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Bewusst essen heißt nicht, jeden Tag Luxus zu kaufen

Nachhaltige Lebensmittel sollen Produzentinnen und Produzenten fair entlohnen, müssen für Haushalte aber leistbar bleiben. Kulinarikjournalist Peter Tichatschek schlägt im Podcast keinen perfekten Einkaufszettel vor. Er zeigt, wie Wertschätzung, bewusster Genuss und ein genauer Blick in den eigenen Kühlschrank den Umgang mit Essen verändern können.

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Podcast07.12.2022

Ein Glas Orangenmarmelade aus Sizilien, biologisch hergestellt und laut Produktwebsite unter guten Bedingungen produziert, kostet Peter Tichatschek fast neun Euro. Er kauft es trotzdem – nicht gedankenlos, sondern als persönlichen Luxus. Gerade weil die Marmelade etwas Besonderes bleibt, muss sie nicht jeden Tag auf dem Frühstücksbrot landen.

An diesem kleinen Beispiel hängt eine große Frage: Wie können Lebensmittel nachhaltig und fair hergestellt werden, ohne dass gutes Essen zu einem Privileg wird? Tichatschek, Kulinarikjournalist, Moderator und Autor, gibt darauf keine einfache Preisformel. Sein Ansatz beginnt bei der Wertigkeit: Nicht alles muss jederzeit möglichst billig verfügbar sein, und nicht jedes teurere Produkt muss täglich konsumiert werden.

Der niedrigste Preis hat oft unsichtbare Folgen

Wenn ein Produkt erfolgreich ist, wächst rasch der Druck, eine günstigere Variante anzubieten. Tichatschek beschreibt das an seiner Orangenmarmelade: Kostet das bewusst ausgewählte Glas fast neun Euro, wird bald nach einer Herstellung gesucht, die dasselbe Produkt für vier Euro ins Regal bringt. Den Menschen könne und solle man den Kauf der billigeren Marmelade nicht verbieten. Doch der Wettbewerb nach unten kann Bedingungen fördern, bei denen biologische Produktion, Nachhaltigkeit oder eine angemessene Bezahlung weniger Platz haben.

Darin liegt der Zielkonflikt. Produzentinnen und Produzenten müssen von ihrer Arbeit leben können. Handelsunternehmen wollen wirtschaftlich arbeiten. Konsumentinnen und Konsumenten brauchen Lebensmittel, die sie bezahlen können. Tichatschek kritisiert daher nicht pauschal einen Teil dieser Kette. Aus seiner Sicht ist vielmehr „da und dort ein bisschen der Skrupel verloren gegangen“, wenn alles noch günstiger und noch schneller verfügbar sein soll.

Seine Antwort ist eine bewusstere Abstufung. Produkte wie Kaffee, Kakao oder Avocado können im persönlichen Alltag etwas Besonderes sein, das nicht ständig konsumiert wird. Wer seltener zugreift, kann bei einzelnen Einkäufen eher auf Herkunft, Herstellung und Bezahlung achten. Luxus bedeutet dann nicht Überfluss, sondern eine gewählte Ausnahme.

Der Supermarkt bleibt wichtig – aber das Etikett auch

Für Tichatschek ist der Supermarkt kein Gegner nachhaltiger Ernährung. Er kauft dort selbst gerne ein und schätzt die große Auswahl. Entscheidend ist, die Vielfalt nicht mit Beliebigkeit zu verwechseln. Woher kommt ein Lebensmittel? Wie wurde es produziert? Und geht es jenen Menschen gut, die es hergestellt haben? Diese Fragen sollen auch zwischen voll bestückten Regalen ihren Platz behalten.

Positiv sieht er die stärkere Hinwendung zu regionalen Angeboten. Kleine Handelsstrukturen, Bauernmärkte und Händler, die direkt bei Produzentinnen und Produzenten einkaufen, schaffen zusätzliche Wege zum Lebensmittel. Im Podcast nennt er als Beispiel einen Bio-Fischproduzenten in Niederösterreich. Statt tiefgekühlten Fisch von weit her zu wählen, kann ein regional erzeugter Saibling das persönliche Luxusgut sein. Er kostet mehr, muss aber nicht jeden Tag am Teller liegen.

Das ist kein allgemeingültiger Einkaufsbefehl. Nicht jeder Haushalt hat dieselben finanziellen Möglichkeiten, dieselbe Zeit oder dieselben Anbieter in der Nähe. Der praktische Kern bleibt dennoch brauchbar: Bei jenen Einkäufen, bei denen eine Wahl besteht, lohnt sich ein genauer Blick auf Herkunft und Produktionsweise. Regionalität wird damit nicht zum moralischen Etikett, sondern zu einem möglichen Kriterium neben Preis, Geschmack und Verfügbarkeit.

Lebensmittelverschwendung beginnt oft im eigenen Kühlschrank

Große Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung hält Tichatschek für sinnvoll. Projekte wie Too Good To Go machen sichtbar, dass genießbare Ware weitergegeben werden kann, statt im Müll zu landen. Sie lösen nicht jedes Problem, zeigen aber, dass bestehende Abläufe veränderbar sind.

Ebenso wichtig ist für ihn der private Haushalt. Ein voller Kühlschrank kann beruhigend wirken, wie der Gastgeber im Gespräch selbst einräumt. Ressourcenschonend ist diese Gewohnheit aber nur, wenn die eingekaufte Menge auch verbraucht wird. Tichatschek schlägt deshalb eine einfache Bestandsaufnahme vor: Am Ende eines Müllsacks kurz prüfen, welche Lebensmittel darin gelandet sind.

Wer regelmäßig gekauften Sauerrahm entsorgt, braucht nicht zuerst ein abstraktes Nachhaltigkeitsziel. Der nächste sinnvolle Schritt ist, weniger davon einzukaufen. Die Beobachtung des eigenen Abfalls liefert konkretere Hinweise als ein allgemeiner Vorsatz, künftig „besser“ zu konsumieren.

Dabei bleibt Tichatschek realistisch. Eine sechsköpfige Familie braucht andere Mengen und Einkaufsroutinen als ein kleiner Haushalt. Es kann vorkommen, dass etwas übrig bleibt oder zu viel gekauft wurde. Einzelne Konsumentinnen und Konsumenten würden damit nicht die Welt retten. Sie können aber aufmerksamer werden und ihre Gewohnheiten nachschärfen.

Kochen macht aus Ware wieder ein Lebensmittel

Tichatscheks Beziehung zu Resten wurde in der Familie geprägt. Seine Großmutter kochte aus Übriggebliebenem etwa Grenadiermarsch, sein Großvater bezeichnete das Wegwerfen von Brot als Sünde. Hinter diesen Sätzen steht eine Haltung, die in einer rund um die Uhr verfügbaren Konsumwelt leicht verloren geht: Essen war nicht bloß austauschbare Ware.

Wer Lebensmittel selbst in die Hand nimmt und damit kocht, entwickelt nach seiner Erfahrung ein anderes Gespür für ihren Wert. Tichatschek verweist auf seine Arbeit mit Köchinnen und Köchen. Beim Verarbeiten einer Rübe werde die Arbeit hinter dem Produkt greifbarer: Jemand hat den Acker betreut und dafür gesorgt, dass dieses Lebensmittel überhaupt in der Küche ankommt.

Daraus ergibt sich ein alltagstauglicher Weg zu mehr Bewusstsein. Mit offenen Augen einkaufen, auf das aktuelle und saisonale Angebot schauen und wieder öfter selbst kochen. Was bereits im Kühlschrank liegt, wird Teil der Planung. Reste sind dann nicht automatisch Abfall, sondern eine Zutat für das nächste Gericht.

Genuss und Verantwortung müssen keine Gegner sein

Tichatschek beginnt das Gespräch nicht mit Verzicht. Wichtig sei, dass Menschen gut und gerne essen und sich damit wohlfühlen. Schließlich gehört Essen jeden Tag zum Leben. Nachhaltigkeit wird dadurch nicht zur Strafübung, sondern zu einer Frage, wie Genuss organisiert ist.

Manche Produkte dürfen etwas Besonderes sein. Der Supermarkt darf Teil der Versorgung bleiben. Regionale Produzentinnen und Produzenten können dort unterstützt werden, wo es für den eigenen Haushalt möglich ist. Und der Inhalt des Müllsacks kann zeigen, an welcher Stelle die persönliche Einkaufsroutine nicht funktioniert.

Bewusst essen heißt damit weder, immer das teuerste Produkt zu wählen, noch jede Entscheidung perfekt zu treffen. Es heißt, Preis, Herkunft und tatsächlichen Bedarf nicht voneinander zu trennen. Wer weniger ungenutzt wegwirft und ausgewählte Lebensmittel wieder als wertvoll behandelt, schafft einen kleinen, aber konkreten Spielraum für mehr Nachhaltigkeit – und kann das Essen trotzdem genießen.


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[00:00] Hallo und gratuliere dir. Du bist bei Forerunners Network gelandet. Good people, good stories statt täglich neuer Skandale. Also, besuche unsere Homepage. Dort triffst du viel mehr gute Dinge als sonst irgendwo. Lösungen, Ideen und Innovationen, Masterclasses und die besten Stories zum Wandel. Werde auch du ein Forerunner und besuche uns auf Forerunners.network. Und jetzt viel Spaß beim Podcast. Forerunners Network. Der ESG & Finance Blog. Für den Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Für Menschen, die neue Wege gehen. Herzlich willkommen bei Forerunners.network. Ein Thema bei uns ist das Umweltthema. Damit natürlich auch Ernährung, Lebensmittel und bei mir sitzt Peter Tichatschek, Kulinarik-Journalist, Moderator, Autor und wir sprechen heute über Lebensmittel. Hallo Peter. Ja, hallo Christoph. Wie sollen wir überhaupt mit Lebensmitteln heute noch umgehen? Also, ich glaube das Wichtigste ist, dass wir uns gut fühlen damit und dass wir gut und gerne essen. Denn schließlich müssen wir das täglich tun.

[01:22] Und im Wort Lebensmittel steckt ja auch schon das Wort Leben. Also daher sollte man einfach darauf achten, was man seinem Kraftwerk, dem Kraftwerk Mensch zuführt. Ich glaube, das ist wichtig. Jetzt geht es aber natürlich auch um Nachhaltigkeit, um Preise, die man sich leisten kann. Wir haben es in den letzten Jahren natürlich ganz stark zu spüren bekommen. Ich zum Beispiel und das Beispiel nehme ich immer gerne her. Ich habe eine Orangenmarmelade aus Sizilien. Jetzt könnte man sagen, warum isst dann nicht die Ribisselmarmelade von daheim? Aber für mich ist es ein Luxusgut. Das gönne ich mir. Mein Glas Orangenmarmelade aus Sizilien ist bio hergestellt. Offensichtlich laut Website geht es den Produzentinnen und Produzenten auch gut. Aber es kostet fast 9 Euro. Und da setzt sich dann sozusagen irgendwann die Preisspirale in Gang. Weil irgendwer denkt sich, hey, Orangenmarmelade geht gut. Suche ich mir Produzentinnen, die das günstiger können und produziere Orangenmarmelade um 4 Euro.

[02:19] Und soll man es den Menschen verbieten, diese Marmelade zu kaufen? Nein, natürlich nicht. Jeder soll sein Recht auf Orangenmarmelade haben. Aber wenn die Preisspirale sich so nach unten bewegt, dann haben wir es natürlich mit einer Flut von Lebensmitteln zu tun, die eben vielleicht nicht nachhaltig oder bio produziert sind. Da sind wir gleich bei der Leistbarkeit von Lebensmitteln. Damit bist du ja eingestiegen. Ist es heute deiner Meinung nach überhaupt möglich, einerseits dem Produzenten ein Überleben zu gewährleisten, andererseits auch leistbare Lebensmittel für die Bevölkerung zu haben? Ja, möglich ist es sicher. Nun, wir sind halt jetzt nun mal mittlerweile 8 Milliarden Menschen. Die müssen alle in irgendeiner Form versorgt werden. Und es gibt leider noch immer an jeder Ecke dieser Welthunger. Aber wenn du das ansprichst, ob eben jeder davon leben kann, dem Einkäufer, dem Produzenten, dem Supermarkt, kann man es ja auch nicht verbieten, seine Geschäfte zu machen.

[03:15] Ich glaube, es ist uns einfach da und dort ein bisschen der Skrupel verloren gegangen. Eben Skrupel davor zu haben, alles noch günstiger und noch schneller verfügbar zu machen. Wenn wir uns ein bisschen reflektiert mit dem Thema befassen, dann macht es einfach auch Sinn, Lebensmittel nach Wertigkeit auszusuchen und wieder ein bisschen die Wertigkeit für Lebensmittel zu gewinnen. Gewisse Produkte kann man einfach versuchen als Luxusprodukte für sich selber zu definieren, die man eben nicht täglich isst. Und da sind wir bei den Avocados, bei Soja, dann sind wir bei der Kaffeebohne, Kakaobohne. Also all diese Produkte, die daraus entstehen und die immer wieder in den Medien sind, die haben natürlich auch eine Preisspanne zwischen günstig für jedermann verfügbar und dann vielleicht eben fair und bio und auch für die Produzenten verträglich und gut bezahlt produziert. Erzähl mir kurz deinen Zustand zur Rolle der Supermärkte in Richtung Ernährung, wie wir sie morgen vielleicht wollen und heute noch nicht haben.

[04:18] Ohne Supermarkt geht es auch nicht für mich. Ich kaufe auch sehr gerne im Supermarkt ein. Die Warenvielfalt ist natürlich großartig, aber ich schaue mir dann natürlich auch die Produkte an, die ich mir hole. Und ich finde die Entwicklung, die sich in den letzten 10, 15 Jahren auch wieder stark nach vorne bewegt hat, wieder eben auf regional zu gehen, kleine Carrier in den einzelnen Regionen zu haben, die eben auch Produkte von Bauern und Co. anbieten. Dann sind es die kleinen Handelsgesellschaften, die wieder zu den einzelnen Produzentinnen gehen und sich dort die besten Produkte zusammensammeln und die vielleicht am Bauermarkt anbieten und so weiter. Also das halte ich schon für eine, auch für mich persönlich, wirklich wertvolle Entwicklung, draufzuschauen. Woher kommen die Lebensmittel? Wie wurden sie produziert? Geht es den Produzenten, der Produzentin gut dabei? Das, glaube ich, ist das Ziel auch für unsere kleinteilige Landwirtschaft in Österreich.

[05:07] Wer kann das machen? Sind das sogenannte Forerunners, wie man beim Forerunners.net gerne fragt? Sind das einzelne Personen? Sind das Institutionen, Organisationen? Also klar kann ich mir den Yukon-Lachs gefroren, abgepackt aus dem Supermarkt holen. Muss ich aber nicht, wenn es in meiner Region, in meinem Umfeld, zum Beispiel in Niederösterreich, im Pilachtal einen Bio-Seesaibling-Produzenten gibt. Oliver Burres ist wirklich ein toller Fischproduzent, der eine bereits bestehende Fischteichanlage übernommen hat, top modernisiert hat und jetzt wirklich feinste Bio-Seesaiblinge, die ordentlich gehalten werden, die eine gewisse Größe haben dürfen, die nur biologisch gefüttert werden, produziert. Und das ist so für mich ein Beispiel. Da kann ich mir aus meiner Regionalität ein Luxusgut nach Hause holen. Kostet ein bisschen Geld, keine Frage, aber es muss ja auch nicht täglich sein. Und wenn man sich gewisse Lebensmittel eben so ein bisschen als das ist mein Luxusgut definiert, dann kann man den einen oder anderen Euro dafür auch mehr zahlen.

[06:08] Ich weiß auch, dass du kochst. Könntest du um 15 Euro pro Tag deinen Haushalt satt machen? Könnte ich wahrscheinlich schon. Wenn ich mein Frühstücksbrot nicht mit der sizilianischen Orangen-Parmelade bestreiche, haben wir eigentlich schon gemeinsam gekocht? Ich glaube schon, oder? Oder haben wir gegrillt gemeinsam? Wir haben bei mir schon öfters gemeinsam gegrillt. Da sind wahrscheinlich mehr als 15 Euro draufgegangen, weil ich meistens hungrig einkaufen gehe. Apropos einkaufen. Da sind wir bei einem schönen Thema. Umgang mit Lebensmitteln. Die Mette Lücke kennen viele, hat Too Good To Go entworfen. Dann gibt es auch verschiedene Anbieter, Anbieterinnen. Was hältst du von diesen Projekten? Die schauen, dass Lebensmittel weiterverwendet werden und die schauen, dass Lebensmittel erst gar nicht verbraucht werden. Ist das ein Modell, das jetzt schon greift oder sind das Presseprojekte? Nein, das glaube ich nicht, dass es Presseprojekte sind. Ich glaube sehr wohl, dass solche Projekte auch aufzeigen, was möglich ist.

[07:17] Ich habe es ja vorher schon mal gesagt. Wir haben acht Milliarden Menschen auf der Erde, die müssen in irgendeiner Form verköstigt werden. Aber es ist unsinnig, wenn wir Tonnen an Lebensmitteln wegschmeißen. Also diese Spirale müssen wir in irgendeiner Form aufbrechen. Und ob die Gurke oder die Karotte krumm ist oder der Apfel einen Picker vom Hagel hat, das ist mir wirklich wurscht. Ich bewundere ja diese Konsequenz, dass du das einkaufst, was du brauchst. Es gibt aber auch die sogenannten Hamsterdenker, so wie mich, der volle Kühlschrank, das beruhigt mich. Aber es ist natürlich nicht ressourcenschonend und es gehen Lebensmittel dabei verloren. Was redest du? Menschen, die so einkaufen, damit sie das bewusster tun und Einkäufe und Ansammlung von Ressourcen überhaupt vermeiden. Mein Tipp ist immer wieder, am Ende des Müllsackes sich zu überlegen, was habe ich da alles reingeworfen. Welche Lebensmittel sind hier verloren gegangen?

[08:20] Wenn ich vier Packerl Sauerrahmen habe und davon dann zwei wegschmeißen muss, da kann einem nicht geholfen werden. Das muss man einfach selber in den Griff kriegen und versuchen, da selbst nachzuschärfen. Reden wir vom Grenadiermarsch, vom guten alten Grenadiermarsch. Den gibt es dann, wenn ich koche, weil ich bin tatsächlich jemand, der das nicht mag, aber jetzt gar nicht, weil ich so sehr an Lebensmittel denke, mir hat es die Oma immer beigebracht. Und der Opa hat gesagt, Brot wegschmeißen ist eine Sünde. Ja, aber genau das meine ich ja. Es entwickelt sich natürlich in der Gesellschaft durch Leaverservice, durch Verfügbarkeit 365 Tage 24-7, entwickeln wir uns natürlich auch zu einer Gesellschaft, wo wir darüber gar nicht nachdenken müssen. Aber genau das ist natürlich der Ansatzpunkt. Genau darüber sollten wir nachdenken und das bei jedem Einkauf. Ich habe Verständnis dafür, wenn ich eine sechsköpfige Familie zu verköstigen habe,

[09:17] dann brauche ich zwei Einkaufswegen und einen riesigen Kühlschrank. Und da kann es natürlich sein, dass da und dort ein bisschen was überbleibt oder einfach zu viel eingekauft wurde. Wir werden die Welt damit nicht retten, aber wir können selbst versuchen, ein bisschen sozusagen aufmerksamer mit Lebensmitteln umzugehen. Für unsere Hörer, wir haben längst unser Skript verlassen, weil wir so schnell reden. Hatten wir eines? Wir hatten ein kleines Skript, aber das liegt neben uns. Wir haben beide unsere Brillen nicht auf und reden weiter. Würdest du jetzt sagen, ich gehe mir was Regionales jetzt beim Kreisler, beim Supermarkt kaufen und koche es der Jahreszeit entsprechend? Gibt es einen Tipp? Ja, also das Wichtigste ist sicher mit offenen Augen und mit viel Genuss einkaufen zu gehen. Zu schauen, was ist gerade aktuell. Was ich gelernt habe in meiner langen Zeit auch bei Frischgekocht, wo ich ja mit den vielen Köchinnen und Köchen zusammen am Herd gestanden bin.

[10:13] Wenn man Lebensmittel in der Hand hat und damit kocht, dann kriegt man einfach ein anderes Gespür und ein anderes Gefühl dafür. Man lernt die Wertigkeit zu schätzen, man denkt an den Produzenten, der 365 Tage über den Acker gegangen ist und für mich die Rübe hier erzeugt hat. Ein bisschen bewusster an Ernährung herangehen und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Wertigkeit schätzen zu wissen. Kehren wir zum Schluss des Interviews zum hart arbeitenden Menschen Peter Tichercheck zurück. Was ist im Augenblick so ein Projekt, das sich besonders fesselt? Ich weiß, dass es mit etwas Süßem zu tun hat. Du hast ja gerade mit Österreichs beliebtester Ratte ein Cremeschnittengeheimnis gelüftet. Aber was macht der Peter, wenn er jetzt aus unserem Studio rausgeht? Was sind so seine nächsten Pläne? Ich gehe mit Rolf Rüdiger eine Cremeschnitte essen. Das Cremeschnittengeheimnis ist wirklich ein Herzensprojekt, hat natürlich auch etwas mit Kulinarik zu tun,

[11:10] weil jeder weiß, Rolf Rüdiger liebt Cremeschnitten. Und da ist eben der erste Rolf Rüdiger Cremeschnitten-Krimi entstanden und das hat riesen Spaß gemacht. Dann würde ich sagen, Weihnachten kommt bald, also in die Buchhandlungen schauen, nach Rolf Rüdigers Cremeschnitten-Geheimnisfragen. In diesem Sinne, auf Wiederschauen, lieber Peter, oder mal Mahlzeit. Also erstmal danke für die Einladung und danke für euren Einsatz in dieser Sache. Und wir gehen jetzt auf eine Cremeschnitte. Guten Appetit, Peter. Tschüss, Baba.

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