Wenn jeder Platz erkämpft werden muss, ist Inklusion noch nicht Alltag
Robert Kaspar kennt Sport als Manager, Wissenschafter und Vater. Seine Tochter Leonie erlebt ihn als Athletin. Ihr gemeinsames Gespräch macht sichtbar, wo Österreich bei Inklusion weitergekommen ist – und warum echte Barrierefreiheit erst dann erreicht ist, wenn Betreuung, Bildung und Bewegung nicht mehr vom persönlichen Kampf abhängen.
Auf die Frage nach ihrer liebsten Sportart antwortet Leonie Kaspar ohne Umweg: „Schwimmen.“ Im Gespräch kommen auch Faustball, Basketball und Fußball zur Sprache. Doch der wichtigste Punkt liegt nicht in der Wahl einer Disziplin. Sport bedeutet für Leonie Bewegung, Wettbewerb und gemeinsame Zeit mit Freundinnen und Freunden.
Ihr Vater Robert Kaspar betrachtet den Sport aus mehreren Perspektiven. Er war im Sportmanagement tätig, beschäftigte sich wissenschaftlich mit nachhaltigen Wintersport-Großveranstaltungen und arbeitete bei den Special Olympics World Winter Games 2017 mit. Zum Zeitpunkt der Aufnahme lehrte er Sportmanagement an der Privatuniversität Schloss Seeburg. Zugleich spricht er als Vater einer Tochter mit Down-Syndrom über einen Alltag, in dem gesellschaftliche Offenheit und verlässliche Strukturen nicht immer dasselbe sind.
Gerade diese Verbindung macht das Gespräch aufschlussreich. Die beiden erzählen nicht nur davon, was Sport ermöglichen kann. Sie zeigen auch, was geschehen muss, damit aus einer grundsätzlich positiven Haltung tatsächliche Teilhabe wird.
Nachhaltiger Sport braucht mehr als ein grünes Versprechen
Bevor das Gespräch bei Inklusion ankommt, geht es um die Olympischen Spiele und den Wintersport. Kaspar erinnert daran, dass Nachhaltigkeit bei Großveranstaltungen schon in den 1990er-Jahren ein Thema war. Damals beschäftigte er sich wissenschaftlich und praktisch mit den ökologischen Folgen großer Wintersportereignisse. Die Debatte sei also nicht neu, habe aber zeitweise an Aufmerksamkeit verloren.
Sein Bekenntnis zum Sport bleibt klar. Gleichzeitig verlangt der Klimawandel Veränderungen von Gästen und Destinationen. Kaspar nennt die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln als eine Entscheidung, die den ökologischen Fußabdruck eines Winterurlaubs beeinflussen kann. Auch die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln stärkt aus seiner Sicht eine nachhaltigere touristische Entwicklung. Betreiber wiederum können öffentliche Mobilität vor Ort ausbauen, erneuerbare Energie nutzen und enger mit der lokalen Wirtschaft arbeiten.
Wo Schnee unsicherer wird, hält er eine breitere Ausrichtung der Regionen für notwendig. Winterurlaub muss dann nicht ausschließlich Skifahren bedeuten. Wandern, Radfahren oder andere Bewegungsformen können das Angebot ergänzen. Hinter dieser Überlegung steht ein größerer Gedanke: Sport soll erhalten bleiben, aber nicht um den Preis, dass alte Modelle ungeachtet veränderter Bedingungen fortgeschrieben werden.
Dasselbe Prinzip wendet Kaspar auf mögliche Olympiabewerbungen an. Statt alle Belastungen und Neubauten an einem Ort zu konzentrieren, schlägt er grenzüberschreitende, auf mehrere Städte verteilte Konzepte vor. Bestehende Sportstätten, touristische Kapazitäten und Verkehrswege könnten so besser genutzt werden. Ob eine Bewerbung sinnvoll ist, müsse sich daran messen lassen, was sie der Bevölkerung, den Sportstätten und den Verbänden tatsächlich bringt.
Gesellschaftliche Offenheit ersetzt keine verlässlichen Plätze
Beim Thema Inklusion zieht Kaspar eine klare Trennlinie. Die Gesellschaft erlebt er grundsätzlich als offen. Wer mit einem Menschen mit Behinderung unterwegs sei, stoße zwar bisweilen auf Fragen oder Blicke, sei aber meist willkommen. Schwieriger werde es dort, wo Teilhabe organisiert und finanziert werden muss.
Nach der Geburt Leonies im Jahr 2007 war die Familie mit medizinischen Eingriffen und einer belastenden ersten Zeit konfrontiert. Früh fasste ihr Vater den Entschluss, mit seiner Tochter ein Leben zu führen, das nicht vorsorglich durch angenommene Grenzen eingeschränkt wird. Die Familie nahm Leonie nach dem Krankenhaus überallhin mit. Diese Haltung konnte Türen öffnen. Sie beseitigte jedoch nicht die strukturellen Hürden.
Kaspar beschreibt, wie Familien um geeignete Betreuung, einen inklusiven Kindergartenplatz, einen Schulplatz oder eine passende Nachmittagsbetreuung ringen. Angebote können kürzer verfügbar sein als jene für andere Kinder, weil zusätzliche Betreuung mehr Personal und Geld erfordert. Später stellt sich dieselbe Frage beim Zugang zur Berufswelt erneut.
Damit wird ein Widerspruch sichtbar: Ein Kind kann im persönlichen Umfeld willkommen sein und institutionell trotzdem vor verschlossenen Türen stehen. Inklusion hängt dann von der Ausdauer der Eltern, vom Entgegenkommen einzelner Einrichtungen und von glücklichen Umständen ab. Kaspar sieht deshalb die Politik in der Verantwortung, Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass Familien diese Schritte nicht immer wieder einzeln erkämpfen müssen.
Der Zugang zum Sport entscheidet über die Freude daran
Im Sport zeigt sich diese Lücke besonders deutlich. Ein regulärer Schwimmkurs ist nicht automatisch inklusiv, nur weil niemand ausdrücklich ausgeschlossen wird. Manche Kinder lernen langsamer, brauchen mehr Zeit oder eine individuellere Begleitung. Ohne ein passendes Angebot bleibt der Zugang theoretisch.
Für Leonie fand die Familie eine eigene Schwimmgruppe beim WAT in Ottakring. Bei den Special Olympics konnte sie an Trainings und Wettbewerben teilnehmen. Ihr Vater berichtet, dass sie bei nationalen Sommerspielen dabei war und eine Medaille gewann. Noch wichtiger als die Platzierung war für ihn, was danach geschah: Die Begeisterung für Sport wuchs und wirkte in den Alltag hinein.
Kaspar beschreibt diesen Transfer als mehr Lust auf Bewegung und mehr Lebensfreude. Sport wird damit nicht auf die Platzierung reduziert. Für ihn liegt die eigentliche Wirkung außerhalb der Veranstaltung: Die Erfahrung eines Bewerbs kann die Begeisterung weitertragen, bis Bewegung im Alltag oder Schwimmen im Urlaub selbstverständlich werden.
Barrierefreiheit hilft weit mehr Menschen als gedacht
Im Gespräch wird Barrierefreiheit nicht allein mit Rollstühlen verbunden. Kaspar erinnert an Menschen mit Rollator, an ältere Personen, an Menschen mit anderen körperlichen Einschränkungen und an Eltern mit Kinderwagen. Sie alle profitieren von Wegen, Gebäuden und Verkehrsmitteln, die ohne unnötige Hindernisse nutzbar sind.
Dieser breite Blick verändert die Debatte. In Kaspars Darstellung ist Barrierefreiheit keine Sonderlösung für eine kleine Gruppe, sondern eine Umgebung, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigt. Beim Sport bedeutet das, verschiedene Voraussetzungen bei der Gestaltung der Angebote mitzudenken.
Dafür braucht es laut Kaspar gemeinsame Verantwortung. Eltern können Kinder zur Bewegung ermutigen. Kindergärten und Schulen können Sport im Alltag verankern. Vereine und Verbände können geeignete Trainingsmöglichkeiten schaffen. Die Politik muss Rahmenbedingungen sichern, damit solche Angebote nicht von einzelnen engagierten Personen abhängig bleiben. Entscheidend ist, dass diese Verantwortung nicht zwischen den Beteiligten verloren geht.
Lebensfreude entsteht dort, wo Mitmachen normal wird
Robert und Leonie Kaspar erzählen zwei Seiten derselben Geschichte. Robert spricht über Systeme, Sportorganisationen und politische Rahmenbedingungen. Leonie antwortet aus ihrem eigenen Erleben: Schwimmen, Faustball, Freundinnen und Freunde. Ihre Perspektive führt die Debatte auf ihren konkreten Zweck zurück.
Inklusion bedeutet nicht, Menschen nachträglich in unveränderte Strukturen hineinzuschieben. Sie beginnt dort, wo Angebote von Anfang an unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen. Ein offener Blick ist dafür wichtig, aber er reicht nicht. Es braucht Zeit, Betreuung, zugängliche Räume und verlässliche Plätze.
Sport kann diesen Wandel sichtbar machen. Er schafft Begegnung und verbindet persönliche Entwicklung mit Gemeinschaft. Seine Wirkung reicht von der Freude über einen Bewerb bis zur Sicherheit, sich auch außerhalb des Trainings etwas zuzutrauen. Wenn diese Erfahrung nicht mehr vom beharrlichen Einsatz einzelner Familien abhängt, wird aus gutem Willen belastbare Inklusion – und aus dem Recht mitzumachen gelebter Alltag.
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[01:26] Also muss etwas dahinter sein. Er hat heute einen ganz besonderen Podcast. Er geht nämlich vom Thema Olympische Spiele bis hin zur Inklusion und zur Barrierefreiheit. Robert, herzlich willkommen bei uns im Studio. Herzlichen Dank für die Einladung, lieber Christoph. Ja, ich habe schon gesagt, 2024 ist es dann 20 Jahre her, dass wir die Bewerbung um die Olympische Spiele, wo du so nett warst und mich als Kreativen eingecheckt hast, leider verloren haben gegen Vancouver. Ja, das sind schon fast 20 Jahre vergangen. Wie war denn der Weg von damals, Prag 2004 bis jetzt, 2023, in unser Studio im 14. Bezirk? Genau, 2. Juli war das damals in Prag die Entscheidung nach zwei Jahren Tätigkeit als Generalsekretär für die Olympiabwehrung. Dann plötzlich war das Feuer erloschen für die Olympiabwehrung, aber nicht die Passion für den Sport eigentlich. Der Sport hat mich in den letzten 20 Jahren weiter begleitet.
[02:30] Ich war dann zuerst Studiumsleiter an einer Fachhochschule in Krems, dann an einer Fachhochschule in Tirol, in Kufstein. War dann bei den Special Olympics, World Winter Games 2017 tätig und bin seit 5 Jahren an der Privatuniversität Schloss Seeburg in Seekirchen am Wallersee tätig als Assistant Professor für Sportmanagement. Bleiben wir beim Sport. Das sind jetzt gerade die Ski-Weltmeisterschaften in Meribel und Kurschewell. Wir haben zu Beginn der Saison die weißen Bänder in grünen Landschaften gesehen. Jetzt ist alles wieder tief verschneit und die Leute rutschen auf den eisigen Hängen aus. Und ich habe von dir einen BBC-Artikel, einen Beitrag gesehen auf der Online-Seite. Was ist denn deine Einstellung zum Wintersport, wie er gerade in Österreich diskutiert wird? Genau, ich möchte ein bisschen ausholen, weil man glaubt ja, das Thema Nachhaltigkeit ist jetzt ein neues Thema. Ist es nicht. 1992 war schon die erste Weltumweltkonferenz in Rio de Janeiro.
[03:36] Ich habe 1994 bis 1997 eine Dissertation damals geschrieben über die Nachhaltigkeit von Wintersport-Großveranstaltungen mit dem Schwerpunkt der Olympischen Winterspiele in Lillehammer und den Alpinen-Ski-Weltmeisterschaften in der Sierra Nevada und habe gleichzeitig aber von 1994 bis 1999 die Umweltabteilung der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 1999 in der Ramsam-Dachstein geleitet. Das heißt, das Thema Nachhaltigkeit, Umweltprojekte war damals schon relevant. Wir haben damals schon viel umgesetzt und in der Zwischenzeit rund um 2000 ist es ein bisschen eingeschlafen, sage ich leider und erfreulicherweise die letzten zehn Jahren wieder stärker, Gott sei Dank, stärker präsent in den Köpfen der Entscheidungsträger und der Bevölkerung. Aber zur Frage Wintersport. Ich glaube, einerseits ist Sport wichtig für die Gesellschaft. Sport ist wichtig, ganz als Hardfax gesprochen, für die Wirtschaft in Österreich. Also der Wintersport, der Sommersport tragen ja mit der Freizeitwirtschaft 15 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei. Was hat sich geändert? Klar ist der Klimawandel, was muss sich ändern, ist das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten
[04:56] und natürlich die Entwicklung der Angebotsträger in den Wintersportdestinationen. Okay, in welche Richtung muss sich das Verhalten der Konsumentinnen ändern? Weniger dafür teurer oder? Ich sage es immer, jeder kann in seinem Lifestyle, in seinem Leben sehr viele Schritte setzen. Das beginnt bei der Anreise. Ich kann mir überlegen, ist es möglich öffentlich anzureisen? Das ist schon ein großer Impact in einer Wintersportwoche. Wie schaut es aus mit der Auswirkung auf die lokale Wirtschaft, mit lokalen Lebensmitteln, lokalen landwirtschaftlichen Produkten? Also der Konsument kann sehr, sehr viel beitragen zu einer nachhaltigen touristischen Entwicklung. Genauso natürlich, wie man jetzt verstärkt sieht, auch die Betreiber von Wintersportgebieten. Das heißt Photovoltaik, das heißt öffentliche Verkehrsmittel in den Destinationen. Das heißt lokale Wirtschaft beleben, Gastronomie kann auf Bio-Lebensmittel ausgerichtet werden. Das heißt auch hier ist sehr viel möglich. Also aus meiner Sicht ein klares Bekenntnis ja zum Sport. Aber es kann auch sein, wenn kein Schnee liegt, dass man diversifizieren muss.
[06:14] Spazieren gehen, wandern gehen, in der Winterlandschaft, vielleicht Rad fahren, Nordic Woken in der winterlichen Landschaft, die vielleicht in den niedrigen Lagen weniger Schnee sehen wird in der Zukunft. Man merkt, der Sport lässt dich nicht aus. Sei es jetzt selber. Ich weiß ja, du hast ein zweites Bein in der Ramsau und bald wirst du mit beiden Beinen dort stehen. Und das lässt dich nicht los. Auch diese olympische Gemeinschaft, die olympische Bewegung. Erzähl uns ein bisschen von dir als Bürger Olympias. Genau. Also das olympische Feuer hat bei mir sehr früh zu brennen begonnen. Natürlich war das das Highlight den Versuch der olympischen Winterspiele nach Österreich zu holen damals. Aber Österreich, Schweiz und die Deutschland sitzen gemeinsam am Boot der Nationen, die seit 50 Jahren es nicht geschafft haben, weder Winterspiele noch Sommerspiele nach Österreich, Deutschland und Schweiz zu holen. Die letzten waren eben 76 in Innsbruck.
[07:23] Inzwischen hat sich sehr viel geändert. Das IOC hat sich dramatisch geändert. Die Anforderungen sind flexibler geworden. Man kann grenzüberschreitende Bewerbungen andenken. Und da fehlt mir jetzt ein bisschen das Feuer zu sagen, okay, neu und kreativ auch zu denken, nachhaltig zu denken. Warum nicht eine Olympia-Bewerbung Wien, München, Innsbruck, Zürich, wo sich die Belastung für die Bevölkerung reduziert, wo der Bedarf an Sportstätten verteilt ist um eine größere Fläche, wo die touristischen Kapazitäten ganz anders sind, wo die Verkehrsbelastung eine ganz andere ist. Und meine Hoffnung ist schon da, dass wir im deutschsprachigen Raum einmal wieder Ende der Winter- oder Sommerspiele sehen werden. Jetzt fällt mir etwas ein, weil wir da miteinander plaudern. Du hast sogar einmal ein Konzept geschrieben für olympische Spiele in Wien. Ist das richtig? Genau, das ist so. Das war mehr oder weniger eine spontane Idee des damaligen Wiener Bürgermeisters Michi
[08:27] Heupel, der gesagt hat, das könnte man mal überlegen. Es hat ja dann eine Volksbefragung gegeben. Ich habe dann geschwind eine kleine Vormachbarkeitsstudie gemacht. Und wenn man das dann im Detail anschaut, das klingt zu groß. Wenn man aber anders denkt und Bratislava, Prag, vielleicht sogar Budapest, Mitten, Graz, Laibach, hat man natürlich selbstverständlich die Sportstätten in dieser Region auch da. Natürlich wäre das charmant, eine grenzüberschreitende polyzentrische Bewerbung anzudenken. Das heißt, klar wäre es machbar. Man muss nur die Horizonte und die Grenzen erweitern und dann schauen, macht es Sinn für die Bevölkerung, macht es Sinn für die Sportstättenentwicklung, macht es Sinn generell für die Sportfachverbände und dann könnte man sowas in der Zukunft sicher wieder andenken. Bei aller Kritik und Bashing von großen Verbänden, das tut man ja gern auf die Großen hinhauen, man kann der Olympischen Bewegung nicht absprechen, dass sie für den Parasport und für Special Olympics
[09:32] für Menschen mit besonderen Bedürftesten nicht wahnsinnig viel gemacht hätte. Ich glaube, die Olympische Bewegung hat da auf die Gesellschaft einen ganz großen Einfluss genommen. Genau. Es sind drei Ebenen. Das Internationale Olympische Komitee für die Olympischen Spiele, für den Spitzensport, das Internationale Paralympische Komitee für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen und Special Olympics International mit Sitz in Washington für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen. Das heißt, egal für welche Zielgruppe und ich sage immer vom Kindergarten bis unlimited, unbegrenzt, ist Sport relevant, ist Sport wichtig und natürlich dementsprechend neben dem Breitensport auch der Spitzensport, der von diesen drei Institutionen auf globaler Ebene gefördert wird. Deine, dein Engagement für die Special Olympics. Da haben wir uns wieder gesehen vor einigen Jahren, haben gemeinsam wieder ein paar schöne kreative Stunden gemeinsam verbracht. Erzähl uns jetzt, wir nähern uns jetzt auch dem Thema Inklusion und Sport. Erzähl uns von deinen Werdegang rund um die Special Olympics.
[10:44] Sehr gerne. Ja, es war am 30. März 2007, wo meine Tochter, die Leonie, in Krems geboren wurde mit dem Down-Syndrom. Und nach dem ersten Moment, was ist das eigentlich, was heißt das für unser Leben? Ja, vom dritten Tag nach der Geburt, sie war im Spital, sie war dann sogar auf der Intensivstation nach Operationen. Also es war keine leichte Zeit, am dritten Tag, ohne mich mit dem Thema Inklusion sehr beschäftigt zu haben, habe ich gesagt, wir werden ein Leben leben, wie alle anderen mit anderen Kindern leben werden. Und wir haben sie vom ersten Tag, wo sie aus dem Spital heraußen war, überall hin mitgenommen. Und es hat für uns nie Grenzen gegeben, beziehungsweise wir haben keine Grenzen gesehen oder keine Grenzen akzeptiert. Und die Leonie kennt auch keine Grenzen. Es gibt nichts, wo sie nicht mit kann. Es gibt nichts, wo sie nicht dabei ist.
[11:41] Und sie kennt die Welt. Sie reist gern, sie macht Sport gern. Und das ist sicher ein Appell, den ihr jedem da mitgehen kann. Für jeden Menschen mit irgendeinem besonderem Bedürfnis, einer Schwierigkeit im Leben, einfach die Türen und die Köpfe aufzumachen, um allen Menschen mit besonderen Bedürfnissen alle Möglichkeiten aufzumachen. Wie schaut es denn da in Österreichs Wirtschaft und Gesellschaft aus? Ist das Thema jetzt schon angekommen? Ist es vielleicht durch? In der Arbeitswelt, in der Mobilität, in der Freizeitgestaltung, welche Note würdest du da Österreich und seinen Playern geben? Das kann nicht sein der Firmenpost, das kann aber auch sein der Volontier, der sich für etwas einsetzt. Das kann sein die Verwaltung. Wie stehen wir da? Also ich würde es vielleicht trennen in die Gesellschaft. Wenn man in Österreich unterwegs ist, würde ich da sagen in Noten gut. Also es ist kein Thema mehr, wenn man mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen unterwegs ist.
[12:45] Man erntet manchmal Fragen in die Blicke, aber das ist ja durchaus okay. Die Leute sagen, was ist da eigentlich? Aber man ist überall willkommen. Es gibt keine Einschränkungen. Also das ist gut. Wenn ich jetzt an den Alltag eines Menschen mit besonderen Bedürfnissen denke, das trifft dann eher die Politik, würde eher beim Befriedigen sein. Weil man muss um jeden Schritt kämpfen. Es gibt nicht den selbstverständlichen Betreuungsplatz, die Krabbelstube, weil da muss man jemanden finden, der sagt, der nimmt einen Menschen mit besonderen Bedürfnissen, der viel mehr Aufwand vielleicht verursacht, in die Gruppe auf. Man muss kämpfen um den Inklusions-Kindergartenplatz, dass der vorhanden ist, dass der gleich viele Wochen im Sommer bereitsteht wie für alle anderen Kinder. Man muss kämpfen um den Platz in der Schule. Man muss kämpfen um den Platz in einem Hort, der vielleicht dann nur weniger Wochen offen hat,
[13:50] weil viel mehr Aufwand, weil viel teurer auch im Betrieb. Und man muss dann natürlich auch schauen um die Inklusion in die Berufswelt, je nach Abhängigkeit dessen, was möglich ist. Das heißt, da ist sicher die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen noch weit zu verbessern. Gleichzeitig, sage ich einmal, sind wir in Österreich gut unterwegs. Natürlich kann man immer nach Skandinavien oder in andere Länder schauen, was noch besser ist. Aber es betrifft auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Wenn man nur anschaut, man glaubt immer, man fokussiert das auf die Rollstuhlfahrer. Aber jeder, der einen Rollator hat, jeder, der körperliche Beeinträchtigungen hat, viele ältere Menschen, Mütter oder Väter mit Kinder wegen, brauchen auch barrierefreie Umgebungen. Da bin ich voll bei dir. Ich bin letztes Jahr damit beschäftigt im Rahmen der Mobilität. Und man kann eigentlich eine Zahl nennen, jeder fünfte Österreicher ist eingeschränkt. Man braucht eine völlig normale Behandlung als Bürger.
[14:58] Und ich glaube, dass es mich freut, dass du jetzt sagst, okay, wir lernen, wir bewegen uns weiter. Die Rahmenbedingungen, sprich Gesetzeslage muss noch besser werden mit deinem Wort. Genau so ist es. Und das trifft auch den Bereich Sport, um da wieder zurückzukommen. Ich nehme jetzt das einfache Beispiel von der Leonie her. Jedes andere Kind geht als Kind vielleicht Babyschwimmern in einen Schwimmkurs. Das heißt, ich brauche aber für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ein spezielles Angebot. Die lernen langsamer, die brauchen mehr Zeit, die brauchen vielleicht individuelle Betreuung. Wir waren davor im Bereich Schwimmern, haben ja einen Schwimmkurs gefunden. Und beim W.A.T. in Ottakring, da gibt es eine eigene Schwimmgruppe. Bei Special Olympics werden ja Trainings, werden Wettbewerbe gefördert. Und die Leonie war zweimal schon Teilnehmerin bei den Special Olympics, bei den nationalen Sommerspielen. Und ich habe das selber erlebt. Die Begeisterung, die bei ihr dann für den Sport weiter sich entwickelt hat, mit der Medaille, die sie gewonnen hat.
[16:13] Die Lust auf Sport, die Lust auf Leben, die Lust auf Bewegung. Und das ist etwas, was das Sportevent von Special Olympics in das Alltagsleben transferiert. Mehr Sport, mehr Lebensfreude, mehr Lebensqualität. Und für uns ist es jetzt kein Thema. Wir können uns mehr fahren nach Kroatien. Die Lehre schwimmt im Meer. Und da ist sicher etwas, wo alle gefordert sind. Alle, das heißt die Eltern, das heißt die Sportvereine, die Sportverbände und natürlich auch die Politik, das Schulsystem, um Sport dementsprechend zu fördern. Aber eben nicht nur für Menschen mit Behinderung, für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Sagst du auch als Olympia wahrscheinlich für die gesamte österreichische Bevölkerung. Genau so ist es. Ja, also da wird ja sehr viel diskutiert. Die Parteien haben das beschlossen, die tägliche Bewegungseinheit. Man ist eigentlich schockiert, wenn man international unterwegs ist, welche Hürden es bei uns gibt, dass im Kindergarten, in der Schule nicht mehr Sport ausgeübt wird.
[17:28] Aber ich sage, die Verantwortung ist eine gemeinsame. Die Verantwortung ist von den Eltern und von den Kindergärten, von den Schulen. Das heißt, alle gemeinsam sind wir dafür verantwortlich, Kinder mehr in Bewegung zu bringen, zur Bewegung zu motivieren, auch zum Wettbewerb zu motivieren. Bei Eltern hast du jetzt ein Stichwort gesagt, lieber Robert. Wir sind heute zwei stolze Papas, weil draußen, während wir hier im Studio sitzen, sind Leonie und Moritz, deine Tochter Leonie, von der wir jetzt schon gesprochen haben, mein Sohn Moritz, der das Studio hier gebaut hat, die Podcasts schneiden wird. Und ich würde sagen, wir haben jetzt über sie gesprochen, lassen wir es doch auch einmal zu Wort kommen, die beiden, oder? Sehr gerne. So, liebe Zuhörer, wir machen jetzt einen kurzen Wechsel, wie Sie hören, mit der Leonie aus alt wird jung. Und die Leonie ist die Tochter von Robert, der vorhin mit Christoph gesprochen hat.
[18:31] Und sie ist eine sehr erfolgreiche Sportlerin. Sportlerin. Ja, Sportlerin. Sportlerin. Im Specialsport. Ich bin Schöpfer. Und ich hätte jetzt nur ein paar Fragen an dich, Leonie. Die haben ja vorher schon eine kurze Vorbesprechung gemacht. Heie. Und welche Sportart betreibst du am liebsten? Schwimmen. Schwimmen, ja. Und wir haben noch vorher geredet, Faustball, oder? Faustball. Faustball, ja. Und du bist ja auch eine sehr erfolgreiche Sportlerin. Sportlerin. Und hast dieses Jahr auch schon Medaillen gewonnen. Medaillen gewonnen. Ja. Ich habe vorher gehört, du hast den dritten Platz gemacht, gell? Dritte Platz. Den dritten Platz. Und in welcher Sportart war das? Dritte Platz. Dritte Platz. Dritte Platz, die Brausse, ja. Ah. Ah. Weißt du noch in welchem Sport? Das war beim Schwimmen, Faustball? Faustball. Faustball, ja. Feuer. Und welcher Sport, weil wir auch vorher vorher darüber geredet haben, da sind wir auch auf eine Sportart gekommen, die du sehr gerne magst.
[19:41] Basketball war das, oder? Basketball. Basketball, ja. Und am liebsten mit Freunden. Fußball. Und da spielst du am liebsten Basketball mit Freunden. Mit Freunden. Mit Freunden. Mit Freunden. Fußball sind auch draufgekommen, gell? Fußball. Fußball, ja. Und du spielst ja als Torfrau, oder? Als Torfrau, oder? Als Torfrau. Mhm. Mhm. Ja, und so in den nächsten Jahren, sehr sportlich, würdest du auch dann antreten, vielleicht bei den Olympics, bei den Erwachsenen? Ich bin Sport. Warte. Wirst du es auch bei den Olympics, bei den Erwachsenen probieren, in vielleicht fünf Jahren? Fünf Jahren? Mhm. Also willst du dort antreten, ja, oder? Ja. Ja. Und wir haben uns dann auch noch vorher weitergeschaut bei der Vorbesprechung. Wieso? Du griechst ja auch sehr gerne, gell? Nein, ich griechst ja gar nicht. Also wir haben ja vorgesehen, du griechst ja auch sehr gerne, gell? Ich griechst ja gerne. Weil jeder Sportler hat natürlich nach einer Sporteinheit sich was zum Essen verdient.
[20:48] Und dann haben wir gesagt, du grillst ja gerne, haben wir gesagt, oder? Ich habe gesagt, nein. Und dann haben wir gesagt, Gemüse. Gemüse. Und Fleisch haben wir gesagt, was ist du am liebsten am Grillen? Gemüse, Fleisch. Gemüse. Gemüse, ja. Gemüse. Gemüse, okay, ja. Ist gesund für einen Sportler. Sportler. Sportler. Bitte? Sportler. Und? Korn. Naja, und bei unserer kleinen Vorbesprechung. Korni. Pari. Pari. Haben wir auch gesehen, du isst gerne? Pari. Torte, oder? Torte. Torte, ja. Und Torte oder vielleicht dann ein Apfelkuchen oder? Apfelkuchen. Ist auch gut, oder? Ah, gut. Weil das hat sich ja jeder Sportler verdient nach einem sportlichen Tag. Torte. Und haben wir auch gesehen, deine Lieblingstiere, Schafe waren das, oder? Schafe. Schafe, ja. Schafe, die Lieblingstiere. Die Tiere. Ja. Mhm. Und? Torte. Kommen wir nochmal kurz zum Sport zurück, weil du habe ja auch gesehen, dass du mit Freundinnen
[21:59] Sport machst, oder? Torte. Mit der Lisa und mit der Nika machst du ja gerne Sport, oder? Ich sage ich ja. Also Sport mit Freundinnen. Freund. Ja, mit, wie haben wir gesagt, die Lisa und Nika, deine Freundinnen. Lisa und Nika. Ja, deine Freundinnen. Freundinnen. Mit denen machst du am schlimmsten Sport auch, oder? Torte. Mhm. Spielst du gerne Fußball mit ihnen, Basketball, Schwimmen? Schwimmen. Schwimmen, ja. Schwimmen. Gehst du auch im Winter schwimmen, oder in die Halle, Hallenbad schwimmen? Halle. Okay. Und ist dir lieber im Sommer ins kühle, nass zu springen, ins Wasser zu springen im Sommer, wenn es warm ist? Sommer ist schöner schwimmen, oder? Auch im Sommer gehen. Mhm. Und deine Disziplin ist ja? Ritterhalle. Beim Schwimmen die 25 Meter, oder? 35 Meter. 25 Meter, ja. 35 Meter. Und die 50 gehen auch schon, oder? 15 auch. 15 auch, ja. 15 auch, ja.
[22:52] 15 auch.
