Aktueller Rekord: Sammelmengen steigen stark

Bild: © Oscar Williams auf Pexels
Haufen von alten Computermonitoren und Fernsehern

Am 24. September 2025 präsentierte die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) die Bilanz für das Jahr 2024 und meldete gleich zwei Rekorde, trotz großer Herausforderungen

Die Sammlung von Elektro- und Elektronikaltgeräten stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als zehn Prozent, was rund 15.000 Tonnen zusätzlich bedeutet. Auch bei Gerätealtbatterien gab es Zuwächse: Mit einer Sammelquote von knapp 53 Prozent übertraf Österreich die EU-Mindestvorgabe von 45 Prozent deutlich. Möglich wurde dieser Erfolg laut EAK und Umweltministerium durch ein dichtes Netz an Rücknahmestellen – rund 2.000 kommunale sowie zahlreiche gewerbliche Annahmestellen – und durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Österreichs Kreislaufwirtschaft wird damit international zunehmend als effizient wahrgenommen.

Doch ein Blick auf die kommunale Ebene zeigt

Dort, wo das Sammelwesen tagtäglich umgesetzt wird, sind die Herausforderungen besonders groß. Gemeinden stellen das Rückgrat des Systems dar. Sie betreiben Altstoffsammelzentren, organisieren Rücknahmestellen für Elektrogeräte und Batterien und leisten Abfallberatung sowie Informationsarbeit. Insgesamt gibt es laut Statistiken rund 1.800 solcher Sammelzentren in Österreich. In Niederösterreich etwa sind alle Gemeinden in 22 regionale Abfallverbände eingebunden, die zusammen etwa 430 Sammelzentren koordinieren. Oberösterreich verfügt über rund 180 solcher Einrichtungen, die zentral vom Landes-Abfallverwertungsverbund (LAVU) gesteuert werden. Die Infrastruktur ist damit flächendeckend ausgebaut – doch nicht alle Kommunen können sie reibungslos betreiben.

Vor allem kleinere Gemeinden haben große Herausforderungen

Der Betrieb eines Sammelzentrums erfordert Personal, Hallenflächen, Container und laufende Logistik. In dünn besiedelten Regionen verteilt sich die Kostenlast auf wenige Haushalte, was die Finanzierung erschwert. Hinzu kommen logistische Probleme: Abfälle müssen regelmäßig abtransportiert werden, die Entleerung der Container verursacht Kosten und Emissionen. Besonders in abgelegenen Gebieten ist es für Bürgerinnen und Bürger zudem wenig attraktiv, lange Wege zu Sammelstellen in Kauf zu nehmen. Studien aus der Abfalllogistik zeigen zwar, dass sich durch optimierte Routen und Standortplanung erhebliche Einsparungen erzielen ließen, doch die praktische Umsetzung ist teuer und komplex.

Hinzu kommen illegale Exporte und Schlupflöcher im Onlinehandel: Ausländische Anbieter, die Elektrogeräte nach Österreich verkaufen, entziehen sich teilweise der Rücknahmepflicht – eine Lücke, die laut Branchenorganisationen jährlich ein bis zwei Kilogramm pro Kopf ausmacht.

Auch die technische Seite wird komplexer

Moderne Geräte enthalten Lithium-Ionen-Akkus, seltene Metalle und kleinste Leiterplatten. Ihre fachgerechte Demontage ist aufwendig und setzt spezialisierte Infrastruktur voraus, die nicht in jedem Sammelzentrum vorhanden ist. Gleichzeitig verlängert sich die Lebensdauer vieler Geräte – ein grundsätzlich positiver Trend, der jedoch die Rücklaufmengen verringert und damit die Erreichung der EU-Quoten schwieriger macht.

Umso bemerkenswerter ist der aktuelle Sammelerfolg

Er zeigt, dass Kampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen Wirkung entfalten. Die EAK spricht von „treffgenauer Informationsarbeit“ als entscheidendem Faktor. Österreichs Sammelquote bei Batterien, die mittlerweile bei 53 Prozent liegt, gilt als Vorbild für andere EU-Staaten. Pro Kopf werden über 17 Kilogramm Elektronikschrott gesammelt – deutlich mehr als in vielen Nachbarländern.

Quellen:
EAK Jahresbilanz 2024, APA-OTS (24.09.2025); Wikipedia (Einträge zu Recyclinghof und Abfallwirtschaft Österreich); Städtebund Österreich (Umsetzung Elektroaltgeräte-Richtlinie); UFH Austria (Sammelquoten und Onlinehandel); EAK Tätigkeitsbericht 2023; arXiv (Optimierung Abfalllogistik).

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