Kreislaufwirtschaft beginnt im Schulalter – Trennen, aber richtig

„Lässig sammeln statt uncool wegwerfen“ – Ein Bildungsprojekt der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle und der 48er in der Volksschule am Bildungscampus Sonnwendviertel in Wien macht Schüler:innen zu verantwortungsvollen Umweltschutzprofis. Rund 343 Kilogramm / 1087 Stück alte Elektrokleinstgeräte wurden gesammelt und am Mistplatz der 48er zur fachgerechten Entsorgung und Verwertung übergeben. Wien, am 05. Oktober 2026. Vom 29. September […]

Kinder und Erwachsene posieren gemeinsam mit einem Gewinnscheck und Bannern zur richtigen Mülltrennung und Kreislaufwirtschaft in einer Schulveranstaltung.
Bild: Lizzy Redlsteiner Die Siegerklasse der 1. Elementarstufe (1A) freute sich über einen Scheck im Wert von 120 Euro, den Susanne Karner bei der Abschlussveranstaltung überreichte. Im Bild: v.l.n.r. Sarah Frybert (MA 48), Karl Hartmann (MA 48), Andrea Wolf (Direktorin TGVS Sonnwendviertel), Susanne Karner (EAK), Patrick Wolf (Bildungsdirektion), Marcus Franz (Bezirksvorsteher Favoriten), Ingrid Prgmayer (MA 48), Siegerklasse 1A mit Lehrerin
Nachricht05.10.2026

„Lässig sammeln statt uncool wegwerfen“ – Ein Bildungsprojekt der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle und der 48er in der Volksschule am Bildungscampus Sonnwendviertel in Wien macht Schüler:innen zu verantwortungsvollen Umweltschutzprofis. Rund 343 Kilogramm / 1087 Stück alte Elektrokleinstgeräte wurden gesammelt und am Mistplatz der 48er zur fachgerechten Entsorgung und Verwertung übergeben.

Wien, am 05. Oktober 2026. Vom 29. September bis 2. Oktober 2026 drehte sich an der GTVS Sonnwendviertel im zehnten Wiener Gemeindebezirk alles um die richtige Trennung und Entsorgung von Elektroaltgeräten und Altbatterien. Das praxisnahe Projekt wurde von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) gemeinsam mit der MA 48 initiiert. Vier Tage lang nutzten 15 Klassen die Chance, in interaktiven Workshops sowie bei Exkursionen zum Mistplatz Favoriten alles über die richtige Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten (EAG) und Altbatterien/Akkus zu lernen. Betreut wurden sie dabei von erfahrenen Abfallberater:innen der 48er. Als didaktische Basis stellte die EAK ihren speziell entwickelten Elektroaltgeräte- und Altbatterien-Schulkoffer mit wertvollen Unterrichtsmaterialien bereit.

 Umweltpädagogisches Bildungsprojekt für die Held:innen von morgen

„Wir möchten mit diesem Umweltprojekt unsere Schüler:innen auf die Wichtigkeit des richtigen Sammelns von Altgeräten und Altbatterien aufmerksam machen. Ich freue mich, dass so ein interessantes Kreislaufwirtschaftsprojekt in der Ganztagsvolksschule des Bildungscampus Sonnwendviertel umgesetzt werden konnte“, sagte Andrea Wolf, Direktorin der Volksschule, bei der Abschlussveranstaltung am 2. Oktober 2026.

„Favoriten ist ein innovativer Vorreiter beim Thema Ressourcen-Schonung und Kreislaufwirtschaft. Die Therme Wien gewinnt etwa aus ihren Abwässern Energie für 1900 Haushalte, beim U2-Ausbau wird der Erdaushub ressourcenschonend zu Ziegeln weiterverwertet oder beim Pilotprojekt Van-der-Nüll Gasse 22 werden mittels innovativem Gebäude-Ressourcenpass Baumaterialien optimal recycelt. Die Bewusstseinsbildung für Klimaschutz und die Schonung unserer Ressourcen kann nicht früh genug einsetzen. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel, wie sich nachhaltiges Verhalten in den Schulalltag integrieren lässt“, betonte Marcus Franz, Bezirksvorsteher in Favoriten. Er hob außerdem hervor, dass Kinder als wichtige „Umweltbotschafter:innen“ wirken, die ihr erworbenes Wissen über Ressourcenschonung direkt in ihre Familien tragen.

Ingrid Pirgmayer, Leiterin der Abfallberatung und des Callcenters der 48er, bekräftigte die Dringlichkeit der richtigen Entsorgung: „Ausgediente Elektrogeräte, Akkus und Batterien haben im Restmüll nichts verloren. Zum einen enthalten sie Wertstoffe, die wiederverwertet werden können und zum anderen auch Schadstoffe, die großen Schaden für Mensch und Umwelt anrichten können. Elektroaltgeräte und Batterien daher bitte entweder im Handel zurückgeben oder auf einem der Wiener Mistplätze kostenlos abgeben. Dort werden sie fachgerecht entsorgt.“

Rekordergebnis: Schulkinder sichern wertvolle Rohstoffe

Ein Highlight der Projekttage bildete der große Schul-Sammelwettbewerb. Schüler:innen, Pädagog:innen und Eltern brachten unzählige alte Elektrokleinstgeräte, Batterien und Akkus von zu Hause mit. Die Elektrogeräte wurden von den Kindern im Rahmen der Exkursion zum Mistplatz Favoriten persönlich und fachgerecht abgegeben.

Insgesamt wurden 1087 Stück Elektroaltgeräte mit einem Gesamtgewicht von rd. 343 Kilogramm gesammelt. „Damit haben die Schüler:innen einen wichtigen Beitrag dafür geleistet, dass jede Menge Rohstoffe nicht verloren sind, sondern wieder im Produktzyklus weiterverwendet werden können“, erklärte Susanne Karner, Organisatorin seitens der EAK. Als Belohnung überreichte sie den drei Siegerklassen der beiden Elementarstufen jeweils Schecks über 120, 80 und 50 Euro. (Siegerklassen 1. Elementarstufe: 1A, 1E, 2D und 2. Elementarstufe 4A, 3B, 3A) für die Klassenkasse.

Der EAK-Schulkoffer: Das Smartphone spielerisch zerlegen

Die Idee zu diesem Schulprojekt basiert auf der engagierten Arbeit der österreichischen Abfallberater:innen. Seit 2014 setzen sie an Schulen den gemeinsam mit der EAK entwickelten Elektroaltgeräte- und Altbatterien-Schulkoffer als zentrales umweltdidaktisches Lerninstrument ein.

„Mit diesem Schulkoffer werden Schüler:innen von 8 bis 18 Jahren die Themen Recycling, Rohstoffknappheit und Auswirkungen auf die Umwelt anschaulich und spielerisch nähergebracht. Am Beispiel eines zerlegten Smartphones machen die Kinder Bekanntschaft mit den verschiedenen Rohstoffen ihres ständigen Begleiters und lernen, dass nicht mehr verwendete Handys nach wie vor einen enormen Wert haben und deshalb nichts in Schubladen und schon gar nichts im Restmüll verloren haben“, freute sich Karner über die hohe Akzeptanz des Lehrmittels.

Klare Forderung: Umweltschutz fest in den Lehrplänen verankern

„Die Projekttage waren sehr spannend – wir wünschen uns mehr Schulstunden zum Thema Umwelt“, resümierte eine Schülerin stellvertretend für ihre Mitschüler:innen.

„Die Schüler:innen haben gelernt, dass es wirklich einfach ist, sich ganz bewusst ressourcenschonend und damit umweltgerecht zu verhalten. Jetzt, wo sie so viel darüber erfahren haben, kommen sie sicher nicht mehr auf die Idee, eine Batterie oder ein Elektrogerät, auch wenn es noch so klein ist – wie z. B. eine elektrische Zahnbürste oder eine Batterie – einfach in den Mistkübel zu werfen“, hob Patrick Wolf, Leiter der Bildungsregion Ost hervor.

Dass Umweltbildung nicht früh genug beginnen kann, darin waren sich alle Beteiligten einig. Umso wichtiger sei es, dass dieser Schwerpunkt nachhaltig im Schulunterricht verankert wird und dafür mehr Zeit zur Verfügung steht. „Jeder Schüler, jede Schülerin sollte zumindest einmal in der Schulzeit solche Projekttage oder zumindest einen Workshop mit dem Schulkoffer erleben“, resümierte Karner abschließend.

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