Strukturreform: Wie das Burgenland seine Infrastruktur neu organisiert

Bild: © Landesmedienservice. Manfred Riegler, Johann Thiesz und Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner
Drei Männer vor Burgenland Hintergrund in Anzügen.

Mit der Neustrukturierung der burgenländischen Baudirektion und der Gründung der neuen Organisationseinheit „Bau und Betrieb Burgenland“ setzt das Land einen klaren Schritt: Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Landesinfrastruktur werden künftig gebündelt, strategisch geführt und eindeutig verantwortet.

Im Regierungsprogramm „Zukunftsplan Burgenland 2030“ wurde die Optimierung der Prozesse in der Landesverwaltung und der internen Organisation als zentrale Aufgabe definiert. Schwerpunkte dieser Neustrukturierungen sind die Zusammenführung marktorientiert erbringbarer Tätigkeiten in eigenständige Organisationseinheiten.

Daher wurde mit 1. Jänner 2026 aus definierten Organisationseinheiten der Baudirektion (Abteilung 5) die neue „Bau und Betrieb Burgenland“ – BBB – gegründet.Ziel ist es, damit wirtschaftliche und kostengünstige Abläufe sicherzustellen, ohne die Personalrechte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verändern“, erklärte Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner bei der Präsentation dieser Verwaltungsreform gemeinsam mit Gruppenvorstand Manfred Riegler vom Amt der Burgenländischen Landesregierung und Johann Thiesz, dem neuen provisorischen Geschäftsführer der BBB.

„Zentraler Anspruch bei dieser Neuaufstellung war es, das Service für die Menschen in den Gemeinden des Landes zu optimieren. Die vorhandenen Ressourcen werden künftig noch gezielter eingesetzt, um den Burgenländerinnen und Burgenländern bestmögliche öffentliche Leistungen zu bieten. Die Landesregierung setzt damit eine sparsame, wirtschaftliche und zweckmäßige Verwendung der öffentlichen Mittel konsequent um. Mit diesem Schritt wird die Baudirektion moderner gemacht“, führte der Landesrat aus.

Nach der Neuaufstellung mit 1. Jänner 2026 soll der Wirtschaftsbetrieb in den kommenden Wochen und Monaten für die Zukunft fit sein:

Die neue BBB deckt weiterhin die Kernaufgaben der Baudirektion wie den Bau, die Erhaltung und den Betrieb des Landesstraßennetzes im Burgenland inklusive Winterdienst und Grünraummanagement ab. Darüber hinaus können Leistungen an Dritte oder an Landesbeteiligungen erbracht werden. „Wesentlicher Punkt für die Landesregierung bei der Neustrukturierung war, dass sich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rechtlich nichts ändert. Sie bleiben Landesbedienstete, die dienstrechtlichen Rahmenbedingungen bleiben unangetastet. Damit positioniert sich das Land Burgenland weiterhin als verlässlicher Arbeitgeber und stärkt die allgemeine Motivation im öffentlichen Dienst. Es ist nun auch die Aufgabe aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, optimierte Arbeitsabläufe zu definieren. Dieser Prozess wird jetzt gestartet. Es ist auch die Aufgabe des neuen Geschäftsführers, der langjährige Erfahrung und Expertise mitbringt, diesen Transformationsprozess zu umzusetzen“, erklärte Dorner.

Eine Wirtschaftlichkeit wird erzielt, indem die finanzielle Autonomie innerhalb gesetzlicher Vorgaben umgesetzt wird. Der Eigenbetrieb verfügt über einen eigenen Wirtschaftsplan, ein eigenes Rechnungswesen und ein eigenständiges Budget, das frei verwendet werden kann, solange dieses im Rahmen des genehmigten Wirtschaftsplanes eingehalten wird.

Durch die Verschlankung interner Abläufe, die Bündelung von Aufgaben, die Nutzung von Synergien und des Potentials der Digitalisierung sowie effiziente Beschaffungs- und Personalprozesse werden die Betriebskosten sinken. Langfristig erhöht sich dadurch auch die Haushalts- und Planungssicherheit für die Landesverwaltung.

Manfred Riegler, Vorstand der Gruppe 1, zu welcher der Eigenbetrieb der BBB im Amt der Burgenländischen Landesregierung organisatorisch zugeordnet ist, sagt: „Aus Sicht der Verwaltung ist es gut, dass die Burgenländische Landesregierung sich für die Struktur des Eigenbetriebs entschieden hat, wodurch sich viele Vorteile ergeben haben. Es können damit viele Shared Services wie beispielsweise der Fuhrpark oder die EDV genutzt werden. Das beschlossene Statut des Eigenbetriebs ermöglicht es der BBB, eigenständig arbeiten zu können. Beispielsweise unterliegen Beschaffungen nicht mehr den Vorgaben der Verwaltung. Dass der Eigenbetrieb sehr gut funktioniert, haben die vergangenen Wochen mit dem Winterdienst gezeigt. Mit dem Eigenbetrieb der BBB sollen klare Strukturen im Haus Burgenland gebündelt werden.“

Johann Thiesz bringt enormes Know-how mit“

„Mit Johann Thiesz konnte ein Geschäftsführer der ‚Bau und Betrieb Burgenland‘ bestellt werden, der über 20 Jahre internationale Managementerfahrung mitbringt und über fundiertes technisches sowie kaufmännisches Know-how verfügt“, so der Infrastrukturlandesrat. Dorner weiter:

Thiesz selbst betont: „Für mich gilt der Anspruch, die BBB effizient und mit einer Serviceorientiertheit hoher Qualität aufzustellen. Gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie auch allen Partnern sollen neue Strukturen entstehen. Der Fokus wird auf die Bereiche Transformation und Effizienzsteigerung liegen, und es soll auch das betriebliche Leistungsportfolio verbessert werden. Die digitale Transformation wie vieles andere auch sind für die Verwaltung wichtige Themen“.

Die Bestellung des provisorischen Geschäftsführers erfolgte für maximal ein Jahr.

Eine Ausschreibung wird nach den strengen Bestimmungen des Objektivierungsgesetzes derzeit vorbereitet. Ausschlaggebend für die Besetzung sind die spezifischen Anforderungen eines operativen Wirtschaftsbetriebes.

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