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Was Teams im Videocall verlieren – und draußen wiederfinden können

Videokonferenzen machen Arbeit planbar, aber persönliche Begegnung lässt sich nicht takten. Georg Krewenka erklärt, weshalb ein gemeinsamer Weg durch den Wald Teams wieder ins Gespräch bringen kann – und warum gute Teamentwicklung weder Zwang noch ein fertiges Ergebnis braucht.

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Podcast20.03.2023

Punktgenau in den Teams-Call hinein, eine halbe Stunde später wieder hinaus. Digitale Arbeit kann gut organisiert und erstaunlich effizient sein. Was dabei leicht verschwindet, ist das beiläufige Gespräch: ein paar Minuten am Kaffeeautomaten, eine persönliche Frage, ein Eindruck davon, wie es der Kollegin oder dem Kollegen gerade geht.

Georg Krewenka beschreibt in der 2023 veröffentlichten Podcastfolge genau diesen Widerspruch. Zum Zeitpunkt der Aufnahme begleitete der frühere Eventmanager Teams und Unternehmen hinaus aus dem Büro und in die Natur. Nicht, weil ein Waldspaziergang jedes Problem löst. Sondern weil ein anderer Ort auch andere Begegnungen möglich macht.

Wenn Effizienz die persönliche Verbindung verdrängt

Krewenka beobachtete nach dem Wechsel vieler Arbeitsplätze ins Homeoffice eine merkwürdige Gleichzeitigkeit: Teams erledigten viel, waren eng getaktet und technisch gut organisiert. Persönliche Gespräche fanden trotzdem seltener statt. In seiner Zuspitzung wusste kaum noch jemand, wie es den anderen ging. Gerade Führungskräfte konnten dadurch den Bezug zu ihren Teams verlieren.

Das hat Folgen für die Bindung. Wer Kolleginnen und Kollegen hauptsächlich als Kacheln in einem Chatfenster erlebt, erfährt wenig Persönliches über sie. Krewenka argumentiert, dass sich dadurch selbst der Arbeitsplatz austauschbarer anfühlen kann: Der nächste digitale Termin sieht bei einem anderen Unternehmen womöglich fast gleich aus.

Ein Betriebsausflug allein repariert diese Verbindung nicht. Aber gemeinsam verbrachte Zeit schafft zunächst etwas, das im eng getakteten Arbeitsalltag fehlt: Raum ohne sofortigen nächsten Termin. Der Ortswechsel verstärkt diesen Bruch mit der Routine. Statt noch einen Seminarraum zu betreten, geht das Team hinaus, bewegt sich und verbringt Zeit miteinander.

Gehen verändert ein Gespräch, aber nicht automatisch

Krewenkas Formate beginnen oft mit einer Gehpassage. Die Teilnehmenden ziehen zu zweit los. Schon diese einfache Anordnung verändert die Situation: Niemand sitzt einander am Besprechungstisch gegenüber, das Gespräch muss nicht in einer vorgegebenen Sitzordnung stattfinden, und der gemeinsame Weg gibt ihm einen lockeren Rahmen.

Für Krewenka macht auch die Dauer einen Unterschied. Zehn Minuten im Park können guttun, ein ganzer Tag schafft jedoch mehr gemeinsame Erfahrung. Noch stärker verändert sich die Haltung, wenn eine Gruppe weiß, dass sie eine Nacht draußen verbringen wird. Die Menschen brechen am Morgen anders auf und lassen sich mit mehr Verbindlichkeit auf den Tag ein. Das ist seine Erfahrung aus der Begleitung solcher Gruppen, kein allgemeines Erfolgsversprechen.

Bloß nebeneinander herzugehen, reicht allerdings nicht immer. Ohne Impuls landet das Gespräch rasch wieder bei Projekten, Fristen und offenen Aufgaben. Krewenka gibt den Zweiergruppen deshalb gezielte Fragen mit, die über die Arbeit hinausführen. So wird aus einem Ausflug ein moderierter Prozess.

Vertrauen braucht Fragen und die Freiheit, nicht zu antworten

Eine mögliche Frage lautet, wovor jemand Angst hat. Andere drehen sich um Freude oder persönliche Erfahrungen. Entscheidend ist weniger die perfekte Formulierung als die Gelegenheit, einander jenseits der beruflichen Rolle kennenzulernen. Wer etwas Persönliches teilt, kann Nähe und Vertrauen entstehen lassen.

Krewenka betont dabei die Freiwilligkeit. Niemand muss sich öffnen, und die Antworten werden nicht automatisch in der Gruppe weitergegeben. Die persönliche Frage bleibt damit eine Einladung. Im Wald geht es nicht darum, Beschäftigte zu durchleuchten oder aus ihrem Verhalten vermeintliche Defizite abzuleiten.

Sein Ansatz ist kleiner und zugleich anspruchsvoller: Menschen bekommen ein Angebot, einander auf einer menschlichen Ebene zu begegnen. Ob sie es an diesem Tag annehmen, bleibt ihnen überlassen. Gerade diese Offenheit schützt das Format davor, zur verordneten Nähe zu werden.

Die Führungskraft gehört in die Gruppe, nicht an den Rand

Wenn eine Führungskraft teilnimmt, ist sie für Krewenka Teil des Teams. Eine externe Moderation kann dabei helfen, die gewohnte Hierarchie vorübergehend zurückzunehmen. Organisiert die Chefin oder der Chef den Ausflug selbst und gibt alle Schritte vor, bleibt das bekannte Muster leicht bestehen. Übernimmt eine neutrale Person den Prozess, kann sich die Führungskraft wie alle anderen auf die Übungen einlassen.

Was ein Rollenwechsel auslösen kann, schildert Krewenka an einem innerstädtischen Teambuilding. Die Gruppe sollte ohne öffentliche Verkehrsmittel und ohne Navigation am Telefon von einem Ort zum anderen finden. Alle zehn Minuten übernahm jemand anderes die Führung. Irgendwann stand der Praktikant vorne, entschied über die Richtung und das ganze Team folgte ihm.

Für den jungen Mitarbeiter wurde spürbar, dass die anderen auf ihn hörten. Die Führungskraft musste sich zugleich zurücknehmen, selbst wenn sie eine andere Route gewählt hätte. Das Beispiel fand nicht im Wald statt, trifft aber den Kern von Krewenkas Arbeit: Ein veränderter Rahmen macht Verhalten sichtbar, das in der üblichen Ordnung wenig Platz bekommt. Nicht durch Beobachtung von außen, sondern weil die Gruppe eine ungewohnte Situation gemeinsam bewältigt.

Ein guter Ausgang bleibt offen

Krewenka verspricht nicht, dass jeder Naturtag alle Teilnehmenden erreicht. Manche kommen skeptisch und lassen sich später darauf ein. Andere können oder wollen sich an diesem Tag nicht öffnen. Persönliche Belastungen oder schlicht fehlendes Interesse verschwinden nicht am Waldrand. Sein Anspruch ist deshalb nicht, alle glücklich zu machen, sondern eine Möglichkeit anzubieten.

Diese Ergebnisoffenheit prägt auch seinen eigenen Zugang zur Natur. Er geht nicht zwingend mit einem Kilometerziel los. Manchmal bleibt er an einem Platz sitzen, weil dort das Licht auffällt, ein Vogel zu hören ist oder der Wald besonders riecht. Aus einem geplanten Lauf kann so eine lange Pause und ein kurzer Weg werden. Die Fotografie half ihm zunächst, genauer hinzusehen; später ließ er die Kamera öfter zu Hause.

Dafür braucht es keine Weltreise. Krewenka schlägt eine viel kleinere Unterbrechung vor: auf dem Heimweg einmal nicht an der gewohnten Station aussteigen, bis zur Endstation weiterfahren und von dort ins Grüne gehen. Für Teams gilt eine ähnliche Logik. Der Wert liegt nicht in einer spektakulären Kulisse, sondern im bewussten Verlassen eingeübter Abläufe.

Ein Waldweg wirkt nicht von selbst. Er kann aber einen Rahmen schaffen, in dem Menschen wieder Zeit füreinander haben, Rollen für eine Weile beweglicher werden und Gespräche nicht nach dreißig Minuten enden müssen. Teamveränderung beginnt dann nicht mit einer großen Ansage, sondern möglicherweise mit zwei Menschen, die nebeneinander gehen und einander eine Frage stellen, die im nächsten Videocall keinen Platz hätte.


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[00:00] Hallo und gratuliere dir! Du bist bei Forerunners Network gelandet. Good People, Good Stories statt täglich neuer Skandale. Also, besuche unsere Homepage. Dort triffst du viel mehr gute Dinge als sonst irgendwo. Lösungen, Ideen und Innovationen, Masterclasses und die besten Stories zum Wandel. Werde auch du ein Forerunner und besuche uns auf forerunners.network. Und jetzt viel Spaß beim Podcast. Für Menschen, die neue Wege gehen. Für Menschen, die andere vielleicht noch nicht gegangen sind. Und jetzt jetzt mein ehemals bester Eventler Georg Kriwenker, der irgendwann vor über 15, 20 Jahren gesagt hat, lieber Christoph, besser als du ist eine Weltreise. Die hat er dann auch gemacht und eine völlig andere Karriere eingeschlagen. Herzlich willkommen, Georg. Erzähl uns vielleicht in ein paar Worten, was von dieser Weltreise weg passiert ist und was du heute tust und dann gehen wir ein bisschen so in die SG-Themen. Ja, grüß dich Christoph.

[01:28] Es ist mir eine große Freude und auch gleichzeitig Ehre mit dir hier heute zu sitzen. Und so ein bisschen auch in der Vergangenheit anzufangen. Wir haben ja eine gemeinsam sehr intensive Zeit gehabt in einem Werbe- und Eventumfeld. Und früher oder später ist dann der Wunsch immer größer geworden, auch sozusagen die Welt außerhalb dieser lokalen Welt hier in Wien und Österreich kennenzulernen. Ich habe mich dann entschlossen, eine Weltreise zu tun und anzugehen, gemeinsam mit einer Partnerin. Anfänglich mit einem Budget von einem halben Jahr und mit einem guten Management ist das dann doch ein Jahr geworden. Und das war rückwirkend mit Abstand eines der nachhaltigsten und besten Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, weil ich wirklich mein Leben fast so in zwei Hälften eindehren kann, in vor der Reise und nach der Reise, weil sie einen sehr tiefen Impact einfach für mich gehabt hat.

[02:21] Wenn man ein Jahr lang unterwegs ist und wenig Verpflichtungen auch hat, sondern nur sich selbst gegenüber und seiner Reisebegleitung auch immer entscheiden kann, einfach nur so in einem Halbstundenslot, was ist die nächste halbe Stunde wichtig, kommt man da sehr in den Moment und sehr zu sich selbst. Da hat sich für mich so der Spruch gefestigt, dass jeder Schritt weg von der Zivilisation und vom bekannten Umfeld auch ein Schritt näher zu sich selbst ist. Ich bin mir in der Zeit sicher sehr intensiv und sehr schnell viel näher gekommen zu meinem Inneren selbst, als mir das sonst so vielleicht im Alltag gelungen wäre. Und dein Inneres selbst hast du irgendwo entdeckt, abgesehen von der Familie, die du dann gegründet hast, ist eigentlich die Natur. Das ist die Natur, ja. Und das, was einem sozusagen gelingt natürlich, wenn man irgendwo in Australien irgendwo im Outback sitzt,

[03:20] hunderte Kilometer entfernt, nur mit einem Lagerfeuer, gelingt einem auch in kleinem Maße ganz einfach hier. Man braucht einfach nur mit der U-Bahn oder der Straßenbahn, mit der man täglich zur Arbeit fährt, beim Heimfahren nicht an seiner Station aussteigen, sondern einmal bis zur Endstation fahren und dort einfach auf den nächsten Hügel gehen und sich dort in den Wald setzen für ein, zwei, drei Stunden und vielleicht auch übernachten, wenn man ganz mutig ist und am nächsten Tag dort wieder zurückkehren in die Arbeitswelt. Und das passt, finde ich, sehr gut auch zu unserer heutigen Zeit. Man muss nicht zwingend einen Kontinentalflug machen, um irgendwas zu erleben. Es reicht oft sozusagen der Schritt raus aus seinen gewohnten Abläufen und Bewegungsmustern und Umgebungen. Und da ist die Natur ein wunderbarer Raum, einfach um da auch wieder mal besser hinhören zu können auf seine innere Stimme.

[04:07] Dich hat es immer mehr gepackt, du bist dann auch Bergretter geworden. Genau, ich bin, ich sage immer ein bisschen, ein Wissensjunkie. Also ich habe einiges an Skills dann einfach versucht, mir immer wieder anzuagern. Die Bergrettung war immer schon ein stabiler Begleiter, weil ich da zwei Dinge kombinieren kann. Das eine ist die Leidenschaft zu dem alpinen Umfeld und an den Bergen und gleichzeitig auch dieses gute Gefühl, wenn man etwas völlig unentgeltlich macht. Es ist ein Riesenunterschied, ob man seine Skills, seine Leistungen und sein Wissen sozusagen für Geld letztendlich irgendwo einsetzt, oder einfach nur, weil man einfach jemand anderem helfen möchte. Und das vermittelt einem ein ganz besonderes Glücksgefühl, dass man es ausprobiert und auch gar nicht so beschreiben kann. Und dieser Dienst so ein bisschen an der Gesellschaft und an dem Nächsten, unabhängig von Nationalität, Alter, Geschlecht, dass jetzt clever oder weniger clever war, was er gemacht hat.

[05:07] Man ist einfach da und tut das, was man gut kann und hilft dieser Person aus dieser Notlage. Du hast dich aber auch immer wieder verändert, weil du könntest ja heute noch, ich kenne dich ja als unheimlich talentierten Eventmacher, der die riesigsten Produktionen geschaukelt hat und das teilweise auch noch tut. Und irgendwann hast du gesagt, nein, eigentlich fotografieren, filmen, das Ganze im Zusammenhang mit der Natur interessiert mich mehr. Hast du eigentlich, sage ich mal, eine gemähte Wiese oder ein gemachtes Bett hinter dir gelassen? Ja, das ist richtig und es ist ein bisschen wie ein Fluss. Also ein Fluss ist ja auch in Bewegung und ich bin mehr der Fluss-Typ als der Tümpel. Und für mich ist es einfach erfrischend und eine Bereicherung, wenn neue Dinge einfach passieren. Veränderung ist für mich immer positiv besetzt. Selbst der Tod meines Vaters, der eine große Veränderung ist, kann ich nach einer Trauerphase auch als positiven Effekte in meinem Leben mitnehmen

[06:14] und sagen, okay, es verändert sich was, Veränderung ist im ersten Moment natürlich unbequem und für viele auch verängstigend. Aber ich nehme die Veränderung immer mit offenen Armen an und wenn sie nicht kommt, dann gehe ich vielleicht auch selbst los und suche mir diese Veränderung. Für mich ist es reizvoll, wenn sich Dinge verändern. Um solche Dinge nervlich überhaupt durchzustehen, braucht es ein gewisses Maß an Reflexion. Und weil wir eben heute das Thema Natur, Menschen in der Natur, Entwicklung in der Natur haben, erzähle mal du, wenn du jetzt mit der U4 zum Karlsplatz fährst, von der Endstation Hütteldorf, dich den Windfluss rausbewegst, weiter, weiter, weiter und dann irgendwann vielleicht am Tropberg gelandet bist, Wie empfängt dich die Natur, wie empfängst du die Natur? Ist das immer derselbe Prozess? Ist das ein tagesabhängiger Prozess? Wie gehst du in diese Kathedrale hinein? In diese Kathedrale? Ich bin Familienvater, wir sind eine vierköpfige Familie und ich habe auch Rechnungen zu zahlen.

[07:27] So gesehen habe auch ich sozusagen einen Rahmen, eine Korsette, an dem ich mich ein bisschen orientieren muss. Ich bin jetzt kein Single-Weitwanderer, der einfach nur so in den Tag hinein lebt. Das heißt, wenn ich gezielt irgendwo hingehe und sage, ich nehme mir jetzt Zeit, dann hat das auch meistens natürlich ein gewisses Vor, ein Anfang und ein Ende. In diesem Zeitfenster gehe ich aber mit dem Anspruch und mit dem Versuch ein, sehr ergebnisoffen zu sein. Und einfach auch mal drauf loszugehen, das kann dann der Tropberg sein, das kann aber auch nur 100 Meter sein und dann eine Parkbank und wo ich dort sitzen bleibe und dann wieder zurückgehe oder nach fünf Minuten entscheide, heute ist es nicht und gleich wieder abbreche. Also dieses Ergebnis offen und nicht da auch wieder mit dem, was man sonst im Alltag und beruflich natürlich auch anlegen muss,

[08:20] mit irgendwelchen Zielfokus, diese Dinge da auch jetzt noch, so jetzt brauche ich unbedingt dieses intensive Erlebnis und da muss was, was, was hinten rausschauen, das abzulegen und wirklich sozusagen einfach mal reinzugehen in die Natur. Und ich mache das sehr oft bei Läufen. Also ich laufe gerne und so ein Lauf kann dann auch länger dauern. Und wenn ich dann zurückkomme und sage, ich will jetzt zwei, drei Stunden laufen, dann sage ich dir, na Wahnsinn, drei Stunden laufen. Wobei ich derzeit auch jetzt nicht gelaufen bin, sondern wenn ich irgendwo an einem Platz im Wald vorbeikomme und dort riecht es gut oder da ich halt irgendeinen Vogel oder das Licht ist besonders oder es hat sonst irgendeine Attention für mich, dann bleibe ich halt einfach sitzen und schaue mal. Und vielleicht sitze ich dann da eine Dreiviertelstunde und laufe wieder zurück zum Auto.

[09:05] Also kann auch sein oder ich laufe weiter. Also dieses Offensein und sozusagen alle seine Sensoren einfach zu aktivieren und zu schauen, was kommt, ohne mit einem Anspruch, dass es heute 10, 15, 20 Kilometer sein müssen. Es können auch nur drei Kilometer sein und ich bin zwei Stunden gesessen irgendwo. Ist auch okay. Das sind jetzt einmal so die Aufnahmen der Natur mit den Sinnen. Du hast dann auch begonnen, das Ganze zu fotografieren, zu filmen und auch zum Teil eben deines Erwerbs zu machen als Teil einer vierköpfigen Familie. Erklär uns da so ein bisschen den Wandel zur Fotografie, zum Film und wie leicht oder schwierig das war, das überhaupt nach außen auch zu verkaufen. Ja. Also begonnen hat die Fotografie, die ein wunderbares Tool ist, gerade wenn man sozusagen in die Natur geht. Ich habe sehr viele Zeitrafferaufnahmen zu Beginn gemacht, die sind geprägt von neben der Kamera sitzen und warten

[10:02] eine Stunde oder eineinhalb bis die Aufnahme quasi im Kasten ist. Da kann man nicht viel machen, außer zuschauen und möglichst die Kamera nicht angreifen. Also da ist man fast gezwungen, nichts zu tun und einfach nur da zu sein. Und wenn man dann auch einen kreativen Anspruch hat, dann ist man natürlich auch spielerisch und ehrgeizig und ein bisschen auch immer ein Jäger auf der Suche nach anderen Blickwinkeln, nach besonderen Plätzen, nach unentdeckten Plätzen. Und so handelt man sich da sozusagen dann auch da ein bisschen immer weiter. Die Fotografie ist mittlerweile eine stabiler Fertigkeit, die ich mir über die Jahre angeeignet habe. Und da ist wieder die Veränderung dann reingekommen. Ich habe dann gemerkt, okay, mit der Fotografie, das ist so ein bisschen Komfortzone auch. Wenn heute Aufträge reinkommen, dann stresst mir das nicht, wie vielleicht in den ersten Tagen. Und da ist dann auch einfach der Wunsch gekommen, sich selbst weiterzuentwickeln.

[10:58] Und das ist der Film, weil bei Filmen spielt dann noch viel mehr eine Rolle. Da ist dann der Ton ein Thema und viele andere Dinge. Die Kompositionen sind ähnlich und komplexer. Und so war das einfach eine logische Weiterentwicklung, das zu filmen. Und der dritte Punkt, das ist sozusagen die dritte Säule, das ist, wenn ich mit Menschen und mit Gruppen, sei es mit Privatpersonen oder mit sehr vielen Firmen und Teams in die Natur gehe, ich habe für mich irgendwann festgestellt, dass es mir gut liegt und eine Riesenfreude bringt, wenn ich andere inspirieren kann und das, was ich da erlebe in der Natur, denen bis zu einem gewissen Punkt auch ermöglichen kann. Dank deiner guten Schule des Storytellings, hast du im Event-Marketing, kann ich da viel so reinbringen und inszeniere dann so einen Ausflug, Stunden, Tage, Woche, was auch immer, da immer so, dass das für die Leute auch ein wirklich sehr eindrucksvolles Erlebnis ist.

[11:56] Und das ist am Ende des Tages für mich das größte Geschenk, wenn ich Teilnehmer am Parkplatz verabschiede und sehe, die sind gekommen mit ihren Alltagslasten am Rücken und gehen dann mit einem Strahlen und Lächeln im Gesicht. Und es ist eigentlich nichts anderes passiert, als dass wir uns in der Natur vielleicht gehen, bewegt haben und dazu achtsam waren. Firmen buchen sowas bei dir mit einer gewissen Intention. Was ist die? Die Intention ist sehr stark gewachsen, gerade in den letzten Jahren, während der Pandemiesituation und dem Wechsel des Arbeitsplatzes nach Hause. Viele Mitarbeiter sitzen auch heute noch sehr viel Zeit am Arbeitsplatz zu Hause, sind alle wahnsinnig gut organisiert, haben wirklich so ein Timeboxing, am Punkt geht es rein ins Teams-Meeting und am halb geht es wieder raus. Da bleibt selten Platz für persönliche Gespräche und das ist klassische Kaffee-Automatengespräch, das man von früher kennt,

[13:00] die sind einfach verschwunden. Und so gesehen sind alle wahnsinnig effizient und bringen extrem viel weiter, vielleicht sogar mehr als wie früher. Aber eigentlich weiß keiner mehr, wie es dem anderen geht. Und schon gar nicht die Führungskräfte, die vielfach sozusagen den Bezug und den Connect zu ihren Teams verlieren auch. Die merken einfach, dass sie, ja, diese Verbindung zu ihren Teams und gerade Fluktuation ist natürlich dann das Nächste, weil für den Mitarbeiter macht es nicht viel Unterschied, ob er seinen Teams-Goal heute bei der Firma A aufmacht oder bei der Firma B, der Arbeitsplatz, die Umgebung ist dasselbe. Die Verbindung zu den Mitarbeitern ist nahezu austauschbar, weil man kennt sich über ein Chatfenster, man weiß nicht viel Persönliches über den anderen. So gesehen, ich sage mal, ist da auch wenig Bindung. Und genau da haben natürlich die Unternehmen und die Führungskräfte einen großen Bedarf

[13:56] und erkennen, dass es ihnen etwas bringt, wenn die Leute auch einfach wieder enger zusammenwachsen. Und diese Begegnungen gelingen in einem Arbeitsraum oder Spielfeld Natur einfach deutlich besser als über einen Sumo oder Teamscall. Jetzt, wie darf man sich das vorstellen? Das heißt, du triffst dich dann um acht in der Früh mit einem Bus voller Manager, Managerinnen. Wahrscheinlich werden mannigfaltige Berufe, meistens wahrscheinlich Sesselberufe dabei sein. Und dann gehen wir halt im Void. Mehr ist es nicht? Klingt jetzt so banal, aber das wird schon reichen, wenn man das nur macht. Obendrauf kann man dann noch jede Menge Toppings geben. Das ist wie so eine Wundertüte. Was ich über Jahrzehnte wirklich gesehen habe, ist, dass die eingebrachte Zeit, die man gemeinsam verbringt und auch sein Umfeld verändert, also nicht jetzt im Seminarraum oder im Meetingraum in der Firma, sondern raus, irgendwo ins Grüne, in einen Wald,

[14:58] die Natur, die ist eins zu eins als Effekt natürlich auch erkennbar. Das macht einen Unterschied, ob wir jetzt nur 10 Minuten eine Runde im Türkenstandspark drehen, was auch gut ist, oder einen ganzen Tag miteinander verbringen. Und noch viel intensiver natürlich, wenn wir eine Nacht gemeinsam irgendwo verbringen. Menschen gehen anders aus zu Hause in der Früh, wenn sie wissen, sie kommen am Abend nicht mehr heim. Da muss ich mich von meiner Frau verabschieden, ich muss anders backen und ich bin mit einem ganz anderen Commitment einfach dann an diesem Platz. Das hätten wir jetzt auch in einem normalen Seminarsetup, aber sobald es rausgeht in die Natur, hat das eine ganz besondere Wirkung auf die Menschen. Es ist in allen Fällen beruhigend. Gespräche im Gehen sind anders als im Sitzen. Es werden viel mehr Muskelgruppen angesprochen. Manches redet sich auch leichter im Gehen.

[15:47] Und meistens starten solche Teambuildings und Ausflüge einfach mit einer Gehpassage, wo meistens in Zweiergruppen die Leute einfach losziehen und mit einer Frage, da komme ich dann ins Spiel, dass die nicht einfach losgehen und dann erst wieder über ihre Arbeitsthemen plaudern. Sondern da gebe ich ihnen ganz gezielt einfach Fragen, die dann auch ein bisschen ins Persönliche gehen mit, wo sie sich einfach besser kennenlernen. Und das ist ganz simpel, aber es ist so magic, wenn man dann sieht, wenn einfach zwei Personen losgehen und der eine fragt den anderen, wovor hast du Angst? Dann kann der natürlich darauf antworten und sich öffnen oder auch nicht. Das ist ja auch jedem immer dann auch freigestellt. Das wird auch nicht geteilt oder sonst irgendwas. Aber da passiert was, wenn sich zwei Personen über ihre Ängste oder über ihre Freuden oder über was auch immer, unterhalten, dann entsteht da Bindung und Vertrauen.

[16:38] Und Vertrauen ist einfach die Basis von jedem erfolgreichen Teams. Und da setze ich eigentlich an, dass man einmal wieder dieses gegenseitige Vertrauen einfach auf einer persönlichen, menschlichen Ebene fördert. Geht dann der Chef, die Chefin da auch mit? Und kann die dann aus dem Verhalten der Mitarbeiterinnen in der Natur vielleicht Talente entdecken, die so in der normalen Arbeitswelt gar nicht drinnen wären, respektive vielleicht auch Defizite? Also ich glaube, das ist überhaupt nicht das Ziel. Aber da müsste man jetzt die Führungskraft fragen. Ich begrüße es natürlich, wenn die Person dabei ist, weil es ist ja genauso ein Teil des Teams. Das Gute ist, wenn sie sich jemanden nehmen wie mich oder jemanden, der so einen Prozess moderiert, dass die Führungskraft dann auch gleichwertig mit den Mitarbeitern sozusagen da in diesen Prozess hineingeht. Weil wenn die Führungskraft das selbst organisiert, und es ist ja, wie gesagt, spitz gesagt, nicht schwierig,

[17:40] der könnte auch sagen, wir machen einen Ausflug, gehen wir am Wochenende oder am Freitagnachmittag in Wienerwald, dann hat der Chef das halt gesagt und alle gehen mit. Und dann wird das wahrscheinlich nicht so gelingen, als wie wenn er sagt, lass uns gemeinsam etwas machen und uns Zeit für uns als Team nehmen. Und ich habe da den Trainer A, B, C, wie nach immer. Und der moderiert das. Dann kann der sich quasi genauso in die Reihe der Mitarbeiter stellen und ist dann gleichwertig. Der gibt nichts vor, der gibt nichts an, sondern da ist eine dritte neutrale Person, die sozusagen das Ganze moderiert. Und das macht einen riesigen Unterschied. Ob der jetzt Rückschlüsse zieht, weiter fällt mir lustigerweise ein sehr positives Beispiel ein. Wir haben unlängst ein Teambuilding gemacht. Da ging es darum, das war innerstädtisch, also gar nicht in der Natur,

[18:26] aber die Teilnehmer mussten von der Lokation A nach B kommen, ohne dass sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen und auch kein Telefon nutzen für die Navigation. Das heißt, sie mussten einfach im Prinzip vom Prater nach St. Max finden, ohne dass sie da auf irgendwelche Hilfsmittel zurückgreifen. Und alle zehn Minuten hat ein anderer Mitarbeiter die Führung der Gruppe übernommen. Das war dann ganz spannend, weil dann irgendwann auch der Praktikant vorne steht und sagt, so, gehen wir jetzt links oder rechts und das ganze Team ihm folgt. Und da passieren dann wirklich lustige und schöne Momente, wie natürlich er dann in seiner Selbstwirksamkeit auch wächst. Aber er dann merkt, okay, die hören mir alle zu, die machen jetzt alle das, was ich sage. Und auch spannend natürlich für die Führungskraft, sich da zurückzunehmen und sagen, jetzt lassen wir er nochmal vorgehen, aber wenn wir wissen, das ist jetzt die falsche Richtung,

[19:14] das sind seine zehn Minuten und ich muss es dann in den nächsten zehn Minuten vielleicht wieder auspückeln. Aber spannend, das waren wirklich schöne Momente. So gesehen, da war es das Spannende zu sehen, dass der junge Mensch dann wirklich da aus sich rausgekommen ist und da echt gewachsen ist, auch im Ansehen jetzt, also sozusagen, der vielleicht in der Gruppe, weil er das wirklich super gemacht hat. Kann man jetzt auch so eine Demoskopie drüberlegen oder eine Prozentrechnung, wie viele von den Feedbacks her, wenn du dann wieder am Ausgangspunkt stehst, sagen dann im Prinzip immer alle, es war super oder ich meine, du durst jetzt im Laufe der Zeit… Zumindest zum Fingernsfang ist das vielleicht. Ich müsste das nicht sagen. Aber würdest du selber abschätzen, wie viel ist die Hälfte davon positiv berührt, für die andere war es halt der Tag, wo sie arbeiten gehen haben müssen und draußen waren?

[20:12] Oder sind alle Probleme… Ich kann mir nicht vorstellen, dass nicht 100 Prozent sagen, einen Tag an der frischen Luft tut man nicht gut. Also wenn ich jetzt vom Gefühl, also das rein meine persönliche Wahrnehmung, wie ich es einschätzen würde und diese jetzt doch nicht in irgendeiner Form abgefragt oder so, sind das wahrscheinlich 80 Prozent. Es gibt immer Leute, für die das halt notorisch keinen Spaß macht und sie dem auch nicht öffnen wollen. Aber sie sagen, ich bin ja nicht da jetzt, um irgendjemanden zu bekehren, sondern ich mache nur ein Angebot und manche nehmen es von Haus aus an, wo die sind von Haus aus der Typ, andere kippen dann, die kommen skeptisch und kippen dann voll rein und öffnen sich und manche gelingt es halt an dem Tag und warum auch immer, das ist ja auch immer, sagen wir mal,

[21:00] vielleicht tagesabhängig, ich weiß auch nicht, mit welcher Vorgeschichte der kommt. Da kann am Vormittag irgendwas Blödes gerade passiert sein, auch im familiären Umfeld und dann kann der halt sich an dem Tag nichts öffnen. Aber es ist auch nicht mein Anspruch, alle glücklich zu machen, sondern ich kann nur ein Angebot machen, es ist ergebnisoffen und manche nehmen es an und manche nehmen es vielleicht nicht an. Ich weiß, dass du auch ab und an mit Menschen in die Natur gehst, um ihnen fotografieren zu lernen. Erzähl uns da kurz, welche Trigger Points musst du da bei denen öffnen, damit sie einen neuen Blickwinkel entwickeln? So wie ich eingangs gesagt habe, ist die, wenn ich das erste Mal rausgehen will und sage, okay, jetzt möchte ich ergebnisoffen, in den Wald gehen und da achtsam sein, das ist so, wenn man sich vielleicht anfängt, wirklich schwer da zu meditieren,

[21:53] dann gibt es halt irgendwelche Apps, die einem helfen und irgendwie einzählen und auszählen und Atemübungen und so ähnliches machen. So ist die Fotografie dann auch ein Werkzeug einfach, wo man sagt, okay, wir schulen heute einfach mal unsere Achtsamkeit und schauen, was wir durch sozusagen einen bestimmten Blickwinkel eines Kamerasuchers uns fokussieren auf einzelne Punkte und ganz genau hinschauen oder mal ganz weit schauen oder versuchen, von einem Standpunkt, ohne dass ich mich jetzt bewege, von einem Quadrat mehr, einfach zu schauen, wie viele unterschiedliche Dinge kann ich da entdecken. Also so gesehen, ist es ein bisschen ein Werkzeug und früher war sie immer dabei, heute lasse ich sie immer mehr auch zu Hause, weil ich es quasi unter Anfangs nicht mehr brauche und das mir so auch gelingt oder genießen kann, ohne dass ich es jetzt in einem Foto festhalten muss. Du hast mir jetzt

[22:43] ein gutes Stichwort geliefert, nämlich zum Thema Achtsamkeit. Da ist man ja früher eigentlich nur gekommen, wenn man einen Burnout hatte, sonst wurde man nie damit konfrontiert, dass man das in seinem Leben aufnehmen sollte. Heute ist es Teil von Handyprogrammen, das da jetzt zum Beispiel Apple auf seiner Gesundheits-App anbietet. Die sind ja da schon viel weiter als Schritte und Stockwerke, sondern es gibt da schon Schlaf. Und das Thema Achtsamkeit, falls es jemand nicht, wer hat dich Achtsamkeit gelehrt? Wann bist du damit das erste Mal konfrontiert worden? Und wie schauen deine Übungen zur Achtsamkeit aus? Also wenn ich von hinten anfange, ich bin auch nicht gefeit durch dieses Telefon, das wir mit uns mittragen, dass er der größte Killer der Achtsamkeit ist, da immer wieder auch falsch abzubiegen. Und da muss man dann einfach entweder sehr diszipliniert sein, wenn einem das gelingt,

[23:40] oder dann auch ganz gezielt strategisch, sage ich, dagegen zu arbeiten. Diese Tools haben mittlerweile digitales Wohlbefinden, heißt es auf meinem Android-Telefon. Da kann ich ganz genau einstellen, ob man sich das Telefon selbst in einen Rohrmodus versetzt. So kann ich mich selber einfach ganz simpel austricksen. Wenn ich am 23.15 Uhr zum Telefon greife, ist es schwarz-weiß und hat keine Mobildaten und erinnert mich daran, dass ich eigentlich um die Zeit schon nicht mehr aufs Telefon schauen sollte und schaltet sich selbst wieder um 6.30 Uhr bei mir halt wieder ein. Also da kann ich ganz strategisch natürlich, wenn ich weiß, dass es mir das schwer tut. Ich habe zum Beispiel vor einem halben Jahr die Benachrichtigung von WhatsApp deaktiviert, was ein riesiger Gamechanger ist, sehr zum Leiten meines Umfelds. Die sagen dann immer, ich habe da hier eine Nachricht geschrieben, sage ich, ja, aber ich habe es nicht gesehen,

[24:29] weil ich selbst entscheide, wann ich Nachrichten aufnehmen möchte. Also ich lasse, man kennt, dass das Telefon liegt vor einem am Tisch, oben ist dieses Icon, dieses Symbol und es gelingt einem natürlich dann nicht, nicht reinzuschauen. Man muss sofort reinschauen, was da wieder für eine neue Nachricht ist. Wenn das aber nicht oben ist, dann habe ich die Situation gar nicht, sondern dann habe ich irgendwann im Laufe des Tages halt vier, fünfmal den Zeitpunkt gesagt, jetzt hätte ich gut Zeit, nachzuschauen, ob jemand was von mir will. Und dann schaue ich rein und dann sind meistens mehrere Nachrichten schon da. Dann kann man sich die durchlesen, bearbeiten und beantworten und dann ist es auch wieder weg. Und ich glaube, da muss man einfach ein bisschen strategisch und diszipliniert rangehen. Auf der anderen Seite sitzen riesige Konzerne mit Psychologen, Wissenschaftlern, Mathematikern, die natürlich alles tun,

[25:18] um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und auf der anderen Seite sitze ich als Einzelperson und da braucht es Strategie und Disziplin, um dem einfach etwas dagegen zu halten. Die erste Frage, wo habe ich Achtsamkeit gelehrt? Dreh mal es um, geh drehen wir es um, Georg, für unsere Hörer. Ich stelle dich jetzt für eine Situation, der Georg hat an dem Tag zwei Kinderkrankheiten durcherleben müssen, ein Kunde zahlt nach der 17. Mahnung nicht und du kommst darauf, dass der eigentliche vom KSV in alle Richtungen gesperrt ist und zu allem Überdruss zieht dir auch noch deine geliebte Frau eins über die Rübe, aus welchem Grund auch immer. Du kommst durch den Autostau oder sag mal so, du bist mit der U-Bahn gefahren in den Wald, die U-Bahn ist aber nicht gekommen, das heißt, du bist am Schienenersatzverkehr umgestiegen und hast dann so von der Innenstadt

[26:16] nach Hütteldorf eine Stunde 15 gebraucht, das heißt, du kommst mit einem Blutdruck 180, 140 dort an, sag uns eine kleine Übung, die du dann machst, das geht nicht ergebnisoffen, da musst du etwas tun, um runterzukommen. Lachen, also Humor, also wenn wirklich euch schon komplett den Bach hinunter geht, dann kann man auch mal da stehen und sagen, Alter, das gibt es nicht, oder? Das ist echt viel und das alles an einem Tag und alles mir und über mir ringt es auch noch. Also Humor ist natürlich immer sozusagen ein Mittel. Ansonsten habe ich für mich, und es gibt ja da seinen Werkzeugkoffer, jeder hat unterschiedliche Techniken und Tools und mir hilft in solchen Situationen die sogenannte Aha-Meditation, die ich auch sehr intensiv beim Apnoe-Tauchen, was ich immer wieder praktiziere, wo man ja auch wirklich mit dem Gefühl, dass ich ersticke und sterbe,

[27:14] also das ist ja ähnlich an, sagen wir mal, belastend wie die Situation, die du gerade beschrieben hast, gut anwenden kann und die Aha-Meditation macht nichts anderes, dass es sagt, aha, da ist jetzt also das und das und das und das. Einfach nur mal das Ding anzunehmen und einfach so wie es ist, ohne in eine Bewertung reinzufallen. Also die Kunst ist, nicht eine Situation zu bewerten. Wenn mir heute jemand beim Autoverkehr, wo ich spät dran bin, die Vorfahrt nimmt, dann kann ich natürlich schimpfen, hupen, beim Fenster raus erspucken, ich weiß nicht, was man alles machen kann oder ich kann sagen, aha, der hat mir jetzt die Vorfahrt genommen. Sehr cool. Ja. Total, ja. Ja, also und das habe ich in den letzten Jahren auch dank der Corona-Pandemie, für die ich in dem Punkt sehr dankbar bin, sehr viel gelernt und mitgenommen,

[28:04] dass man dieses Bewerten hinten anstellt und ich tue mir leichter auch mit Bildern. Es ist ein bisschen wie ein Gebrauchtwagenkauf. Wenn ich heute ein Autokauf ein Gebrauchtes oder verkaufen möchte und es kommt einer und sagt, ich gebe dir dafür 1.500 Euro, dann ist dieses erste Preis, den kann ich nicht nehmen, aber den muss ich nicht nehmen. Und die Reaktionen, die ich heute habe, wenn irgendetwas eintritt, das sind Reaktionen, die mein Unterbewusstsein steuert und das Unterbewusstsein ist genährt von meinen Erfahrungen, die ich in den letzten 20, 30, 40 Jahren gemacht habe. Davon sind die genährt. So gesehen werde ich natürlich auch immer gleich reagieren. Wenn ich die letzten 100 Mal geschimpft habe, wenn man die Vorfahrt nimmt, dann werde ich beim 101. Mal dann auch wieder schimpfen. Und da gibt es diese eine Millisekunde, diesen kurzen Zeitpunkt, wo ich die Möglichkeit habe,

[28:56] die Pause-Taste zu drücken und sagen, okay, meine klassische Reaktion wäre jetzt schimpfen. So habe ich das die letzten 100 Mal gemacht. Aha, kann ich machen, muss ich nicht machen. Wenn es mir gelingt, die Pause-Taste zu drücken, dann ist eh schon viel passiert, weil dann ist der eh schon weg, die Situation ist meistens schon entschärft und dann entstehen neue Handlungsmuster. Dann kann man sagen, aha, jetzt bin ich der Zweite, jetzt bester ich nicht in der Ersten, bin dann nicht mehr drüber gekommen bei der Ampel, das ist jetzt nicht passiert. Also weniger bewerten wäre sozusagen das Geheimnis. Großartige Geschichte. Ich sage auch kurz, aha, wir sind bei 30 Minuten angelangt, aber ich möchte dich nicht so einfach gehen lassen, weil wir haben mit einer Weltreise begonnen und ich frage dich jetzt einmal, aha, so nach ein paar Lieblingsspots, ja, damit wir unsere HörerInnen

[29:50] auch so ein bisschen akustisch in die Natur schicken und ich sage dir jetzt, ein Land, ein Bundesland und du sagst mir einen Spot, den du empfehlen kannst, Salzkammergut. Salzkammergut. Der Wolfgangsee, mit dem verbinde ich ganz viel schöne Erinnerungen. Ich habe dort geheiratet, ich habe dort unzählige Urleber verbracht, ich habe dort unzählige Teambuildings gemacht, egal ob das jetzt die Postalmese oder da hinten Schwarzensee rauf am Schaftberg, also der ist sehr vielfältig, der Spot, da gibt es in jede Richtung und Ecke was zum Erleben und Erdecken. Wienerwald. Meine Heimat eigentlich jetzt so rund um Mödling, das ist jetzt, ich weiß nicht, ob wir das noch zum Wienerwald mitnehmen können, aber so Richtung Anniger rauf, die Föhrenwälder da hinten, das hat so ein bisschen was Mediterranes, da bin ich gern. Österreichsalpen? Ein Tag fehlt mir die Fraunalpe ein, weil das der Berg ist,

[30:49] wo ich am öftersten um war in ganz Österreich, glaube ich, weil die Schwiegereltern dort am Fuße der Fraunalpe wohnen und ich dort unzählige Skituren bei Tag und Nacht einfach auf diesen Gipfel gegangen bin, weil er auch bei jeder Schnee- und Wetterlage einfach zu erreichen der Gipfel auch für Einzelpersonen ist und da war ich einfach unzählige Male oben so gesehen, die Fraunalpe. Lieblingsspot außerhalb Österreichs, wo du bisher schon gewesen bist, du darfst nur einen nennen, wahrscheinlich sind es sieben. Einer, Nordlichter. Nordlichter sind unglaublich, weil Nordlichter sind einfach ein Geschenk der Natur. Wenn es einem gelingt, dass man Nordlichter sieht, dann ist das wie ein Gift of Nature. Das ist anders als wie der Ayers Rock, der auch eine Ausstrahlung hat, aber zum Ayers Rock kann ich mir jetzt ein Ticket buchen, hinfliegen, dort hinfahren und stehe ich dort und dann ist da dieser

[31:46] Monolith. Aber wenn ich sage, ich mag Nordlichter sehen, kann ich da zehn Tage rauffahren und sehe kein einziges oder vielleicht Hunderte. Also das finde ich, weil es so unpredictable ist. Es ist einfach, da ist wieder dieses Ergebnis offen und ich kann das nicht einfach buchen. Es ist einfach, ich kann hinfahren und das genießen und das erleben oder auch nicht. So gesehen sind Nordlichter für mich das schönste Naturspot, wenn du so willst und das ist halt tendenziell im Norden, weil es im Süden einfach nicht ausgeht. Ja, Nordlichter im Norden. Zum Schluss der Lieblingsspot, wo du noch nie gewesen bist, aber unbedingt einmal auch im Kreise der Familie sein willst. Ich mag meiner Familie die Nordlichter zeigen. Ich habe die mehrfach selbst erleben dürfen und das würde ich gerne gemeinsam mit meiner Familie erleben. Das wird passieren, lieber Georg. Ich danke dir

[32:42] für die Zeit. Danke fürs Kommen zu Forlanners Network. Schön war's. Danke Christoph, dir und alles Gute weiterhin. Ich werde es weiterhin verfolgen und du bist ja für mich der Vorrunner schlechthin. Eigentlich müssten wir über dich reden, weil du hast ganz viele Veränderungen in deinem Leben auch schon hinter dir und warst für mich immer eine große inspirationsquille. Vielen Dank.

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