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Eine Lehrstelle beginnt nicht mit der Bewerbung, sondern mit jemandem, der dranbleibt

Jugendliche scheitern beim Übergang in Ausbildung oft nicht an fehlenden Zielen, sondern an fehlender Orientierung und Unterstützung. Sindbad verbindet sie deshalb ein Jahr lang mit jungen Erwachsenen. Janet Kuschert und Samatar Sadik Ali erzählen, was eine verlässliche Beziehung bewirken kann – und was Unternehmen daraus lernen sollten.

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Podcast23.05.2024

Für Samatar Sadik Ali ist Erfolg kein abstrakter Karrierebegriff. Er beschreibt einen sehr konkreten Moment: Wenn seine künftige Chefin ihm sagt, dass er etwas kann und stolz auf ihn ist, dann wird er wissen, dass er es geschafft hat. Im September soll seine Lehre in einem Wiener Hotel beginnen. Davor lagen mehrere Bewerbungen, Absagen und die Frage, welcher Beruf überhaupt zu ihm passt.

Auf diesem Weg war Samatar nicht allein. Seine Mentorin Hanna half ihm bei Bewerbungen und begleitete ihn zu einem Treffen in einem Hotel. Nach fast zwei Jahren war sie weiterhin für ihn erreichbar, obwohl das Kernprogramm ein gemeinsames Jahr vorsieht. Im Forerunners-Podcast spricht er gemeinsam mit Janet Kuschert, Vorstandsmitglied bei Sindbad, darüber, was diese Begleitung verändert hat. Ihr Gespräch macht deutlich: Chancengerechtigkeit entsteht nicht allein durch ein zusätzliches Formular oder eine Liste freier Lehrstellen. Oft braucht es einen Menschen, der Möglichkeiten sichtbar macht und auch nach einem Rückschlag noch da ist.

Eine Beziehung statt eines standardisierten Förderplans

Sindbad bringt Schülerinnen und Schüler mit jungen Erwachsenen zusammen. Die Mentorinnen und Mentoren sind im Kernprogramm zwischen 20 und 35 Jahre alt. Viele studieren oder stehen am Beginn ihres Berufslebens. Diese Nähe ist gewollt: Auch sie kennen Bewerbungsprozesse, berufliche Orientierung und die Unsicherheit vor dem nächsten Schritt.

Bevor ein Tandem ein gemeinsames Jahr beginnt, muss vor allem die persönliche Verbindung stimmen. Beim Kennenlernen oder per Videomatching können die Jugendlichen mitentscheiden, wer zu ihnen passt. Danach begleitet Sindbad die Teams mit Veranstaltungen, Supervision und regelmäßigen Rückfragen. Was zwischen den beiden Personen passiert, folgt jedoch keinem starren Ablauf.

Kuschert erzählt von einer Jugendlichen, die Bibliothekarin werden wollte und sich mit ihrer Mentorin in verschiedenen Bibliotheken traf. Andere Tandems machen Sport, gehen spazieren, essen gemeinsam oder arbeiten an Bewerbungsunterlagen. Kuschert selbst traf ihre Mentee regelmäßig zum Pommesessen und Reden. Das Alltägliche ist dabei kein Nebenschauplatz. Gerade dort entsteht das Vertrauen, in dem sich auch schwierige Fragen besprechen lassen.

Samatar nennt seine Mentorin einen Teil seiner Familie. Sie verfügte über sprachliche Sicherheit und Erfahrung, die in seinem unmittelbaren Umfeld nicht immer verfügbar waren. Entscheidend war für ihn aber nicht nur dieses Wissen. Hanna interessierte sich auch für seine Welt: Obwohl Fußball nicht ihre Leidenschaft war, schaute und spielte sie mit ihm. Mentoring funktioniert hier nicht als einseitige Belehrung, sondern als Beziehung, in der beide Seiten voneinander lernen.

Orientierung ist mehr als die Wahl zwischen bekannten Berufen

Samatar wollte lange Profifußballer werden. Gleichzeitig musste er die Schule abschließen und begann, sich auch für Mode und die Arbeit in einem Hotel zu interessieren. Der Weg zur Lehre verlief nicht geradlinig. Eine Bewerbung scheiterte, aus einer anderen ergab sich zunächst nur die Einladung zu einem Treffen. Er blieb dennoch dran und fand schließlich einen Ausbildungsplatz, der zu seinen Interessen passt.

Kuschert sieht in solchen Übergängen ein grundsätzliches Problem. Manche Lehrberufe ziehen sehr viele Bewerbungen an, während andere Plätze frei bleiben. Viele Jugendliche kennen vor allem klassische Berufswege. Ein Orientierungsgespräch kann deshalb bei der Motivation hinter einem Wunsch ansetzen: Geht es beim Berufswunsch Kfz-Mechanik um Autos oder um die Freude an Mechanik? Aus dieser Frage können Alternativen entstehen, die vorher gar nicht sichtbar waren.

Laut Kuschert gibt es in Österreich mehr als 200 Lehrberufe. Die Zahl allein schafft aber noch keine Wahlfreiheit. Jugendliche müssen verstehen können, welche Tätigkeiten hinter den Bezeichnungen stehen, wo Plätze verfügbar sind und welche Ausbildung zu ihren Stärken passt. Genau hier wird persönliche Begleitung praktisch: Sie hilft nicht nur beim Schreiben einer Bewerbung, sondern erweitert den Blick auf Möglichkeiten.

Auch Lehrbetriebe brauchen Übersetzungsarbeit

Die Verantwortung liegt dabei nicht nur bei den Jugendlichen. Kuschert spricht von einem Generationenabstand zwischen Lehrlingen und ihren Ausbildnerinnen und Ausbildnern. Unternehmen müssten sich fragen, wie junge Menschen geführt werden möchten, in welchem Teamgefüge sie sich wohlfühlen und ob die eigenen Angebote die Zielgruppe überhaupt erreichen.

Sindbad hat nach Kuscherts Angaben in den vergangenen Jahren mehr als 2.500 Mentoring-Tandems begleitet. Erfahrungen aus dieser Arbeit fließen auch in Workshops und Beratungen für Unternehmen ein. Ein weiteres Angebot verbindet Mentoring mit einem Führungskräftetraining für junge Mitarbeitende. Wer einen Jugendlichen begleitet, kann dabei Verantwortung erproben und erlebt unmittelbar, dass Entwicklung selten so geradlinig verläuft wie geplant.

Das ist mehr als ein soziales Zusatzprogramm. Für Lehrbetriebe kann es eine Schule des Zuhörens sein. Samatar formuliert aus seiner Sicht sehr klar, was ihn im Betrieb motivieren würde: Eine Führungskraft, die seine Fähigkeiten kennt, Grenzen wahrnimmt und Fortschritt anerkennt. Wertschätzung wird damit nicht zum freundlichen Extra, sondern zu einer Bedingung dafür, dass ein junger Mensch Vertrauen in die eigene Entwicklung gewinnt.

Ein Sozialunternehmen auf drei finanziellen Beinen

Sindbad finanziert sich laut Kuschert aus privaten Spenden, öffentlichen Förderungen und dem Verkauf von Dienstleistungen. Zu diesen Leistungen gehören Beratung, Workshops und Führungskräftetrainings. Das Modell verbindet damit soziale Wirkung und unternehmerische Zusammenarbeit, ohne die Mentoring-Beziehung auf einen wirtschaftlichen Zweck zu reduzieren.

Unternehmen können die Beratungen und Trainings nutzen oder junge Mitarbeitende für ein Mentoring mit begleitendem Führungskräftetraining gewinnen. Damit kommt Wissen über die Lebensrealität Jugendlicher auch in die eigene Ausbildungspraxis. Wer über Fachkräftemangel spricht, muss schließlich prüfen, wie offen der Betrieb für Jugendliche ist, deren Weg nicht lückenlos und selbsterklärend verläuft.

Kuschert beschreibt Sindbads Arbeitsweise mit einem kurzen Satz: „Wir lernen im Gehen.“ Das Programm wird anhand von Rückmeldungen und Wirkungsmessung weiterentwickelt. Module können verlängert, verkürzt oder verworfen werden. Auch externe Beiräte stellen kritische Fragen. Diese Bereitschaft, Fehler als Lernmaterial zu behandeln, passt zum Gegenstand der Arbeit: Jugendliche verändern sich, Gesellschaften verändern sich, und ein Unterstützungsangebot kann deshalb nie endgültig fertig sein.

Chancen werden real, wenn jemand sie sichtbar macht

Samatar wünscht sich mehr digitale Ausstattung an Schulen, damit Jugendliche unabhängig von der finanziellen Lage ihrer Eltern Bewerbungen schreiben und nach Ausbildungswegen suchen können. Ein funktionierender Laptop ist aus seiner Sicht kein Luxus, sondern ein Arbeitsmittel für den nächsten Schritt. Zugleich zeigt seine Geschichte, dass Technik allein nicht genügt. Eine Suchmaschine kann freie Stellen anzeigen, aber sie fängt keine Absage auf und fragt nicht nach, welcher Beruf wirklich passen könnte.

Kuscherts Zukunftsbild ist eine Gesellschaft, in der niemand verloren geht, weil Wissen oder Unterstützung im eigenen Umfeld fehlen. Dafür müssen nicht alle Jugendlichen denselben Weg einschlagen. Sie brauchen vielmehr Zugang zu Informationen, verlässliche Beziehungen und Betriebe, die Potenzial auch dann erkennen, wenn ein Lebenslauf nicht einer geraden Linie folgt.

Samatar beginnt nun seine Lehre und will den Fußball trotzdem nicht aus den Augen verlieren. Beides darf nebeneinander bestehen: ein konkreter Ausbildungsweg und ein großer Traum. Chancengerechtigkeit bedeutet in diesem Fall nicht, Erfolg zu versprechen. Sie bedeutet, einen jungen Menschen so lange ernst zu nehmen, bis aus einer Möglichkeit ein eigener nächster Schritt werden kann.


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[00:00] Hallo und gratuliere dir! Du bist bei Forerunners Network gelandet. Good People, Good Stories statt täglich neuer Skandale. Also, besuche unsere Homepage. Dort triffst du viel mehr gute Dinge als sonst irgendwo. Lösungen, Ideen und Innovationen, Masterclasses und die besten Stories zum Wandel. Werde auch du ein Forerunner und besuche uns auf Forerunners.network. Und jetzt viel Spaß beim Podcast. Für Menschen, die neue Wege gehen. Wir sind in unserem Studio. Und haben uns gerade auf diesen Podcast hier vorbereitet. Sindbad, die Chancenproduktionsorganisation. Das Modell einer Social Enterprise. Genau das stellen wir euch heute hier vor. Gehen wir zum Eingang. Chancen und Bildungszugänge sind in Österreich ungleich verteilt. Stark vererbt. Und werden oft von Einkommen und dem Bildungsstand der Eltern bestimmt. Zahlen machen das deutlich. 49 Prozent der Arbeitssuchenden unter 25 Jahren haben maximal einen Pflichtschulabschluss. In Wien sogar deutlich mehr als die Hälfte. Das sind Zahlen, die schon drei Jahre alt sind.

[01:37] Und wir alle kennen die großen Probleme, vor denen Wiens Schulen jetzt vor dem Herbst 24 stehen. Aber auch Linz hat einen Anteil von bis zu 30 Prozent in den letzten Jahren zugewanderten Personen. Das sind nicht alles Volksschulkinder, sondern auch jede Menge Jugendlicher, die mit guter Bildung versorgt die Zukunft des Arbeitsmarktes bedeuten könnten. Im Fall von Sindbad besteht das Ziel darin, für mehr Chancengerechtigkeit in Österreich zu sorgen. In einem Mentoringprogramm werden Schülerinnen auf dem Weg in die weiterführende Schule oder Lehre begleitet. Ja, das war einmal die Einleitung und ich habe schon gesagt, wir beginnen jetzt Ladies first mit der Janett Kutschert. Die Frage, die alle lieben, von der Wiege bis ins Studio. Wie bist du hierher gekommen und was hast du mit Sindbad zu tun? Heute mit der U-Bahn. Ich bin bei Sindbad im Vorstandsteam und kümmere mich da um die Gesamtausrichtung der Organisation und um, ja, wo die Organisation sich hin entwickelt und wo wir am besten wirksam werden können.

[02:44] Ich komme eigentlich aus Norddeutschland, das wird der eine oder die andere vielleicht sogar noch hören. Ich lebe aber schon seit vielen Jahren in Österreich, habe hier soziale Arbeit studiert und danach Sozialwirtschaft und habe dann vor sechs Jahren bei Sindbad angefangen zu arbeiten. Ich war damals die erste Mitarbeiterin nach dem Gründungsteam und durfte dann dabei sein, wie die Organisation gewachsen ist und immer größer wurde. Ganz am Anfang habe ich ganz viele Mentoren und Mentorinnen rekrutiert, Infoveranstaltungen gemacht, Schulbesuche und das Mentoringprogramm begleitet. Und so hat sich dann die Organisation aber immer weiterentwickelt und ist immer weiter gewachsen. Dann habe ich irgendwann die Geschäftsführung übernommen und jetzt darf ich mich um die Gesamtorganisation quasi mitverantwortlich kümmern. Und heute bin ich da, weil ich finde, dass es eine sehr nette Anfrage ist, über sozialen Impact in Organisationen zu sprechen und das freut mich sehr.

[03:41] Ja und dein möglicher Nachfolger in ein paar Jahren sitzt jetzt links von mir, wenn er das überhaupt will. Samata, woher kommst du her ins Studio? Warum brauchst du Sindbad und wie bist du überhaupt auf Sindbad gekommen? Also erstmal, ich bin von der Schule dank Sindbad mit einem Taxi hergefahren worden. Das ist erstmal ein großes Danke, weil eine Stunde und ein paar Minuten mit sogar ein bisschen anstrengend und das auch noch mit Rucksack und so. Also erstmal vielen Dank. Und wieso ich zu Sindbad gekommen bin, weil Sindbad allein wie der Name schon steckt eine Art Chancengerechtigkeit ist und dir das bietet, was man nicht im Alltag sozusagen bekommt. Und sie unterstützen dich allgemein im Schulen, im Privatlichen Leben und wenn du mal das brauchst, was du vielleicht nicht bekommst, sind sie da und sind halt wie wir alle. Mensch ist Mensch, also helfen dir und dank Sindbad bin ich jetzt da, wo ich bin und darf am 2. September in einem Hotel, im Hotel Astoria beginnen mit einer Lehre.

[04:49] Wow, großartig. Bist du hier in Wien geboren? Nein, ich bin nicht hier in Wien geboren, sondern bin in Somalien, besser gesagt in Äthiopien, also in Somalien geboren, nach Äthiopien gezogen. Und danach bin ich mit ca. sieben hierher geflogen und habe dann hier natürlich die Volksschule angefangen, also habe leider keinen Kindergarten besucht, sondern direkt die Volksschule. Bin dann weiter zu einer Mittelschule, habe mich umgewechselt von drei bis zwei Mittelschulen schon hin und her, weil wir umgezogen sind. Und kam dann von einer Mittelschule auf eine Bildungsanstalt Elementarpädagogik, das ist die BAFEP10. Sie ist eine Art Kinderpädagogik und bietet so eine Art Kindergartenpraxis und etc., alles drum und dran. Da gehen wir denn eh noch ein bisschen darauf ein. Janett, ich habe vorher Mentorship genannt, in Wirklichkeit ist es eine One-to-One oder Eins-zu-Eins-Mentorship. Was bedeutet das für die einzelnen Menschen bei Sintbad? Für euch, für die Mentoren, für die Mentees?

[05:55] Ja, Sintbad bedeutet, dass ganz viele Menschen eine sehr individuelle Erfahrung machen können. Dass sich Schüler und Schülerinnen anmelden, wir machen Schulbesuche und stellen das Programm vor und dann gibt es Schülerinnen, die mutig sind, wie der Samatha, und denken sich, cool, da melde ich mich jetzt dafür an und genau starten dann mit uns in das Programm hinein. Dann gibt es auf der anderen Seite Mentoren und Mentorinnen. Das sind junge Erwachsene, die sind so zwischen 20 und 35 und denken sich, dass sie sich ganz gern sozial engagieren würden. Viele von denen studieren oder machen gerade ihren ersten Job, irgendwas in der Art. Und haben dann eben eine Kapazität, wo sie sagen, cool, da würde ich jetzt ganz gern einen Beitrag leisten zum Wohlergehen der Gesellschaft. Und so entstehen dann eins-zu-eins-Mentoring-Beziehungen. Die Teams lernen sich entweder bei Kick-off-Veranstaltungen kennen oder im Rahmen von einem Videomatching.

[06:53] Das heißt, die Mentees bekommen Videos geschickt und dürfen sich dann einen Mentor oder eine Mentorin aussuchen. Immer ganz wichtig ist, dass die Sympathie stimmt, also dass die Mentoren, die Mentorinnen und aber auch die Mentees, ganz besonders die Mentees, sich denken, hey, cool, der Mentor oder die Mentorin, die gefallen mir und mit denen, da stimmt der Vibe irgendwie. Und ich kann mir gut vorstellen, dass wir jetzt ein Jahr miteinander verbringen und uns da regelmäßig treffen und sehen. Und das, was dann eigentlich passiert, ist, dass wir diese Mentoring-Teams auf eine Reise schicken, dabei gut begleiten mit Veranstaltungen, Supervisionen und auch immer wieder rückfragen, wie es ihnen geht, einem recht ausführlichen Qualitätsmanagement und was dann so alles mit dazugehört. Die wahre Magie ist aber das, was eigentlich zwischen den einzelnen Beteiligten passiert und zwar immer im 1-zu-1-Setting. Und da hat sich wirklich in den letzten Jahren hat es schon fast alles gegeben, was man sich so vorstellen kann.

[07:47] Es gab Mentoring-Teams, wo die Mentee überlegt hat, ob sie Bibliothekarin werden soll und die sich dann immer in unterschiedlichen Bibliotheken getroffen haben. Es gibt immer wieder Mentoring-Teams, die gemeinsam Sport machen oder zusammen spazieren gehen, Eis essen, basteln, Bewerbungsunterlagen vorbereiten natürlich. Also das ist ganz, ganz individuell darauf auch abgestimmt, was der Mentor und was der Mentee gerne gemeinsam machen. Ich habe mit meiner Mentee zum Beispiel, wir haben uns ziemlich regelmäßig zum Pommes-Essen getroffen und sind dann danach häufig noch eine Runde spazieren gegangen, manchmal mit meinem Hund, manchmal ohne. Und da ging es dann einfach darum, sich auszutauschen, über wie es ihr gerade so geht und was sie so braucht. Und das ist aber das, ich finde das ist das ganz Besondere und das ganz Schöne daran, dass Sinbad für alle Leute, die dabei sind, eigentlich was ganz Besonderes und was Einzigartiges bedeutet,

[08:36] weil es keine Schablone gibt, wo man jetzt sagen könnte, so schaut diese Mentoring-Beziehung aus, sondern die gestalten sich ganz individuell nach den Bedürfnissen und auch nach den Vorlieben von den Mentoren und den Mentees. Du hast vorher relativ klar eingegrenzt, 20 bis 35, warum habt ihr euch auf dieses Kernalter fokussiert? Weil wir wichtig finden oder weil wir auch merken, dass das was ist, was bei den Jugendlichen ganz gut funktioniert, dass es noch eine gewisse Nähe zur Zielgruppe gibt. Ich möchte, genau, also das ist so die Kernfrage oder die Kernbotschaft, die damit dahinter steckt. Wir pilotieren gerade auch ein Projekt, wo wir diese Altersgrenze geöffnet haben und wo es die nicht mehr gibt, mit Jugendlichen, die auch schon ein bisschen älter sind. Aber ganz grundsätzlich im Kernprogramm ist das die Altersgrenze. Einfach, weil wir merken, dass häufig viele von unseren Mentoren stehen auch gerade vor der Frage,

[09:34] was machen sie als nächstes, wo geht da der nächste Schritt hin. Viele sind selber gerade in Bewerbungsprozessen oder in beruflicher Orientierung. Und das ist ganz spannend, wenn man da einfach sieht, dass es da auch gewisse Synergien gibt und Parallelen. Man lernt voneinander ein bisschen. Man lernt extrem viel voneinander. Also ich glaube, wenn man jetzt die Hanna fragen würde, die die Mentorin vom Sammertag war, die würde sicher sehr viel erzählen können, was sie vom Sammertag gelernt hat. Ich habe von meiner Mentee auch ganz viel gelernt. Das ist eine superschöne Erfahrung. Ist es schwierig, Mentorinnen und Mentoren zu finden? Eigentlich nicht. Interessanterweise ist das gar nicht so. Also natürlich freuen wir uns immer über Mentoren und Mentorinnen. Von daher auch gerne hier der Aufruf. Wer gerne Mentor oder Mentorin werden möchte, kann sich gerne melden. Aber es ist nicht so schwierig, weil häufig einfach die Frage fehlt im Bekanntenkreis.

[10:28] Also ich habe ganz viele Freunde und Bekannte, die ich dann gefragt habe, ob sie mich mitmachen wollen. Und in der Sekunde, wo man gefragt hat, haben sie eh Ja gesagt. Ich glaube, das, was man machen muss, ist aktiv auf Leute zugehen und ansprechen und sagen, hey, wir suchen da gerade. Wäre das nicht was für dich? Wäre das nicht eine interessante Aufgabe? Und dann erlebe ich aber ganz, ganz viele junge Erwachsene, die sagen, dass sie diese Verantwortung sehr gerne übernehmen und das gerne ausprobieren möchten. Toll. Wirklich toll. Gehen wir zu dir, Samatha. Wie erlebst du Sintbad in deinem Wochenablauf? Den Namen deiner Mentorin kennen wir schon. Das war die Hannah. Gibt es da immer noch einen Kontakt? Erklär, wie Sintbad am eigenen Leib mehr oder weniger zu spüren ist. Da ich ja schon bei Sintbad seit fast zwei Jahren, also sozusagen seit 2022, wenn ich mich nicht hier schon ist.

[11:24] Und meine Mentorin, wie gesagt, schon die Hannah ist. Und um Hannah in einem Wort zu klären, sie ist einfach perfekt. Und sie ist einfach da, wenn ich sie brauche. Auch wenn ich sie nicht mehr brauche, sie ist trotzdem da. Also sie ist so eine Person, sie hilft dir gerne, auch wenn sie selber gerade Probleme hat. Und ich habe mich oft mit ihr schon getroffen, beziehungsweise sei es jetzt in Bewerbungen, weil ich mich schon oft überall beworben habe, fast überall. Sei es jetzt außerhalb vom Hotel, sondern zum Beispiel bei einer Firma, die nennt sich Pickenklomburg. Bei dem habe ich mich auch beworben, hat leider nicht geklappt, aber das Leben geht natürlich weiter, also weiter geht's. Dann kam ich dank ihr zu der Idee, hat sie angerufen beim Hotel. In Schönenbrun zuerst angefangen. Sie haben abgelehnt, aber haben gesagt, wir können zum Treffen kommen.

[12:21] Da treffen sich die jeweiligen, die sich beworben haben und einfach mal zum Schauen, ist das was für mich überhaupt und vielleicht hätte ich ja. Und dank ihr sind wir dort hingegangen, haben uns zusammengeschaut und hatte dann sozusagen die Möglichkeit, mit der Chefin zu reden von dem Hotel Schönenbrunnen. Sie hat meine Bewerbungen genommen und hat gesagt, ich sollte eine Antwort bekommen und wie es weitergeht natürlich. Und nach langem Warten und endlich habe ich es geschafft. Und man würde es einfach sagen, Ehrgeiz und das ist ganz wichtig, drauf zu bleiben und einfach sein Bestes zu geben, egal ob es klappt oder nicht. Denn du lebst nur einmal, da musst du auch alles fast machen können, um es zu schaffen. Und ich würde Sympath doch so eine Art Teil Familie nennen, weil man vielleicht Familien hat, die dich nicht unterstützen können. Aus finanziellen Gründen, aus sprachlichen Gründen, weil sie vielleicht die Sprache nicht kennen.

[13:19] Und da es für dich dann einfacher ist, mit jemandem da zu sein, der die Sprache sehr gut beherrscht und eine Ausbildung hat und einfach mehr Erfahrung hat als du, kannst du dir so eine Art Hilfe suchen und sie helfen dir wirklich dabei, egal was dein Ziel ist. Muss jetzt nicht das Beste sein, sei es einfach, Hauptsache es gefällt dir und du wirst dir das wirklich erreichen. Dann motivieren sie dich und Tag und Nacht musst du dafür arbeiten. Und ich habe mich sehr oft mit der Hannah getroffen. Wir waren mal Fußballspiel, noch wenn sie nicht gerne Fußball spielt. Sie sagt immer, dass ihr Freund immer Fußball schaut, aber sie ist wirklich nicht so richtig der Fan. Aber mit mir hat sie immer geschaut und wir haben gespielt. Und es ist einfach, man muss nicht alles wollen, aber man kann es trotzdem machen, um zu schauen, vielleicht ist es ja was für mich.

[14:05] Darf ich eine Zwischenfrage stellen? Alles Gute. Du beginnst jetzt in einem Hotel. Hast dich vorher für die Textilbranche interessiert? Hast du jetzt so einen gewissen Scope gehabt? So diese drei Dinge könnte ich werden wollen? Ja, da möchte ich hinziehen. Also beides ist ja ein bisschen so Lebensart, Lebensstil, Hotel, große weite Welt, Mode, die große weite Welt. Mechaniker wäre zum Beispiel nicht in Frage gekommen. Tierarzt weiter studieren wäre auch nicht in Frage gekommen. Das heißt, du warst schon auf einen gewissen Bereich fokussiert. Also ich war schon sozusagen als Kind schon fokussiert. Mein erstes war ganz klar, ohne nachzudenken, war mal Profisportler zu werden, besser gesagt Profifußballer. Auf das habe ich mich sehr gut fokussiert und habe Tag und Nacht dafür trainiert. Aber leider hat es nicht geklappt wegen schulischen Gründen, weil ich die Schule fertig machen musste und ich konnte. Ich war so ein Mensch, ich kann zwei Sachen nicht gleichzeitig machen.

[15:04] Deswegen war es dann mein Ziel, die Schule fertig zu machen, sich auf die Schule zu konzentrieren und dann zu schauen, wie es weitergeht. Das ist immer noch mein Ziel, weil mit der Zeit merkt man auch, was wirklich für mich passt, weil man tut verschiedene Herausforderungen durchführen. Nicht manchmal was zusammenpasst, aber du beginnst von A und endest bei Y. Also es ist so eine Art Mischung, also muss nicht von jetzt auf morgen sein. Und genau das war mein Ziel. Ich habe mich auch Richtung Kleidung auch interessiert, Mode und Hotel war auch so mein Ding, weil ich ein Kind war, das sehr oft Filme geschaut hat, wo es Hotels und alles drum und dran alles. Der Night Manager, unbedingt war schon super. Genau, genau. Und ich war einfach so ein Typ, mag es einfach Anzüge zu tragen. Ich trage auch ab und zu in der Schule auch einfach so, weil es mir einfach gefällt.

[15:56] Und ich wollte einen Job finden, was mich anzieht, was ich sage, ich will das genau machen. Und dann bin ich zum Hotel Astoria gekommen und allein beim ersten Anblick dachte ich mir schon so, wow, das ist genau das, was ich will. Natürlich will ich immer noch Fußballprofi werden, aber komm, wir müssen immer einen Anfang haben, um etwas zu enden. Ganz kurz über Fußball, jetzt hast du mich erwischt. Janett, du kannst inzwischen eine Runde ums Haus gehen. Ich kann auch gut über Fußball sprechen, das ist überhaupt kein Problem. Spielst du bei einem Verein? Natürlich. Ich habe angefangen bei SV Astman zu spielen, hatte dort auch eine große Herausforderung. Meine Lieblingsrückennummer ist die Nummer 10, habe dort auch bekommen die Möglichkeit, weil der Trainer meinte, ich habe das Potenzial dafür, aber nur leider war ich nicht so ein Mensch, der sich wirklich direkt darauf fokussiert hat, weil ich auch nebenbei noch Schularbeiten und alles drum und dran machen musste

[16:57] und weil ich wegen dem Training halt meistens sehr spät aussah. Und so wie man kennt, SV Astman ist im 22. und ich lebe im 10. Bezirk. Also war es echt eine große Herausforderung und ich habe dort wirklich alles drauf gehabt. Also ich konnte auf den Ball können und machen, was ich will. Es war wie eine Liebe zum Ball und einmal eine Ballkontrolle und ich vergaß alles. Okay, bevor wir zu weit von Sintbad wegkommen, das war es einmal. Also wenn wir in ein paar Jahren den Samatha Sadiq Ali bei uns im Teamspielen sehen, der hat im selben Bezirk begonnen wie der David Alaba, alle Chancen sind da. Aber jetzt zu Sintbad einer Social Enterprise. Erzähl uns einmal, wie ist eine Social Enterprise aufgebaut? Wer sind da die Partner, Partnerinnen, die ihr für euer Social Business, so nennt ihr das, braucht? Und wie ihr überhaupt Business macht, ihr müsst ja Geld verdienen.

[17:58] Sonst wäre es kein Business. Genau. Also die Definitionen von Sozialunternehmen sind relativ breit. Da gibt es verschiedene. In unserem Fall bedeutet das, dass wir finanziell auf drei Beinen stehen. Das eine ist private Spenden. Die andere Schiene sind öffentliche Förderung, Geld aus der öffentlichen Hand. Und die dritte Schiene ist der Verkauf von Dienstleistungen. Da gibt es verschiedene Dinge, die wir anbieten. Das ist auf der einen Seite Beratungsleistung und auf der anderen Seite Führungskräftetraining für junge Mitarbeiterinnen, die bei uns Mentoren werden können und gleichzeitig einen Führungskräftelehrgang besuchen. Das ist eine ganz schöne Möglichkeit, tatsächlich auch mal ein bisschen reinzuspüren, was bedeutet Führung und wie geht man vielleicht auch damit um. Der Samatha hat es gerade schon ganz schön beschrieben, dass es halt häufig gar nicht so geradlinig funktioniert, wie man sich das mal vorgestellt hat oder wie man sich denkt, wie das vielleicht gelingen könnte.

[18:50] Und es ist eine ganz, ganz schöne Gelegenheit, da Sachen auszuprobieren und jemanden zu begleiten und auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Das ist der Bereich, wie wir uns finanziell aufstellen, um die Frage zu beantworten. Wolltest du noch irgendwas? Ja, ja, ja. Spenden habe ich jetzt mitbekommen. Ihr verkauft mehr oder weniger Bildung, so kann man es ja nennen. Ja, Beratung und Entwicklung von Mitarbeiterinnen. Das geht aber auch in Firmen hinein, wo dann welche zum Beispiel sagen, die HR-Abteilung erzählt jetzt einmal meinen Potentials da etwas darüber. Ist sowas auch schon vorgekommen? Ja, also wir machen auch Workshops in der Frage, wie geht man gut oder wie geht man um mit einer neuen Generation, die da gerade heranwächst. Was sind da die Herausforderungen? Es gibt einen ziemlich großen Generationengap häufig zwischen Lehrlingsausbildenden und Ausbildnerinnen und Lehrlingen. Und da braucht es häufig ein bisschen eine Übersetzungsleistung.

[19:49] Und nachdem wir in den letzten Jahren doch über 2500 Mentoring-Teams begleitet haben und dementsprechend relativ viele auch Jugendliche kennengelernt haben und kennenlernen durften, auf ihrem Weg ein Stück begleiten konnten, haben wir da ganz, ganz viel gelernt. Und da bemühen wir uns darum, dieses Wissen auch zugänglich zu machen, weil wir sehen, dass das Thema Lehre immer noch ein wahnsinnig großes ist und ein extrem wichtiges, auch für die Zukunft vom Wirtschaftsstandort. Und ich glaube, dass das notwendig ist und hilfreich sein kann, wenn da jemand ein bisschen Übersetzungsarbeit leistet und vielleicht ein paar Dinge erklärt oder mal heranführt, wie vielleicht eine neue Generation sich Führung wünscht, was ein Teamgefüge sein sollte, wo man sich wohl fühlt und ähnliches. Das heißt, ihr unterschreibt absolut das in Österreich ja tolle System der Lehre, der dualen Ausbildung und arbeitet damit. Findet ihr toll? Ihr habt ja gesehen Zukunftslehre Österreich, die kenne ich ein bisschen, die ist auch ein Partner von euch.

[20:48] Ja, mit denen arbeiten wir auch schon seit Jahren immer wieder zusammen. Ich persönlich finde das Konzept Lehre großartig. Ich glaube, dass das was total Wichtiges und Zentrales ist. Wir sind jetzt auch selber Lehrbetrieb geworden und bilden gerade selber aus, beziehungsweise sind jetzt schon eigentlich fertig. Letzten Meter fehlen noch, aber sind fast am Ende der Lehre, was auch eine total schöne Erfahrung ist. Und ich persönlich glaube, dass das was total Wichtiges und Zentrales sein kann. Ich meine, wenn man sich im Moment anschaut, die Zahlen im Bereich Jugendarbeitslosigkeit steigen in den letzten Monaten ziemlich kontinuierlich. Was ich persönlich relativ beängstigend finde, weil gleichzeitig alle Welt über den Fachkräftemangel spricht und ich mich frage, wie geht das zusammen. Und ich glaube, dass die Lehre da ein total guter Schlüssel sein kann. Aber dass es halt häufig ein Stück weit wahrscheinlich auch Unterstützung braucht in der Frage von, wie kann man mit den Jugendlichen gut umgehen?

[21:41] Was brauchen die? Wo fühlen die sich wohl? Welche Angebote sind da notwendig? Sprechen die Betriebe, die jungen Leute gut genug an zum Thema Lehre? Ich meine, ich bekomme natürlich viel Kampagnen mit jetzt von den großen Lebensmitteleinzelhändlern und so ein und so an. Bist du da zufrieden? Könnten die mehr tun? Ist das in Ordnung? Ich glaube, es gibt etwas, das nennt sich Passungsproblem. Also, dass quasi bestimmte Lehrberufe ausgeschrieben werden und sich darauf sehr, sehr viele Leute bewerben. Und auf der anderen Seite viele Lehrberufe frei bleiben und viele Jugendliche auch keinen Ausbildungsplatz bekommen. Und ich glaube, das, was es schon bräuchte, wäre viel Orientierung und auch Unterstützung in der Frage, welche Lehrberufe sind denn eigentlich gerade zu haben? Welche haben gute Zukunftsaussichten? Wohin kann ich mich gut bewerben? Wenn ich heute in eine Klasse gehe und frage, was die Schüler und Schülerinnen werden wollen, gibt es immer noch ganz, ganz viele, die sehr klassische Lehrberufe machen möchten.

[22:46] Das wäre so ganz klassisch häufig das Thema Kfz-Mechanik oder pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin. Da gibt es so ein paar All-Time-Favorites, die wir beobachten konnten über die letzten Jahre. Und ich glaube, das, was es ganz häufig eigentlich bräuchte, wäre ein Gespräch mit diesen Jugendlichen. Wenn du Kfz-Mechaniker werden möchtest, möchtest du das wegen dem Auto oder möchtest du das wegen der Mechanik? Und dann schauen wir uns an, welche anderen Lehrberufe gibt es da drumherum? Weil es gibt über 200 Lehrberufe in Österreich, da ist wirklich wahnsinnig viel dabei. Und ich bin der festen Überzeugung, dass es für jeden und jede Jugendliche, die da draußen, die gerne Lehre machen möchten, die Möglichkeit gibt, etwas Passendes zu finden, wo auch Plätze frei werden. Okay. Samatha ist jetzt im Tourismus, im weitesten Sinn, Tourismus, Gastronomie, Hospitality, wie man so schön sagt. Und wie ist denn da jetzt so der Plan?

[23:45] Der Plan ist jetzt einmal, etwas zu lernen und das gut zu tun. Das ist ja logisch. Du hast vorher schon gesagt, du willst das immer gut machen. Du willst so der Zehner sein, der Verteiler. Was erwartest du jetzt vom Leben im Hotel? Also erwarten würde ich das jetzt nicht sagen, sondern das Wichtigste ist, was ich jetzt gebe, um die Frage zu verändern, was der Arbeitsgeber von mir erwartet. Das ist das Wichtigste, weil ich interessiere mich für diesen Job. Ich möchte zeigen, was ich kann, welche Potenziale ich habe. Und mein Weg ist es erstmal jetzt, die Lehre abzuschließen. Die dauert drei Jahre. Und nach der Lehre mich weiter auszubilden zu lassen und immer wieder höher zu gehen. Und mit Dank der Förderung auch irgendwann mal hoch zu sein und zu sagen, ich habe es geschafft. War nicht einfach, aber ich habe es geschafft.

[24:41] Und vielleicht auch neben der Arbeit auch mal, vielleicht nicht direkt Profi, aber mal aus Spaß auch mal den Spaß an Fußball nicht zu verlieren. Und weil Fußball auch ein Teil Hobby von mir ist, es nicht aus den Augen zu verlieren und es weiter zu verfolgen. Und vielleicht ein oder dem anderen Mal, vielleicht schaffe ich es ja. Und das ist genau das, was ich hoffe. Und das freut mich. Nimm Fußball als Spaß und spiel nebenbei in der Ostliga. Da gibt es auch Geld, da gibt es guten Sport. Aber Karriere, das ist eine Eins-zu-eine-Million-Chance, glaube ich mir. Das ist echt eine große Herausforderung. Aber ich habe auch mal schon mal daran gedacht, mal vielleicht, da man echt sehr gut bezahlt wird, vielleicht auch mal nach Dubai zu spielen. Das ist echt auch, allein in der dritten oder zweiten Liga wird man echt verdammt viel bezahlt.

[25:32] Samatha, das ist kein Fußball-Blog. Ich weiß, ich weiß. Aber es ist ein Traum, ich habe dich gefragt. Es ist ein Traum und es gibt auch den anderen, den anderen schon, der Profi-Ronaldo-Fan ist. Und es wäre, glaube ich, gar nicht mal so schlecht, vielleicht mal Indua auch mal hinzutreffen. Also es ist echt schwer, okay. Das ist eine Million-Chance, aber was man nicht wagt, schafft man noch nicht. Ich hätte eine Frage, wenn ich dich stellen darf. Du hast gerade gesagt, dass du, um aufs Hotel zurückzukommen, weil du gerade vorher gesagt hast, du würdest gerne dich, also dort die Lehre machen, dich entwickeln und dann auch dort gefördert und wahrscheinlich auch befördert werden, sodass du irgendwann darauf zurückschauen kannst, sagen kannst, du hast es geschafft. Was wäre so ein Moment, wo du sagen würdest, jetzt habe ich es voll geschafft und jetzt bin ich total zufrieden und jetzt bin ich ganz gesettelt, da, wo ich gern sein möchte.

[26:26] Ganz klar und deutlich. Wenn die Chefin mir ins Gesicht sagt, du kannst das und ich bin stolz auf dich, dann weiß ich einfach, dass ich das geschafft habe, weil das gibt einem auch einen Schub und so eine Art Motivation. Dann weiß man auch, der Chef oder die Chefin weiß, dass du das kannst, sie weiß, was du kannst, sie weiß, was du nicht kannst und sie ist stolz auf dich. Und das motiviert mich weiter und immer wieder weiter zu erreichen. Das gefällt mir besonders bei dir, das passiert ja schon zum dritten Mal, dass du eben Menschen, die schon mehr Wissen und Erfahrungen haben, da auch absolut als Dialogpartner, Autoritäten anerkennst, von denen du lernen kannst. Das ist jetzt einfach ein Kommentar dazu. Gehen wir vielleicht ganz kurz weiter zu dir mal, Janett, nämlich Programm. Vorher haben wir es schon ein bisschen angerissen mit dem 20 bis 35 Jahren.

[27:24] Dann will ich natürlich auch noch wissen, warum Sindbad. Das ist, glaube ich, ein orientalisches Märchen. Sindbad, der Seefahrer. Mehr weiß ich davon leider nicht mehr. Wer steht denn für dieses Programm, mit dem ihr Firmen geht, mit dem ihr Leute ausbildet, mit dem ihr vor allem die Mentees weiterbringt? Wer steht dafür gerade und wie wird es erstellt? Ich glaube, keine Frage habe ich in den letzten Jahren so häufig beantwortet, wie die Frage, warum Sindbad. In der Gründungsphase, die Geschichte kenne ich auch nur aus Erzählungen, weil da war ich noch nicht dabei. Aber in der Gründungsphase gab es ein paar Wegbegleiterinnen und einer davon hat sehr viel, arbeitet sehr viel mit Märchen. Da wurde dann die Idee gepitcht und quasi erzählt, hey, wir möchten da gern ein bisschen Ältere mit Jüngeren verbinden und die gemeinsam auf eine Reise schicken. Und da war die erste Assoziation, hey, ich denke an Sindbad, wenn ich das höre.

[28:23] Und dann war das erst mal so ein Projekttitel und der ist geblieben und ist immer noch da. Und ich finde ihn total schön, weil Sindbad ja schon ein Seefahrer war, also in dem Märchen, der Kulturen und Generationen miteinander verbunden hat. Und ich finde, das ist eigentlich ein sehr, sehr schönes Bild für das, was wir tun. Die Frage, wie das Programm entsteht. Wir sagen bei Sindbad immer, wir lernen im Gehen. Und ich finde, das ist ein sehr schönes Wort und eine sehr schöne Vorstellung. Wir probieren viele Sachen aus und schauen, ob sie funktionieren, haben dahinter eine ganz ausgeklügelte Wirkungsmessung mittlerweile und kontrollieren quasi anhand von Fragebögen und Sonstigem, wie sich unsere Teilnehmerinnen im Programm fühlen und wie es ihnen geht mit unseren Angeboten und Ähnlichem und probieren dann aus, wie sich das Programm weiterentwickeln sollte und wo man vielleicht neue Sachen ausprobieren sollte,

[29:17] ob man etwas verlängert oder verkürzt, ob man mehr Module anbietet oder weniger und ähnliche Fragen. Da sind wir immer eigentlich im Fluss, würde ich sagen. Ich glaube, das ist etwas, was nicht fertig sein kann, weil sich auch Menschen, Generationen und Gesellschaften verändern. Alleine in der Zeit, seitdem ich dabei bin, hatten wir Corona. Wir hatten, also was natürlich was ist, was so ein Programm, wo es um individuelle Begegnungen geht, sehr ins Herz sticht. Das war wirklich sehr schwierig. Und also alleine das war für uns ein Rieseneinschnitt. Und da mussten wir uns total überlegen, okay, wie gehen wir jetzt damit um, wie tun wir weiter. Und ich glaube, das ist etwas, was uns als Organisation aber auch sehr auszeichnet und sehr stark macht, dass wir immer wieder auf Herausforderungen ganz gut reagieren konnten und halt sagen konnten, okay, jetzt probieren wir wieder was Neues.

[30:10] Und manches davon klappt besser und dann wird es übernommen und manches klappt gar nicht. Und dann sagen wir, okay, das war ein netter Versuch, aber das machen wir vielleicht nicht nochmal. Und ich glaube, dass das eine Haltung ist, auch eine Haltung gegenüber Fehlern lernen und ausprobieren, die ganz, ganz gesund ist für eine Organisation, um sich da gut und gesund zu entwickeln. Dann hast du gefragt, wer es begleitet. Wir haben ganz, ganz viele verschiedene Wegbegleiter und Begleiterinnen. Es gibt ein paar Beiräte, die schon lange dabei sind und uns häufig vor allem mit kritischen Rückfragen challengen und fragen, aber warum macht ihr das jetzt so? Und dann sitzen wir da in den Meetings und fragen uns selber nochmal, warum machen wir das jetzt so? Und das ist irgendwie was ganz Wichtiges, glaube ich, sich Leute von außen auch reinzuholen, Dinge zu erzählen und mal draufschauen zu lassen

[30:59] und sich Fragen stellen zu lassen. Und wenn man dann merkt, okay, irgendwas kann ich vielleicht gar nicht so gut beantworten, ist das häufig ein ganz guter Moment, wo man dann weiß, okay, vielleicht sollte ich da jetzt wirklich auch nochmal genauer hinschauen. Und ich finde, dass uns das, glaube ich, ganz gut tut und wir da auf einem ganz guten Weg sind, das Programm immer weiterzuentwickeln und auch anzuerkennen, dass das in Progress bleiben wird. Nenn doch ein paar Namen von diesen Challengern, von den Beiräten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerinnen. Ja, also es gibt die Schirmperson, da ist der Matthias Stolz dabei und die Tanja Wesseli, die Dorea Eberle, da gibt es so ein paar verschiedene Menschen, die uns den Weg begleiten. Und das ist was ganz Schönes. Es gibt einen wissenschaftlichen Beirat und verschiedene Themen werden dann in verschiedenen Beiräten besprochen. Und ich glaube, dass das eine sehr gute Herangehensweise ist,

[31:55] um auf verschiedene Herausforderungen unterschiedlich schauen zu lassen. Was ist heuer? Gibt es heuer für dich jetzt als Janette einen ganz besonderen Schwerpunkt, wo du dich rein konzentrieren musst und sagst, da probiere ich jetzt etwas Neues aus und das ist mein Projekt für dieses Jahr? Wir haben uns vor zwei Jahren strategische Ziele gesetzt, wo wir gesagt haben, die möchten wir gerne bis 2026 erreichen. Das ist eine ganze Liste. Ich will jetzt nicht ausfüllen, ich möchte niemanden langweilen. Aber das ist ganz schön, weil es einen ganz guten Leitstern vorhält, in welche Richtung man sich orientieren sollte und auf was die Dinge einzahlen sollten, die man tut. Das heißt, das ist was, worauf wir immer wieder schauen und uns fragen, sind wir da auf dem richtigen Weg oder nicht. Wir hatten jetzt vor zwei Wochen gerade eine ziemlich große Konferenz mit 120 Gästen

[32:45] und 20 Speakerinnen, wo der Samatha auch da war, auf der Bühne und erzählt hat von seinen Erfahrungen aus dem Bewerbungsmomentum. Genau. Und das war zum Beispiel natürlich was, wo sehr viel Arbeit und Energie reingeflossen ist. Jetzt geht es mal vor allem wieder darum, sich nochmal auch das Programm anzuschauen und da in die Entwicklung zu gehen. Auch dieses Thema Vermittlung, Übergang, wie kann man da vielleicht nochmal besser unterstützen, dass die Jugendlichen tatsächlich am Ende alle so stolz und fröhlich dasitzen können, wie der Samatha jetzt und ganz zufrieden sein können über den erfolgreichen Übergang. Nachdem du jetzt kurz hintereinander dreimal Samatha gesagt hast, gehe ich jetzt zu dir hin und wir gehen jetzt schon so Richtung Schluss von unserem Podcast über Sintbad, die Chancenorganisation. Schauen wir jetzt einmal nicht ins nächste halbe Jahr, wenn du da im Hotel beginnst. Schauen wir zehn Jahre voraus,

[33:42] aber schauen wir nicht nur auf dich, sondern schauen wir auf uns, auf die Gesellschaft. Du bist in einem Gesellschaftsmodell jetzt eigentlich glücklich geworden. Wie willst du in Zukunft in Österreich leben? Die Träume oder Ziele, die dir noch niemandem gesagt hast, auch nicht als Fußballer, die kennen wir jetzt schon. Wie soll die Zukunft für uns alle ausschauen mit Bildung, Arbeit, Leben in Österreich? Was ist der Traum? Also ich sage immer, Bildung ist sehr wichtig und Bildung entsteht nur durch Jugendliche und allgemein zu Menschen. Und ich würde wirklich gerne viel Bildung und Maximum alles in den Kindern und Jugendlichen reinstecken, weil die Kinder auch und die Jugendlichen auch so eine Art Ziel sind und sie leiten sozusagen das eine zum anderen. Und ein großes Thema für mich wäre wirklich in Richtung jetzt Bildung, dass man vielleicht Laptops in den Schulen und Geld vielleicht

[34:50] in den Schulen stecken sollte, da es vielleicht Jugendliche gibt, die, wie gesagt, aus finanziellen Gründen sich keinen Laptop besorgen können und vielleicht das Geld dafür nicht haben, die Eltern, dass es den Kindern sozusagen angeboten wird, weil nach der Schule muss man ja entweder einen Lehrer oder je nachdem und für einen Lehrer braucht man natürlich einen Bewerbung schreiben und um einen Bewerbung zu schreiben, braucht man ja auch ein Gerät, ein Laptop. Und deswegen wäre echt ein Ziel, Bildung und Material und digitale Sachen in den Schulen reinzustecken und dann zu sagen und zu schauen, wie geht es weiter und immer wieder nach fünf bis sechs Jahren zu schauen, ist das jetzt gut oder können wir was besser machen oder so eine Art Umfrage, wie gesagt, zu machen, um zu schauen, war das jetzt eine gute Idee oder war das vielleicht doch eine blöde Idee,

[35:43] weil ich finde wirklich ganz ehrlich, dass digital heutzutage ein großes Vorteil sozusagen ist, weil ohne digitalen Sachen ist es wirklich schwer, was überhaupt zu machen und deswegen würde es dem Jugendlichen echt viel helfen, weil durch digitalen Sachen findet man auch verschiedene Sachen heraus und durch Laptops weiß man, welche Lehrer wirklich passend zu mir ist, jetzt abgesehen von Älteren oder Leuten, die dir dabei helfen können, weil vielleicht brauchst du einfach das Mut und dir selber zu sagen, ich habe das Ding jetzt vor mir, ich habe das Laptop, ich habe jetzt das Können, ich weiß, was ich kann und was nicht kann und ich streng mich jetzt an und ich lege los und ich fokussiere mich jetzt auf das, was ich wirklich will, weil vielleicht ist es nicht immer das, was ich wirklich will vor mir, sondern es erwartet vor mir. Es dauert vielleicht

[36:35] Jahre, Monate, es ist jedem anders. Deswegen ist es wichtig, sich einfach auf, nicht auf eine Sache zu fokussieren, sondern auf die Umgebung zu schauen und zu sagen, was ist das, was ist das vielleicht, sich einfach die Frage zu stellen, was ist das, was will ich, was möchte ich und was kann ich dafür tun? Tolle Geschichte, ich nehme mal daraus mit, Laptop für alle, bei den Pleiten, die wir uns in Österreich in letzter Zeit geleistet haben, könnte jedes Mutterl im Waldviertel, jeder junge Zuwanderer oder Zuwanderin einen Top-Laptop haben. Also das unterschreibe ich dir, das gehört her, digital für alle. Frage? Also muss jetzt kein Top-Laptop sein, Hauptsache es funktioniert und Hauptsache es geht von A bis B, also wie ein Auto. Es muss einfach gehen können, es muss jetzt nicht das Teuerste sein, es muss keine Tausendkosten gehen, es ist maximal,

[37:37] es reicht, wenn es 200 kostet oder 300. Also es kommt nicht auf das Geld, sondern auf das Wert, was es einem für etwas ist. sollte drinnen sein, hört ihr das da draußen? Wir haben bald Wahlen. So, gehen wir weiter. Gehen wir zu Janett und zu deiner Schlussfrage. Stell sie jetzt noch einmal, wie soll dein Österreich, dein Sinn bei den zehn Jahren ausschauen? Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Jugendliche tatsächlich ihre Potenziale voll entfalten können und wo keiner verloren geht, nur weil er sich vielleicht nicht genug auskennt oder weil es vielleicht niemanden gibt, der ausreichend unterstützen kann oder ähnliches, weil ich glaube, dass wir diese Jugendlichen so dringend brauchen und zwar jeden Einzelnen und ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, dieses Gefühl auch zu geben, weil das was zu tun hat mit Wertschätzung, mit Teilhabe und Anerkennung und ich glaube,

[38:40] ja, das wäre mir ein ganz, ganz zentrales Anliegen, dass wir uns tatsächlich darum bemühen, niemanden zurückzulassen und allen die Chance geben, ja, die Potenziale zu entfalten und nach Chancen zu greifen, weil da draußen sind genug, aber es braucht häufig jemanden, der einem zeigt, wo man sie findet. Das ist das eine, was ich mir wünschen würde für die Gesellschaft und für Sinnbad würde ich mir wünschen, in dieser Vision eine zentrale Rolle zu spielen und da mit dabei zu sein, weiterhin Lebenswelten zu verbinden, auch, ja, jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, eine ganz andere Lebenswelt einzutauchen. Das ist wirklich eine spannende Erfahrung, mal mitzubekommen, was denn so die Herausforderungen sind von einem Jugendlichen oder einer Jugendlichen. Das ist ja eine ganz, wirklich eine andere Welt. Also, ich verbringe jetzt nicht zu häufig Zeit mit jemandem, der 16 Jahre alt ist und da kann man,

[39:30] kann man schon super viel lernen und, ja, das ist das, was ich mir wünsche, dass wir auch in Zukunft noch sehr, sehr viele Lebenswelten miteinander verbinden und da einen großen Beitrag leisten, auch zum Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt und so das Land ein bisschen besser und schöner machen und vielleicht ja dann irgendwann auch nicht mehr nur Österreich, sondern auch noch andere Regionen. Sagen uns jetzt noch einmal die Orgel. www.sindbart.co.at Da kann sich jeder und jede gerne anmelden als Mentor oder als Mentorin. Und ich finde, liebe Vorranner da draußen, das war ein wunderbares Gespräch mit der eben fertig gewordenen Janett Kutschert und mit der Nummer 10, dem Ballverteiler. Wenn ihr ihn nicht bald im Hotel in Schönbrunn besucht, dann irgendwann auf einem Fußballplatz. Ich bedanke mich bei dir, Samatha Sadigali. Es war ja eine großartige Freude und Janett, Sorge, Sorge, du hast nicht Kutschert

[40:39] sondern Kutschert. Da habe ich mich jetzt auch noch verbessert, aber das jetzt einfach zum Ausgang. Ich würde sagen, wir spielen jetzt unsere Schlussmusik, dann kann ich mich nicht mehr versprechen. Schön war's. Dankeschön. Dankeschön. Wiedersehen. Wiedersehen. Bis zum nächsten Mal.

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