Gute Führung braucht mehr als ein freundliches Lächeln
Positive Leadership klingt schnell nach guter Laune auf Bestellung. Mentalcoachin und Unternehmerin Sandra Manich versteht darunter etwas anderes: Führungskräfte sollen Stärken erkennen, Sinn vermitteln und im Gespräch bleiben. Das nützt den Beschäftigten – und wirkt sich ihrer Erfahrung nach auch auf Gesundheit, Bindung und Leistung im Unternehmen aus.
Wenn alles passt, hören viele Beschäftigte gar nichts. Rückmeldung gibt es erst, wenn ein Fehler passiert. „Eigentlich höre ich es nur, wenn es nicht passt“, beschreibt Sandra Manich im Forerunners-Podcast eine verbreitete Erfahrung. Gleichzeitig erwarten Unternehmen Motivation, Eigenverantwortung und gute Ergebnisse. Genau in diesem Widerspruch setzt Positive Leadership an.
Manich kennt beide Seiten. Sie arbeitete viele Jahre in der Werbung, wechselte von der Agentur- auf die Unternehmensseite und war dort unter anderem für Kommunikation verantwortlich. Später stellte sie sich angesichts von beruflichem Stress, Familie und gesundheitlicher Belastung die Sinnfrage. Seit 2019 arbeitet sie in ihrer eigenen Praxis als Mental- und Businesscoachin.
Ihr Ansatz ist lösungsorientiert. Im Coaching gehe es nicht darum, ein vorgegebenes Modell abzuarbeiten. Entscheidend sei, was ein Mensch oder ein Team in der konkreten Situation braucht. Positive Leadership liefert dafür einen Rahmen, aber keine Schablone.
Positiv führen heißt nicht, Probleme schönzureden
Die Grundlage bildet das PERMA-Modell des Psychologen Martin Seligman. Die fünf Buchstaben stehen für positive Emotionen, Engagement, Beziehungen, Sinn und das Erreichen von Zielen. Auf Führung übertragen lautet die Frage: Schafft eine Organisation Bedingungen, unter denen Menschen diese fünf Faktoren auch bei der Arbeit erleben können?
Das bedeutet nicht, Konflikte zu übergehen oder Beschäftigte ständig bei Laune zu halten. Manich wendet sich ausdrücklich gegen die Vorstellung, Führungskräfte müssten den „Clown“ für ihr Team spielen. Ein positives Arbeitsumfeld entsteht für sie dort, wo Menschen sich ehrlich wertgeschätzt fühlen, ihre Aufgabe verstehen und erleben, dass ihr Beitrag etwas bewirkt.
Manich verweist im Gespräch auf Untersuchungen, die Positive Leadership mit weniger Krankenstand, geringerer Fluktuation und einer niedrigeren Burnout-Gefährdung in Verbindung bringen. Auch Arbeitszufriedenheit, Leistung und Kundenzufriedenheit könnten steigen. Ihre Botschaft an Führungskräfte, denen der Ansatz zu weich erscheint: Die Art, wie Menschen geführt werden, bleibt nicht auf der Beziehungsebene. Sie schlägt sich auch in betrieblichen Ergebnissen nieder.
Stärken sind mehr als gut erlernte Fähigkeiten
Ein zentraler Unterschied liegt im Blick auf die Beschäftigten. Viele Organisationen arbeiten laut Manich stark defizitorientiert: Sie suchen Schwächen, vergleichen Menschen mit einer Benchmark und versuchen, Abweichungen auszugleichen. Wer so vorgeht, riskiert allerdings, besondere Fähigkeiten auf ein gemeinsames Mittelmaß zurückzustutzen. „Dann sind wir alle mittelmäßig, das ist ja eigentlich langweilig“, sagt sie.
Eine Stärke ist für Manich nicht bloß etwas, das jemand gut beherrscht. Sie zeigt sich dort, wo eine Tätigkeit einem Menschen wirklich entspricht, wo etwas aus ihm oder ihr „herausdrängt“. Besonders wertvoll wird es, wenn diese Stärke mit fachlicher Kompetenz zusammenkommt. In dieser Schnittmenge sieht Manich authentische Exzellenz.
Führungskräfte müssen dafür keine komplizierte Diagnostik beherrschen. Der erste Schritt ist genaueres Hinsehen: Wer übernimmt in Projekten welche Aufgaben freiwillig? Bei welcher Arbeit entsteht sichtbar Energie? Wo sehen die Beschäftigten selbst ihren stärksten Beitrag? Solche Fragen gehen über Smalltalk hinaus. Sie verlangen Zeit, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, Antworten nicht schon vorwegzunehmen.
Das verändert auch die Aufgabenverteilung. Stärkenorientierung verhindert, dass Entwicklung nur als Reparatur verstanden wird. Menschen sollen dort besser werden können, wo sie bereits etwas Eigenes und Wertvolles einbringen.
Ein Jahresgespräch ist zu wenig
Der Ort für diese Gespräche darf nicht nur der jährliche Pflichttermin sein. Manich hält regelmäßige Mitarbeitergespräche für eine Grundlage guter Führung. Wer nur einmal im Jahr zusammensitzt, erfährt zu spät, was jemanden beschäftigt, wo Unterstützung fehlt oder welche Aufgabe längst nicht mehr passt.
Nähe zum Team entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch verlässlichen Austausch. Führungskräfte lernen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser kennen. Beschäftigte bekommen die Chance, ihren Platz im Unternehmen mitzugestalten. Auch Sinn wird konkreter: Wer versteht, wofür die eigene Arbeit gebraucht wird, kann Entscheidungen und zusätzliche Anstrengungen besser einordnen.
Fehlt dieser Austausch, werden Probleme oft erst bei der Kündigung sichtbar. Manich erinnert daran, dass Menschen innerlich meist schon lange vorher Abstand genommen haben. Bis eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger eingearbeitet ist, verliert das Unternehmen weiteres Wissen und Zeit. Wertschätzung ist damit keine höfliche Zugabe. Sie beeinflusst, ob Menschen bleiben und sich weiterhin einbringen.
Entscheidend ist allerdings, wie sie ausgedrückt wird. Ein standardisiertes Lob wirkt rasch wie eine Technik. Glaubwürdig wird Anerkennung, wenn sie sich auf eine konkrete Leistung oder eine beobachtete Stärke bezieht. Dazu muss die Führungskraft wissen, woran jemand arbeitet und was ihm oder ihr dabei gelungen ist.
Positives Führungsverhalten lässt sich lernen
Nicht jede Führungskraft ist von sich aus offen oder besonders ausdrucksstark. Das ist für Manich kein Grund, Positive Leadership abzuschreiben. Persönlichkeit lasse sich nicht beliebig verändern, Verhalten in konkreten Situationen aber sehr wohl.
Oft beginnt das mit kleinen Dingen: morgens freundlich ins Büro kommen, ein Gespräch nicht nebenbei führen oder sich an den Geburtstag eines Mitarbeiters erinnern. „Das muss nichts Riesiges sein“, sagt Manich. Wichtig ist, dass das Verhalten zur Person passt. Wer sich verstellt, schafft keine glaubwürdige Beziehung. Wer dagegen bewusster wahrnimmt, wie die eigene Stimmung auf andere wirkt, kann neue Gewohnheiten entwickeln, ohne eine Rolle zu spielen.
Dazu gehört auch, die eigene Wirkung nicht nur aus der Selbstsicht zu beurteilen. Manich arbeitet unter anderem mit Persönlichkeitsprofilen und Rückmeldungen aus mehreren Perspektiven. Solche Instrumente können sichtbar machen, wie eine Führungskraft sich selbst erlebt und was das Team tatsächlich von ihr braucht. Der eigentliche Lernschritt folgt danach im Alltag.
Führung beginnt beim eigenen Zustand
Gute Absichten helfen wenig, wenn eine Führungskraft dauernd unter Strom steht. Im Podcast spricht Manich deshalb auch darüber, wie sie selbst wieder in Balance kommt. Sie nennt einfache Routinen: morgens an Dinge denken, für die sie dankbar ist, bewusst atmen, sich bewegen, Musik hören oder mit guten Freundinnen und Freunden sprechen.
Diese persönlichen Beispiele sind kein vorgeschriebenes Programm für den Arbeitstag. Sie machen aber einen wichtigen Punkt sichtbar: Wer den eigenen Zustand wahrnimmt und regulieren kann, reagiert eher konstruktiv. Das freundliche Gesicht am Morgen ist dann nicht die ganze Methode. Es ist ein kleines, sichtbares Zeichen dafür, dass Führungskräfte Verantwortung für die Stimmung übernehmen, die sie in einen Raum mitbringen.
Positive Leadership verlangt also keine dauerhafte Fröhlichkeit. Es verlangt Aufmerksamkeit. Führungskräfte müssen wissen, was ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können, was sie antreibt und was sie gerade brauchen. Sie müssen Rückmeldung geben, bevor etwas schiefläuft, und Sinn nicht nur in Leitbilder schreiben, sondern im Arbeitsalltag verständlich machen. Dann wird aus positiver Führung mehr als ein Lächeln: eine verlässliche Arbeitsweise, an der Menschen wachsen können.
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[00:00] Hallo und gratuliere dir! Du bist bei Forerunners Network gelandet. Good People, Good Stories statt täglich neuer Skandale. Also, besuche unsere Homepage. Dort triffst du viel mehr gute Dinge als sonst irgendwo. Lösungen, Ideen und Innovationen, Masterclasses und die besten Stories zum Wandel. Werde auch du ein Forerunner und besuche uns auf forerunners.network. Und jetzt viel Spaß beim Podcast. Für Menschen, die neue Wege gehen. Für Menschen, die neue Wege gehen. Herzlich willkommen, liebe Forerunner und Forerunnerinnen hier auf unserem Podcast. Heute ein ganz großer Tag. Eine junge Freundin, die ich allerdings schon seit vielen Jahren kenne. Sie sitzt hier bei mir. Es ist Sandra Manich. Und sie ist Mentalcoaching in all diesen Ausführungen, über die wir gleich sprechen wollen. Und unser Thema heißt Think Positive. Wie gut können das überhaupt Chefs und Chefinnen? Wir sprechen über neue Trends in der Führung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Ich habe genug gesprochen. Liebe Sandra, erzähle mal das, was du erzählen kannst und willst. Wie hat es dich von Oberösterreich, deiner Heimat von vor einigen Jahren, hierher verschlagen zu uns in den 14. ins Studio?
[01:35] Ja, hallo und herzlichen Dank, lieber Christoph, für die Einladung. Ich freue mich sehr, dass ich heute bei dir hier sein darf. Und ja, wie hat es mich hierher verschlagen? Mich hat es von Oberösterreich, von Steyr, um ganz genau zu sein, hierher verschlagen, nach Wien, weil ich studiert habe. Damals, 1989, habe ich begonnen zu studieren. Habe mich noch mit Publizistik und Kommunikationswissenschaft beschäftigt und auch viel mit dem Praxisfeld Werbung, hat das damals geheißen auf der Uni. Und bin dann in den 90er Jahren, 1995, auch in die Werbebranche eingestiegen, in die erste Agentur, in die erste internationale Agentur, in der ich damals arbeiten durfte. Und habe diesen Weg dann auch sehr lang verfolgt, in den noch sehr spannenden 90er Jahren, wo es in der Werbung noch wirklich lustig, kann man sagen, unter Anführungszeichen auch zugegangen ist. Und wo wir viel gearbeitet haben, aber auch viele schöne Erinnerungen uns mitgenommen haben damals.
[02:34] Und bin dann von der Agenturseite auch noch auf die Kundenseite gegangen, also auf Unternehmensseite, durfte das Marketing und auch die Rolle der Pressesprecherin und die Leiterin der Unternehmenskommunikation für eine internationale Unternehmensgruppe sein. Und ja, bin dann noch einmal für eineinhalb Jahre zurückgegangen ins Agenturbusiness, um schließlich vor einigen Jahren dann für mich festzustellen, das ist es nicht mehr so wirklich. Habe dann umgeschult komplett, bin dann umgestiegen und habe 2019 meine eigene Coaching-Praxis gegründet unter dem Namen Better Life Coach. Was war denn eigentlich der springende Punkt, dass du Mentalcoaching wurdest und was ist überhaupt eine Mentalcoaching? Was ist der Unterschied zur Psychotherapie zum Beispiel? Der springende Punkt für mich war damals, ich habe ja, wie gesagt, dann zum Schluss noch einmal eine Zeit lang auch in einer Agentur gearbeitet und habe für mich damals schon als zweifache Mutter festgestellt, dass das in Teilzeit so nicht mehr funktioniert, wie ich mir das vorstelle.
[03:43] Und ich habe mir auch so ein bisschen für mich die Sinnfrage gestellt, das muss man auch sagen. Also ich habe viele Jahre ja in der Bank schon gearbeitet und mit all diesem Stress, den dieser Job in der Agentur damals mit sich gebracht hat, war es für mich einfach an der Zeit einmal zu überdenken, ob ich überhaupt noch richtig bin in dem, was ich da tue. Und es ist mir auch gesundheitlich dann schon nicht mehr so gut gegangen, war doch sehr stressig alles zusammen, so diese Mehrfachbelastung, die wir als Working Moms so auf uns nehmen jeden Tag. Und das war für mich ein Grund auch darüber nachzudenken, ob ich nicht vielleicht doch etwas anderes starten möchte. Und da ich immer schon ganz gerne erstens einmal selber Coaches in Anspruch genommen habe in der Agentur, aber auch für mich festgestellt habe, dass das gut funktioniert, wenn ich zum Beispiel mit Kolleginnen gesprochen habe über berufliche Themen, die sie bewegen.
[04:34] Also so bin ich dann darauf gekommen, das wäre doch eigentlich eine gute Idee, in diese Richtung auch zu gehen selber und eine Coaching-Ausbildung zu machen. Das habe ich dann auch getan, allerdings nicht nur eine Coaching-Ausbildung, sondern ich habe auch die Ausbildung zur psychologischen Beraterin gemacht. Und bin seit 2019 selbstständig in eigener Praxis auch als Mentalcoaching und Businesscoaching tätig. Und was den Unterschied betrifft zur Psychotherapie, also ich darf jetzt prinzipiell nur mit psychisch gesunden Menschen arbeiten. Also jeder andere, der zu mir, jeden anderen, der zu mir kommt, der eben nicht psychisch gesund ist, den müsste ich auch dann sozusagen weiterleiten an einen Psychiater, an einen Psychotherapeuten, Psychotherapeutin. Und was auch für mich einen großen Unterschied macht, ich arbeite hinzu. Was heißt das jetzt? Ich arbeite nicht so sehr am Problem. In der Psychotherapie wird auch viel an Vergangenheitsaufarbeitung gearbeitet oder wird viel Vergangenheit aufgearbeitet, so wollte ich sagen.
[05:40] Und im Coaching bin ich sehr lösungsorientiert unterwegs und sehr praxisorientiert. Das heißt, ich versuche mit den Coaches gemeinsam die für sie beste Lösung herauszufinden und sie auch zu unterstützen, diesen Weg dann auch zu gehen. Wer tritt jetzt an dich heran? Sind das dann Menschen in Betrieben, die sich mit ihrem Chef ein Coaching ausmachen? Ist das ein Chef, eine Chefin, der meint, ich habe dein High Potential, aber ich glaube, der könnte ein Coaching von dir vertragen? Wie kommst du zu deinen Kunden und Kundinnen in der Praxis? Ich komme zu meinen Kundinnen mittlerweile, Gott sei Dank, sehr viel über persönliche Empfehlungen. Es ist ganz unterschiedlich. Manche kommen aus privatem Antrieb zu mir, die sagen, ich möchte gern was für mich tun und es ist mir wichtig, mich weiterzuentwickeln auf persönlicher und beruflicher Ebene. Und dann gibt es natürlich Firmen, die zu mir kommen.
[06:41] Ich bin zum Beispiel auch im Coaching-Pool von der ÖBB drinnen. Ich arbeite auch mit Mitarbeitern von der Post zum Beispiel. Also ich habe viele Jahre ja in der Bank schon gearbeitet und mit all diesem Stress, den dieser Job in der Agentur damals mit sich gebracht hat, war es für mich einfach an der Zeit einmal zu überdenken, ob ich überhaupt noch richtig bin in dem, was ich da tue. Und es ist mir auch gesundheitlich dann schon nicht mehr so gut gegangen, war doch sehr stressig alles zusammen, so diese Mehrfachbelastung, die wir als Working Moms so auf uns nehmen ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !! ! ! ! ! ! ! ! ! !! ! !! ! ! ! ! ! ! ! ! !
[07:49] ! ! ! ! ! ! !! ! !! ! !! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !! ! !! wo ich anfangen soll! Ein Klassiker wäre zum Beispiel, wenn du kein Feedback kriegst, ist eh schon genug gelobt. Ja, kennen ganz viele. Also wenn man mal so durch die Runde fragt, bin mir sicher, dass ganz viele Menschen antworten, ja bei uns ist das so. Ich kriege eigentlich kaum Feedback, wenn alles passt. Eigentlich höre ich es nur, wenn es nicht passt. Und es fängt schon an mit ganz kleinen Dingen. Wenn ich in der Früh schon mit einem grantigen Gesicht ins Büro komme oder in das Unternehmen komme, dann hat das eine Auswirkung auf alle rundherum.
[10:43] Wenn ich nicht wahrnehme, wie meine Mitarbeiter, wo ihre Stärken liegen zum Beispiel, dann lasse ich auch viel am Weg liegen, dann lasse ich viel aus, was wahnsinnig viel weiterhelfen könnte im Grunde genommen. Stärkenorientiert zu arbeiten, das kann ein Unternehmen wirklich in ungeahnte Höhen bringen. Wenn ich das plötzlich wahrnehme, hoppala, ich habe da jemand, der hat da wirklich eine Stärke auf dem Gebiet. Und Stärken heißt zum Beispiel, das finde ich auch sehr spannend, die Definition von Stärken ist folgende, das ist etwas, was aus dir herausdringt. Also nicht etwas, was du vielleicht gut kannst, sondern etwas, was wirklich herausdringt aus dir. Etwas, das dir fehlt, wenn du es nicht umsetzen kannst, wenn du es nicht leben kannst. Und wo du vielleicht manchmal sogar ein bisschen zu viel tust davon. Das sind wirkliche Stärken. Und da gibt es auch eine internationale Klassifikation davon, über die verschiedenen Kulturen hinweg.
[11:35] Weil was bei uns eine Stärke ist, muss ja noch lange nicht im, was weiß ich, arabischen Raum eine Stärke sein. Und das Spannende ist, dort, wo sich diese Stärken mit den eigenen Kompetenzen, also mit dem, was ich kann, überschneiden, dort liegt die authentische Exzellenz in dieser Schnittmenge. Und dort wird es richtig genial. Also wenn man es schafft, dass man die Mitarbeiter dort hinbringt, auf diese Schnittmenge eben, was können sie und was drängt das ihnen wirklich heraus, was sind ihre Stärken, dann wird es richtig spannend. Wie finde ich jetzt als Verantwortlicher für ein größeres Team die Stärken meiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen? Durch Sprechen nehme ich an, oder? Sprechen, Zeit nehmen. Zum Beispiel, genau. Also alles, was auch ein bisschen über den Smalltalk hinausgeht, über den üblichen, das wird mir vielleicht schon Einsicht bringen. Aber wirklich auch einmal zu fragen, wo die Mitarbeiter selber sehen, wo sie ihre Stärken eingebracht haben bei den Projekten.
[12:30] Nachfragen natürlich beobachten, wahrnehmen. Man kann es natürlich auch testen, man kann auch wirklich nach Fragebogen feststellen, wo die Stärken einer Person liegen. Man kann Profilings machen. Ich bin ja auch Profilerin, hat aber nichts mit CSI zu tun in dem Fall, sondern ich erstelle Persönlichkeitsprofile gemeinsam mit der Leuphana Universität in Lüneburg, also mit einem Spin-Off von denen eigentlich, mit der Link GmbH. Und ich mache auch Profile, Profilings, was Positive Leadership betrifft. Auch ein sehr spannendes Thema, wo sich Menschen selber einschätzen können, wie sehr sie sich schon als Positive Leader sehen und was sie erwarten würden auch von einem Positive Leader. Und das wird dann verglichen oder in Form eines 360-Grad-Feedbacks ausgewertet. Sehr spannendes Thema. Du hast es jetzt schon selber auf den nächsten Punkt gebracht, Positive Leadership. Man könnte jetzt glauben, das ist ein ganz normales Wort, ein ganz normaler Ausdruck.
[13:29] Sein Leader sei positiv. Aber da steckt eigentlich eine ganz neue Denkschule dahinter, die noch gar nicht so alt ist. Erzähle mal über dein Arbeiten mit Positive Leadership und was das überhaupt ist. Ja, gerne. Also Positive Leadership beruht auf dem PERMA-Modell von Martin Seligmann, ein ganz toller amerikanischer Psychologe, der jetzt auch gerade im Rahmen eines Kongresses in Wien war. Und der hat in den Nullerjahren das sogenannte PERMA-Modell aufgestellt. Und das beschreibt mehr oder weniger, auf welchen Säulen ein gelingendes Leben, ein glückliches Leben, ein zufriedenes Leben passiert. Er hat sich nämlich gefragt vorher, hat gesagt, naja, wir schauen in der Psychologie immer darauf, wie wir das Leid mehr oder weniger bearbeiten können. Also wir zielen auf Heilung ab. Aber was wäre, wenn wir in der Forschung einmal hinschauen, was machen eigentlich Menschen oder worauf kommt es an, wenn ich ein glückliches, zufriedenes Leben führen möchte.
[14:32] Und er hat das Ziel in dem Fall oder die Logik dahinter das Aufblühen, das Flourishing genannt. Und dieses PERMA-Modell, diese fünf Buchstaben, P-E-R-M-A, die stehen für etwas Bestimmtes, nämlich für diese fünf Säulen. Und zwar ist das, der erste Buchstabe, das P steht für Positive Emotions, positive Gefühle, die wir wahrnehmen können. Der zweite Buchstabe Engagement, da geht es um ein individuelles Engagement im Leben. Das dritte, das sind die Relationships, also die sozialen Beziehungen, die sind wahnsinnig wichtig. Das haben wir auch in der Corona-Zeit gesehen. Wenn die nicht da sind, dann kann das sogar zu schweren Depressionen führen. Das M steht für Meaning. Ich muss auch einen Sinn im Leben haben, damit ich glücklich sein kann dabei. Und das A steht für Accomplishment, also dass ich auch Ziele erreichen kann, Teilziele erreichen kann, dass ich Selbstwirksamkeit spüre. Das ist allein schon ein Grund für unseren Körper, Glückshormone auszuschütten,
[15:32] wenn er merkt, wow, ich kann was erreichen, ich habe selber was auf die Beine gestellt. Also das ist so ein ganz, ganz groben Zügen, einmal das PERMA-Modell von Martin Seligmann. Und übersetzt auf Führung heißt das dann PERMA-Lead. Und mehr oder weniger werden diese fünf Faktoren, die ich gerade umschrieben habe, dann auf Führung umgelegt. Das heißt, ich sorge zum Beispiel dafür als Positive Leader, dass es positive Emotionen auch einmal gibt in der Firma. Und das heißt nicht, das ist ein Missverständnis, das oft daherkommt oder dass manche Manager meinen, nein, wir haben keine Zeit für sowas und das ist alles viel zu weich. Und nur wenn wir uns das alles positiv vorstellen, ist es nicht positiv und ich habe einen Druck und ich muss Zahlen liefern. Falsch gedacht, weil Positive Leadership ist evidenzbasiert. Das heißt, wir wissen aus vielen Studien, dass Positive Leadership auch wirklich Auswirkungen hat auf die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen eines Unternehmens.
[16:28] Und das heißt, dass Krankenstandstage geringer werden, das heißt, dass die Fluktuation sinkt, das heißt, dass Burnout-Gefährdung sinkt, das heißt, dass die Arbeitszufriedenheit steigt, dass die Performance eines Unternehmens steigt. Das geht hin bis zur Kundenzufriedenheit. Also wir wissen auch, dass zum Beispiel Kunden von Supermärkten, in denen nach PERMA-Lead geführt wird, durchschnittlich mehr im Einkaufswagen haben. Das ist ja auch eine spannende Konsequenz. Also das heißt, dieses Argument, dass das viel zu weich ist, das lasse ich nicht gelten, weil das ist nicht der Fall. Worauf ist das mit dem Einkaufswagen jetzt, deiner Meinung nach zurückzuführen, dass sich die Menschen in der Interaktion mit den Mitarbeiterinnen dieser LEH-Kette in dem Markt einfach wohlerfüllen und dann länger bleiben? Genau, genau. Dieses PERMA-Lead hat Auswirkungen in erster Linie natürlich auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens, aber in weiterer Folge auch auf die Menschen, die reinkommen in so ein Unternehmen.
[17:30] Und wie gesagt, also positive Emotions heißt zum Beispiel nicht, dass ich jetzt meine Mitarbeiter zu Tode streicheln muss oder eben da den Clown runterreißen für sie, sondern das heißt, dass ich versuche, eine Arbeitsatmosphäre, ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen, in dem sie auch wirklich eine Zufriedenheit einmal aufbauen können, in dem sie sich wertgeschätzt fühlen. Das ist ein sehr inflationär gebrauchtes Wort mittlerweile, aber wenn man das wirklich ehrlich macht, dann macht das einen Unterschied. Da sollte man dann vielleicht einmal auch am Schluss zurückkommen auf dieses Wertschätzen. Aber meine nächste Frage, ich bin ja da, je schwer nach PERMA, gehen wir in die Methodik, mit der du arbeitest, auf dich und deine Kundinnen. Wie sehen die Coachings überhaupt aus? Läuft das nach einem Muster? Oder du jetzt sagst, ich habe jetzt zum Beispiel bei einem Positive Leadership Coaching diese fünf Buchstaben
[18:29] und arbeite die nach Säulen ab? Oder wie baust du eine Beziehung zu einem Menschen auf, dass der dann für die Zukunft möglicherweise profitiert? Prinzipiell das Einzige, was wirklich immer gleich ist, ich starte mit einem Kennenlerngespräch. Also das heißt, wenn die Coaches, die vielleicht zu mir kommen möchten, bei mir anrufen oder mir schreiben, dann gibt es einmal einen Termin für ein Erstgespräch, wo wir uns kennenlernen, wo über die Themen des Coaches gesprochen wird und dann schauen wir mal, ob die Chemie stimmt und wenn das passt, dann können wir starten auch zu arbeiten. Es ist jetzt nicht so, dass ich versuche, hier Modelle abzuarbeiten, sondern es geht natürlich immer um den individuellen Zugang und darum, was braucht denn dieser Mensch gerade, der da vor mir sitzt. Ich versuche, meine Coaches dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Und da komme ich noch einmal jetzt kurz zurück auf PERMA oder auf die positive Psychologie,
[19:27] weil dort wird nicht versucht, Defizite auszuhebeln. Wir sind in unserer Gesellschaft sehr defizitorientiert. Wir versuchen immer, eine Benchmark zu erreichen in der Wirtschaft. Wir versuchen, dass wir die Schwächen ausbügeln und dass am Ende alles einer Benchmark entspricht. In der positiven Psychologie ist es so, dass wir schauen, wo liegen die wirklichen Stärken, wo bist du exzellent und wie kannst du dort noch besser werden. Wir versuchen jetzt nicht, da zu nivellieren, weil das hieße, dass wir dort, wo du eh schon exzellent bist, dass du dort aufs Mittelmaß runtergehst und den Rest heben wir an. Dann sind wir alle mittelmäßig, das ist ja eigentlich langweilig. Sondern wir versuchen wirklich auf das einzugehen, was da ist. Und das finde ich auch einen schönen Ansatz, dass man nicht aufs Defizit eingeht, sondern eben auf die Stärken. Und bei den Coachings, wie gesagt, da kommt es sehr individuell darauf an, was eben mein Coachee gerade braucht.
[20:25] Das kann ich nicht. Da gibt es kein Muster dafür. Da gibt es keine Schablone. Das ist sehr individuell. Und auch bei den Trainings und Workshops versuche ich sehr maßgeschneidert zu arbeiten. Das heißt, es gibt ein Briefing-Gespräch mit dem Unternehmen. Und es wird besprochen, was sind denn die, wenn du schon so schön über das Englisch bleibst, die Pain Points. Wo tut es denn weh vielleicht? Und was bräuchte es denn? Was würde denn auch ein Aufblühen für das Unternehmen heißen? Was bräuchte es denn hier an Unterstützung? Was kann ich beitragen? Natürlich auch manchmal an Methoden beizubringen und überhaupt einmal Modelle vorzustellen. Aber es wird jetzt nicht abgearbeitet im Sinne von so und jetzt machen wir das durch. Sondern wir schauen einfach einmal, was macht denn überhaupt Sinn? Jetzt sind wir eh schon wieder bei den größeren Teams gelandet, bei den Teamcoachings. Und da kann ich jetzt auf das Thema Wertschätzen, Mitarbeitergespräch noch einmal eingehen.
[21:26] Das ist ein ganz wichtiger Punkt für Menschen, die in einem System arbeiten und wird möglicherweise, ich sage einmal, von Menschen, die nicht klein genug sind, unterschätzt, dass das Mitarbeitergespräch für jemanden in einem Team ein ganz, ganz wichtiger Punkt im Arbeitsleben ist. Das Mitarbeitergespräch sollte sogar öfter stattfinden als einmal im Jahr. Es gibt ja sogar immer noch Unternehmen, die haben gar keins. Das ist für mich unverständlich, weil sie sich viel vergeben dadurch. Eigentlich soll es noch öfter stattfinden. Ich war auch letztens bei einem Workshop von Kim Cameron, der über Positively Energizing Leadership geschrieben hat. Und dahinter steckt eine Idee, dass wir Menschen zum Beispiel so wie die Pflanzen reagieren. Ich weiß nicht, ob dir der Heliotrope-Effekt etwas sagt. Natürlich, für Sie ging man ein. Der besagt nämlich, dass die Pflanzen und auch die Tiere sich dem Licht zuwenden. Das heißt, wenn du, ganz einfach erklärt, wenn du jetzt einen Blumenstock auf ein Fensterbrett stellst,
[22:34] dann wird sich der zur Sonne drehen. Also dann wird der zur Sonne hin wachsen, sagen wir mal so. Und bei Menschen ist es ähnlich. Wenn wir positive Energie, wenn wir Kraft spenden als Leader, wenn wir positive Energie ausstrahlen, dann werden die Menschen auch aufblühen in dem, was sie tun. Und ein Mitarbeitergespräch ist einmal, würde ich sagen, die Basis überhaupt. Und es sollte noch viel öfter stattfinden, weil ich dann auch viel näher dran bin an meinen Mitarbeitern und viel mehr mitbekomme, wie geht es denen, was bräuchten denn die. Und ihnen auch die Chance gebe, individuell zu wachsen in diesem Unternehmen und sich einbringen zu können. Und das kann ich nur, wenn ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut kenne. Und dazu brauche ich wahrscheinlich mehr als ein Gespräch im Jahr. Und dann nehme ich an, da kann ja das Geschäft dann gar nicht mehr in die Binsen gehen,
[23:24] um jetzt ein bisschen wienerisch zu sein. Also je mehr ich da interagiere, interagieren lasse, Durchgängigkeit schaffe, die Menschen wissen, warum sie auf ihrem Platz sitzen und an diesem Rädchen drehen, das wird sich dann wahrscheinlich auch in den Firmenergebnissen widerspiegeln. Muss so sein, oder? Das wird sich auf jeden Fall in den Firmenergebnissen widerspiegeln. Das wird sich, wie gesagt, auch in der Gesundheit der Mitarbeiter widerspiegeln und auch in der Fluktuation. Man darf ja nicht vergessen, was das heißt, wenn jemand geht von einer Firma. Der hat ja innerlich wahrscheinlich schon ein Jahr vorher gekündigt. Der ist ja schon viel länger zum Zeitpunkt der Kündigung eigentlich gar nicht mehr wirklich so richtig intensiv dabei. Und bis ich den nächsten eingeschult habe, vergehen, manchmal auch zwei, drei Jahre, bis der wirklich wieder so weit ist in manchen Unternehmen, wie der, der vor ihm da war oder die, die vor ihr da war.
[24:20] Das heißt, ich vergebe mir wahnsinnig viel, wenn ich auf diese Dinge nicht achte und wenn ich das einfach schleifen lasse, wenn ich sage, ja, pff, geht schon irgendwie, wir haben Zahlen zu liefern und so weiter. Statt, dass ich auf das schaue, weil dann ergibt sich es ja auch dadurch schon, dass die Mitarbeiter mehr committed sind, dass die wissen, wofür tue ich das eigentlich. Wenn ich rausgehe am Abend aus der Firma, ich weiß, wofür ich da jetzt gearbeitet habe oder wofür ich vielleicht auch einmal ein bisschen länger gearbeitet habe. Ich kenne mich aus, worum es geht bei unserer Firma. Jetzt hört unser Gespräch der eine oder andere Geschäftsführer, Eigentümer, der aber jetzt nicht von vorn hinein eine positive Ausstrahlung hat, der nicht empathisch ist. Jeder Mensch ist verschieden. Manche sind halt mehr akkurat, konzentriert und es kommt natürlich nicht so positiv rüber.
[25:14] Sollte er jetzt aussteigen und sagen, ich muss mal was anderes suchen als positive Leadership, dann bitte jetzt gleich aussteigen. Oder hat das gar nichts mit der Persönlichkeit zu tun? Ist das ein Werkzeug, ein Prinzip? Es ist etwas, was man natürlich auch lernen kann. Es ist auch ein gewisses Verhaltensset. Also wie zum Beispiel, dass ich, so wie wir vorher gesagt haben, wenn ich versuche, mehr positive Emotionen auch hervorzurufen, dass ich einfach ein gewisses Verhalten an den Tag lege. Eben, dass ich einmal die Zähne lüfte, wenn ich in der Früh ins Büro komme und ein freundliches Lächeln bitte. Es sind wirklich Kleinigkeiten. Das muss nicht etwas wahnsinnig Großes sein. Oder dass ich einmal an den Geburtstag denke von meinen Mitarbeitern. Das sind wirklich manchmal kleine Dinge, die Großes bewirken können. Das muss nichts Riesiges sein. Und ich kann so ein Verhalten definitiv erlernen.
[26:10] Ich muss mich nicht unbedingt jetzt, die Persönlichkeit kann ich sowieso nicht ändern. Die Persönlichkeitsstruktur, die ist, wie sie ist. Aber ich kann mich in gewissen Situationen vielleicht ein bisschen anders verhalten und so auch einmal anders rüberkommen. Das heißt, das ist durchaus etwas, was man auch trainieren kann. Erklär noch das Wort oder den Ausdruck Zähne lüften. Heißt das einfach Lächeln, oder? Lächeln, ja. Ich habe gesagt, genau. Einfach einmal mit einem freundlichen Lächeln ins Zimmer zu kommen. Man muss ja singt. Nein, das ist schon freundlich gemeint. Ja, jetzt haben wir schon sehr viel gesprochen. Und vielleicht haben ein paar mitgekriegt, was positiv Leadership sein könnte. Wie Sie davon profitieren könnten, egal ob Sie jetzt in einem Team sind oder ob Sie Entscheidungsträgerinnen sind. Wenn Sie mehr wissen wollen und wenn ihr mehr wissen wollt, dann geht einmal auf die Seite von der Sandra Mannig.
[27:11] Das ist betterlifecoach.com.at. Punkt.at. Punkt.at. Aber ich lasse dich so schnell nicht aus. Wir haben uns so lange nicht gesehen. Und heute haben wir keinen weißen Spritzer dabei und keine Gruppe an Freunden. Ich frage dich natürlich auch selber. Und vielleicht können wir da auch unseren Hörern und Hörerinnen etwas mitgeben. Was tust du, wenn du aus der Balance bist? Du bist genauso ein Mensch wie alle anderen. Du kannst wahrscheinlich mehr Ressourcen durch deine Arbeit, um dir Gutes zu tun, aber Mutter von zwei Kindern, Geschäftsfrau, Steuer, Papa, Papa, Ehemann, ich hoffe, der ist brav, aber ab und zu verlässt jemanden die Balance und die Kraft. Das passiert uns wöchentlich, täglich immer wieder. Was tust du dann? Auf welche Ressourcen greifst du zurück? Mir fallen mehrere Dinge natürlich ein. Eines davon habe ich heute gerade auf Instagram gepostet. Deswegen sage ich es jetzt auch gleich.
[28:12] Habe ich schon gesehen. Ich habe es auch geerzelt. Genau. Ich finde es nämlich ganz schwierig im November, wenn es draußen auch so kalt ist. Ich muss ja dann oft wirklich, die Kinder gehen in die Schule, ich stehe wirklich sehr früh auf und es ist noch finster, es ist kalt draußen. Sich da zu motivieren ist nicht so leicht. Und dann so dieses, ja, positiv denken und so, das fällt halt schwer. Aber was ganz einfach ist, ist die sogenannte Praxis von den Three Blessings. Das heißt, dass man in der Früh schon mal darüber nachdenkt, wofür könnte ich dankbar sein? Können kleine Dinge sein, können große Dinge sein, was auch immer. Aber bringen uns auf eine ganz andere Schwingung. Also Dankbarkeit, Liebe, Freude, die sind ganz oben, was das betrifft. Am anderen Ende wäre dann Scham und Schuld. Also da weiß jeder, da geht es mir nicht gut.
[28:52] Aber Dankbarkeit, das ist etwas, da kann man gar nicht mehr wirklich schlecht gelaunt aus dem Bett steigen, sondern da hat man schon mal ein angenehmes Grundgefühl. Das ist das eine. Dann ganz wichtig. Also festhalten, Nummer eins Dankbarkeit. Dankbarkeit, Nummer zwei. Und auch noch, halt, wir müssen das wieder Übung machen, Position, das heißt, ich liege noch unter meiner Decke. Genau. Okay, gut, gut. Habe ich wirklich heute gemacht in der Früh. Okay. Vor dem Aufstand schon. Das zweite, Atmen. Und zwar habe ich diese wunderbare Methode für mich entdeckt letztes Jahr. Ich mache wirklich sehr viel Atemfitness. Ich finde, das ist großartig. Nicht nur, dass es uns vor Viren und Parasiten und allen möglichen Dingen bewahrt, wenn wir Atemtechnik üben und Eisbaden gehen können. Ich war heuer im April bei 11 Grad im Neufelderssee. War auch eine Challenge. Aber Atmen hilft wahnsinnig. Ja, das ist super, um seinen Zustand zu managen.
[29:49] Wenn ich merke, oh Gott, ich bin schwer im Stress, dann atme ich einfach ein paar Mal tief durch. Also wirklich so eine tiefe Nasen-Bauch-Atmung. Und immer länger ausatmen als einatmen, oder? Genau. Länger ausatmen, kennt sich schon gut aus. Das aktiviert nämlich den Parasympathikus. Das ist der Teil unseres Nervensystems, der für die Entspannung zuständig ist. Und dann kann ich wieder einen konstruktiven Gedanken fassen. Das ist immer das Erste, was ich meinen Kutschis so beibringe, ihren Zustand zu managen. Und das kann ich, indem ich atme und indem ich dann wieder klar denken kann. Also das ist auch etwas, um wieder in Balance zu kommen. Ich darf nur, also ich muss ja auch immer was dazu sagen. Ja, natürlich. Ich bin ja nicht allein im Studio. Ich wollte ja dich einabend, damit ich reden kann. Beim Atmen schadet auch ein Lächeln auf den Lippen nicht.
[30:41] Ja, ein Buddha-Lächeln. Also mir tut es immer gut. Genau. Beim Atmen auch Lachen. Das wirkt dann doppelt. Genau. Ein Buddha-Lächeln aufsetzt. Genau. Dann merkt unser Gehirn auch, wir sind gut drauf. Juhu. Wir können ein paar Glückshormone vorbeischicken. Auch sehr fein. Genau. Und was mache ich noch gerne? Was fehlt mir noch ein als erstes? Ja, tanzen zum Beispiel. Ich tanze sehr gerne. Ich habe meine Playlist für alle möglichen Stimmungen. Wenn ich aus der Balance bin, meine Kinder wissen das, ich tanze oft beim Kochen. Dann schalte ich Musik ein. Und da gibt es eine Happy-Playlist und eine zum Entspannen. Da gibt es alle möglichen für jede Stimmungslage. Da gibt es eine Playlist bei mir und laut Aufträgen gerne auch mit Freunden tanze ich natürlich auch sehr gerne. Das ist auch so ein wichtiger Punkt, wenn man aus der Balance ist, mit guten Freunden zu reden.
[31:29] Das bringt einen auch wieder auf andere Gedanken und bringt einen auch wieder in die Balance hinein. Das machst du aber dann nicht unter der Bettdecke, sondern du bist schon in der Küche zum Beispiel. Darf ich schon in der Küche. Oder wo auch immer. Also dann halten wir es noch einmal fest. Dankbarkeit, daran denken, auf was freue ich mich heute in Wirklichkeit. Oder worauf kann ich mich immer freuen. Das zweite ist atmen. Atmen, atmen, atmen. In dich selber gehen. Genau, tief atmen. Das dritte ist Bewegung. In Wirklichkeit. Aktivität. Und das kann jeder machen, auch wenn er jetzt zum Beispiel handicapped ist. Jeder hat seine Form, wie er sich bewegen kann. Ja, muss ja nicht tanzen sein. Also muss nicht tanzen sein. Da kommt halt noch die Musik dazu, die auch natürlich die Stimmung aufhält, die auch in die Balance wieder bringen kann.
[32:14] Kann genauso sein. Ich gehe eine Runde spazieren. Ich gehe in den Wald. Ich bewege mich einfach. Ich mache Sport, was auch immer. Also wenn Sie heute auf Instagram schauen und sich die Sandra Mannig oder den Better Life Coach, werde ich wahrscheinlich unter beiden Begriffen finden. Genau, überall auf LinkedIn, auf Instagram, auch immer. Sind heute the three blessings drinnen. Genau. Das möge euch morgen spätestens einen wunderschönen Tag bescheren, aber natürlich auch heute. Für mich war dieser Tag wunderschön. Ist er wunderschön, weil du bei mir warst, Sandra. Ich bedanke mich im Namen unserer Hörer und Hörerinnen. Es war fantastisch. Danke. Ich darf mich auch bedanken, lieber Christoph. Es war mir eine große Freude, bei dir zu sein. To be continued. Ciao, ihr Lieben.
