Network gelandet. Good People, Good Stories statt täglich neuer Skandale. Also, besuche unsere Homepage. Dort triffst du viel mehr gute Dinge als sonst irgendwo. Lösungen, Ideen und Innovationen, Masterclasses und die besten Stories zum Wandel. Werde auch du ein Forerunner und besuche uns auf forerunners.network. Und jetzt viel Spaß beim Podcast. Herzlich Willkommen bei Forerunners Network und herzlich Willkommen bei unserer vierteiligen Serie Das Stadtlabor. Vielleicht kommen noch einige andere, aber wir haben einmal einen interessanten Anfang gemacht. Das Stadtlabor ist ein besonderes Veranstaltungs- und TV-Format und natürlich auch Podcast-Format von Forerunners Network, wo die Zukunft der urbanen Nachhaltigkeitsprogramme erörtert wird. Hier treffen sich Meinungsmacher, Vordenkerinnen, Vordenkerinnen, Forscherinnen, Stadtmacherinnen, um die wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen der Stadt auf den Punkt zu bringen. Das Besondere daran, wir sind nicht in einem Palais oder sonst irgendwo, sondern dort, wo Arbeit, Laborer tatsächlich passiert.

[01:16] In den Jägerwaldstudios im Wirtschaftspark Breitensee. Ein modernisiertes Fabriksareal, wo Startups und Kreativunternehmen gemeinsam mit Handwerksbetrieben inklusiv und gemeinsam die Zukunft gestalten. Die Folge 3. Ressourcenschonung im Wiener Alltag, gemeinsames Gestalten, Nutzen und Teilen als neuer Mainstream. Das Tauschen, Reparieren und Wiederverwenden von Produkten soll künftig durch vielzählige, im Kretzel angebotene Dienstleistungen im Alltag praktisch möglich und leicht zugängig sein. Im Fokus, wie lassen sich gute und praxistaugliche Rahmenbedingungen für Rückgabe, Reparatursammlung und Wiederverwendung von Gütern und Lebensmitteln im täglichen Alltag einsetzen. Am Pendel Elisabeth Tangel, Leitung der Umweltberatung. Brigitte Reisenberger, Öffentlichkeitsarbeit für den Mieler Mitmach Supermarkt. Und Timea Oberwagner, Geschäftsführerin die Möbelei. Durch den Podcast führt Conny Kreuter. Hallo und herzlich willkommen im Stadtlabor, wo Expertinnen und Experten am Podium, Auge in Auge, auf Augenhöhe und direkt mit dem Publikum diskutieren können. Heute dreht sich alles um die neue Strategie Wiens, nämlich um die Kreislaufwirtschaft.

[02:40] Und in meinem Verständnis war Kreislaufwirtschaft eigentlich, ich kaufe etwas ein, ich verwende es und recycle es dann. Das ist aber nicht ganz, was Kreislaufwirtschaft wirklich ist, sondern ich kaufe etwas, verwende es, teile es, tausche es, repariere es und so weiter. Dadurch sollen unsere Ressourcen oder werden unsere Ressourcen Lebensmittel und Gegenstände geschont. Wie das genau in Wien im Alltag ausschauen kann, darüber reden wir heute. Mein Name ist Conny Kreuter, schön, dass Sie mit dabei sind. Und mit am Podium heute folgende Gäste. Elisabeth Tangl von der Umweltberatung im Auftrag der MR22. Brigitte Reisenberger vom Mila-Mittmach Supermarkt. Schön, dass Sie da sind. Und Timea Oberwagner, Geschäftsführerin von die Möbelei. Und natürlich ganz wichtig für uns im Stadtlabor, unser Publikum, wo auch Expertinnen und Experten mit darunter vermischt sind. Schön, dass Sie da sind. Und wir starten gleich direkt rein in Medias Res. Die Umweltberatung, Frau Tangl, was ist denn das genau?

[03:54] Was machen Sie denn da? Die Umweltberatung gibt es seit 37 Jahren. Und wir sind seit 37 Jahren die erste Anlaufstelle der Wienerinnen und Wiener zu Fragen des Klimaschutzes und der Kreislaufwirtschaft. Bei uns bekommt man ganz praktische Tipps, wie man das wirklich tagtäglich leben kann und umsetzen kann. Und wir unterstützen die Wienerinnen, indem wir eine Hotline haben. Also bei uns kann man direkt anrufen und das Anliegen persönlich mit unseren Fachberaterinnen besprechen. Natürlich gibt es sehr viele Informationen auf unserer Website, wo auch ganz viele Do-it-yourself-Anleitungen sind. Also wir versuchen das wirklich vom Wissen zum Handeln ist unser Motto. Wir versuchen wissenschaftliche Erkenntnisse oder den neuesten Stand der Technik in praktische Anleitungen zu überführen. Wenn ich da jetzt so anrufe, da gab es sicher auch schon ein paar lustige Geschichten. Gibt es da eine, die Sie gern teilen wollen? Ja, da gibt es eine sehr lustige Geschichte vom Reparaturnetzwerk.

[04:58] Das Reparaturnetzwerk ist ein Projekt der Umweltberatung, wo Reparateurinnen zusammengeschlossen sind in einem Qualitätsverbund. Und da hat eine Kundin angerufen und hat gefragt, ob wir Tischler haben. Wir haben gesagt, ja natürlich sind Tischler im Reparaturnetzwerk. Ja, Sie brauchen einen, um das Ehebett auseinanderzuschneiden. Und daraufhin hat natürlich unsere Beraterin nachgefragt, warum denn das so ist. Sie sagt, ja, der Mann schnacht so und Sie müssen das Bett trennen. Also ihr sorgt nicht nur für Umweltberatung, sondern auch für Eheberatung manchmal, wenn es sein muss sozusagen. Wir sind für alle Wienerinnen da und für alle Anliegen. Sehr, sehr cool. Jetzt ist natürlich die neue Strategie Zirkuläres Wien. Da dreht sich alles um die Kreislaufwirtschaft. Auch etwas, was Sie in Ihrem Alltag eben auch den Wienerinnen und Wienern zur Beratung anbieten. Und das beginnt ja schon beim Einkauf. Worauf kommt es denn auch beim Einkauf an?

[05:51] Was sind so die Dinge, die Sie den Wienerinnen und Wienern da so mitgeben? Na, eigentlich beginnt die Kreislaufwirtschaft ja schon lange vor dem Einkauf. Nämlich bei den Dingen, die man sich überlegt vor dem Einkauf. Bei der Planung sozusagen. Bei der Planung, genau. Man sollte mal überlegen, braucht man das Ding wirklich selbst? Oder kann man das irgendwo ausborgen oder teilen mit jemandem? Klar, z.B. eine Bohrmaschine. Genau, Bohrmaschine. Die braucht man vielleicht einmal im Jahr, um auf Bild in die Betonwand zu bohren. Und da gibt es viele Möglichkeiten in Wien. Z.B. die Leihläden bei der Gebietsbetreuung oder in Baumärkten kann man diese Geräte einfach ausborgen. Für einmal, zweimal im Jahr. Wenn man das doch ein bisschen länger, öfter braucht, muss man immer noch nicht neu kaufen, sondern es gibt einen sehr boomenden Secondhand-Markt. Und da gibt es viele Angebote, wo man z.B. online, auf Online-Plattformen Dinge selbst verkaufen kann,

[06:52] aber auch kaufen kann. Oder man geht in den 48er-Tandler, wo Dinge, die schon Abfall waren, in der Dandlerbox gesammelt werden, dort qualitätsgeprüft werden. Also die Elektrogeräte z.B. sind qualitätsgeprüft. Und die kann man dann im 48er-Tandler kaufen. Oder auch im gesamten Bereich. Man kann auf einen Flohmarkt oder ganz normal im Antiquitätenladen was kaufen. Und wenn das alles noch, wenn man trotzdem das noch kauft, dann ist es ganz wichtig, dass man sich überlegt, welche Funktionen braucht man wirklich, wie viel und ist, dass das Gerät reparierbar ist. Weil wenn es reparierbar ist, dann kann es viel länger erleben. Und wenn man gute Wartung macht über die Jahre, dann kann das viel länger und lange nicht kaufen. Wenn man achtsam ist sozusagen und Qualität einkauft. Ja, und natürlich, wenn man dann das Gerät nicht mehr braucht, kann man es wieder zurückgeben in den Kreislauf,

[07:53] in den Second-Hand-Bereich oder verkaufen wieder. Es geht ja nicht nur um Gegenstände. Und Sie haben es auch gesagt, Second-Hand, Boom, total. Ein weiterer Trend, jetzt in Wien angekommen, Frau Reisenberger, da schaue ich Sie gleich an, ist der Miele-Mitmach-Supermarkt. Was ist denn das genau? Da dreht sich es um Lebensmittel. Genau. Also wir sind ein Mitmach-Supermarkt. Das heißt, alle Personen, die bei Mila mitmachen möchten, die können Miteigentümerin von Mila werden und machen dann auch drei Stunden einmal im Monat mit. Und so schaffen wir es, dass wir sehr, sehr gute, zum guten Teil biologische, tolle Lebensmittel zu wirklich einem günstigen, guten Preis für unsere Mitglieder bereitstellen. Das heißt, Sie sind Unternehmerin eigentlich so ein bisschen? Ja, also wir betreiben einen Supermarkt gemeinsam mit weit über tausend Mitgliedern, die Miteigentümerinnen sind, Mitarbeiterinnen, Kundinnen. Man ist bei uns sozusagen alles in einem. Das heißt, die Menschen, die an der Kasse sitzen und kassieren,

[08:53] die Menschen, die einräumen, sind daran beteiligt sozusagen. Wie läuft jetzt euer Einkauf ab? Weil wir jetzt gerade beim Einkaufen waren. Wie ist das bei euch beim Einkauf? Also in erster Linie bestimmen bei uns die Mitglieder das Sortiment. Das heißt, jedes Mitglied kann in ein Sortimentsbuch reinschreiben, was er oder sie gerne hätte und im eigenen Supermarkt im Regal sehen möchte. Und dann schauen wir, dass wir das ins Regal stellen. Und dann entscheiden eigentlich die Mitglieder über das eigene Kaufverhalten darüber, was bleibt im Regal und was verschwindet vielleicht wieder. Und wir schauen, dass es eben möglichst regional, möglichst saisonal, möglichst bio ist. Aber nicht nur. Also es gibt auch sozusagen internationale Produkte. Wir haben auch Kaffee und Bananen. Es gibt Klobapier. Es gibt Gummiringerl. Gott sei Dank gibt es Klobapier, weil das ist für uns Wiener schon essentiell, wie wir wissen, seit 2020.

[09:44] Alles, was man braucht. Und wir kriegen halt einen Teil natürlich vom Großhandel, einen Teil direkt von Produktionsgenossenschaften, also das heißt von Bauern und Bäuerinnen, die sich bereits zusammengeschlossen haben, was sie für Milchprodukte zum Beispiel oder für Zitrusfrüchte, jetzt gerade aus Italien. Und natürlich auch viel von, direkt von Bauern und Bäuerinnen, die das viel vom Gemüse zum Beispiel beziehen, aus dem 22. Bezirk von einem Bauern, also sehr regional. Und sehr achtsam sozusagen, weil ja jede Person, die bei euch Mitglied ist sozusagen, im Verein knapp 2000 Personen, seid ihr jetzt glaube ich bei Mila Mitmach Supermarkt, da ihr auch daran beteiligt seid. Das heißt gewinnbringend, ist das dann noch etwas, also werden dann Gewinne auch ausbezahlt oder wie funktioniert das dann? Also Gewinne werden nicht ausbezahlt, wir tun alles reinvestieren in unseren Betrieb und wir stehen ja jetzt erst am Anfang und da geht es auch darum,

[10:42] sozusagen ja, einerseits Kredite zurückbezahlen natürlich, also es gibt uns erst ein paar Monate und grundsätzlich, wenn wir dann sozusagen irgendwann mal sozusagen Überschüsse bzw. Gewinne machen, dann entscheiden natürlich die Mitglieder gemeinsam darüber, was damit passiert, aber es wird bei Mila bleiben. Und aktuell ist der Mila Supermarkt im 12. Bezirk und es gibt auch keine Tendenzen für die Zukunft, das auszubauen, sondern ihr wollt sozusagen singulär bleiben. Ja, also wir freuen uns über alle Menschen, die einfach vorbeikommen, bei Mila mal reinschnuppern, Schnuppe einkaufen und wenn es ihnen dann gefällt, auch Mitglied werden. Und es gibt bei uns keine Pläne, dass wir Wien mit einem Mila Filialnetz überziehen, aber wenn andere Personen das Gefühl haben, boah, das ist so toll, wir würden sowas auch gerne machen, dann sind wir natürlich da gerne bereit, alle zu unterstützen, weil wir haben es auch bei anderen abgeschaut.

[11:41] Also das Modell Mila, dieses Mitmach-Supermarkt-Modell, das kommt eigentlich aus New York, aus Brooklyn, die Parkslop Food Corp gibt es dort und in Paris, La Louvre, in Berlin die Super Corp. Also wir haben auch ganz dreist von anderen das kopiert, was gut funktioniert und nach Wien gebracht. Und eigentlich sehr schön, was auch Kreislaufwirtschaft ausmacht, ist diese soziale Komponente, dass sich Leute treffen, was zu machen. Frau Tangl, schauen wir zum Einkauf bzw. auch zu den Abfällen in Österreich jährlich. Über eine Million genießbare Lebensmittel landen im Müll, das sind vor allem Brot, Gemüse und Obst, muss auch nicht sein, oder? Das sind so 800 Euro im Jahr pro Haushalt, was relativ viel ist eigentlich, wenn man bedenkt, wie teuer die Lebensmittel sind. Was gibt es da für Tipps, wie man das verändern kann? Ja, da gibt es unterschiedliche Studien, wie viel Lebensmittel in den Müll landen.

[12:36] Also 40 Kilo pro Haushalt, essbare Lebensmittel fallen in Wien an. Und da ist nicht dabei, was in der Biotonne ist und nicht dabei, was auch noch über die Toilette entsorgt wird. Und dann, da sind auch die nicht essbaren Lebensmittel nicht eingerechnet. Und darum kommt die Boku in einer Studie auf 113 Kilo Lebensmittelabfall pro Jahr pro Person in Wien. Das ist viel. Das ist viel und das ist vor allem sehr teuer, wenn man bei den Lebensmittelpreisen, wenn man jetzt einkaufen geht, merkt man einfach, dass es wirklich immer teurer wird und die Kosten steigen. Wichtig ist, um diese Lebensmittelabfälle zu vermeiden, ist einmal geplant einzukaufen. Jeder weiß, wenn man hungrig einkaufen geht, ist das nicht so vorteilhaft, weil dann einfach die Kauflust enorm steigt. Also ich kenne es zumindest aus meiner eigenen Erfahrung. Ich bin da total dabei, ja. Aber es ist eben wichtig, wenn man sich einen Wochenplan macht,

[13:39] dass man ungefähr die Lebensmittel einkauft und wirklich darauf schaut, dass man Reste vermeidet, Reste verkocht. Wir haben dazu zum Beispiel auf unserer Website eine große Datenbank an Rezepten, wo man ein Lebensmittel, zum Beispiel Brokkoli, eingeben kann. Und dann sucht die Datenbank alle Rezepte raus, die mit Brokkoli sind. Ich denke, so kann man aktiv die Reste vermeiden. Einfrieren wäre ja auch ein Thema. Einfrieren ist natürlich ein Thema, aber es gibt so Rezepte, wo man alles verkochen kann, wie zum Beispiel eine Gemüsecremesuppe oder ein Curry. Da kann man alle möglichen Gemüsearten verwenden. Wenn man vorkocht, wenn man kocht und zu viel hat, kann man einfrieren. Und natürlich ist auch immer ein wichtiger Punkt, dass man die Lebensmittel richtig lagert. Wenn man schon eingekauft hat, dass man im Kühlschrank die neuen Lebensmittel nach hinten gibt und die älteren nach vorne, damit die zuerst verbraucht werden

[14:42] und so auch vermieden wird, dass sie schlecht werden. Man muss auch dazu sagen, die Zahlen, die wir genannt haben, waren der private Haushalt. Jetzt interessiert mich das natürlich, wie es im Unternehmen ist. Da haben wir eine Expertin bei uns im Publikum, Loretta Pflaum, Eigentümerin vom traditionsheurigen Schübel Auer. Schön, dass Sie da sind. Hallo. Wie schaut das denn bei Ihnen beim Einkauf aus? Da ist natürlich die wirtschaftliche Komponente dahinter, das, was wir im privaten Bereich vielleicht gar nicht so am Schirm haben, dass das dann im Endeffekt so viel Geld ist. Im Unternehmen kann man sich das, glaube ich, gar nicht leisten, dass man da so urrast, wie man ihn so schön sagt. Wie macht Sie das mit dem Einkauf? Ich glaube, dass es in der Gastronomie grundsätzlich einfacher ist, weil das ist unser Job. Wir haben Köche, die einen Plan machen, die wissen ungefähr,

[15:26] deswegen ist auch Danke an alle, die reservieren und nicht einfach vorbeikommen, weil dann weiß man ungefähr, wie viele Gäste kommen, wie viel werden die ungefähr essen und kann das gut planen. Und man hat natürlich Köche, die genau eben wissen, wie lagere ich Dinge, wie konserviere ich sie, wie verarbeite ich sie weiter. Deswegen, glaube ich, ist das viel, viel einfacher in der Gastronomie als Privat. Da hast du einen stressigen Alltag und dann hat man vergessen, oh, ich habe ein Brokkoli gekauft und der ist jetzt seit einer Woche schon in der unteren Schublade, habe total darauf vergessen. Das ist natürlich die Aufmerksamkeit woanders auch. Abfall ist auch ein großes Thema. Frau Tangel, was gibt es da für Tipps? Also ich habe da schon noch öfters, wenn ich einkaufen gehe und ich denke schon, dass ich bewusst einkaufen gehe, manchmal das Dilemma, jetzt kann ich nicht jeden Tag einkaufen gehen,

[16:16] das geht sich für mich einfach beruflich nicht aus, deswegen gehe ich einmal und kaufe mal für eine Woche und dann überlege ich mir schon, so, kaufe ich jetzt die, natürlich regional und saisonal, haben Sie auch schon erwähnt, ist wichtig. Natürlich kaufe ich vorzugsweise die österreichische Gurke, aber kaufe ich jetzt die Eingeschweiße, die länger hält, wo ich weiß, okay, vielleicht brauche ich die erst am Ende der Woche oder die ohne den Plastik, wo weniger Abfall übrig bleibt, weil der Fußabdruck von der Gurke ist ja prinzipiell größer als der vom Plastik. Wie gehe ich da jetzt vor? Kaufe ich jetzt die Gurke ohne Plastik, die aber kaputt wird, vielleicht, oder die Gurke im Plastik, um bei diesem Thema jetzt einmal konkret zu bleiben, wenn man einkaufen geht? Ja, generell kann man ja auch die Gurke, die ohne Plastik ist, in einen Plastiksackerl geben und in den Kühlschrank geben

[16:59] und an den richtigen Platz im Kühlschrank, nämlich im Gemüsefach unten, wo die optimale Temperatur fürs Gemüse ist. Aber generell kann man sagen, dass bei der Lebensmittelherstellung oder bei dem Lebensmittelanbau die größten Umweltauswirkungen sind, dass da die Kunstdünger, die ganzen Traktorfahrten und die ganze Arbeit den größeren Auswirkungen hat. Und dass es, wenn man regional, saisonal und im Idealfall auch bio noch die Lebensmittel kauft, dass dann die Verpackung natürlich ins Gewicht fällt, aber nicht das Hauptkriterium ist. Also wenn man wirklich saisonale Lebensmittel… Also die Gurke im Winter sollte ich eigentlich nicht kaufen, auf gut Deutsch. Oder vielleicht von einem Anbieter, der ein Glashaus hat, das mit Erdwärme beheizt wird, weil sonst natürlich für die Glashäuser im Winter mit Erdöl oder eventuell mit alternativen Heizstoffen geheizt wird. Wie macht ihr das, Frau Pflaum, bei euch im Heurigen? Was macht sie mit euren Abfällen?

[18:11] Also wir schauen einfach, dass möglichst gar keine Abfälle sich ansammeln. Im Prinzip das, was zum Gast geht und am Teller zurückkommt. Ich meine, klar, das wird entsorgt. Und da gibt es eben, also früher gab es eben den sogenannten Schweinedrog. Das ist jetzt auch verprofessionalisiert worden. Also gibt es eine Firma, die das abholt. Und auch Altöl wird irgendwie recycelt. Also das Frittieröl, da gibt es sogar so Prozesse, wo das Öl quasi wieder aufbereitet wird und dann wieder verwendet werden kann. Also da gibt es schon sehr gute Möglichkeiten, das zu machen. Und auch da ist es halt in einem Fluss drinnen. Das ist als Privatperson viel, viel schwieriger. Aber Lebensmittel bleiben bei euch gar nicht übrig beim Heurigen? Angenommen, es kommt eine Gruppe nicht, die sich angekündigt hat. Bleibt gar nichts übrig bei euch, was so gut geplant ist. Normalerweise ist es gut geplant.

[19:00] Und dann kann man eben alles, was nicht am Gast ist, kann man ja irgendwie weiterverwenden oder dann eben einfrieren und aufbewahren oder eben versorgen. Und wenn wirklich was übrig bleibt, dann wir dürfen es nicht mehr hergeben. Also früher durfte man in die Gruft fahren und das irgendwie spenden. Das ist jetzt verboten, weil nur noch verpacktes Zeug von irgendeiner Firma, also du darfst nichts Frischgekochtes mehr spenden. Und wir machen das einfach so, dass ich im Freundeskreis, habe ich halt ein paar Leute, wo ich weiß, sie haben große Familie und Kinder und die freuen sich, wenn sie mal irgendwie am Wochenende nicht kochen müssen. Und ruft die an und sagt, holt euch was. Und dann gibt es auch eine Bekannte, die so ein kleines Netzwerk hat, die tatsächlich auch Familien kennt, die ist im sozialen Bereich tätig. Und die holt sich das dann ab und verteilt das.

[19:47] Und das ist aber eine Privatinitiative. Also offiziell geht das nicht. Das finde ich ganz wichtig, weil in Österreich sind 420.000 Menschen armutsgefährdet und armutsbedroht. Und das wird immer mehr, 67 Prozent mehr seit 2023. Also das steigt enorm an, weil auch die Lebensmittelpreise so steigen. Tatsächlich ist da, glaube ich, noch viel Potenzial zu holen, oder Frau Tangel? Auf jeden Fall, ja. Was auch noch zum Thema Kunststoffgurke, Verpackung der Gurke oder sowas. Man kann durchaus mal eine Gurke in der Kunststofffolie kaufen, aber es gibt andere Systeme, wo man Abfall vermeiden kann, und das sind Mehrwegsysteme. Es gibt durchaus jede Menge Getränke oder Lebensmittel, die in Mehrwegsystemen zu kaufen sind, wie zum Beispiel Milchprodukte oder Bier oder Mineralwasser. Und ich denke, wenn man da konsequent diese Produkte im Mehrweggebinde kauft, ist das ein guter Ausgleich. Also es ist so ein bisschen ein Mischform.

[20:47] Das Leben ist immer Kompromisse. Aber mit Mehrweggebinden ist einfach der ökologische Nutzen sehr gut erfüllt. Wie ist bei euch die Menge des Abfalls bei Mila Mitmach Supermarkt? Also bei uns sind die Lebensmittelabfälle sehr, sehr gering, weil wir haben da so ein System, sozusagen wenn bei Produkten, die bald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen, was ja noch nicht heißt, dass es dann ungenießbar ist, sondern nur das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen, picken wir einen gelben Sticker rauf, der signalisiert für alle Mitglieder, hey, dieses Joghurt, wenn ich es eh morgen essen will, dann sollte ich das kaufen und nicht irgendwo nach hinten greifen und was anders holen, weil es ist ja unser Betrieb. Wir profitieren ja davon, wenn wir möglichst wenig Dinge entsorgen müssen und die Dinge, die zum Beispiel schon das MHD erreicht haben, die kriegen dann einen roten Sticker und die werden dann 30 Prozent günstiger verkauft.

[21:48] Da geht es um Dinge, zum Beispiel Schokolade, die ein paar Tage abgelaufen ist, die ist ja immer noch gut und das können wir auch sozusagen so an unsere Mitglieder weitergeben. Oder das Lieblingsbeispiel von Frau Pflaum mit dem Totenmeer. Haben wir auch backstage schon gehört. Sie gesagt, sie findet es total absurd, dass das Tote Meer ein Mindesthaltbarkeitsdatum hat. Es war schon tot, es wird auch noch länger tot bleiben. Ja, oder Salz. Das ist ein super Beispiel. Genau, Salz vom Totenmeer. Genau. Also da achten wir halt drauf und so können wir das sehr, sehr stark minimieren und auch viele von unseren Mitgliedern schauen halt dann, okay, weiß ich nicht, die Karotten sind zwar schon ein bisschen schrumpelig, aber sie kommen in einen Gemüseeintopf und kaufen es dann trotzdem. Und so können wir das sehr stark minimieren. Das ist die Eigenverantwortung offensichtlich sehr groß,

[22:39] weil ich Teil dieses Vereins bin, der Community bin. Genau, also unsere Mitglieder sind Miteigentümerinnen von Mila. Sie sind Teil der Genossenschaft. Bei uns ist es so, dass eben jeder, jeder kann Mitglied werden. Man zahlt einmalig 180 Euro, also im Leben, nicht monatlich oder jährlich oder so. Und für Personen, die sich das nicht leisten können, weil es ist für viele nicht einfach, einfach so 180 Euro aufzubringen, um sozusagen den Mitgliedsanteil bei Mila zu bezahlen, die zahlen 20 Euro. Und das sind schon 20 Prozent von unseren Mitgliedern, sind darauf angewiesen, dass sie da diesen Sozialtarif wählen. Und das ist ganz, ganz wichtig, dass eben auch diese hochwertigen und viele Bio-Lebensmittel eben nicht ein Luxus für die wenigen ist, die es sich leisten können, sondern dass das für möglichst viele Menschen zugänglich ist, die vielleicht sonst jetzt nicht unbedingt in einen Bioladen reingehen würden.

[23:34] Weil es zu teuer ist, weil auch Personalkosten drauf kommen. Genau, weil das relativ teuer ist. Und bei uns ist es einfach günstiger. und es gibt alles, was man halt so braucht. Also auch nicht nur Bio-Sachen, sondern auch Dinge, die man halt gern kauft, sich gönnt. Also jeder darf sich da alles wünschen, weil wir sind jetzt da nicht so der Club der tollen, perfekten Konsumentinnen. Man darf auch mal sozusagen zu einer Packung konventionellen Paprika-Chips greifen oder keine Ahnung, es gibt halt auch alle möglichen anderen Dinge, auf die halt die Mitglieder gerne kaufen mögen. Schön, ein total schönes Beispiel, wie Kreislaufwirtschaft cool und sozial sein kann. Schauen wir uns noch ein bisschen auf das Thema Reparatur, auch ein ganzes Wesentliches, wo viel Potenzial drin ist. Man muss nicht etwas kaufen und gleich wieder recyceln, wenn man es nicht verwendet, sondern da gibt es viele andere Möglichkeiten,

[24:30] Frau Tangel. Genau, da gibt es das Reparaturnetzwerk, haben Sie schon angesprochen. Genau, zum Beispiel. Da sind ungefähr 150 Reparaturbetriebe Mitglied, die haben den Schwerpunkt auf Reparatur in ihrem Unternehmens. Das heißt, sie haben wenig Interesse, dass sie gleich ein neues Gerät verkaufen wollen, sondern die haben wirklich das Reparieren im Blut und es sind leidenschaftliche Reparateure und Reparateurinnen, die fast alle Bereiche an Abdecken, da kann man einen Koffer reparieren lassen, da kann man Messer schleifen lassen, da kann man Möbel reparieren lassen. Also es gibt Schneider und Schneiderinnen. Also es ist fast von A bis Z kann man alles dort reparieren lassen. Und eben auch der Tischler, der ist eh bei zur Not. Ja, natürlich auch. Zur Sicherung der Ehe entzweigen kann. Genau. Es ist natürlich, oft hört man, Reparieren, das kostet viel Zeit, das kostet viel Energie, dann funktioniert das vielleicht nicht

[25:28] und teuer ist es auch noch, ich kaufe mir was Neues. Was sagt sie auf sowas? Ja, das schaut vielleicht auf den ersten Blick so aus, als ob es billiger wäre, wenn man ein kaputtes Gerät sofort durch ein neues ersetzt. Aber langfristig gibt es eben Studien, dass man sich bis zu 2000 Euro ersparen kann, wenn man zehn Jahre lang beobachtet. Also das Umweltministerium von Frankreich hat eine Studie gemacht mit elf Produkten, da sind Elektronikgeräte dabei gewesen, Fernseher, Haushaltsgeräte. Und eben langfristig ist das Ergebnis, dass man sich Geld erspart, wenn man repariert, weil eben, wenn man ein nicht reparierbares Gerät oder ein billiges Gerät kauft, das dann eine kürzere Lebensdauer hat und dann in der Frist von zehn Jahren meistens noch zwei, drei neue Geräte kaufen und dann wendet sich das Blatt und es kann dann durchaus auch teurer werden. Also on the long run

[26:29] sollten wir eigentlich so wirtschaften wie Oma und Opa. Also meine Großeltern haben eigentlich so gewirtschaftet und es geht nicht nur um Geräte, sondern auch um Möbel. Jetzt kommt die Frau Timia Oberwagner ins Spiel mit die Möbelei. Eine total schöne Geschichte. Mit 14 haben Sie Ihr erstes Küchenregal für die Mama gebaut, das immer noch hält. Also Qualität dürfte Ihnen am Herzen liegen. Was machen Sie mit der Möbelei alles? Seit 2017 gegründet. Was gibt es da bei Ihnen? Ja, bei uns gibt es Möbel, Farbe und Design. Eben diese Begriffe beinhalten bei uns Möbelreparatur und Polsterung, Tapezierung, also Möbel retten, Möbel umgestalten und auch ankaufen und wieder verkaufen. Ältere Möbel, also Vintage-Möbel, Farbe, Möbel aufzupappen zum Restaurieren, also Oberflächengestaltung und dann eben Designräume gestalten und Interieurs gestalten. Diese drei Bereiche. Aber das Wichtige, damit Sie mit Möbeln arbeiten können, ist die Qualität des Möbels, oder?

[27:33] Also würden Sie jetzt auch mit einem Kasten eines schwedischen Einrichtungshauses was anfangen können, wenn es aus Spanbrettplatten irgendwie zusammengeschraubt ist und halb auseinanderfällt, wenn man es einmal auseinander dann hat? Wir reparieren sie, soweit es geht. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Punkt, oder? Ja, absolut wichtiger Punkt, weil sehr viele Möbel natürlich nicht mehr alt sind und massiv. Und sehr viele Möbel muss man einfach noch einmal stützen oder an die Wand schrauben, damit sie wieder massiv stehen. Aber ja, wir tun das, weil die Möglichkeiten der Farbe, die wir verwenden, auch ermöglichen, dass diese Möbel weiterleben können. Und das ist wichtig, weil diese Möbel mir einsorgt und dann bleiben sie eben im Wohnbereich erhalten. Wenn Sie jetzt einen Tipp haben für Menschen, die jetzt ein bisschen achtsamer einkaufen gehen wollen, zum Beispiel, worauf sollte man da achten? Oder welche Materialien verwenden Sie ganz gerne?

[28:33] Was wären so Tipps von Ihnen? Bewusst einkaufen. Zum Secondhand-Einkauf gehen. Also gebrauchte Möbel kaufen ist sehr wichtig. Man muss nicht immer ein neues Möbelstück haben. Man kann ein altes Möbelstück kaufen und dann herrichten lassen oder ein altes Möbelstück einfach gut in Schuss kaufen. Natürlich ist Holz für uns wichtig, weil Holz ein Bestandteil eines guten Möbels ist. Es ist immer massiv und alte Möbel. Voll Holz. Voll Holz, ja. Also keine Spannplatten, keine MDF-Platten beziehungsweise oder die Kombination vom Holz und furnierte starke, gute Möbel. Es kann aber ruhig Schrammen haben, Kratzer haben, ein Leben zeigen. Ist auch irgendwie schön, wie Sie das beschreiben. Möbel leben ja mit uns auch mit. Wo das auch einen Vorteil bringt, etwas zu reparieren, ist beim Fahrrad. Wir haben Josef Haunschmidt bei uns im Publikum vom Fahrrad-Reparaturbetrieb das Rathaus. Schön, dass Sie da sind. Reparaturbetrieb, das heißt,

[29:36] Ihr Geschäft ist reparieren. Wir reparieren ausschließlich Fahrräder. Wir haben keinen Verkauf von Fahrrädern, weil wir uns quasi eigentlich, dass man aus gebrauchten Fahrrädern kann man genauso ein nachhaltiges Produkt wieder machen und dass das eigentlich viel günstiger ist, auch in Summe dann über die Jahre gesehen. Fahrräder sind auch nicht gerade so billig. Eine Neuinvestition ist einfach relativ teuer in der Hinsicht und wenn man ein Rad pflegt, genauso wie man gesagt hat, das Fahrrad kann Schrammen haben, das Fahrrad kann ein bisschen runtergerockt sein, aber wenn die Verschleißteile in Ordnung sind, die ersetzbar sind, dann lässt sich aus jedem Fahrrad eigentlich wieder eine sehr gute Qualität rausholen. Und hat auch einen Aufwärtstrend, den ihr beobachtet, dass mehr Leute das auch schätzen, auch wegen dem Diebstahl. Der Trend ist eigentlich jetzt, erstens ist der Aufwärtstrend von älteren Rädern, Vintage-Rädern, wie man so schön sagt,

[30:24] ist seit, würde ich sagen, fast 20 Jahren immer der stärkere Trend, aber auch ist es natürlich in der Stadt, in der Großstadt, muss man leider über das Thema Diebstahl sprechen, dass einfach ein Neurad relativ leicht gestohlen werden kann und einen sehr hohen Wert hat. Und die Qualität jetzt aber von Fahrrädern, die jetzt quasi, sagen wir, 20, 30 Jahre alt sind, durchaus vergleichbar ist oder fast sogar besser ist wie Neuräder. Im mittleren Preissegment, im hohen Preissegment ist es natürlich anders, aber deswegen sind dann auch, oft ist die Wahl dann für das tägliche Gefährt, was dann eigentlich oft dann auch lange, wo er rumsteht, ist es besser, wenn man dann eigentlich ein gebrauchtes Fahrrad nimmt, weil man dadurch nicht so einen riesen Verlust hat, sollte das Fahrrad gestohlen werden. Nehmt ihr, oder seht ihr auch Vorteile von den Förderungen, die es gibt von der Stadt Wien

[31:12] oder auch vom Bund, also Reparaturbohnen oder Reparaturbohnen, je nachdem? Beide Reparaturbohnen, die jetzt quasi angeboten worden sind, haben sehr gut geriffen natürlich. Der Wiener Reparaturbohnen gefällt uns persönlich ein bisschen besser vom ganzen Programm und so weiter. Es ist klar definiert, es ist ein bisschen für den Kunden zu erklären. Aber es war sehr schön zu sehen, dass dann einfach viele Fahrräder, die eigentlich sonst kein Leben mehr hätten, die irgendwo vergammelt werden, doch wieder revitalisiert worden sind. Man muss jetzt, man muss natürlich ein bisschen differenzieren. Der Triathlet, der jetzt quasi jede Sekunde rausholen will, für den ist die Reparatur, da muss man Verschleißteile erneuern. Wenn es aber in die Richtung geht, dass man dann quasi eigentlich nur für Kurzstrecken in Wien A nach B kurze Distanz zurücklegen will, dann kann man einfach auch auf die Qualität von so älteren Rädern zurückgreifen, weil die einfach dann einfach

[32:09] unserer Meinung nach einfach wesentlich nachhaltiger sind und in vielen Aspekten einfach besser funktionieren. Schön. Apropos Förderungen, Frau Tangel, da gibt es ja nächstes Jahr auch wieder ein bisschen was. Also wir haben ja, wir sind noch nicht ausgefördert in Wien. Ja, um eben das Reparieren attraktiver zu machen, hat die Stadt Wien schon mehrere Jahre den Reparaturbohren angeboten. Da wird es nächstes Jahr wieder eine Förderperiode geben. Genau ist es noch nicht fix, wann das kommt, aber es wird auch die Geräteretterprämie, also das früher der Reparaturbohren war, das wird auch wieder neu aufgelegt. Super. Also da erwartet uns viel, wovon auch Frau Oberwagner profitieren wird. Auch Sie wissen, dass da ganz viel von Kunden noch kommen, oder? Also die Nachfrage ist schon größer da. Es geht wieder bergauf, der Trend geht bergauf. Ja, auch die Möbelei ist ein Mitglied des Reparaturnetzwerkes seit Jahren

[33:03] und es gibt sehr, sehr viel Nachfrage und noch mehr. Und es gibt wirklich großen Bedarf nach Reparatur. Da haben wir die Möglichkeit, Gegenstände zu retten, egal ob Sessel, Stühle, Schränke, unterschiedliche Art, die wir normal nicht könnten, wo die Kundinnen denken, okay, ich lasse das jetzt machen. Jetzt lohnt sich das, jetzt habe ich eine Förderung dazu. Das ist eine Motivation und das spüren wir enorm. Also Kundinnen rufen das ganze Jahr über an schon, wann das endlich wieder kommt. Und wir sagen dann immer, ja, wir wissen es ja nicht, aber wenn wir Bescheid wissen, melden wir uns sofort, wir legen Kundenaktenkontakte an, dass wir uns dann durchtelefonieren. Das heißt, der politische Hebel wirkt, der ist wichtig. Ja, super. Wichtig, ja. Auch ein großes und wichtiges Thema ist, glaube ich, Kleidung. Ich glaube, da ist auch ein richtiges Potenzial da, wo wir ein bisschen

[34:00] hinschauen dürfen und online bestellen ist da auch so ein bisschen schwierig. Ich habe heute erst erfahren, dass wenn man online bestellt und das zurückschickt, dass das Gewand verbrannt wird. Wusste ich nicht, fand ich total schockierend, falls es dem wirklich so ist. Deswegen doch einfach reparieren lassen oder in Wien selbst einkaufen. Vielleicht sogar bei Isabella Settler, die Maßschneiderin von Feiner Zwirn. Sie machen Maßmode für Männer beziehungsweise hat sich das so etabliert oder was ist Ihr Grundgeschäft? Es ist so, ich bin Maßschneiderin für Damen und für Herren. Interessanterweise hat es sich jetzt ein bisschen so verlagert, dass sehr, sehr viele Herren kommen und eben sagen, zum Beispiel, sie haben ein altes Schuhwollen-Sakob, was sie sich vor 30 Jahren in England Maß haben machen lassen und es ist ein bisschen die Jahre gekommen. Es hat ein bisschen Verschleißaspekte schon und generell ist es

[34:50] vielleicht nicht mehr State of the Art und es gefällt ihnen halt einfach nicht mehr so gut. Und dann kommen sie zu mir und vertrauen mir auch so weit und auch so eine schöne Zusammenarbeit dann immer. Dann flicke ich die Stellen, die halt quasi zum Flicken sind und interpretiere es dann neu, dass ich zum Beispiel ein neues Futter einnähe oder Borten oder Knöpfe verändere oder sonstiges und somit hauche ich einem alten Kleidungsstück, was sehr, sehr geliebt wurde oder noch immer geliebt wird, neues Leben ein. Das ist, glaube ich, wichtig, dass man das Kleidungsstück liebt und das ist ein bisschen in dieser Massenware, die man vielleicht kauft, vielleicht auch gar nicht so der Fall. Sie selbst tragen heute auch Kleidungsstücke mit einem emotionalen Wert. Genau, also ich trage den Seidenrock von meiner Großmutter und den Kaschmierpullover und habe ihn einfach abgeseigelt, also enger gemacht,

[35:30] ein bisschen umgenäht, mit einer Borte versehen und auch die Löcher quasi gestopft mit antiken Emblemen und sowas und somit halt einfach auch eine schöne Qualität, nachhaltig zu gestalten und halt wirklich auch langfristig damit eine Freude zu haben. Was ist denn wichtig, wenn Sie, um reparieren zu können, ist die Qualität der Ware ein Kriterium? Ja, also ich auch, wie schon bei der Pferdabendmöbelei auch gesagt wurde und sowas, die Hauptqualität, das Hauptkategium ist einfach die Qualität. Also wenn etwas sehr, sehr billig verarbeitet wurde oder das Material grundsätzlich schon sehr, sehr billig ist und sehr dünn gewebt ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das nach dem dritten, vierten Mal Waschen überhaupt noch so zu retten ist, dass ich dann wirklich, selbst ich als Maßschneiderin und Designerin, dass ich da noch irgendwas rausholen kann. Also auch mein Tipp ist bei sowas, ich weiß, Maßschneiderei ist sehr teuer.

[36:19] Langfristig gesehen spart man sich meiner Meinung nach schon Geld, weil eben die Qualität auch passt und ich halt auch für Qualität statt Quantität bin. Oder man sagt eben, man geht in den Secondhand-Shop und findet ein schönes Akko oder einen schönen Seidenrock und dann kommt man zu mir und sagt, okay, ich möchte das bitte neu interpretieren oder ein bisschen anpassen und habe somit auch etwas Nachhaltiges und eine wirklich schöne Qualität, die ich mir dann auch leisten kann. Also es ist auf jeden Fall möglich und es beginnt alles beim Einkauf, sozusagen bei der Bewusstheit, bei der Achtsamkeit. Was ich auch sehr schön finde, ist, dass Nachhaltigkeit uns wieder mehr zusammenbringt. Sei es zum Beispiel das Reparaturcafé, wo man sich zusammensetzt und reparieren kann. Vielleicht einmal kurz erklären, Frau Tangel, was das Reparaturcafé ist für alle, die es noch nicht wissen. Ja, das schließt jetzt sehr gut

[37:00] an dieses längeren Nutzen. Also wenn man Geräte hat, die man vielleicht selbst reparieren will, gibt es ein großes Angebot an Reparaturcafés in Wien. Da sind Reparaturexpertinnen, die in einer gemütlichen Umgebung mit Besitzerinnen von Elektrogeräten oder verschiedenen Geräten gemeinsam diese Dinge reparieren. Das heißt, man kann einmal ins Innenleben seines Handys oder sonstigen Geräts schauen und dann hat man natürlich ein wunderbares Erfolgserlebnis, wenn es nachher wieder geht. Und gleichzeitig erspart man sich auch noch, vielleicht ein neues Gerät zu kaufen und ein neues Gerät wieder einzurichten. Jeder kennt das vielleicht, oder ich kenne es ja, wenn man ein neues Handy hat, dann dauert es oft einmal eine Woche, bis man wirklich alle Funktionen wieder beieinander hat. Und das erspart man sich dann, wenn man eben einmal den Akku tauscht oder einmal die Kontakte durchputzt mit einem Reparaturcafé. Und auch schön, dass es Workshops für Schulen gibt.

[38:02] Auch da ist wichtig, die Bildung ist auch wichtig, dass man den Wert der Kreislaufwirtschaft ein bisschen näher bringt. Genau, da gibt es auch viele Projekte mit Schulen, in denen eben die Schülerinnen selbst vor Ort ihre Geräte reparieren. Und das hat gerade bei Schülerinnen den Effekt, dass sie den Wert viel besser schätzen zu wissen und nicht nur, vielleicht ist es dann besser, wenn man sein eigenes Handy repariert hat oder cooler, wenn man seine eigenen Hände repariert, wie wenn man das neueste, teure, nächste Folgemodell oder so hat. Nachhaltigkeit cool machen. Genau. Kann auch sehr cool sein oder finde ich auch sehr schön, wenn man einen Workshop bei Ihnen macht in der Möbelei, weil man kann die Sachen nicht nur zu Ihnen bringen, sondern Do-It-Yourself boomt ja auch total. Das heißt, bei Ihnen kann man auch lernen, wie man die eigenen Möbel schön gestaltet,

[38:49] dass auch das wieder einen ganz anderen Wert hat. Ist das auch etwas, was gut angenommen wird, was mehr wird? Absolut. Also es ist etwas zu streichen und eine neue Farbe zu geben und so in die Umgebung anzupassen, ist die einfachste Methode. Das kann jedes Kind. Und mit den Farben, die wir haben, ist es auch natürlich sehr einfach und der Bedarf ist groß. Also da sind so, diese Workshops haben so eine Art Event-Charakter. Da kommen die Leute, melden sich an und freuen sich schon drauf. Wochen vorher schicken die Bilder von den Möbeln, die sie mitnehmen könnten oder mitnehmen möchten und fragen an, ob es möglich ist. Und dann ist das ein schöner, wirklich schöner Nachmittag, ein langer Nachmittag, wo wir die Möbel umgestalten. Emotionalisiert. Ähnlich wie bei Mille Mitmach. Supermarkt kommt mir vor, oder? Das Soziale ist wichtig. Ja, das ist total wichtig,

[39:41] weil bei uns natürlich Leute zusammenkommen und Mitglied werden oder bei Mille einkaufen, die normalerweise vielleicht nichts miteinander zu tun hätten, die an der Straße aneinander vorbeilaufen, obwohl sie im gleichen Kretzel wohnen. Und bei uns, ja, kommen halt viele Leute zusammen, arbeiten hinter der Kasse gemeinsam, tun gemeinsam was einschlichten, quatschen, voll viele Freundschaften entwickeln sich. Und ja, es ist so ein, bei uns ist der Supermarkt so ein sozialer Ort, wo die Leute gerne hinkommen. Also ich bin immer sehr lange einkaufen. Das ist nicht so schnell rein, raus. Sondern man ist dann dort, trifft jemanden, tratscht. Es gibt keinen Stress an der Kasse. Man kann ganz in Ruhe, ohne irgendwie Werbeeinschaltungen oder Musik lauter einkaufen. Und ja, es ist wie so ein bisschen ein Markt irgendwie, so ein bisschen Dorf in der Stadt. Und das ist echt sehr, sehr schön. Schön. Was wünschen Sie sich

[40:42] für die Zukunft, Frau Tangel? Oder was würden Sie den Wienerinnen und Wienern gerne mitgeben? Im Sinne der Kreislaufwirtschaft, der Nachhaltigkeit. Ja, ich denke, Wien ist immer wieder die lebenswerteste Stadt der Welt. Und ich denke, wenn wir die Wienerinnen, es gibt in Wien so viele Angebote, wie man die Kreislaufwirtschaft im eigenen Leben integrieren kann. Wir haben ja gehört, wie viel Freude das machen kann und wie viel Gemeinschaft das produzieren kann oder wieder herstellen kann, wenn man gemeinsam etwas macht. Und ich wünsche mir den Wienerinnen und Wienern, dass sie gemeinsam nicht nur die lebenswerte Stadt, sondern auch die Kreislaufwirtschaftsstadt werden. Das ist ja eigentlich auch das Ziel von Wien, sozusagen die Stadt ohne Verschwendung zu werden. Sind wir gespannt. Aber so Aktionen wie Miele-Mittmach-Supermarkt zum Beispiel würde ja schon einen großen Beitrag dazu leisten. Gibt es etwas, was Sie sich wünschen für Miele-Supermarkt,

[41:39] der ja erst seit Oktober 25 am Markt ist und schon richtig schöne Zahlen schreibt auch? Gibt es etwas, wo Sie hinwollen, wo Sie in die Zukunft schauen? Ja, also wir freuen uns, wenn ganz, ganz viele, die das jetzt vielleicht sehen, sich denken, oh, das klingt ja spannend, einfach bei uns vorbeikommen und mal zum Schnupper einkaufen kommen, auch gern Leute mitnehmen und einfach sich das mal anschauen, mal einen ersten Einkauf machen und dann hoffentlich total begeistert sind und sagen, toll, dann mag ich gleich Mitglied werden, mag mich gern mit anderen vernetzen, mir selber Produkte wünschen oder bei uns auch in der Gemeinschaftsküche vorbeischauen, weil wir tun da zum Beispiel auch Dinge, die übrig bleiben, da gemeinschaftlich zum Beispiel auch verkochen. Da gibt es so eine Zero Waste Gruppe innerhalb von unseren Mitgliedern, die sich gegründet hat. Vielleicht können wir dann auch bald mal so,

[42:37] weiß nicht, Kleidertausch oder Reparaturabende machen bei uns. Also da ist noch viel im Plan. Da ist noch, da haben wir noch viel Platz für coole Ideen. Toi, toi, toi. Vielen Dank, dass Sie heute auch da waren. Und zum Abschluss noch, Timia Oberwagner, gibt es etwas, was Sie sich wünschen für die Zukunft? Ja, ich wünsche Wienerinnen und Wiener einfach mehr Mut zum Reparieren und Selbstgestalten und auch die, ich wünsche auch die Rahmen dafür, dass die fortbestehen und weitergeführt werden. Also Förderungen und Events für Reparatur. Sehr schön. Vielen lieben Dank an Sie und das Podium. Vielen lieben Dank ans Publikum. Danke auch an unsere Ausstattungen hier vom Feinen Zwirn, die Taschen, die echten Lederhandtaschen oder Ledertäschchen. Natürlich von unserem traditionsheurigen Schübelauer das gute Essen, die Orange vom Supermarkt und von die Möbelei auch noch hier schöne Deko mitgebracht. Auch Luster von Lobmeier.

[43:38] Ich finde das herrlich, dass sich so viele Frauen heute auch zusammen getroffen haben im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Ich hoffe, es gab den einen oder anderen Tipp für Sie auch, wo Sie vielleicht hingehen können, was Sie vielleicht reparieren könnten, wo man sich gemeinsam zusammenschließt, um die Qualität wieder ein bisschen mehr im Leben zu schätzen. In diesem Sinne sage ich Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal. Baba. So, ihr habt wieder eine Folge von Stadtlabor auf Forerunners Network in unserem Podcastkanal gehört. Die vier Podcasts sind zirkuläre Baustelle, Ressourcenschonung in der gebauten Umwelt, Ressourcenschonung im Wiener Alltag, gemeinsames Gestalten, Nutzen und Teilen als neuer Mainstream, Green Economy, wie klimafit ist Wiens Wirtschaft und eine runde Sache, Wiens Weg zur Stadt ohne Verschwendung. Hört euch gerne alle vier Podcasts an, wenn sie online sind und wenn ihr wollt, einen unserer 34 anderen Podcasts,

[44:37] die Forerunners Network zu bieten hat. Good News, Good People und Nachhaltigkeit mit positiven Beispielen. Bis auf Wiederhören bei Forerunners Network.

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