Frauen müssen nicht lauter werden, um zu führen
Frauen fehlen weiterhin in den obersten Führungsebenen. Coachin Sandra Manich sieht dafür alte Rollenbilder und unzureichende Strukturen verantwortlich. Zugleich fordert sie Frauen auf, die eigene Position klarer zu vertreten, Unterstützung anzunehmen und berufliche Netzwerke so selbstverständlich zu nutzen, wie Männer es seit Langem tun.
„Nicht lauter, sondern klarer“: Mit diesem Gegensatz beschreibt Sandra Manich, worum es ihr bei weiblicher Führung geht. Frauen müssten weder härter auftreten noch „den Mann stehen“, um als Führungskraft wahrgenommen zu werden. Entscheidend sei, zu wissen, was sie wollen, wo ihre Grenzen liegen und wie sie ihre Ziele verständlich vertreten.
Das klingt nach einer persönlichen Aufgabe. Im Gespräch bei Forerunners Network macht Manich aber ebenso deutlich, dass individuelle Stärke allein die Verhältnisse in Unternehmen nicht verändert. Es braucht Strukturen, die Karrieren mit Betreuungspflichten vereinbar machen, und Rollenbilder, die Führung nicht automatisch männlich lesen. Fortschritt entsteht für sie dort, wo beides zusammenkommt: faire Bedingungen und die Bereitschaft, den eigenen Platz tatsächlich einzunehmen.
Die Lücke beginnt nicht erst bei der Beförderung
Manich berichtet aus ihrer Coachingpraxis, dass sich viele Frauen trotz großer Erfahrung kleiner machen, als sie sind. Sie hätten viel erreicht und trügen oft beträchtliche Verantwortung, machten ihre Fähigkeiten aber zu wenig sichtbar. Besonders häufig kämen Frauen um die 40 zu ihr. Viele funktionierten beruflich wie privat, spürten jedoch Druck oder eine innere Leere und hätten keine klare Vorstellung davon, wie ein erfüllteres Berufsleben aussehen könnte.
Dass es nicht nur um ein Gefühl geht, macht Manich an der Besetzung von Führungspositionen fest. In großen Unternehmen seien Frauen nach ihren Angaben nur zu zehn bis zwölf Prozent im Topmanagement vertreten. Über die Managementebenen hinweg nennt sie rund 30 Prozent. Sie verbindet diese Verteilung mit einem Muster aus Unternehmen und Coachings: Je weiter es nach oben geht, desto dünner wird die weibliche Präsenz.
Ein Grund liegt aus ihrer Sicht in der unterschiedlichen Bewertung von Männern und Frauen. Ein Mann werde eher von vornherein als starke Führungskraft gesehen. Frauen müssten sich über Jahre beweisen und würden selbst nach guten Leistungen nicht ebenso selbstverständlich befördert. Nachhaltigkeitsberichte und Zielvorgaben allein änderten daran wenig, wenn im Arbeitsalltag die alten Muster weiterliefen.
Klarheit ist etwas anderes als Härte
Manich setzt deshalb bei der Selbstführung an. Gemeint ist keine Methode, mit der Frauen möglichst reibungslos in eine männlich geprägte Führungskultur passen. Es geht um eine nüchterne Innenschau: Was kann ich? Was will ich? Wo liegt meine Kraft, wo endet meine Energie und welche Rolle entspricht mir überhaupt?
Diese Fragen betreffen Beruf und Privatleben gleichermaßen. Für Manich braucht es dieselbe Klarheit bei der Verteilung von Sorgearbeit und Haushalt wie bei beruflichen Zielen. Sie hält wenig davon, Menschen in voneinander getrennte Rollen zu zerlegen. „Wir nehmen uns immer selber mit“, sagt sie im Gespräch.
Klarheit wird für sie nach außen spürbar. Wer Ziele und Grenzen kennt und beides deutlich kommuniziert, braucht Lautstärke nicht als Ersatz für Führung. Präsenz entsteht dann nicht durch Dominanz, sondern durch Haltung. Manich versteht diese Haltung körperlich und mental: Wie jemand einen Raum betritt, Entscheidungen vertritt und auf andere reagiert, beeinflusst, ob Führung glaubwürdig wirkt.
Das ist kein Aufruf, strukturelle Benachteiligung wegzucoachen. Manich spricht ausdrücklich über Unternehmen, die Betreuung und Care-Arbeit mitdenken müssen. Frauen brauchen reale Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen, ohne dass Familienarbeit automatisch zur Karrierebremse wird. Selbstführung kann solche Bedingungen nicht ersetzen. Sie kann aber helfen, vorhandene Möglichkeiten zu erkennen und einzufordern.
Führung ist eine Fähigkeit, kein angeborenes Talent
An „Natural Born Leaders“ glaubt Manich nicht. Manche Menschen hätten zwar früh gelernt, Entscheidungen zu treffen, vor anderen zu sprechen oder sichtbar zu sein. Extrovertierten Personen könne das den Einstieg erleichtern. Führung selbst sei jedoch kein Talent, das man entweder in die Wiege gelegt bekomme oder für immer vermisse.
Lernbar sind für sie der Umgang mit Druck, das Übernehmen von Verantwortung und die Rolle als Vorbild für ein Team. Dazu gehört auch, sich selbst gut genug kennenzulernen, um andere führen zu können. Genau dort setzt ihre Arbeit an. Sie verwendet keine einheitliche Blaupause, sondern richtet Fragen und Vorgehen nach dem Menschen aus, der ihr gegenübersitzt.
Der Blick von außen kann diesen Prozess beschleunigen. Manich erzählt, dass sie in ihrer früheren Agentur selbst angeregt habe, einen Coach ins Unternehmen zu holen. Hilfe anzunehmen, sei kein Zeichen von Schwäche. Wer allein nicht weiterkomme, dürfe sich Unterstützung suchen. Neue Perspektiven könnten verhindern, dass dieselben Gedanken und Konflikte immer wieder in einer Schleife enden.
Ein beruflicher Neustart ist auch mit 48 möglich
Manich spricht nicht nur aus der Beobachterrolle. Nach Stationen in Agenturen und auf Unternehmensseite entschied sie sich, stärker mit und für Menschen zu arbeiten. Mit 48 begann sie noch einmal neu und ließ sich zur Coachin, Mentalcoachin und psychologischen Beraterin ausbilden. Der Start kurz vor der Coronapandemie war nach ihrer Schilderung alles andere als leicht.
Gerade deshalb hält sie die Vorstellung für falsch, dass berufliche Neuorientierung ein Ablaufdatum habe. Menschen könnten sich auch später im Leben neu erfinden. Wichtig sei, die eigene Lebenszeit nicht dauerhaft in Jobs oder Rollen zu verbringen, die nicht passen.
Der Rat ist nicht mit einem leichtfertigen „Kündige einfach“ zu verwechseln. Im Gespräch geht es vielmehr darum, den eigenen Zustand ehrlich zu prüfen und konkrete Schritte zu entwickeln. Wer nur noch funktioniert, muss zunächst herausfinden, was stattdessen entstehen soll. Erst dann lässt sich klären, welche Fähigkeiten, Unterstützung oder Entscheidungen dafür nötig sind.
Netzwerke machen aus Mut eine gemeinsame Praxis
Am Ende führt Manich das Thema weg vom Einzelcoaching und hin zu Allianzen. Frauen sollten nicht darauf warten, bis Leistung von selbst erkannt werde. Sie könnten einander empfehlen, die Arbeit anderer Frauen bezahlen, ihre Namen nennen, wenn sie selbst nicht im Raum sind, und füreinander einstehen. Viele kleine Handlungen ergäben zusammen eine spürbare Veränderung.
Solche Netzwerke sind gerade auf höheren Führungsebenen wichtig. Bestimmte Fragen lassen sich weder mit Vorgesetzten noch mit Mitarbeitenden offen besprechen. Manich setzt deshalb auch auf kleine Gruppen, in denen Frauen mit Verantwortung Erfahrungen austauschen, Abstand vom täglichen Funktionieren gewinnen und Entscheidungen reflektieren können.
Ihr Verständnis von Empowerment ist damit anspruchsvoller als ein Appell an das Selbstvertrauen. Frauen sollen nicht allein reparieren, was Strukturen und Rollenbilder über Jahrzehnte verfestigt haben. Sie sollen aber auch nicht warten, bis andere den Weg vollständig freimachen. Klarheit, lernbare Führung, faire Rahmenbedingungen und verlässliche Verbündete gehören zusammen. Erst daraus wird Verantwortung, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Arbeitsalltag gelebt wird.
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[00:00] Hallo und gratuliere dir! Du bist bei Forerunners Network gelandet. Good People, Good Stories statt täglich neuer Skandale. Also, besuche unsere Homepage. Dort triffst du viel mehr gute Dinge als sonst irgendwo. Lösungen, Ideen und Innovationen, Masterclasses und die besten Stories zum Wandel. Werde auch du ein Forerunner und besuche uns auf forerunners.network. Und jetzt viel Spaß beim Podcast. Wie sieht die Infrastruktur von morgen in Österreich aus? Straßen, Schienen, digitale Netze, aber auch Energieversorgung und Bildung. Wer sind die Menschen, die heute schon an morgen denken? Welche Herausforderungen warten auf uns? Und in welche Richtung wollen wir uns bewegen? Sei dabei und lass uns unsere Zukunft gemeinsam gestalten. Auf Forerunners Network der ESG und Infrastruktur Plattform. Herzlich Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer von Forerunners Network. Bei mir sitzt heute wieder eine Dame, die uns in Sachen Female Empowerment einen riesigen Schritt weiterbringen wird. Das Thema Empowerment für Fortgeschrittene, die Frau Sandra Manich. Schön, dass du heute bei uns bist.
[01:14] Hallo lieber Christoph. Hallo liebe Hörer und Hörerinnen. Ich freue mich sehr, dass ich wieder bei dir sein darf. Ich freue mich auch wahnsinnig, vor allem in jenen Tagen, wo man recht viel über das, kurz nach dem 8. März, dem Welttag der Frau, wo das Thema COF, COF, COF, in aller Munde ist. Gut, dass es das ist. Gut, dass in der EU-Taxonomie die Rolle der Frau eigentlich festgeschrieben ist und gesetzt ist. Schlecht eigentlich, dass man es überhaupt schreiben muss. Was sagst du? Ja, ich finde es schlimm, dass man immer noch so viel darüber schreiben muss und dass es immer noch passiert, vor allem. Dass es wirklich Realität ist nach wie vor. Und das ist etwas, das schon lange angegangen gehört und das einfach, so wie jetzt auch, wie man oft liest, nicht einfach nur ein Dämon ist, der da vielleicht an einem arbeitet, sondern dass es wirklich um Verantwortung geht, die die Menschen übernehmen müssen.
[02:15] Mittlerweile gibt es aber auch viele Frauen, die sagen, ich brauche das nicht festgeschrieben. Ich bin selber stark genug. Die haben entweder Coaching gemacht oder sind von sich aus stark genug. Gehen wir einmal zu dir als Coaching. Ich weiß, du warst vorhin in der Kommunikationswirtschaft tätig. War das auch ein Grund, dass du Female Empowerment zu einem Teil deines Portfolios gemacht hast? Oder ganz einfach, weil ein riesiger Bedarf da ist? Meine Vergangenheit, würde ich sagen, spielt sicher eine große Rolle dabei. Meine berufliche Vergangenheit. Aber mittlerweile weiß ich einfach aus tausenden Coachings, und es sind jetzt schon tausende, dass Frauen sich viel zu oft klein machen. Dass sie viel mehr drauf hätten, aber einfach nicht rausgehen damit. Und das war für mich auch so ein Grund, dieses Thema anzugehen und zu sagen, das kann ja nicht wahr sein. Frauen haben so viel Potenzial. Die können viel mehr erreichen, wenn sie wollen. Und da braucht es doch ein paar Maßnahmen dazu und auch Unterstützung einfach, damit sie das auch tun.
[03:28] Und das ist für mich so der Hauptgrund. Es ist alles da, aber es wird viel zu wenig noch gelebt. Okay, das sieht man an den Vorstandsquoten in Österreich. Und das sieht man eben auch an der Verteilung der guten Jobs, wenn man es so haben will. Das heißt, so richtig in die oberste Etage haben es noch nicht 50 Prozent der Damen geschafft, oder? Noch lange nicht, noch lange nicht leider. In den großen Unternehmen sind es 10 bis 12 Prozent im Top-Management. Und so overall sind es circa 30 Prozent. Und das ist einfach viel zu wenig. Viel zu wenig nach wie vor. Also das ist nach wie vor eine viel zu geringe Zahl, die wirklich im Top-Management und im Management angekommen ist. Das heißt, in Wirklichkeit läuft es so im Arbeitsalltag, dass wir immer noch nach alten Mustern verfahren. Und dass das Thema Frau vielleicht etwas ist für schöne Nachhaltigkeitsberichte etc.
[04:28] Aber dass es tatsächlich anders gelebt wird. Aber liegt das nur an den Männern? Du hast vorher schon gesagt, Frauen machen sich gern klein. Was macht sie größer? Ich glaube, dass Frauen viel mehr sich ihrer selbst bewusst werden müssen. Es geht hier ganz viel um Selbstführung im Sinne von, ich weiß, was ich drauf habe. Ich kenne meine Grenzen. Ich bin klar in meiner Kommunikation. Und ich lebe mein volles Potenzial. Und ich meine, dieses Bewusstsein betrifft Männer und Frauen. Also es müssen andere Rollenbilder auch endlich in den Köpfen ankommen. Der Mann wird so als starke Führungskraft von Haus aus gesehen. Eine Frau muss, und das weiß ich auch von meinen Coaches, die mir das erzählen, braucht Jahre, muss da ganz viel reinackern und schafft es dann oft trotzdem nicht, ganz oben anzukommen. Während der Kollege nebenan dreimal irgendeinen mittelmäßig bis großen Erfolg einfährt und befördert wird.
[05:26] Ganz normal. Das ist ganz easy. Aber bei den Frauen ist das immer noch ein weiter Weg. Und ich glaube, dass das mit dem Bewusstsein anfängt und dass wir Frauen uns auch viel selbstverständlicher diesen Raum nehmen müssen. Also ich schiebe das nicht nur den Männern zu, dass nach wie vor diese Quote so schlecht ist, oder beziehungsweise dass so wenige Frauen im Top-Management landen, sondern auch den Frauen selber, weil sie eben viel zu wenig da in die Selbstverantwortung noch gehen und in die Selbstführung gehen und sich diesen Raum auch wirklich nehmen. Nein. Ich weiß, das ist absichtlich. Ich sage das jetzt sehr klar und das wird manche auch sehr triggern. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, dort oben anzukommen. Aber ich habe das jetzt selber wieder erlebt bei einem meiner Seminare, bei meinem Female Leadership & Balance Seminar. War eine Teilnehmerin, die schon seit Jahren angekämpft hat gegen die männliche Fallangst,
[06:21] die sie über ihr gehabt hat. Und sie hat es geschafft, auch nach diesen zwei Tagen mit einer anderen Selbstverständlichkeit rauszugehen, mit einer anderen Haltung rauszugehen. Und das meine ich immer körperlich und mental, wenn ich von Haltung spreche. Und auch dann anders wahrgenommen zu werden. Und wir können nur anders wahrgenommen und als Führungskraft wahrgenommen werden als Frau, wenn wir das auch verkörpern und wenn wir auch mit dieser Haltung reingehen. Und das ist etwas, das liegt eben auch in unserer eigenen Verantwortung. Also es braucht natürlich Strukturen, das ist schon ganz klar. Es braucht Strukturen, in denen Frauen überhaupt nach oben kommen können. Wenn ich jetzt von Care-Arbeit rede und so weiter und dafür, dass eben jemand da ist, der auf die Kinder auch schaut, dass da wirklich in den Unternehmen ein Umdenken erfolgt. Aber abgesehen davon muss auch im Bewusstsein der Menschen hier ein Umdenken erfolgen.
[07:15] Und es muss nicht nur von den Männern, sondern auch von den Frauen ausgehen. Eindeutig, also da stimme ich dir zu. Wenn etwas eine Vorschrift ist, wird es weniger gerne umgesetzt, als wenn es eine Selbstverständlichkeit wäre. Aber vielleicht braucht es auch noch 100 Jahre. Ich hoffe nicht. Die Altlasten sind ja groß in der männlichen Klüngelei. Und wahrscheinlich zum guten Teil immer noch da. Hoffen wir, dass es schneller geht. Ich hoffe nicht, ich arbeite daran. Du arbeitest daran. Gehen wir jetzt einmal zu dem Typus Frau, die dich sucht. In welchem Alter, in welchem Lebensabschnitt und mit welchen Fragen kommen die zu dir? Da muss es ja so irgendwo ein Generalissimo geben. Die werden nicht 20 sein, oder? Die wenigsten sind 20. Also gibt es auch. Aber die meisten sind dann eher so, würde ich sagen, um die 40 herum. Manchmal auch 30 plus, aber um die 40 herum.
[08:20] Und die haben schon sehr viel geschafft. Oft. Also die haben schon sehr viel gerockt in ihrem Leben. Die tragen sehr viel Verantwortung. Und die spüren aber manchmal vielleicht auch so eine innere Leere, einen Druck. Die spüren, da ist irgendwie, also sie sind am Funktionieren. Aber es läuft noch nicht so, wie sie sich das vielleicht vorstellen. Oder wie sie, manchmal haben sie auch gar keine so gute Idee davon, wie es laufen könnte. Also auch das ist etwas, was ich dann versuche in Gesprächen, in den Coaching-Gesprächen herauszufinden. Was braucht es denn überhaupt für ein erfülltes Leben und Berufsleben? Und auch da machen wir uns auf die Suche. Und dann natürlich auch ganz konkret, wie komme ich dorthin? Wie kann ich mein Leadership auf den nächsten Level heben? Was brauche ich dafür? Und das sind ganz unterschiedliche Herausforderungen, denen sich diese Frauen gegenüber sehen.
[09:13] Und insofern ist auch der Zugang, mein Zugang immer ein anderer. Ein sehr individueller natürlich. Springen wir kurz zurück auf dich. Warst du in deinem Leben auch auf so einen Punkt, wo du gern mit Anna-Sandra Mannrich gesprochen hättest? Weil du eben ähnliche Ziele, die du nicht gekannt hast, gesucht hast? Ja, natürlich. Und ich habe mir damals auch, ich habe das ja auch damals dann initiiert sozusagen in dem Unternehmen, in dem ich war. In der Agentur, in der ich war, habe ich damals ja unseren Vorgesetzten gebeten, also unseren Agenturleiter gebeten, einen Coach für uns auch zu engagieren. Und das war auch der Grund, warum es dann plötzlich einen Coach gab im Unternehmen. Und ich bin immer der Meinung, wir dürfen uns Hilfe holen. Wir müssen uns sogar Hilfe holen, wenn wir feststellen, allein geht es nicht weiter. Und es ist einfach extrem hilfreich.
[10:07] Es bringt einen wirklich viel schneller auf neue Perspektiven. Dieser Blick von außen ist Gold wert. Und warum sollten wir das nicht nutzen, wenn es möglich ist? Schlussendlich bist du dann zweifache Mutter geworden. Genau. Du warst eigentlich in deiner Agenturkarriere schon recht weit. Und dann hast du dich selbstständig gemacht. Wie war diese Zeit? Im Vergleich auch, das wirst du ja auch bei Kundinnen dann erleben, raus aus dem alten Job, Tochter 1, Tochter 2 und dann die Selbstständigkeit. Das war sicher keine leichte Zeit vom Load her. Also ich war nicht nur in den Agenturen, ich war ja dann auch auf Unternehmensseite eine Zeit lang, wo ich auch eine Führungsfunktion inne hatte und bin dann noch einmal kurz zurück in die Werbebranche. Und danach habe ich dann beschlossen, oder dort habe ich dann endgültig beschlossen, ich mache was anderes. Ich will mehr mit Menschen arbeiten und für Menschen arbeiten.
[11:11] Und hatte damals eben zwei relativ kleine Kinder noch. Ich glaube, der Sohn ist gerade auf Skiurlaub. Der ist gerade auf Ski-Kurs. Also ich habe dir zwei Töchter angedichtet. Nein, ich habe einen Sohn und eine Tochter, genau. Also einen Sohn mit zwölf und eine Tochter mit sechzehn, die gerade in Amerika weilt bei ihrem Highschool-Semester. Und ja, natürlich war das eine Herausforderung. Ich habe komplett geswitcht. Ich muss auch dazu sagen, damals war ich 48, als ich dann mich komplett verändert habe. Und habe komplett neu begonnen. Also als Quereinsteigerin eingestiegen. Psychologie hat mich immer schon interessiert. Was bewegt Menschen? Was treibt sie an? Was verhindert uns vielleicht auch daran? Was hindert uns daran, unser Potenzial zu leben? Und habe dann eben damals diese Ausbildung zum Coach, Mentalcoach und auch zur psychologischen Beraterin gemacht. Und habe damals begonnen, leider vor Corona, das war ein gar nicht so leichter Start, mich neu zu erfinden.
[12:20] Und ich weiß, dass es diese Möglichkeit gibt. Das werde ich auch nie müde zu sagen. Wir können uns immer neu erfinden. Wir können bis ins hohe Alter ganz neu erfinden. Du weißt das ja selber. Du gehst auch immer wieder neue Projekte an. Und es muss einfach Spaß machen. Ich sage immer, unser Leben ist viel zu kurz. Und unsere Lebenszeit viel zu kostbar ist, dass wir sie in Jobs verbringen sollten, die uns nicht taugen. Oder in Rollen, die uns nicht entsprechen. Und das ist mir eine Riesenfreude, mit Menschen daran zu arbeiten, dass sie dort hinkommen, wo sie sagen, das mache ich jetzt wirklich gern. Und das ist cool, was ich da tue. Und ich weiß, warum ich das mache. Und ich kann später mal darauf zurückschauen und sagen, ja, cool war es. Super. So habe ich mir das vorgestellt. Ich gehe noch ein bisschen tiefer.
[13:03] Langsam werde ich schon zur Frau da in diesem Gespräch. Weil da gibt es ja dann quasi so in einer klassischen Konstellation zwei Männer. Das eine ist der Ehemann. Das andere ist der Arbeitsmann, der Chef. Oder der, mit dem man sich duelliert. Oder den man ersetzen möchte. Oder von dem man gefördert werden möchte. Das ist eigentlich eine Doppelbelastung, wenn man daheim wahrscheinlich nicht die richtige Unterstützung bekommt. Ja, natürlich sind das verschiedene, man könnte es auch als Fronten bezeichnen, wenn man sich gegenüber sieht. Zwar Fronten, ja, gescheitter. Ja, wobei, also ich sehe das jetzt nicht so in Konkurrenz. Ich finde, dass das heute alles sowieso schon sehr fließend ist. Und wir sind vor allem in erster Linie Menschen. Und so wie wir uns verhalten, das, was wir denken und tun, das nehmen wir ja immer mit, egal in welcher Rolle. Und ich finde, es geht generell darum, hier eine Klarheit zu entwickeln.
[14:03] Und ob das jetzt dann zu Hause die Diskussion ist, wer jetzt die Kehrarbeit übernimmt oder wer sich jetzt um den Haushalt kümmert. Oder dann im Beruflichen halt, ob es da um gewisse Themen geht. Wir nehmen uns immer selber mit. Und wir sollten einfach klar sein, was wir wollen, was wir schaffen können und was wir auch erreichen wollen, ja, wo unser Ziel ist bei dem Ganzen. Und ich sehe das jetzt gar nicht mehr so sehr, hier ist das eine und dort ist das andere. Sondern es geht um uns selber. Es geht um eine gute Selbstführung. Und auch, das nehme ich ja dann auch ins Leadership mit. Also wenn ich mir selber im Klaren bin, wie ich leben möchte, was meine Ziele sind, wo meine Grenzen sind, wo meine Kraft liegt, wo meine Energie ist, dann nehme ich das ja alles ins Berufliche genauso mit wie ins Private.
[14:51] Du hast einen sehr schönen Satz auf deiner Page. Du sagst, du willst mit Frauen arbeiten, die nicht lauter, sondern klarer werden wollen. Das hast du jetzt schon im letzten Satz angeteasert. Was gehört zu dieser Klarheit dazu? Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung? Ja, das mit dem lauter, das habe ich so gemeint. Viele glauben, sie müssen dann einfach härter werden und den Mann stehen und in diese Richtung gehen. Aber um das geht es gar nicht. Wenn ich weiß, was ich will, wenn ich weiß, in welche Richtung ich gehe, wenn ich klar kommuniziere, dann wird sowieso, dann wird mein Leadership ja spürbar und meine Stärke spürbar. Also für mich geht es nicht um lauter werden, sondern um Präsenz und um spürbarer werden. Und zu dieser Geschichte, die ich vorhin erzählt habe, auch von der einen Teilnehmerin beim Seminar, es ist einfach spürbar geworden, dass sie plötzlich eine Stärke und eine Kraft entwickelt hat in sich.
[15:48] Und das kommt von innen. Also das kommt ja nicht von irgendwo, sondern das kommt, weil ich reflektiert bin, weil ich weiß, was ich will, in welche Richtung ich gehe und das auch klar kommuniziere. Und das ist etwas, was vielen leider immer noch schwerfällt, klar zu sagen, was sie wollen und das auch zu verlangen. Also auch das ist etwas, was wir lernen dürfen jeden Tag, dass wir einfach einmal klar sagen, was wir eigentlich wollen und brauchen. Und das ist egal, ob das beruflich ist oder privat, das spielt immer eine wichtige Rolle. Jetzt hast du natürlich als Coaching, da gewisse Handlungsweisen, Tricks klingt so plump, aber wenn du jetzt solche Barrieren öffnest oder Meridiane öffnest, was sagst du denen da? Was fragst du sie? Wohin drückst du, damit sie eben diese Kraft, die eine Kundin jetzt zum Beispiel freisetzen konnte? Was hast du da mit ihr gemacht?
[16:46] Das sind jetzt weniger Tools, sondern da geht es eher darum, sich selbst zu reflektieren und einmal gewisse Dinge für sich zu überlegen. Und die Fragen sind immer recht unterschiedlich. Das kommt immer auf den Menschen an, der mir gegenüber sitzt. Bei den Filmen Leadership und Balance, die wir machen, da gibt es konkrete Impulse zu verschiedenen Themen, eben zu Energie zum Beispiel. Bei Energie, da gibt es schon konkrete Tools, die ich natürlich auch mitgebe. Aber wenn es um dein eigenes Leadership geht, dann geht es um eine Innenschau in erster Linie. Also das ist etwas wie, bin ich bereit, mich so gut kennenzulernen, dass ich andere führen kann? Will ich da wirklich hinschauen? Und wenn ich dann authentisch nach außen gehe, als Führungskraft, dann habe ich automatisch ein Team, das hinter mir steht und mir folgt. Also diesen Mut zu haben, da auch wirklich einmal hinzuschauen,
[17:38] mich selber wirklich kennenzulernen und zu sagen, okay, und jetzt gehe ich nach außen auch, damit ich traue mich, dass ich gehe in die Sichtbarkeit. Okay. Gibt es Natural Born Leaders oder kann de facto jede Frau, mit der du interagierst, führen lernen? Ich glaube nicht an Natural Born Leaders in dem Sinne. Ich glaube nicht, dass das etwas ist, was man in die Wiege gelegt bekommt oder nicht. Es mag sein, dass es Menschen gibt, die sehr früh einfach schon gelernt haben, Entscheidungen zu treffen, die sich gerne zeigen, die gerne sichtbar sind und andere eben weniger. Aber prinzipiell glaube ich, dass Führung kein Talent ist, sondern dass Führen eine Fähigkeit ist und die kann man sehr wohl lernen. Also man kann lernen, mit Druck umzugehen, man kann lernen, wie man Verantwortung übernimmt und ein Role Model zu sein, auch für sein Team. All diese Dinge kann man lernen.
[18:35] Natürlich gibt es gewisse, du weißt ja, ich bin Profilerin, also ich beschäftige mich viel mit Persönlichkeit und mit Charakterzügen, aber es gibt natürlich einige, die das unterstützen können. Also wenn ich von Haus aus jetzt eher extrovertiert bin und nicht introvertiert bin, dann ist das sicher hilfreich, um eine Führungskraft zu sein, weil es einfach manchmal auch die Sichtbarkeit braucht und das nach draußen gehen braucht, das Sprechen braucht vor anderen etc. Also dafür kann es schon hilfreich sein. Gehen wir jetzt vielleicht einmal von der Einzelperson in die Gruppe und auch von deiner Transformation im Laufe deiner Coaching- und Profiling-Karriere. Weil irgendwie hat sich da jetzt schon so etwas wie eine Community gebildet von dir, einigen Kolleginnen von dir, die ähnlich arbeiten und Frauen in dem Fall, die auch langfristig mit euch da in einem Coaching-Verhältnis bleiben. Und du hast uns da auch mitgebracht, wir werden da auch eine unter unseren Hörerinnen verlosen,
[19:38] eine Karte oder einen Gutschein für die Female Leadership and Balance Days in der Wachau mit Juliana Käfer und eben dir, Sandra Mannig, vom 1. bis zum 3. Mai. Was passiert da? Das sind ja dann mehrere Teilnehmerinnen, also was anderes als ein 1-to-1-Coaching. Hier geht es darum, dass du einfach als weibliche Führungskraft oder als Unternehmerin wieder einmal Raum für dich schaffst. Weil wir haben alle so viel zu tragen. Im Grunde genommen geht es um Frauen, die viel Verantwortung tragen. Und ich glaube, das kennen ganz viele von uns, wie das ist, wenn man versucht, ständig alle Bälle in der Luft zu halten, wenn man versucht, gut zu performen, zu funktionieren und wenig Zeit hat, um das Ganze auch mal zu reflektieren, Druck rauszunehmen. Und dafür ist dieses Wochenende da. Wir nennen das auch auf der Website, auf der man kommt, wenn du diesen QR-Code hier scannst,
[20:35] dann nennen wir das mehr Wow in Führung und Leben. Und an diesem Wochenende gibt es Impulse von uns. Wir geben natürlich Inputs dazu. Also wir hauen da jede Menge an Wissen auch raus. Aber es ist vor allem auch ein Raum, um sich auszutauschen. Weil ab einem bestimmten Level an Führung wird es halt schwierig. Da wirst du deine Themen nicht mit deinen Vorgesetzten besprechen, aber auch nicht mit deinen Mitarbeitenden. Insofern ist das auch ein Raum für Austausch. Auch einer, um mal runterzukommen von dem ganzen Stress und Hustle, in dem wir uns befinden. Und es ist eine kleine Gruppe, weil wir sehr intensiv auch arbeiten. Und es ist etwas, was dir wirklich auch in relativ kurzer Zeit an diesem Wochenende durchaus eine Transformation bringen kann. Also ein Thema anzugehen, das du vielleicht schon länger im Kopf hast und wo du vielleicht alleine nicht weiterkommst,
[21:26] das ist auch an diesem Wochenende möglich. Und das passiert dann ganz klassisch, da rede ich jetzt nicht nur von der Wachau, wenn ihr mit größeren Gruppen arbeitet, von einer klassischen Schulsituation, wo einer steht, die anderen hören zu. Oder wie schaut dieser Austausch aus? Wir sind anders als alle anderen meistens. Also bei uns geht es von der Vorstellungsrunde bis zum Schluss ist alles ein bisschen anders. Wir haben eine Teilnehmerin gehabt, die hat gemeint, das ist eine andere Liga. Sie hat noch nie sowas erlebt zu diesem Thema und die kennt schon sehr viel. Und wir überlegen uns da wirklich immer, etwas ganz Besonderes auch daraus zu machen. Ein Wochenende zu machen, das man in der Form so noch nicht erlebt hat. Und es macht uns selber extrem viel Spaß. Wir hauen uns da richtig rein. Es ist richtig etwas, was uns ein Herzensthema auch ist.
[22:18] Also wir machen das beide nicht einfach, weil es unser Job ist, sondern weil wir damit vollem, aus ganzem Herzen einfach dabei sind. Aber wie soll ich jetzt ein Modul, außer Essen trinken und nachher vielleicht nochmal einen Abendlauf machen weiter, aber nenn mir ein Tool, mit dem man dort gemeinsam weiterkommt. Ein Tool? Einen Kursabschnitt, einen Vorabschlag. Einen Kursabschnitt, ja. Energie, wie kann ich meine Energie besser managen zum Beispiel. Was sind die besten, also ich recherchiere dort wirklich auch, was Resilienz- und Longevity-mäßig, das Neueste ist, was es gerade gibt, das Beste ist, was gerade am, unter Anfangszeichen, am Markt ist. Also da auch wirklich Dinge zu bringen, in jeder Hinsicht, die man eben vielleicht noch nicht kennt, an die man vielleicht noch nicht gedacht hat. Und einfach auch wirklich für sich selbst einfach wieder mal eben diesen Raum zu schaffen, von dem ich gesprochen habe.
[23:17] Ich sage das deswegen so oft, weil das etwas ist, was wir Frauen im normalen Fall, einfach kaum schaffen, also neben all dem, was ständig zu tun ist. A woman's work is never done, heißt es. Und da in diesem Raum einmal zu finden, zwei Tage einmal für sich zu haben, oder zweieinhalb, an dem man einfach auch wieder du selber sein kann, an dem du du selber sein kannst. Genau. Da sind dann ausschließlich Frauen dort. Da sind ausschließlich Frauen dort. Gehen wir noch einmal kurz zu dir und reden auch von den Männern, die bei dir Rat suchen. Das ist ja ein guter Teil deiner Klientel. Und coachst du die anders als Frauen? Nein. Coach ich nicht anders, weil ich höre einem Mann genauso zu, mit mehr als 100 Prozent meiner Aufmerksamkeit, wie einer Frau. Und ich nehme immer das, was gerade da ist.
[24:15] Also es gibt hier keine Blaupause in dem Sinn. Für mich sitzt der immer ein Mensch und es ist egal, welche Rolle der hat, was der macht, ob das Mann ist, Frau ist, was auch immer, es ist ganz egal. Also es gibt keine unterschiedliche Art. Die Themen unterscheiden sich natürlich, aber auch nicht immer. Es kommt immer darauf an, was gerade ansteht. Okay. Jetzt Männer, welche Berufe haben die, die bei dir sitzen? Ich bin in den letzten Jahren mehr oder weniger oft im Topmanagement gelandet und bin ganz oft als Sparringpartnerin, auch für Executives unterwegs und da geht es einfach um große Herausforderungen, die sie sehen oder um große Visionen, die sie vielleicht haben und auch um, ja, für mich ist es immer wichtig, das Potenzial voll auszunutzen. Also Mittelmaß ist für mich keine Option, sondern es geht immer darum, wenn ich ein Ziel habe,
[25:19] was ist noch möglich? Wenn alles möglich ist, was geht dann? Weil ich weiß, dass wir viel mehr können, als wir uns immer zutrauen. Wir machen uns so klein, wir vergleichen ganz oft mit anderen und wir nutzen ganz selten das, was in uns ist, weil wir es uns oft nicht trauen. Also Mut ist für mich ein Riesenthema. Du weißt, ich liebe es, aus meiner Komfortzone rauszugehen und ich fordere da auch meine Klientinnen und Klienten gerne oft dazu, weil ich weiß, dass es ein irrsinniges Wachstumspotenzial gibt bei jedem und jeder. Übrigens Thema Mut, bei uns steht auch ein Sandra-Manig-Podcast auf unserer Plattform, auf der Foreruns Network Homepage, aber auch auf Apple, Spotify, Deezer und Co. Sehr spannend, nämlich die Wüstenwanderung, die Sandra da mit einer kleineren Gruppe gemacht hat, zehn, zwölf, oder? Ja, es waren schon einige mehr. Also es war eine Gruppe von internationalen Frauen
[26:15] und wir sind im November 2024, war das quer durch die Nami-Büste marschiert, fünf Tage lang, genau, bei 47 Grad teilweise. Also anhören findet ihr gerade dort, wo ihr gerade seid. Wir haben zu Beginn gesprochen über die Männer-Frauen-Welt und über die Unstimmigkeiten, die jetzt gerade wieder Österreich erheitern, unterhalten, schockieren, was auch immer. Wie weit, weil ich vorher 100 Jahre gesagt habe, sind wir noch von einem gerechten 50-50 entfernt? Da spreche ich von gerecht im privaten Bereich, da spreche ich aber auch von 50-50 und das entspricht ja der statistischen Aufteilung zwischen Mann und Frau auf der Welt, so in etwa. Wie weit sind wir noch davon entfernt, nach deinem Empfinden? Viel zu weit. Viel zu weit. Viel zu weit, ja. Also ich glaube, es braucht noch ganz viel Umdenken im Bewusstsein, so wie ich es vorher gesagt habe, eben nicht nur an den Strukturen im Allgemeinen,
[27:27] sondern wirklich, wie die Menschen denken darüber. Welche Bilder sie im Kopf haben, dass Frauen viel mehr auch als Führungskraft, es liegt ja nicht umsonst das Wort Kraft, in Führungskraft, gesehen werden und dass sie sich das eben auch wirklich selbstständig und eigenverantwortlich nehmen, dass sie hingreifen, dass sie nicht zu zögerlich sind, dass sie zu lange warten, zu spät, zu sehr perfekt sein wollen, diesen Perfektionismus einmal abzulegen. Zu sagen, unperfekt ist das neue Perfekt, ich mache einfach mal. Ins Tun kommen und nicht alles zu überlegen, zu zerdenken, was fehlt mir noch, was bräuchte ich jetzt noch. Das heißt nicht, dass ich komplett unvorbereitet und ungeplant irgendwo reingehe, sondern das heißt aber, dass ich mir trotzdem meinen Mut einfach mal zusammennehme und losgehe. Geht es los, das ist meine Ansage heute an alle Frauen da draußen. Geht es einfach einmal los, sucht euch Allies, sucht euch Verbündete.
[28:26] Macht es das, was Männer schon seit Menschengedenken tun, Seilschaften zu bilden, sich zu unterstützen. Ich mache da sehr viel in diese Richtung. Ich habe ein kleines Netzwerk auch, das ich hier in Wien führe, mit Führungskräften und Unternehmerinnen. Und macht es das wirklich, erwähnt es andere Frauen, auch wenn sie nicht da sind im Raum. Unterstützt euch gegenseitig. Das wäre so wichtig, damit sich hier etwas ändert. Dass Frauen andere Frauen wirklich, und zwar auch ganz ehrlich, unterstützen. Investieren in andere. Zahlen für das, was andere tun. Sie weiterempfehlen. Sagen, die ist gut in dem. Auch für jemand einzustehen, wenn er nicht im Raum ist. All diese Kleinigkeiten, die aber in Summe viel ausmachen. Also ich glaube, alleine werden wir es nie schaffen, sondern wenn, dann schaffen wir es gemeinsam. Und ich bin davon überzeugt, dass es möglich ist. Ich habe heute auch ein Armband oben,
[29:17] da steht was drauf. Christoph, kannst du es lesen? Wie man shape the future. Genau, das habe ich bekommen bei den Minerva Awards von Chiconomy letzte Woche. Und ich finde das richtig cool, weil ich doch immer optimistisch bleibe. Und ich bin auch überzeugt, dass die Welt heute ganz anders aussehen würde, wenn Frauen an der Macht wären. Weil wenn ich mir anschaue, was alles gerade so abgeht und passiert, das sind eigentlich ausschließlich Männer, die dafür verantwortlich sind. Und ich glaube, wenn Frauen an der Macht wären und an den Hebeln wären, würde es anders ausschauen. Und das wünsche ich mir sehr für die Zukunft, dass das auch passiert. Das ist fast schon ein schönes Schlusswort. Wir werden es jetzt machen, wie bei Richard Wagners Wahlkirnhild. Wir sind jetzt ganz, ganz kurz vom Höhepunkt. Wir beide haben vorher laut überlegt, eine Masterclass rauszubringen. Ist noch nicht 100% fix.
[30:10] Wir haben ein Drehdatum, 99% fix. Wie würdest du dir vorstellen, in diesem Masterclass, wo du ja quasi mit einem Mann, mit einer Frau sprichst, die diesen Kurs nimmt, zu verfahren? So ganz kurz. Ich würde das sehr persönlich machen. Also ich würde natürlich auch aus meinem Leben erzählen, weil ich glaube, wir lernen immer am einfachsten, wenn wir das an Storys von anderen auch hören und nicht nur einfach so Wissen weitergeleitet bekommen. Und ich würde, ja, einfach aus meinem eigenen Leben erzählen, aber natürlich auch mein Wissen bereitstellen dafür und würde einfach Frauen ermutigen, ihr Potenzial zu leben, ihnen auch vielleicht auch ein bisschen sie unterstützen dabei, wie sie mit diesem Druck besser umgehen, wie sie aus diesem Funktionieren rauskommen, ins Agieren und einfach auch mit Mut und Energie und mehr Klarheit auch durchs Leben zu gehen, weil das dann natürlich auch für ihr Leadership
[31:08] einen großen Schritt nach vorne bedeutet. Und jetzt am Schluss, ganz, ganz schwer, aber wir sind ja Dramatiker, wir kommen aus der Kommunikation, jetzt kreieren wir einmal und ich habe absichtlich auch keine Gurus, du hast auch keine Gurus jetzt, des Coachings genannt, wir enden mit dem Manich-Moment. Neue Theorie von mir, es gibt ja immer wieder Kundinnen, Kunden, die zu dir kommen und die dann sagen, genau, da hat es Glück gemacht, da hat es gewirkt, worüber wir beide gesprochen haben. Wie empfindest du das? Wie empfindet die Kundin der Kunde das? Was ist so der Manich-Moment, den du dir wünschst, so als Höhepunkt immer in deiner Arbeit mit Menschen? Ah, das ist das Schönste, was du gerade erwähnst, das ist das Schönste für einen Coach, wenn das Gegenüber merkt, wow, daran habe ich noch gar nicht gedacht und das könnte aber jetzt ein Riesenschritt sein
[32:13] in die richtige Richtung und das ist sehr individuell natürlich, weil jeder hat andere Themen, aber das mitzubekommen und einfach mitzuerleben und das passiert Gott sei Dank sehr oft in meinen Coachings, das ist wunderschön und das ist der Grund, warum ich das mache. Diesen Aha-Moment, den sieht man in den Augen, den sieht man im Lächeln und wenn ich rein schauen könnte, im Herzen und das ist genau das, warum ich das tue, was ich tue. Wenn ihr jetzt da draußen, liebe Hörerinnen und Hörer, genauso die Ganselhaut am Rücken habt, wie ich und euch einmal kurz zurückgehen möchtet, sage ich nur noch eine Werbung am Schluss, geht auf Forerunners Network, hört euch die Podcasts an, hört euch die Masterclasses an oder kauft sogar eine für euch. Good people, good stories, heute war Sandra Mann nicht bei uns und das war wieder wunderschön. Danke dir, liebe Sandra.
[33:09] Danke, lieber Christoph. Tschüss.
