Warum ESG die Krypto-Währungen in den Schatten stellt

ESG-Anlagen oder Bitcoin? In der Finanzwelt der Zukunft darf es da nur eine Antwort geben…

Es ist eine unscheinbare Seite der University of Cambridge. Sie wird alle 24 Stunden aktualisiert und spuckt neue, meist sehr unerfreuliche Zahlen aus. Die Maßeinheit auf dieser Seite (https://ccaf.io/cbeci/index) , die eigentlich ein interaktiver Zählerstand ist, sind Gigawattstunden pro Tag. Zum Verständnis: Sie und ich messen in Kilowattstunden, wenn wir uns den Stromverbrauch in unserem Heim betrachten. Eine Gigawattstunde entspricht nämlich einer sagenhaften Million Kilowattstunden. Und etwa 15 (!) Gigawattstunden pro Tag verschlingen die Kryptowährungen. Das ist – ohne große Umschweife machen zu wollen – eine Mega-Schweinerei!

„Virtuelles Geld – da würde man doch zuallererst meinen, es handle sich um etwas, das Ressourcen schont. Doch die kranke Wahrheit ist eine andere. Die Erklärung:

Ein Bitcoin wird mithilfe von hochkomplexen mathematischen Verfahren erstellt. Guthaben und Zahlungen werden in der Blockchain verwaltet, einem dezentralen Netzwerk. Mehrere Transaktionen werden in einem „Block“ gespeichert, der wiederum an den Block davor angekettet wird und so weiter. Seit jeher. Knapp 800 Millionen Transaktionen mit Kryptos wurden seit des Minings des ersten Bitcoins durchgeführt. Und jetzt raten Sie mal, wieviel Energie auch nur eine einzige Transaktion mit Kryptowährungen mittlerweile verschlingt? EINE EINZIGE Transaktion verschwendet in etwa so viel Energie wie 50.000 Stunden Videostreaming im Internet. Ja, bei solchen Zahlen kann man zurecht wütend werden.

foto: pexels, anthony black

Das Mining eines Bitcoins, oder auch nur von Bruchteilen davon, benötigt längst riesige Computerfarmen = Elektroschrott ohne Ende. In China (Kohlekraftwerke!) liegen die Hotspots der Ressourcenverschwendung für Kryptowährungen. Diese machen mehr als die Hälfte des weltweiten Krypto-Verbrauchs aus – aber auch Computerfarmen in Kanada und die USA pumpen ungeniert massenhaft Energie in fiktive Währungen.

Knapp 70 Millionen Tonnen CO2 sollen jedes Jahr alleine durch den Bitcoin (alle anderen Kryptos sind da nicht mitgerechnet) in die Atmosphäre gefeuert werden. Die konservativste Schätzung liegt bei 40 Millionen Tonnen.

So ist es beinahe ein Treppenwitz, dass sich ESG-Anlagen mit den Kryptowährungen darum streiten müssen, welcher der große Finanzanlage-Bereich der Zukunft sein wird.

Wer also ein auch nur halbwegs grünes Portfolio will, darf an Kryptowährungen nicht einmal denken.

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