Auf dem diesjährigen Eurocities Environment Forum im schwedischen Malmö präsentiert sich Wien als eine der Städte, die nicht nur ambitionierte Klimaziele formulieren, sondern bereits konkrete Fortschritte vorweisen. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky nutzte das Forum, um deutlich zu machen, wie eng in Wien Klimaschutz, soziale Verantwortung, Wirtschaftsimpulse & Lebensqualität miteinander verbunden sind.
Drei große Schritte weiter: Klimagesetz, Smart-City-Strategie, Klimafahrplan
Auf der To Do Liste kann die Stadt bereits drei Kapitel am Weg zu den nächsten Zielen vorweisen:
1. Klimagesetz
Mit dem 2025 beschlossenen Klimagesetz hat Wien einen verbindlichen Rechtsrahmen geschaffen, der Klimaneutralität bis 2040 festschreibt. Es verpflichtet alle städtischen Bereiche zu messbaren Fortschritten und verknüpft Klimaschutz erstmals systematisch mit Planung, Budgetierung und Verwaltungspraxis.
2. Smart-City-Strategie
Die Smart City Strategie definiert langfristige Leitlinien für Energie, Mobilität, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft. Sie orientiert sich am Pariser Klimaziel sowie an den UN-Nachhaltigkeitsagenden und verbindet technologische Innovation mit sozialer Zukunftsfähigkeit. Maßnahmen reichen von energieeffizientem Bauen über digitale Services bis hin zu Beteiligungsformaten für Bürger*innen.
3. Wiener Klimafahrplan
Der Klimafahrplan übersetzt diese Vision in mehr als 100 operative Maßnahmen. Sie umfassen u. a. den Umbau des Energiesystems, den stufenweisen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen, die Stärkung klimafreundlicher Mobilität und neue Standards in der Stadtentwicklung. Der Fahrplan bietet damit eine detaillierte Roadmap für die kommenden Jahre – und dient Verwaltung wie Wirtschaft als zentraler Orientierungsrahmen.
Kreislaufwirtschaft als Thema der Stunde
Und die Entwicklung schreitet weiter voran: Diesen Oktober präsentierte Wien die neue Strategie „Zirkuläres Wien – eine runde Sache. Der Wiener Weg der Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft“. Darin wurden 33 Hebel für ein zirkuläres Wien identifiziert, die zur Ressourcenschonung und gegen jede Form von Verschwendung beitragen sollen. Vom achtsamen Umgang mit Lebensmitteln, nachhaltigem Konsum, einer vorbildlichen Abfallwirtschaft – bis hin zur Wiederverwendung gebrauchter Güter und Materialien oder dem schonenden Umgang mit Bodenressourcen.
Auftritt beim Eurocities Environment Forum in Malmö
Die jährliche Eurocities-Konferenz zählt zu den wichtigsten Plattformen für kommunale Klimapolitik in Europa. In Malmö zeigte Wien, wie stark der eigene Ansatz bereits wirkt: Die Stadt hat ihre CO₂-Emissionen seit 2005 um 31 Prozent gesenkt und 2024 – laut jüngsten Nowcast-Daten – eine Reduktion erreicht, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Das Forum bot zudem Einblicke in Strategien anderer europäischer Städte und eröffnete neue Kooperationen im Bereich Energie, Mobilität und Klimaanpassung. Wien stellte dabei seine Schwerpunkte zur Diskussion: soziale Gerechtigkeit als Fixpunkt der Klimapolitik, die Verzahnung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie das Zusammenspiel von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft.
Bedeutung für Wirtschaft und Forschung
Die Wiener Klimapolitik schafft ein klar strukturiertes Klima- und Innovationsökosystem mit langfristiger Planungssicherheit. Damit entstehen für Wirtschaft und Wissenschaft konkrete Anknüpfungspunkte – von Pilotprojekten in der Wärmeversorgung über Kreislaufwirtschaftsmodelle bis hin zu neuen Mobilitätslösungen und digitaler Stadtentwicklung.
Das Zusammenspiel von Klimagesetz, Smart-City-Strategie und Klimafahrplan stärkt die Stadt nicht nur als europäischen Vorreiter, sondern setzt auch Maßstäbe für integrierte urbane Transformation. Spannend wird die Umsetzung des “Urban Minings” – den neuen Initiativen zur Kreislaufwirtschaft.




