Martina Reuter: Ein Neustart braucht keinen perfekten Plan, sondern den ersten Schritt
Martina Reuter hat Karriere gemacht, alles hinter sich gelassen und in Österreich noch einmal bei null begonnen. Im Podcast erzählt sie, warum Vorbereitung und Mut zusammengehören, was Selbstliebe mit Kleidung zu tun hat und weshalb Rückschläge für sie kein Gegenbeweis, sondern Arbeitsmaterial sind.
Beim Casting steht plötzlich nur ein Glas Wasser vor Martina Reuter. Keine vorbereiteten Produkte, kein vertrautes Thema. Sie soll das Wasser eine Stunde lang verkaufen. Reuter beginnt zu erzählen und improvisiert eine Geschichte um Herkunft, Quelle und Wirkung. Später, sagt sie selbst, habe sie dabei „wie ein Vollidiot fantasiert“. Den Job bekommt sie trotzdem.
Die Szene ist mehr als eine Anekdote aus dem Fernsehen. Sie zeigt zwei Seiten, die Reuter im Gespräch immer wieder zusammenbringt: Sie bereitet sich akribisch vor, kann einen Plan aber auch loslassen, wenn die Situation es verlangt. Mut bedeutet bei ihr nicht, ohne Wissen aufzutreten. Er beginnt dort, wo trotz Unsicherheit gehandelt werden muss.
Vorbereitung schafft den Spielraum für spontane Entscheidungen
Reuters beruflicher Weg verlief nie so geradlinig, wie er im Rückblick wirken könnte. Nach der Modeschule ging sie mit 19 Jahren nach Deutschland. Sie schrieb nach eigener Aussage 40 Bewerbungen an Fernsehsender. Eine Antwort führte sie in die ProSiebenSat.1-Gruppe, wo sie im Styling begann und später eine Abteilung mit 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leitete.
Der Aufstieg hatte wenig Glanz. Zwei Jahre lang brachte Reuter die Hemden von Nachrichtenmoderatoren in die Reinigung und verteilte sie wieder. Statt diese Arbeit nur als Zumutung zu sehen, machte sie daraus eine Wette: Sie behauptete, die Moderatoren am Geruch ihrer Hemden erkennen zu können. Der ungewöhnliche Auftritt verschaffte ihr intern Aufmerksamkeit. Danach arbeitete sie als Stylistin und übernahm später mehr Verantwortung.
Ihre Lehre daraus ist nicht, jeden noch so schlechten Auftrag dankbar anzunehmen. Sie beschreibt vielmehr eine Haltung: Auch in einer ungeliebten Aufgabe lässt sich etwas lernen oder sichtbar machen. Gleichzeitig betont sie, wie ernst sie Vorbereitung nimmt. Vor einem Termin recherchiert sie Menschen, Unternehmen und Themen genau. Wer gut vorbereitet ist, kann eher reagieren, wenn der erwartete Ablauf nicht stattfindet.
Der härteste Neustart begann nach dem vermeintlich perfekten Leben
Nach außen hatte Reuter später vieles erreicht, was als gelungenes Familienleben gilt: Ehe, Kinder, Haus und Garten. Im Gespräch nennt sie dieses Leben einen „goldenen Käfig“. Aus der erfolgreichen Frau im Medienbetrieb sei eine Hausfrau geworden, die immer ruhiger und trauriger wurde. Schließlich trennte sie sich, nahm ihre zwei Kinder mit und kehrte nach Österreich zurück.
Dort fehlte ihr zunächst fast alles, was einen Neubeginn leichter macht: eine eigene Wohnung, Betreuung und Schulplätze für die Kinder, berufliche Kontakte und ein österreichisches Netzwerk. Für einige Wochen lebte sie wieder bei ihren Eltern. Hilfe suchte sie sehr direkt, unter anderem in einer Bürgermeistersprechstunde. Kurz darauf konnte sie mit den Kindern eine Wohnung beziehen und ihren Alltag neu ordnen.
Beruflich begann sie ebenfalls klein. Reuter produzierte auf eigene Initiative Videos, lud Gäste ein und veröffentlichte die Gespräche in sozialen Medien. Einen Auftrag gab es dafür zunächst nicht. Auch erste Auftritte als Modeexpertin waren unbezahlt. Sie akzeptierte das als begrenzte Aufbauphase, nicht als dauerhaftes Geschäftsmodell. Kontakte, Erfahrung und neues Wissen seien anfangs mitunter wichtiger als das sofortige Honorar, sagt sie. Irgendwann müsse aus Sichtbarkeit allerdings bezahlte Arbeit werden.
Female Empowerment beginnt nicht beim perfekten Outfit
Reuter spricht vor Frauengruppen über Mut, Styling und Selbstbewusstsein. Dahinter steht keine Forderung, ständig geschminkt und „aufgetackelt“ zu sein. Kleidung ist für sie ein Mittel, sich selbst ernst zu nehmen und in einer Situation bewusst aufzutreten. Ein Outfit könne eine Art Schutzhülle sein, sagt sie, etwa bei einem wichtigen Bankgespräch oder beruflichen Termin.
Diese Sicht hat mit ihrer eigenen Jugend zu tun. Reuter war schon als Schülerin sehr groß und fühlte sich dadurch auffällig und fehl am Platz. Weil ihr vieles zu kurz war, begann sie, Kleidung selbst zu nähen, und machte Mode zu ihrem Beruf. Aus etwas, das sie lange als Belastung erlebt hatte, wurde ein Arbeitsfeld, in dem Größe selbstverständlich war.
Heute warnt sie vor dem ständigen Vergleich mit anderen Frauen. Wer immer nur schönere Haare, bessere Haut oder eine andere Figur bei jemand anderem sieht, überlässt den eigenen Wert einem endlosen Wettbewerb. Reuters Gegenentwurf ist sehr persönlich: den eigenen Stil finden, ihn nicht bei jeder fremden Meinung aufgeben und Veränderungen für sich selbst vornehmen.
Das gilt auch für Partnerschaften. Reuter berichtet, wie oft Frauen bei Umstylings sagen, sie würden eine gewünschte Veränderung nicht wagen, weil ihr Mann lange Haare oder einen bestimmten Look bevorzuge. Ihre Antwort ist deutlich: Eine Partnerin, die mit sich selbst im Reinen ist, sollte nicht nach den wechselnden Vorlieben eines anderen gestaltet werden. Unterstützung heißt dann nicht, den Stil vorzugeben, sondern Interesse zu zeigen und Entscheidungsspielraum zu lassen.
Rückschläge werden erst durch die nächste Handlung kleiner
Reuter nennt sich im Podcast die „Königin der Resilienz“. Das klingt groß, wird in ihrer Erzählung aber sehr praktisch. Sie bestreitet nicht, dass eine Scheidung, fehlende Sicherheit oder berufliche Ablehnung schmerzen. Sie weigert sich nur, daraus ein endgültiges Urteil über die eigene Zukunft abzuleiten.
Auch ihre unternehmerischen Projekte folgen diesem Muster. Wer ein neues Geschäft aufbauen will, müsse in die eigene Idee investieren, sich informieren und dranbleiben. Reuter beschreibt, wie sie eigenes Geld in eine Kosmetiklinie steckte, obwohl nicht feststand, ob sich das Vorhaben rechnen würde. Entscheidend war für sie, das Produkt tatsächlich zu entwickeln, statt jahrelang nur davon zu sprechen.
Geld bezeichnet sie dabei nicht als wichtigsten Treiber. Das schützt freilich nicht vor finanziellen Risiken, und ihr Weg ist kein allgemeines Erfolgsrezept. Aus dem Gespräch lässt sich aber ein brauchbarer Maßstab mitnehmen: Investitionen sollten Wissen, Kontakte oder ein konkretes Produkt schaffen. Reine Betriebsamkeit genügt nicht.
Die Kurve bekommt, wer nicht auf vollständige Sicherheit wartet
Am Ende des Gesprächs gibt Reuter einen einfachen Rat für Ideen, die schon länger liegen geblieben sind: anfangen, den Gedanken aufschreiben und etwas daraus entwickeln. Sie rät sogar davon ab, sofort einen starren Fertigstellungstermin zum wichtigsten Kriterium zu machen. Bevor aus einer Idee ein perfekter Plan wird, braucht sie überhaupt eine erste Form.
Das passt zu ihrem eigenen Weg. Eine Bewerbung führte ins Fernsehen. Ein selbst produziertes Video wurde zum Ausgangspunkt für neue Aufträge. Aus einer schmerzhaften Erfahrung mit der eigenen Körpergröße entstand eine berufliche Richtung. Nichts davon war beim ersten Schritt abgesichert.
Mut ist bei Reuter deshalb keine angeborene Furchtlosigkeit. Er besteht aus Vorbereitung, einer Entscheidung und der Bereitschaft, nach einem Rückschlag erneut zu handeln. Wer die Kurve bekommen will, muss nicht schon wissen, wo die ganze Straße hinführt. Aber stehen bleiben und auf Gewissheit warten funktioniert auch nicht.
Transkript
Vollständiges Transkript lesen
Hinweis: Das Transkript wurde automatisiert erstellt. Trotz redaktioneller Prüfung können einzelne Namen oder Fachbegriffe abweichen.
[00:00] Hallo und gratuliere dir! Du bist bei Forerunners Network gelandet. Good People, Good Stories statt täglich neuer Skandale. Also, besuche unsere Homepage. Dort triffst du viel mehr gute Dinge als sonst irgendwo. Lösungen, Ideen und Innovationen, Masterclasses und die besten Stories zum Wandel. Werde auch du ein Forerunner und besuche uns auf forerunners.network. Und jetzt viel Spaß beim Podcast. Für Menschen, die neue Wege gehen. Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer bei Forerunners Network. Für Menschen, die neue Wege gehen. Und heute ein ganz, ganz besonderer Gast bei mir. Es geht um die Kurve. So kriegst du die Kurve. Ich habe eine Kurve hier ins Studio herbekommen. Martina Reuter sitzt bei mir. Wir reden heute über Female Empowerment. Und unser Gast, ja, eigentlich würde ich den ganzen Podcast brauchen, um alleine ihre Fähigkeiten und Aktivitäten anzukündigen. Sie ist Autorin, Vortragende, bald auch Kabarettistin, bekannt durch den ORF und bald auch noch viel bekannter durch KRONE TV, die gerade bei uns in den Studios drehen. Und natürlich mit all ihren Social Media Kanälen.
[01:35] Man kann sie wirklich als Influencerin bezeichnen. Aber bevor wir den gesamten Podcast nur für die Ankündigung deiner Tätigkeiten brauchen, liebe Martina, sagen wir doch einmal guten Tag. Guten Tag. Ich sage eigentlich sehr oft guten Morgen, weil ich ja eine Person bin, die immer in der Früh arbeitet, weil ich viele Morningshows mache. Also du kannst mich um vier in der Früh anrufen und wir können um vier in der Früh schon über den ganzen Tag plaudern. Also ganz ehrlich, ich kann dich um vier in der Früh nicht anrufen, weil ich finde da nicht einmal mein Telefon. Ich schlafe so herrlich. Jetzt kommt die Frage, die alle meine Gäste hassen, weil du sitzt jetzt da bei mir in den Jägerwald Studios. Und ich frage dich von der Wiege bis hierher, wie war dein Weg bislang in zwei Sätzen, wenn es geht? Laut, groß und komplett energiegeladen. Und das Geniale ist, ich muss zu euch eigentlich nur 15 Minuten fahren, weil ich ja in Burgersdorf zu Hause bin.
[02:35] Und normalerweise ist mein Arbeitsweg so 500 Kilometer, 800 Kilometer. Und deswegen liebe ich das, hierher zu fahren, weil ich bin so schnell da, das ist fast unmöglich bei mir. Bist du in Wien geboren? Ich bin in Burgersdorf geboren und aufgewachsen. Also in Wien geboren, aber ich bin in Burgersdorf aufgewachsen und habe dort gelebt, bis ich 19 war. Mit meinen Eltern, total spießig, ich habe einen Bruder, nichts Besonderes. Vierköpfige Familie, zuerst in einer Wohnung, dann ins Haus gezogen, wie es alle haben oder viele haben. Mir war das aber nie wichtig, weil in mir war immer der Drang wegzugehen. Ich muss weg, ich muss raus aus Österreich. Und bin ja mit 19 nach Deutschland gegangen. Ich habe einfach mich beworben. Also ich habe die Modeschule gemacht. Ich bin Schneiderin. Ich habe das von Grund auf gelernt. Meine ganze Modewelt. Ich war fünf Jahre in der Michel-Beuern-Gasse, war immer Einzelschülerin. Ich war so eine Streberin. Schrecklich.
[03:28] Ich habe Nachhilfe genommen, wenn ich ein Zweier hatte. Das war für mich eine Katastrophe. Und habe dann wirklich ein einsamer Dura hingelegt und habe dann noch ein Dankeschreiben von der Schule bekommen für außerordentliche Leistungen, weil ich auch schon damals, also mit 15, alles gemacht habe, neben der Schule, was möglich war. Und dann bin ich nach Deutschland gegangen und habe gesagt, ich gehe zum Fernsehen. Ich will zum Fernsehen und ich gehe zum Fernsehen. Und ich habe 40 Bewerbungen geschrieben an alle Fernsehsender, WDR, MDR, ProSieben, Sat.1, RTL, überall. Weil es war mir egal, wo ich hinkomme, ob es Köln ist, ob es Baden-Württemberg ist, ob es Berlin ist, ob es München ist. Und von den 40 Bewerbungen kam eine zurück und das war ProSieben. In Unterföhring und dann habe ich mein Köffelchen gebackt und bin zum Forschungsgespräch und die haben mich sofort genommen.
[04:10] Das war in welchem Jahr? 99. Nein, aber wie der Thoma dort, der große Chef, der Hans Mahler. Die waren bei RTL. Ah, das war RTL. Genau, ich war in der ProSiebenSat.1 Gruppe und ich bin ohne Vitamin B und ohne irgendetwas dort rein. Also ich habe mich einfach gut verkauft, was ich immer mache und habe dann dort im Styling angefangen. Also ich kam ja aus der Moderschule. Ich habe dazwischen parallel auch schon angefangen, während der Moderschule bei der Vorher-Nachher-Schule bei TM3 zu arbeiten. Das ist eine der größten Umstyling-Shows gewesen im deutschen Fernsehen. TM3 war ein Frauensender und das hat damals Gundis Zambu moderiert, eine super Moderatorin. Und ich bin dort durch Zufall reingekommen. Ich habe mich auch beworben und war eine der On-Air-Stylistinnen mit 19 Jahren in Deutschland. Ich war mit Udo Walz, der ein super Friseur war, ist ja leider gestorben, und Timo Leibner.
[05:00] Also das Who is Who der deutschen Styling-Leute. Und dann sitze ich, die kleine Martina aus Wien, mit meinem kleinen Modewissen da und war dann in den großen Ari-Studios und den Bavaria Filmstudios und habe damals mit 19 schon diese Show gemacht. Also ich habe mit 19 schon Leute umgestylt. Das war einfach, das ist mein Element. Und dann bin ich zu ProSieben und da war ich dann fast zehn Jahre. Ich habe angefangen als Styling-Assistentin und ich dachte mir, hey, ich bin Styling-Assistentin, ich mache nur Mode. Was habe ich gemacht? Zwei Jahre nur die Reinigung. Ich war zuständig für diese furchtbare Reinigung von den Nachrichtenmoderatoren. Und die Nachrichtenmoderatoren haben alle ein weißes Hemd an. Manchmal ist es blau. Das heißt, ich habe zwei Jahre lang, jeden Tag bin ich in die Garderobe gegangen und habe die angeschweißelten Hemden von diesen Moderatoren genommen, habe die zur Reinigung gebracht und habe sie wieder verteilt.
[05:49] Und ich habe mir nur gedacht, hey Leute, das ziehe ich jetzt durch. Ich beiße meine Zähne zusammen. Ich weiß, irgendwann werde ich weiterkommen. und habe dann nach zwei Jahren überlegt, ich mache mir jetzt einen Spaß draus, wie alles in meinem Leben, weil ich fühle mich nie angestrengt, sondern ich denke mir immer, ich lerne ja auch was dabei. Und habe dann eine Wette bei Wetten, dass eingelöst, die auch der Sender akzeptiert hat. Und zwar, ich habe gewettet, dass ich am Schweißgeruch der Hemden erkennen kann, welcher Moderator welches Hemd anhatte. Und dann bin ich dort wirklich beim ZDF aufgetanzt mit meiner Wette und habe eigentlich nur an die Achseln gerochen von diesen Hemden. Und habe gewusst, der eine ist so würzig, das ist Ayman Abdallah, er moderiert heute noch Galileo. Der andere war so nach einem bestimmten Parfum, das war Norbert Doberleit.
[06:34] Die eine hat so ein bisschen immer nach Alkohol gerochen, das war die Christiane Gerbuth. Also ich kann euch Geschichten erzählen, ich habe das gelebt. Und durch diese Wette bei Wetten, dass, hat dann mein Chef zu mir gesagt, du bist so irre. Du machst jetzt nicht mehr die Reinigung, du wirst jetzt Stylistin. Und dann war ich tatsächlich Stylistin von Arabella Kispa, von Stefan Raab, von Elton, Heidi Klum. Also die ganze ProSiebenSat1-Welt. Und habe es dann tatsächlich geschafft, dass ich Stylingleitung war. Und ich hatte 22 Mitarbeiter, wir haben die Stylingabteilung geleitet. Ich habe alle WeLoveToEntertainYou-Kampagnen gemacht. Also es war wirklich ein wahnsinnig geiler Job. Ich sage immer, wenn du mich heute operierst, kommt so eine rote 7 raus. Weil ich so gebrandet als, ich war ja zwischen, das war ich zwischen 20 und 30 dort. Genau, und dann habe ich immer in München, also ich war total weg von Österreich.
[07:23] Mich kannte hier niemand. Ich war einfach weg. Dann so mit 27, 28 habe ich mir gedacht, jetzt wäre es halt mal cool auch Mama zu werden, weil ich liebe es Mama zu sein. Das war mein Lebensziel. Ich wollte immer unter 30 meine Kinder haben. Mann gesucht, gefunden, wie es halt so ist. Er gibt sich dann, deutscher Mann. Kinder bekommen, geheiratet, Haus gebaut, rausgezogen aus München, am Wörzis beim Starnberger See. Und ich hatte eigentlich nach außen hin das perfekte Leben. Hattest du auch einen goldenen Retriever? Nein, das nicht. Genau, ich hatte aber den Rollrasen. Den hatte ich. Und ich bin halt überhaupt keine Gärtnerin. Und ich bin von diesem Erfolg im Job zur Hausfrau geworden. Und ich bin zugrunde gegangen. Also nach außen hatte ich wie einen goldenen Käfig für mich. Ich habe meinen Ex-Mann, der war in der Weltgeschichte, der ist ein Siemens-Manager.
[08:14] Ich habe meine Kinder gehabt, das war alles gut. Aber ich bin immer kleiner, trauriger, ruhiger geworden, weil ich in einer Beziehung war, wo Frauen eigentlich zum Herd gehören. Klassisches Bild von früher. Und in dieser Ehe habe ich mich so weiterentwickelt, dass ich von heute auf morgen meine Sachen gepackt habe, meine Kinder und bin gegangen. Also ich habe mich getrennt ohne Mann, ohne Affäre, ohne Lover. Ich habe einfach gesagt, ich will den Rollrasen nicht, ich will das Haus nicht und ich will den Scheißsee nicht. Habe meinen Ehering genommen, habe den in den See reingeschmissen. Also der ist irgendwo jetzt noch am Wörthersee. Nicht Wörthersee, sondern Wörthersee. Das ist so 40 Kilometer Richtung Lindau in München. Und bin gegangen und hatte dann zwei Jahre einen schrecklichen Scheidungskrieg. Also so schrecklich, wie man es sich nur vorstellen kann. Beleidigter Mann. Richtig. Und habe gesagt, ich verzichte auf alles.
[09:05] Ich will kein Haus, ich will kein Geld, ich will gar nichts, ich will einfach Ruhe und mein Leben leben. Und bin aufgrund eigentlich dieser Scheidung, das war nie mein Lebensplan, vor achteinhalb Jahren zurück nach Burgersdorf. Weil wo geht man hin mit zwei kleinen Kindern? Man geht zu den Eltern. Und dann war ich plötzlich wieder da. Und habe mir gedacht, okay, scheiße. Was mache ich jetzt? Fuck. Mich kannte keiner in Österreich. Ich habe null Kontakte gehabt. Die einzige, die ich gehabt habe, war meine Anwältin. Und das war's. Und dann habe ich von null angefangen. Hier, vor acht Jahren. Und dann wieder an den UF geschrieben? Nein. Ich habe dann, ich habe ja nichts gehabt. Ich habe ja kein Bankkonto, keine Versicherung. Ich habe nichts gehabt. Keine Wohnung, keinen Schulplatz, keinen Hortplatz für die Kinder. Nichts. Und ich habe mir gedacht, ich gehe nach Burgersdorf,
[09:50] weil da bin ich ja aufgewachsen. Da leben meine Eltern oder haben damals auch noch gelebt. Oder hat halt gewohnt. Und dann bin ich zum Karl Schlögel gegangen. Damals ehemaliger Innenminister, war ein Bürgermeister. Und ich werde es nie vergessen, es gibt den Burgersdorf eine Bürgermeistersprechstunde, wo man einmal in der Woche hingehen kann. Und meine Mutter hat gesagt, du musst da jetzt hingehen. Es hilft nichts. Du musst jetzt da hin. Und ich war natürlich immer, wer mich kennt, ich bin 1,83, viele Haare, sehr auffällig angezogen, laut. Und bin dann zu diesem Bürgermeisterding und hatte eine Hotpants an, ein goldenes Jäckchen, so weiße Hightop-Sneaker. Also ich habe ausschaut, wie aus Hollywood irgendwie. Und dann war ich bei Herrn Schlögel und habe immer gesagt, ja, also ich habe Scheidung und es ist gerade alles furchtbar und ich brauche eine Wohnung, einen Kindergartenplatz, einen Hortplatz, einen Schulplatz und das am besten jetzt.
[10:40] Und dann hat sich das angehört und schaut mich so an und sagt, sie glauben auch, dass sie alles kriegen, was sie wollen. Und ich habe gesagt, ja. Und dann hat er gesagt, ich soll jetzt gehen. Er hat keine Ahnung, ich soll gehen. Und dann bin ich, weiß ich noch, nach Hause zu meinen Eltern. Ich meine, ich habe bei meinen Eltern gewohnt, das war schrecklich. Also mit den kleinen Kindern, das war furchtbar. Das waren sechs Wochen circa. Und dann habe ich gesagt, ich gehe, ich verlasse Österreich. Das interessiert mich überhaupt nicht. Ich habe da keine Chance. Ich gehe zurück, ich gehe nach München. Ich weiß nicht. Und am nächsten Tag läutet mein Handy, war es der Kali. Wir sind natürlich heute sehr gut befreundet. Und bei du und so, ich soll nochmal kommen. Und das waren wirklich keine 24 Stunden. Und er hat mir hingelegt.
[11:21] Das ist deine Wohnung. Das ist dein Hauptplatz. Das ist dein Schulplatz. Das ist dein Kindergartenplatz. Herzlich willkommen in Burgersdorf. Und ich so, okay. Ich habe mir die Wohnung angeschaut. Ich lebe bis heute in der Wohnung. Ich habe natürlich die beste Wohnung aus Burgersdorf. Stadtzentrum. Blick über die Kirche. Und dann habe ich den Neustart gemacht. Ich habe von null angefangen. Ich habe die Kinder in den Kindergarten gegeben. Und wenn man alleinerziehend ist, da ist man ja kämpferisch. Du hast ja so eine kämpferische Ader, entwickelst du dann. Also das war mal das Private, war erledigt. Und dann kam das Berufliche. Und dann habe ich einfach angefangen, Videos zu drehen. Ich habe einen alten Kumpel angerufen, einen Kindergartenfreund, der in den Produktionsfabend sagt, ich komme, wir machen Videos. Wir laden jetzt Leute an und machen ein Talkformat. Ich hatte keinen Auftrag. Ich hatte kein Geld.
[12:06] Und ich hatte überhaupt keine Möglichkeit, das zu spielen, außer auf Social Media. Und so, weiß ich noch, mein erster Gast war Virginia Ernst. Ich kannte sie damals. Die ist super. Die will ich anmoderieren. Die ist super. Genau. Die ist mega. Und die war bei mir. Und ich bin, so wie ich bin, ich bin total verrückt, auf allen Vieren um sie herum gekrabbelt, weil wir so blöd waren. Und dieses Video war so lustig. Und dann kamen plötzlich die Aufträge. Dann habe ich für den Nörn gearbeitet. Dann habe ich der Jasmin Dolati geschrieben, von Radio Wien, ob sie nicht mal eine Mode-Expertin gerne hätte. Alles ohne Bezahlung. Also ich musste ja irgendwie schauen, dass ich mal Geld verdiene, aber du kriegst ja alles nichts. Das ist ja eine Promogeschichte. Aber ich habe mir gedacht, ich mache es trotzdem. Ich beiße mich durch,
[12:46] bis irgendwann einmal ein Kunde sagt, dafür bezahlen wir. Und ich sage schon, jedem, der auch neu startet oder ein Business aufbauen möchte, ich mache heute wahnsinnig viele Beratungen und Coachings, du musst in dich selber investieren. Und Geld, das physische Geld, ist oft gar nicht der Treiber, sondern die Kontakte, das Learning, das Wissen. Also ich bin, sage ich immer, ich bin die Königin der Resilienz, weil ich habe von nichts Angst und ich weiß, dass ich alles kann. Ich kann alles im Leben. Alles. Du hast aber natürlich schon die Erfahrung gehabt, dass du unterscheiden kannst zwischen Menschen, die dein Investment nicht, die dich da nicht ausgenommen haben, sondern eben gesagt, okay, das ist ein Einstieg, weil das konntest du ja sehr wohl als Mutter von zwei Kindern, mit zehn Jahren RTL-Erfahrung. Also dich konnte keiner jetzt, ProSieben, ProSieben, ja, ProSieben-Erfahrung, dich konnte keiner verschaukeln,
[13:40] wie die Deutschen so gerne sagen. Ja, naja, jetzt im Nachhinein, wenn ich zurückdenke, denke ich, mit 25 ist man schon noch sehr jung oder mit 30. Und diese Situation, wenn dann Frauen Kinder kriegen, ich meine, wir können halt nur Kinder kriegen, Männer können es nicht machen, dann ist das schon noch mal so ein bisschen, da verändert sich schon einiges. Also ich bin jetzt, wenn ich so zurückschaue, denke ich mir, okay, du hast vieles anders gemacht, wie ich es jetzt anders machen würde, aber ich war eines, ich war immer mutig, immer. Ich war mutig und neugierig und ich finde, wenn man diese Eigenschaften hat, wenn man so einen Charakter hat, dann, ich habe überhaupt keine Angst für Rückschlägen, nichts, für mich ist auch ein Rückschlag kein Rückschlag, weil es ist ein Lernen. Dann habe ich wahrscheinlich wieder eine Phase im Leben,
[14:20] wo ich was lernen muss, weil jeder Rückschlag eigentlich Lernen für mich ist. So empfinde ich das. Was war denn so dein erstes, starkes Medium? Was kam zuerst? Das Fernsehen? Oder kam zuerst Instagram mit deinen vielen, vielen… Es kam alles unbewusst gleich. Also eigentlich kam zuerst ganz anders. In Österreich, das ist ja so lustig, das, was ich in Österreich mache, egal, ob ich beim ORF bin oder ob ich da bin, bei der NÖN, das ist ja alles nicht mein Hauptjob. Ich habe einen ganz anderen Hauptjob. Es gibt einen Hauptjob über meiner Bubble, der das Wichtigste eigentlich für mich ist. Ich bin ja Verkäuferin im Fernsehen. Also ich bin seit zehn Jahren Moderatorin bei größten Home-Shopping-Sender Deutschland, Österreich, Schweiz, nämlich bei HSE. Heißt Home-Shopping-Europe. Ich habe es auch am Hals tätowiert. Bei mir steht hier HSE, weil wenn ich für einen Job
[15:09] richtig brenne, dann lasse ich mir das Logo meines Arbeitgebers auch am Hals tätowieren. Und dieser Job HSE kam parallel zu meiner Scheidung. Völlig irre. Weil ich habe mich damals bei HSE beworben als Model, weil ich sehr groß bin und sehr kurvig. Ich bin so ein richtiges Vollwerb. Ich habe einen Orsch, ich habe Titten, ich bin… Ich werde auch nie schlank sein, weil ich das von Natur aus nicht bin. Und die suchen immer Curvy-Models. Und damals, wie lange ist das her? Also zehn Jahre, war das ja noch nicht so. Das Curvy war noch nicht so, wie jetzt. Nein, das ist seit drei, vier Jahren. Richtig. Seit der Dorf-Werbung eigentlich. Richtig, genau. Und dann habe ich mich beworben dort. Das ist aber mitten in der Scheidung passiert. Das war völlig irre, weil der Sender ist ja in München. Und dann bin ich da hin
[15:51] und dann haben die mich reden gehört und haben gesagt, du bist viel zu schade, dass du nicht redest. Und dann haben sie gesagt, wir nehmen dich als Stylistin on air. Okay, dann habe ich das eine Woche gemacht, mitten in der schlimmsten Scheidungsphase. Also ich habe moderiert und bin ins Auto gegangen und habe geheult. Dann bin ich wieder zum Moderieren gegangen und habe wieder… Es war ganz schlimm, diese Phase. Aber ich habe mir gedacht, du beißt jetzt die Zähne durch. Du lass dir nichts anmerken. Und diese zwei Wochen als Stylistin bei HSE waren so erfolgreich, dass der Programmschiff zu mir gekommen ist damals und gesagt hat, wir würden dich gerne als Moderatorin ausprobieren. Ich bin Österreicherin, das sind nur Deutsche. Vom Dialekt auch. Ich kann nicht hoch… So wie ich jetzt rede, ist das Maximale an Hochdeutsch. Wir machen ein Casting.
[16:30] Und ich habe mir gedacht, ich habe noch nie eine Sendung moderiert. So richtig… Als Mode kann ich euch 30 Stunden erzählen. Gut, und dann habe ich… Also Kinder in Wien, alles neu aufgebaut in Wien. Es war alles durcheinander. Habe ich dieses Casting gemacht. Das Casting war so, da musst du drei Produkte lernen. Du musst Pfannen lernen, Mode und so Aufbewahrungsschüsseln. Was man halt typisch beim Homeshopping macht. Ich habe das gelernt, als ob ich die Pfanne wäre. Du musst dich wie das Produkt füllen. Wie geht es dir? Und einen Wäscheständer, genau. Ich liebe es, wie du sprichst. Ich bin die Pfanne. Ich bin der… Und ich bin der Wäscheständer. Ja. Wie geht es dir als Wäscheständer, wenn die nasse Wäsche draufhängt? Beschissen. Du brauchst ein richtig großes Rückgrat. Also ich habe diese Produkte gelernt. Egal, wo ich hinkomme, ich bin immer vorbereitet.
[17:19] Immer. Ich weiß sogar mehr, als die Menschen glauben, dass ich weiß. Ich überführe mich immer. Das ist das A und O. Geh nie unvorbereitet zu einem Job. Und recherchiere am besten noch, ist der verheiratet? Wo hat der vorher gearbeitet? Es ist wurscht. Du musst alles über die Menschen wissen. Weil dann, ich sage immer, Wissen ist Macht. Na gut, dann bin ich da hin. Kinder in Wien, das war echt eine furchtbare Zeit. Ich habe mir gedacht, das kann nur schief gehen, weil ich gerade so einen Tief habe, meinen Lebenstief. Und dann bin ich da hin und dann Studie und drei Kameras und Steadicam und in München und in Ismaning im Agrarp-Gelände. Ich habe mir gedacht, oh Gott, was mache ich da eigentlich? Und dann bin ich noch Österreicherin und… So. Und dann kommt mein Programmchef, kühler Typ, wie sie halt sind,
[17:58] die Deutschen, ja, oberflächlich und sagt, ich weiß, du bist perfekt vorbereitet und stellt mir ein Glas Wasser hin, nur ein Wasser, und ich denke mir, denke, also es ist super, falls ich mich verschlucke oder so und sagt, ich will gar nichts von diesen Produkten hören, du verkaufst mir jetzt eine Stunde das Wasser. Dann zählt er mich ein, drei, zwei, eins, los. Ich dachte, scheiße. Und ich habe sofort funktioniert. Ich habe eine Begrüßung gemacht und dann habe ich eine Stunde lang erzählt, dass dieses Wasser aus dem Wiener Wald kommt. Das ist eine bestimmte Quellart. Es wird nur einmal im Jahr kommt diese Quelle raus und man muss das Hand abschöpfen und wenn du das trinkst, bekommst du das und das. So, eine Stunde, ich habe wie ein Vollidiot fantasiert. Dann war diese Sendung aus, alle kabeln sich ab und dann schaue ich
[18:46] und denke mir, vielleicht irgendeine Redaktion. Dann kommt mein Chef und sagt, vielen Dank, wir melden uns. Und dann bin ich wieder nach Wien gefahren und ich habe mir gedacht, was, was habe ich da jetzt eigentlich? Also ich habe mir gedacht, wo ist die versteckte Kamera? Ja, keine Ahnung. Und zwar später ruft er mich an und sagt, das war das beste Casting seit langem. Du kriegst deinen Job, du wirst Moderatorin. Wow. Und ich so, wie jetzt? Und er so, ja, schau, dass du so aufmöglich in München bist und ich habe mir gedacht, scheiße, ich bin gerade nach Wien gezogen und ah. Und ja, dann habe ich mit viel Unterstützung meiner Mutter, die natürlich auf meine Kinder geschaut hat, bin ich nach München. Also heute, zehn Jahre später moderiere ich so 50 Sendungen im Monat, was sehr viel ist. Ich habe eine eigene Modekollektion,
[19:26] die ich dort verkaufe, seit drei Jahren. Habe mich auf Curvy spezialisiert. Ich verkaufe meine Bücher im Home Shopping. Ich verkaufe Kosmetik. Also mittlerweile bin ich eine richtige Marke dort geworden, weil ich das liebe. Und das ist eigentlich mein Hauptjob. Also wenn ich nicht in Wien bin, bin ich immer nur in München. Ich moderiere fünf bis acht Stunden live am Tag. Easy für mich, überhaupt kein Problem. Ich verkaufe alles. Sehr viel Nahrungsergänzung, sehr viel Kosmetik, Mode, logisch, Sportgeräte, Haushalt, vorgestern die Einkaufskörper, Sitzgelegenheiten, Lampen, alles. Ich liebe das. Ja. Warum ich dich unbedingt beim Podcast haben wollte, das war im Posting. Da hast du etwas gar nicht so strahlendes gemacht. Nicht München-Ismaning und nicht ORF Königlberg, sondern du bist vor vielen, vielen Bäuerinnen in Amstetten aufgetreten. Was erzählst du diesen Frauen? Was wollen die von dir hören? Ich werde sehr oft gebucht
[20:21] von also 300, 400 Frauen und es geht um Mut. Mut zum Styling und Mut, Frau zu sein. Und Mut, authentisch zu sein und sich nicht zu verstellen. Und da rede ich 60 Minuten, es ist Stille im Raum, also da kann man echt der Stecknadel fallen hören, das ist ein Wahnsinn. Ich bin ja auch so dankbar, dass ich das machen darf, dass die Leute wirklich interessiert sind an dem, weil viele kennen mich immer nur vom ORF als die lustige Frühstücksfernseher-Mode-Tante. In der Heute stehe ich fast jeden Tag als Schlagzeile, weil sie einfach zu mir irgendwann mal gesagt haben, ich habe mehr Klicks als der Lugner. Ich verstehe es zwar nicht, aber okay. Und ich bin auch immer sehr dankbar, weil ich finde, jede Pressemitteilung, die über dich geschrieben wird, muss man auch sehr dankbar sein. Auch schlechte Presse ist gute Presse.
[21:04] Diese Bäuerinnen, die sind wahnsinnig inspiriert und die sind ja heutzutage viel moderner als früher zum Beispiel. Die haben Haushalt, die haben Kinder, die haben eine Landwirtschaft, meistens haben die Getreide oder ich weiß das ja mittlerweile alles. Die anderen zücheln Schafe, die anderen machen Kälbchen, nur ganz, eigentlich so dall wie früher und die wollen einfach auch mehr als Frau gesehen werden. Eine Frau, glaube ich, schafft mehr als ein Mann, weil eine Frau viel Multitasking mehr ist. Die Kinder und dann der Job und dann noch den Haushalt und so und die wollen einfach wissen, wie sie sich besser präsentieren können. Ist es vielleicht nicht nur das Multitasking? Kann eine Frau auch besser mit Rückschlägen vielleicht umgehen? Weiß ich nicht. Ich glaube, dass Frauen weniger Ego haben. Ich habe mein Ego immer im Kofferraum. Das geht nie mit. Das ist zwar dabei, aber ich lasse immer im Auto,
[21:56] weil das brauche ich nicht. Männer haben öfters dieses Ego-Thema. Also ich habe einen sehr egozentrischen Ehemann und ich habe auch einen schwierigen Vater. Ich habe mit meinem Vater keinen Kontakt. Das ist abgebrochen, weil der auch mit mir nicht zurechtkommt. Ist tragisch, aber es ist so. Meine Eltern haben sich auch scheinen lassen erst letztes Jahr. Ich bin mit meiner Mutter sehr eng, ja klar. Aber witzigerweise in meiner Familie gibt es niemanden, der so ist wie ich. Ich weiß nicht. Ich bin so die Erste und ich habe zwei Kinder. Also meine Tochter wird 15, mein Sohn wird 12 und die sind aber genauso. Ich liebe das ja, dass meine Tochter auch so eine richtige Frauen-Power-Frau ist. Die checkt das total ab. Ich weiß nicht, ich finde bei meinen Bäuerinnen zum Beispiel, die hören mir zu, die sind total down to earth. Für mich geht es auch
[22:43] nicht darum, dass du immer aufgemarschelt bist. Leider haben Mode-Experten auch immer den Touch, sie sind aufgetackelt. Um das geht es gar nicht. Ich liebe mich einfach selber so sehr, dass ich mir das Gute tue, dass ich mich schminke und dass ich mir die Nägel lackiere und dass ich meine Haare frisiere. Das hat was mit Selbstliebe zu tun. Und dann im zweiten Schritt, das sage ich meinen Bäuerinnen auch immer, ein Outfit hat was mit Respekt zu tun und zwar Respekt meinem Gegenüber. Weil wenn ich zu einem Job gehe, bei der Bank, weiß jeder, da ziehst du eigentlich einen Anzug an, wenn du einen Kredit haben willst. Wenn du da hinkommst mit den Badelatschen und mit dem Ruderlevel, wirst du, glaube ich, nicht so behandelt wie mit einem Anzug. Also das ist doch die einfachste Schutzhülle, die man haben kann, ein Outfit,
[23:24] um so ein bisschen in die Richtung zu lenken, was man gerne hätte. Zurück jetzt nochmals zum Frauenthema. Du machst nach meinem Eindruck gar nicht bewusst Female Empowerment so als Botschaft, Message und Mission, sondern du bist die Martina, die hat ein gewisses Berufsbild und eine gewisse Einstellung zum Leben. Liege ich da richtig oder gehst du mit der Mission? Ich muss jetzt die Frau in Österreich, in Deutschland stärker, selbstbewusster machen, auch hinaus aus Burgessdorf in der Früh. Also es gibt eine Geschichte von mir, das ist mir angeboren. Jeder weiß, ich bin sehr groß. Ich war mit elf Jahren schon so groß. Ich war mit elf Jahren 1,83. Und damals war das nicht cool. Weil ich war, es gibt Klassenfotos, das sind die Schüler, dann ist die Lehrerin und dann komme ich. Es schaut aus, ob ich die Lehrerin gewesen wäre. Und das war damals
[24:21] für mich so schlimm, dass meine Eltern mich sogar ins Krankenhaus gesteckt haben, ins AKH, ich werde es nicht vergessen, in die Wachstumsambulanz, um festzustellen, ob ich noch größer wäre. Und dieser Termin, wo ich dort war, war so in meinem Kopf prägend, dass ich mir gedacht habe, ich bin behindert. Weil das, wenn du als elf- oder zwölfjährige da so, Wahnsinn. Das ist für mich, das war so schlimm. Und ich werde es nie vergessen, da waren auch behinderte Kinder. Und ich war ganz normal, ich war riesengroß, ich war saudünn, ich war super hübsch. Und da war ein Arzt, der einfach mir eine Frage gestellt hat und hat mir gefragt, hast du deine Tage schon? Und ich habe gesagt, ja, voll peinlich vor meinen Eltern, ich bin im Boden. Und dann hat er gesagt, dann gehen Sie jetzt bitte wieder, weil es ist alles in Ordnung.
[25:04] Und dann bin ich nach Hause und habe mir gedacht, was war das eigentlich für eine Scheiße jetzt? Und das war dann auch der Grund, wo ich gesagt habe, in welcher Branche kann ich mich als große Frau stärken? Und das ist Mode, weil alle Models sind groß, jede Mode schaut besser aus an großen Frauen. Und das war echt der Punkt, wo ich gesagt habe, jetzt gehe ich in die Modelschule. Ich fange an, mir die Sachen selber zu nähen. Es ist mir alles zu kurz. Ich muss immer die Mode von meinem Bruder anziehen, der ist ein Jahr älter als ich. Mir waren die Ärmel da, wie man es halt früher gemacht hat. Alles war mir zu kurz. Ich habe ausgeschaut, furchtbar. Und habe gesagt, wie schaffe ich das? Ich muss mir das selber nähen. Und dadurch sagt, ich gehe in die Modelschule.
[25:39] Und dieser Augenblick damals ist bis heute so, dass ich sage, Leute, egal, ihr habt ihr groß, klein, dick, dünn seid. Wenn ihr eine Frau seid und mutig seid, dann kannst du alles erreichen. Und ich habe auch aufgehört, mich zu vergleichen. Ich vergleiche mich ja nie mit anderen Menschen. Das geht ja gar nicht, weil ich bin einzigartig. Jeder ist einzigartig. Aber wie oft hört man das? Die hat schöne Haare, die hat schönere Haut, die hat einen schöneren Hintern. Sag ich, nein, das haben wir selber. Und deswegen stärke ich schon Frauen, die auch solche Erlebnisse haben. Die erzählen das ja gar nicht, aber mir erzählen sie es. Sobald die mich sehen. Ich weiß nicht, ich habe ein Gen, mir erzählt jeder alles. Ich weiß eigentlich das ganze Leben von den Menschen. Schön. Also es ist sehr vertrauenswürdig. Man hat schnell das Gefühl,
[26:19] wir sind Freundinnen. Reden wir einmal nicht über Frauen, sondern reden wir über Männer. Ich benutze das natürlich immer gleich, solche Gespräche, um für mich auch persönlich zu profitieren. Wie reagieren die Männer oder Partner deiner Kundinnen, reagieren die als Ermutiger, als Bremser? Was kann ein Mann tun, um seine Frau auch zu ermutigen und darin zu bestätigen, bestätigen, wenn sie sich jetzt entschließt, ein bisschen zu wandeln, stärker aufzutreten, selbstbewusster und glücklicher zu sein? Es ist ja eigentlich so, ich habe das Gefühl, dass die Männer wirklich immer im Hintergrund sind. Also Frauen sind ja schon die, die auch in einer Beziehung, glaube ich, eher das Sagen haben. Ich weiß das deswegen, weil ich in der Modeschule jeden Samstag fünf Jahre lang gearbeitet habe bei BK und Klappenburg. Also ich war nicht nur in der Schule, sondern ich habe damals mit 15 schon angefangen zu arbeiten
[27:12] und da war ich Absteckerin in der Männerabteilung. Das heißt, ich war zuerst in der Änderungsschneiderei, habe ich viel gelernt und dann war ich jeden Samstag am Rilferstraße, oberste Etage und bin zu den Männern, die was ändern wollten. Ich sage euch, ich kann bei jedem Mann erkennen, ob er Rechts- oder Linksträger ist. Ich weiß das an der Hosenlänge. Ich bin wirklich Profi, habe mir auch einen Spaß drauf gemacht und habe aber immer mit den Frauen geredet. Also ich habe die Männer angeschaut, aber eigentlich mit ihrer Frau geredet, weil du musst mit der Frau reden, damit der, also Psychologe, ich bin eigentlich eine Modepsychologe, glaube ich, mittlerweile geworden. Ich sage immer, ich höre so oft bei den Veranstaltungen, bei den Umstylings, ja, ich mache das nicht, weil mein Mann das nicht so möchte. Den Satz höre ich ganz oft. Ich kann mir die Haare nicht schneiden,
[27:53] weil mein Mann findet lange Haare schön. Ich kann euch eins sagen, wenn euer Mann morgen eine Frau sieht mit kurzen Haaren und der Blitz schlägt ein, dann seid ihr sofort wieder weg vom Fenster. Das hat mit dem nichts zu tun. Ich glaube, man will eine Partnerin haben, die mit sich selbst im Reinen ist. Und dann kann man auch das leben. Ich bin so, ich bin ein bunter Vogel, ich habe immer Farbe an. Ziehe mich schwarz an, ich würde mich fühlen wie ein Regenwurm, den man nicht sieht. Und das strahle ich auch aus. Wenn ein Mann zu mir sagt, das finde ich jetzt nicht so schön, was du hast, das ist mir scheißegal. Das bin ich. Und so sage ich das auch. Und so würde ich die Männer auch bestärken, dass man sagt, was hättest du gerne? Man muss als Mann zu einer Frau sagen,
[28:34] alles, was du trägst, finde ich mega cool. Und du kannst schon natürlich hinlenken und kannst sagen, probiere mal das. Ich meine, Frauen lieben das, beschenkt zu werden. Einkaufsgutschein kann man immer schenken. Finde ich geil. Also mich kann man natürlich nicht anziehen, weil ich bin sehr hekel. Also mir schenkt, darf man nie Mode oder Schmuck schenken. Aber ich gehe gerne einkaufen. Und jeder Mann, der in meinem Leben war, wird ja sowieso von Anfang an umgestylt. Unbewusst. Aber das wollen sie dann auch. Das ist so. Okay. Ja, das ist immer so gewesen. Aber ich finde auch als Mann, man muss der Frau schon das Gefühl geben, und was, das ist halt auch so Klischee, was finden Männer sexy? Großen Busen, lange Haare, rote Fingernägel, rote Lippen. Nein, da geht es noch viel mehr. Das ist so dieses alte Denken, was man hat.
[29:18] Ja, ich finde, eine Frau ist ja dann schön, wenn sie wirklich angekommen ist in ihrem Look, wie sie es gerne hätte. Und wenn sie, ich meine, ihres Apfel, bestes Beispiel, sie ist jetzt gerade gestorben, mit 102 Jahren, für mich mein Vorbild meines Lebens. Die war behängt, die hat ausgesehen, und es war der scheißegal, was andere gedacht haben. Es war ihr Look. Was ist sie? Heute eine Modeikone, die man in Form von Halsketten, Ohrringen, T-Shirts, alles ist von ihr. Ich finde es geil, und sie hat es wirklich, sie hat es über Jahre einfach immer durchgezogen. Du hast mit Iris Apfel jetzt einen Namen in den Mund genommen. Gibt es sonst noch Rollmodels, denen du nachgeeifert hast, oder die du einfach toll gefunden hast, als Frau, als Influencerin, als Mode-Göttin? War es die Katharin Deneuve vielleicht, oder wer andere? Ich mag Frauen,
[30:09] die seit Jahren ihren gleichen Style haben. Zum Beispiel Chris Lohner, oder Gerti Sänger. Das sind Frauen, die Gerti Sänger hat immer einen roten Lippenstift, die Chris Lohner hat immer rote Haare. Ich schaue auch seit Jahren gleich aus. Ich habe immer lange dunkle Haare, und meine Haare sind natürlich nicht echt, weil ich von Haus aus nicht solche Haare habe. Natürlich trage ich Extensions, aber ich liebe diesen Look, und deswegen suche ich mir die Wege, wie ich diesen Look bekomme. Also ich mag Frauen, die über Jahre ihren Look gefunden haben. Zum Beispiel, wenn ich die Haare anders hätte, wären die Leute total irritiert. Ich habe mir jetzt die Haare heller gefärbt, du glaubst nicht, das stand in allen Zeitungen drinnen. Ich habe tausend E-Mails bekommen, mich sprechen die Leute auf der Straße an, weil das eine Gewohnheit natürlich ist. Aber ich mag Menschen,
[30:51] die sagen, das ist mein Style, den finde ich cool, und den ziehe ich durch. Du bist jetzt einmal bei der physischen Martina angelangt, mit den Haaren. Was liebst du an dir, physisch gesehen, und was liebst du an dir auch mental gesehen? Es klingt jetzt vielleicht ein bisschen arrogant, ich sage, aber ich finde alles mega. Ich glaube, ich habe super schöne Füße. Ich könnte echt fast so Onlyfans. Ich überlege schon, ob ich so Onlyfans gehe. Das ist das Einkommen der Zukunft. Passives Einkommen der Zukunft. Ich schaue wahnsinnig auf mich. Ich bin unheimlich diszipliniert. Also es ist nicht einfach so, dass ich so ausschaue. Ich mache Sport. Ich gehe jeden Tag laufen, wenn es geht. Ich schaue, dass ich mich gesund ernähre, obwohl das stimmt eigentlich nicht wirklich, weil ich liebe ja Schnitzelsemmeln. Und ich habe mir auch eine Schnitzelsemmel tätowiert am Hals.
[31:39] Klar, da, hinter dem Ohr, habe ich auch meine Schnitzelsemmel. Ich mag einfach, dass ich so diszipliniert bin. Und ich mag mich so, wie ich bin, weil ich bin ja so. Ich kann mich ja nicht ändern. Ich würde mich nie unter das Messer legen. Ich habe keine gemachten Titten, kein Ding, gar nichts. Ich finde alles, was man im Gesicht machen kann, mit kleinen Spritzen, überhaupt nicht schlimm. Ich finde das total normal mittlerweile. Ich weiß nicht, vielleicht mache ich mit 55 auch ein Facelift. Ich habe keine Ahnung. Aber jetzt, jetzt bin ich 44. Ich bin einfach total zufrieden, so wie es ist. Sonst hätte ich es ja schon längst geändert. Das heißt, du bist super konsequent, lässt dich niemals gehen oder soll man sich vielleicht auch manchmal ein bisschen gehen lassen und sagen, keine Ahnung, die Party gebe ich mir jetzt? Also,
[32:22] ich lasse mich selten gehen, weil ich mag nicht, dass ich die Kontrolle verliere über mich. Ich mag das nicht. Mit mir kann man sich schon ansaufen. Ja, ja. Und zwar sehr wild. Also, ich bin dann die, die auf den Tischen steht und die Party schmeißt. Aber, das würde ich nur im Privaten machen. Nie in der Öffentlichkeit. Never. Gibt es echt. Würde ich nicht machen. Weil, auch in meinem Job, ja, außerdem, ich habe Kinder. Das darf man nicht vergessen. Ich bin ja auch, ich bin alleinerziehend. Ich lebe mit meinen Kindern alleine. Also, meine Kinder sind total irritiert, wenn ich ein Glas Wein trinke, weil das kennen die gar nicht. Rauchen tue ich auch nicht, ja. Aber das ist einfach so, man gibt, es gibt schon, aber das ist wirklich nur in ganz, ganz privaten Kreisen und am besten zu Hause, wo mich keiner sieht.
[33:02] Ja, bleib mal kurz bei Tochter und Sohn und bist ja ins Private gegangen. Finden dich, dein Sohn und deine Tochter, immer cool oder gibt es da auch dieses Parents oder Papa oder Mama Shaming, wenn du jetzt zum Beispiel ein ganz verrücktes Tanzvideo auf Instagram schaltest oder Mama, oh Gott, passiert das nicht? Die ganze Zeit. Ah, okay, ja. Die ganze Zeit. Ich habe Teenager. Also, die sind total so. Sagen wir mal so, ich habe zu Hause die ganz normalen Themen auch, ja, also Schule, peinlich, Tür zu knallen, Essen schmeckt nicht, das ist ganz normal. Aber wir haben ein cooles Verhältnis, wir sind so lange so ein Dreierteam, also dass sie sich total schön, doch, es gibt schon, also was sie hassen ist, zum Beispiel, wenn ich auf der Straße angesprochen werde, das verstehen sie überhaupt nicht, das verstehen sie einfach nicht,
[33:52] wenn mich irgendwer erkennt und was zu mir sagt, das finden sie total deppert, ja. Da gehen sie, manchmal rennen, die gehen die weg, da muss ich immer schauen, wo die sind nachher, weil dann verliere ich sie irgendwie. Aber auf der anderen Seite sind sie sehr ähnlich wie ich, weil sie sind absolut modeaffin, also da muss alles vom Kopf bis Fuß stimmen, mein Sohn hat fünf Kletteisen zu Hause, er ist elf. Die dritte Dauerwelle, natürlich mache ich das dann auch, weil ich liebe das ja, meine Tochter, muss ich echt noch zurückhalten, die ist noch größer als ich ans 85 und ich weiß, dass die als Model durchstarten wird, aber ich will, dass sie noch keiner entdeckt, weil das ist unfassbar. Ich gebe ihnen die totale Freiheit, aber sie folgen mir auf Instagram, aber sie blockieren mich auch immer wieder. Also ich sehe dann gar nicht,
[34:33] was die machen, aber ich vertraue ihnen einfach. Und witzigerweise, ihre Freundinnen liken bei mir alles, nur meine Kinder selber nicht. Was machst du, wenn du Ruhe hast? Mein Eindruck ist, die hast du nie, aber es gibt auch Fotos von dir aus Ibiza, wo machst du einmal, sagen wir Pause, Pause? Pause finde ich langweilig, also Pause ist ein Wort, das brauche ich nicht. Wenn ich Pause habe, habe ich tausend neue Ideen, schreibe ich ein neues Buch, schreibe ich irgendwie ein neues Konzept. Oder machst du einen Podcast. Oder machen Podcast, genau. Ich weiß nicht, ich habe immer das Gefühl, wenn ich länger als einen halben Tag nichts mache, dass ich irgendwas verpasse. Ich bin Schütze vom Sternzeichen, weiß nicht, ob du ein bisschen astrologisch auch wirst. Keine Ahnung vom Sternzeichen. Ja, wir sind schon sehr umtriebig. Ja, Ibiza ist ja meine zweite Leidenschaft
[35:25] und ich will ja auch, ich habe einen völligen Masterplan, ich will in sechs Jahren auf Ibiza leben und mir auch was kaufen dort oder halt eine Wohnung zumindest haben. Ich bin da voll dabei. Ich lerne ja Spanisch. Ich habe jetzt noch zusätzlich angefangen, Spanisch zu lernen. Ich habe meine Privatlehrerin genommen, lerne jetzt seit vier Monaten Spanisch, aber ich habe zu ihr schon gesagt, wir haben noch sechs Jahre. Aber du hast schon den ersten Job in Ibiza, habe ich ja auf Instagram gesehen. Wahnsinn. Mein Lebenstraum. Ich bin auf der Insel, seitdem ich 20 bin, ich war als Motorreise dort und kenne dort jeden und mich kennt jeder, aber ich war noch nie aus. Ich war noch nie in einem Club dort. Ich kenne das gar nicht. Alle denken sich immer, das ist so eine Partymaus. Überhaupt nicht. Ich gehe in Ecken,
[36:07] wo es ganz ruhig ist. Ich glaube, ich werde irgendwann so ein Hippie, bin den ganzen Tag nackt und habe offene Haare und leicht an Sitzen. Also das wäre so eigentlich mein Lebensplan irgendwann später, wenn die Kinder, also wenn die halt ihre Matura haben und so, dann sage ich immer, das wäre mir dann ganz recht. Aber ich will dort auch Fuß fassen. Ich finde es, mich fasziniert das total. Ich habe alles, mir ist alles schon passiert. Ich bin ausgeraubt worden. Ich habe einen schweren Qualenangriff gehabt. Ich war im Krankenhaus. Ich habe natürlich auch Party gemacht, privat bei Freunden. Ich habe eine Kartenlegerin, wo ich immer hingehe. Ich habe so ein Medium, die dort lebt, mir daugt das so. Das ist halt eine andere Art. Und das ist dann für mich Erholung. Also das ist in sechs Jahren und was ist so in sechs Monaten
[36:51] der nächste Plan? Was steht das ganz konkret an bei der Martina Reuter? In sechs Monaten ist Sommer. Im Sommer arbeite ich immer durch, weil meine Kinder sind oft beim Vater im Sommer. Also wir haben jetzt ein super Verhältnis und es ist alles gut. Und wenn die Kinder im Sommer beim Vater sind, sind es immer vier Wochen beim Vater, arbeite ich durch. Ich würde nie auf Urlaub fahren, weil dann habe ich ja noch mehr Zeit, weil ich noch mehr arbeiten kann. Und da ist bei uns Fashion Week, also ich sage mal so, frag mich, was mache ich am 28. September in diesem Jahr um 15 Uhr und ich kann es dir genau sagen. Ich habe meinen ganzen Terminkalender im Kopf und natürlich ist mein Jahr durchgeplant. Ich weiß genau, was ich im Sommer mache. Also ich weiß genau, dass ich in der dritten Augustwoche
[37:32] Fashion Week habe und dass ich in der zweiten Augustwoche die und die Sendung mache. Solche Sachen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich auf Urlaub fahre, das mache ich nicht. Ich bin jetzt baff, ich habe mir immer gedacht, ich mache viel. Wir haben jetzt mit 60 wieder ein neues Projekt angefangen. Aber eigentlich bin ich ein ganz fauler Hund, wenn ich bei mir im Studio sitze. Nein, aber ich sage dir, ich finde, du kannst immer was machen und für mich ist, Geld ist nie der Treiber für mich. Nein, das darf nicht sein. Weil Geld kommt automatisch. Das so denke ich immer und ich investiere wahnsinnig viel. Ich habe zum Beispiel letztes Jahr eine Kosmetiklinie gelauncht, weil ich unbedingt eine Kosmetiklinie haben wollte. Aber das habe ich noch nicht. Und dann habe ich einfach, habe ich Geld gehabt und habe mir gedacht,
[38:15] fliege ich jetzt mit den Kindern nach New York für das Geld oder mache ich eine Kosmetiklinie? Dreimal das Traten, was ich gemacht habe. Ist das das Reuterin? Reuterin Cosmetics, genau. Ja, dass man das Leiberl geschenkt. Das ist herrlich. Ja, oder das, ja genau. Ja, das ist ein Traum. Ja, das ist gut, gell? Ja, Wahnsinn. Ich habe es zwei Tage nicht ausgezogen, war beim Fischen drunter. Ich habe es nicht als Nachtleiberl verwendet, so wie du das sagtest, sondern als Fischung. Das freut mich sehr. Dann kriegst du jetzt auch noch die Kosmetik. Und das ist echt eine coole Geschichte, nur auch zu beweisen, ich habe natürlich eine Kosmetik, du musst investieren am Anfang und zwar viel Geld. Das ist ein fünfstelliger Betrag, den du in die Hand nimmst und sagst, okay, ich launche jetzt Produkte. Website, Online-Shop, Grafik dazu, Vermarktung. Dann war ich sofort
[38:55] auf einer Modemesse, ich habe überall meine Kosmetik dabei und ich bin total stolz, weil ich es jetzt geschafft habe, beim DM zu sein mit der Kosmetiklinie und ich meine, es sind fünf Monate vergangen. Aber du musst investieren und du musst dich informieren und du musst dranbleiben. Und ich habe die natürlich alle wahnsinnig gemacht. Es ist ja nicht so, dass die sagen, Frau Reuter, hätten wir was. Nein, sondern ich habe gesagt, ich habe was und es ist so unfassbar geil, dass ihr ohne dem nicht leben könnt. Naja, gut. Wie gesagt, ich bin jetzt ein bisschen, wie soll ich sagen, mich als fauler Hund fühlend und werde jetzt den Podcast dem Ende zuführen und möchte wieder zurückgehen an deine Community, an Frauen, die einfach durch ein Gespräch mit dir, durch Zusehen bei dir stärker aus dem Rausgehen inspiriert sind. Ich glaube, das ist das Zauberwort
[39:50] und das möchte ich auch. Jeder, der mich trifft am Tag, dass er einfach sagt, hey, das war eine coole Begegnung. Das hat mir gut getan, weil du kennst, es gibt so viele Energiesauger, Menschen, wo man denkt, das geht doch nicht, wie funktioniert das? Und es ist bei mir immer so, dass die Menschen nachher irgendwie einen Energieschub mitbekommen. Einfach nur, indem sie mit mir reden oder auch wenn sie mich anschauen auf Social Media oder so. Wir schreiben so viele Frauen, so viele süße Sachen. Heute wieder, ich habe eine E-Mail bekommen, betrefft Hilfe bei der BH-Suche für die Hochzeit. Ich kenne die Frau gar nicht, aber die schreiben mir so viele Sachen, einfache Dinge und ich antworte dann. Ich habe auch kein Management. Ich mache alles selber. Wenn du mit mir kommunizieren willst, schreib mir einfach eine Mail. Ich antworte schnell, manchmal nicht so schnell,
[40:34] weil ich drehe, aber eigentlich antworte ich immer. ich sehe mich auch überhaupt nicht so, dass ich ein Management brauche. Was ist denn das? Ich will doch das ganze Geld selber haben. Ich muss das doch für Ibiza sammeln, für meine Ibiza. Und deswegen, das ist ganz normal, das ist halt einfach ein Job. Aber ja, ich glaube schon, dass Frauen sicher viel mitnehmen und sich viel abschauen von mir. So, dann kommt jetzt die Schlussinspiration. Wir sind jetzt am Dienstag in der Osterwoche. Am Wochenende hat es 25 Grad. Der Frühling schießt voll ein. Und euch da draußen von unserer Forerunnerin of the day, of the week, of the year, Martina Reuter, jetzt die Botschaft. Wie gehe ich, wie geht ihr diesen Frühling an? mache ich immer so den Moment genießen. Das mache ich sowieso, weil ich habe nicht viele Momente, wo ich im Frühling sein kann.
[41:27] Und wenn ich mal rausgehe, dann setze ich mich wirklich in die Sonne und genieße das total. Ich höre viele Podcasts, liebe ich auch. Ich mache viele Instagram-Sorys, wie man sieht. Und ich finde, der Frühling ist so inspirierend. Da hat man so Lust, auf etwas Neues zu machen. Und ich sage euch eins, wenn ihr irgendeine Idee habt, sie in euch schlummert. Und wenn sie noch so bescheuert ist für euch, umsetzen und machen. anfangen, aufschreiben, einen Blog nehmen, anfangen, was daraus zu entwickeln. Und es wird hundertprozentig klappen. Und sich kein Ziel setzen, wann es fertig sein muss, sondern bevor du nie anfängst, wird es auch nie fertig werden. Und der Anfang ist eigentlich eh schon alles. Das war ein Traum. Das war Martina Reuter bei Forerunners Network. Leute, lasst die Sonne rein. Es wird alles toll. Danke dir, Martina. Sehr schön. Der Podcast war es in jedem Fall.
[42:15] Ich wünsche dir noch viel Spaß beim Drehen. Danke für die Einladung. Ja, super cool. Denn draußen geht es jetzt weiter. Ich weiß, viele Frauen warten auf mich. Dankeschön. Danke dir.
