Ein guter Lebenslauf macht noch keine Kandidatin fürs Board
Viele erfahrene Managerinnen führen Teams und verantworten große Budgets, bleiben bei der Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten aber unter dem Radar. Personal-Branding-Expertin Louisa Böhringer erklärt, warum Board Readiness nicht lauteres Auftreten bedeutet – sondern eine klare Positionierung, erprobte Kommunikation und Menschen, die eine Kandidatin im richtigen Moment empfehlen.
Eine Managerin ist auf dem Weg zu einem Hearing, als ein Medienbericht viral geht, der indirekt mit der ausgeschriebenen Position zu tun hat. Sie darf wegen einer Stillhaltevereinbarung nicht über Einzelheiten sprechen. Gefragt werden kann sie trotzdem. Kurz vor dem Termin geht Louisa Böhringer deshalb mit ihr am Telefon noch einmal Haltung, Grenzen und Botschaften durch.
Die Szene macht deutlich, worum es bei Board Readiness in der Praxis geht. Fachliche Leistung allein reicht nicht, wenn eine Kandidatin ihren Beitrag im entscheidenden Moment nicht verständlich vermitteln kann. Sichtbarkeit heißt dabei weder Selbstdarstellung um jeden Preis noch das Einstudieren einer fremden Rolle. Es geht darum, für etwas erkennbar zu stehen – und auch unter Druck glaubwürdig zu bleiben.
Zwischen Qualifikation und Berufung liegt eine Sichtbarkeitslücke
Böhringer beschreibt Frauen, die erfolgreich Teams führen, große Budgets verantworten und als Expertinnen anerkannt sind. Trotzdem fehlt vielen das letzte Stück strategischer Sichtbarkeit. Nach den von ihr im Gespräch genannten Zahlen liegt der Frauenanteil in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen bei 31,6 Prozent, unter den Top-200-Unternehmen bei 27,7 Prozent. In den Vorständen dieser Unternehmen seien es 13,8 Prozent, in börsennotierten Vorständen 12,8 Prozent.
Ihre Diagnose lautet nicht, dass es zu wenige qualifizierte Frauen gibt. Entscheidend sei vielmehr, ob deren Leistung bei den richtigen Personen bekannt ist. Wer für eine Funktion in Betracht kommen will, muss deshalb mehr können, als einen tadellosen Lebenslauf vorzulegen. Eine Kandidatin braucht eine klare Vorstellung davon, welchen Nutzen sie in früheren Rollen gestiftet hat, welche Ergebnisse sie erzielt hat und wie sie diese beschreibt, ohne Unternehmensgeheimnisse preiszugeben.
Genau dort setzt Personal Branding an. Böhringer überträgt dafür Erfahrungen aus der Entwicklung von Unternehmens- und Produktmarken auf Personen. Am Anfang stehen die eigenen Stärken, Erfolge und die bereits vorhandene Reputation. Eine ihrer Schlüsselfragen lautet: Was sagen andere über eine Person, wenn sie nicht im Raum ist? Die Antwort zeigt, ob Selbstbild und Fremdbild zusammenpassen – und wofür jemand bereits bekannt ist.
Sichtbarkeit beginnt nicht auf LinkedIn, sondern im eigenen Team
Böhringer spricht von sieben Hebeln der Board Readiness. Im Gespräch führt sie den Ansatz an mehreren Feldern aus: an der persönlichen Positionierung, an Netzwerken, „Board Mastery“, einem aussagekräftigen Portfolio, Kommunikationsfähigkeit und der strategischen Planung des nächsten Karriereschritts. Alle Bereiche hängen von einer vorgelagerten Frage ab: Wer sind die relevanten Stakeholder, und welchen Beitrag kann die Kandidatin für sie leisten?
Der erste Wirkungskreis ist oft kleiner, als der Begriff Personal Brand vermuten lässt. Sichtbarkeit beginnt im eigenen Team. Mitarbeitende bemerken, wenn eine Führungskraft im Meeting klarer Position bezieht, ihren Punkt verständlich macht und Verantwortung für ein Thema übernimmt. Danach kann sich der Kreis erweitern: auf Branchenkolleginnen und -kollegen, Netzwerke, Konferenzen, Fachmedien und digitale Kanäle.
LinkedIn ist dabei ein nützliches, aber nicht das einzige Medium. Eine Führungskraft bleibt zugleich Markenbotschafterin ihres Unternehmens und muss Kommunikationsrichtlinien sowie Compliance beachten. Innerhalb dieses Rahmens kann sie dennoch mit einer eigenen Haltung auftreten. Voraussetzung ist, dass sie weiß, zu welchen Themen sie glaubwürdig etwas zu sagen hat.
Botschaften lassen sich zunächst in informellen Kreisen testen – im Freundeskreis oder in anderen vertrauten Umfeldern. Kommt der Gedanke an? Ist die Sprache verständlich? Erst danach wird die Reichweite schrittweise größer. Sichtbarkeit entsteht so nicht durch einen einzelnen großen Auftritt, sondern durch wiederholte, konsistente Signale.
Authentizität ist kein Gegenstück zu professioneller Vorbereitung
Nicht jede künftige Führungskraft ist eine geborene Entertainerin. Das muss sie laut Böhringer auch nicht sein. Ihre Kundinnen kommen aus dem Unternehmensumfeld, nicht aus dem Showgeschäft. Entscheidend ist, einen eigenen Stil zu finden. Wer in Wien plötzlich ein künstliches Hochdeutsch spricht, obwohl die natürliche Sprache oberösterreichisch gefärbt ist, wirkt womöglich weniger überzeugend als mit dem eigenen Tonfall.
Authentisch zu sein bedeutet allerdings nicht, unvorbereitet aufzutreten. Böhringers Begleitung kann virtuelle Gespräche, Spaziergänge im Augarten, gemeinsame Arbeitsphasen, Medientraining und Feedback nach einem Panel umfassen. Je nach Ausgangslage dauert dieser Prozess nach ihrer Erfahrung vier bis sechs Monate. Zu Beginn ist der Austausch enger, später werden die Abstände größer, bis die Kundin selbstständig weiterarbeitet.
Übung ist ein zentraler Teil davon. Eine Botschaft wird formuliert, in einem überschaubaren Umfeld ausprobiert und nachgeschärft. Ein Auftritt auf einer Konferenz liefert neues Feedback. Vor einem Hearing werden die wichtigsten Punkte noch einmal geprüft. Böhringer vergleicht diese Entwicklung mit dem Fahrradfahren: Anfangs fühlt sich jeder Schritt wackelig an, später wird das Verhalten selbstverständlich.
Ihre Arbeit versteht sie dabei nicht als Ersatz für Business-Coaching. Viele ihrer Kundinnen haben bereits einen Coach. Sie knüpft an dort erarbeitete Themen an und übersetzt sie in Positionierung, Präsenz und Kommunikation. Das ist eine wichtige Grenze: Ein Kommunikationskonzept kann eine innere Klärung unterstützen, aber nicht vorspielen.
Wer ins Board will, braucht auch einen Sponsor
Im späteren Berufsleben wird Karriereplanung bewusster. Viele von Böhringers Kundinnen sind über 40 und überlegen, wie ihr letztes Karrieredrittel aussehen soll. Manche möchten innerhalb eines Konzerns international mehr Verantwortung übernehmen, andere erwägen eine Vorstandsposition. Eine Bewerbung kann jedoch das Verhältnis zum aktuellen Vorgesetzten verändern, sobald sichtbar wird, dass eine Mitarbeiterin selbst für die Nachfolge infrage kommt.
Deshalb arbeitet Böhringer bei strategischen Fragen auch mit internationalen Headhuntern zusammen. Selbst eine starke Positionierung garantiert keine Berufung. Kandidatinnen können angesprochen werden und im Auswahlprozess trotzdem scheitern. Der Effekt kontinuierlicher Sichtbarkeit zeige sich manchmal erst Jahre später.
Entscheidend ist zudem, wer eine Kandidatin unterstützt, wenn sie selbst nicht am Tisch sitzt. Böhringer nennt diese Person einen Sponsor: jemanden im Unternehmen, der ihr Potenzial kennt, ihr Möglichkeiten eröffnet und sie für eine Rolle ins Gespräch bringt. Gerade solange wichtige Entscheidungen mehrheitlich von Männern getroffen werden, müssen qualifizierte Frauen bei diesen Personen „top of mind“ sein. Sitzen mehr Frauen in Gremien, würden sie wiederum leichter andere Frauen fördern.
Das macht Board Readiness zu mehr als einem individuellen Trainingsprogramm. Frauen können ihre Positionierung schärfen, Auftritte üben und Netzwerke aufbauen. Unternehmen müssen zugleich bereit sein, Kandidatinnen vorzuschlagen und gegen Widerstand durchzusetzen. Ohne diesen institutionellen Teil wird Sichtbarkeit zur einseitigen Bringschuld.
Das Ziel ist nicht die perfekte Marke, sondern ein ausgewogeneres Gremium
Böhringer will Personal Branding nicht als Selbstvermarktung zum Selbstzweck verstanden wissen. Es soll einer Person helfen, zu klären, wer sie ist, wofür sie steht und welchen Beitrag sie leisten kann. Glaubwürdigkeit entsteht nur, wenn die öffentliche Positionierung mit der Person übereinstimmt.
Ihr größeres Ziel reicht über eine höhere Frauenquote hinaus. Sie spricht von „Balanced Leadership“: In Gremien sollen unterschiedliche Geschlechter, Generationen, kulturelle Hintergründe und auch Menschen mit Beeinträchtigungen Platz haben. Vielfalt wird damit nicht zur Dekoration, sondern zur Frage, wer tatsächlich mitentscheidet.
Board Ready zu sein bedeutet daher nicht, sich möglichst glatt an ein bestehendes System anzupassen. Es bedeutet, die eigene Leistung so klar zu kennen und zu vermitteln, dass andere sie im richtigen Moment benennen können. Der Lebenslauf dokumentiert die Vergangenheit. Ob daraus eine Berufung wird, entscheidet sich auch daran, welche Reputation eine Kandidatin aufgebaut hat, welche Beziehungen tragen – und was über sie gesagt wird, wenn sie nicht im Raum ist.
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[00:00] Hallo und gratuliere dir. Du bist bei Forerunners Network gelandet. Good People, Good Stories statt täglich neuer Skandale. Also, besuche unsere Homepage. Dort triffst du viel mehr gute Dinge als sonst irgendwo. Lösungen, Ideen und Innovationen, Masterclasses und die besten Stories zum Wandel. Werde auch du ein Forerunner und besuche uns auf forerunners.network. Und jetzt viel Spaß beim Podcast. Wie sieht die Infrastruktur von morgen in Österreich aus? Straßen, Schienen, digitale Netze, aber auch Energieversorgung und Bildung. Wer sind die Menschen, die heute schon an morgen denken? Welche Herausforderungen warten auf uns? Und in welche Richtung wollen wir uns bewegen? Sei dabei und lass uns unsere Zukunft gemeinsam gestalten. Auf Forerunners Network der ESG und Infrastruktur Plattform. Herzlich willkommen, liebe Seherinnen und Zuhörerinnen. Ich tue heute gar nicht auf männlich gendern. Warum denn auch? Weil heute haben wir ein tolles Frauenthema. Und die Dame, die als Expertin bei uns im Studio ist, die begrüßen wir einmal. Herzlich willkommen, Luisa Börlinger.
[01:16] Lieben Dank für die Einladung, Christoph. Ja, sichtbar, wirksam, unübersehbar. Das sind so Dinge, die man im Management-Deutsch oder Management-Deutsch sehr oft hört. Du kümmerst dich um Frauen, die im Management-Bereich in die oberen Etagen kommen wollen oder dort bereit sind und coach die, um in der Männerwelt zurecht zu kommen oder in der Business-Welt. Das war eigentlich meine allererste Frage an dich. Vielleicht gibst du da einmal gleich eine Antwort. Vielen Dank nochmal für die Einladung und auch für die Gelegenheit, dieses wichtige Thema auch den Zuhörerinnen und Zuseherinnen auch näher zu bringen. Es geht immer ein wenig um die Sichtbarkeit. Und Frauen sind jetzt auch strukturell oder auch von ihrer Art der Erziehung nicht dazu prädestiniert, von Haus aus sich sehr stark in die Sichtbarkeit zu drängen. Und da brauchen sie ein bisschen einen Schubser, eine Motivation, eine Hilfe. Und ja, das mache ich mit Personal Branding schon seit über zwölf Jahren. Und seit heurigen Mai habe ich mir das Thema Board Readiness vorgenommen.
[02:46] Also wie man in Management-Gremien ein entsprechendes Standing auch entwickelt. Da habe ich interessante Kennzahlen. Bei börsennotierten Unternehmen haben wir eine Aufsichtsrätinnenquote von 31,6 Prozent im Augenblick. Bei den Top 200 sind es 27,7. Bei den Vorständen Top 200 wird es schon traurig. Da sind es 13,8 Prozent. Und Vorstände börsennotierter Unternehmen liegen bei 12,8 Prozent. Damit sind wir in der EU wahrscheinlich mit Polen und anderen osteuropäischen Ländern weit, weit hinten. Die Skandinavier sind wahrscheinlich Lichtjahre vorne. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man immer noch eine Schuld von 300, 400, 500 Jahren aufzuarbeiten hat und dass es in Österreich gemütlicher passiert. Frage. Meine Erfahrung ist, dass Österreich immer ein bisschen länger braucht für gewisse Themen. Aber wenn sich Österreicherinnen und Österreicher dann mit einem Thema beschäftigen, dann kann es schnell gehen. Dann sind wir recht engagiert und motiviert. Und bei den Frauen, mit denen ich es bisher zu tun hatte, das waren schon sehr engagierte Damen, sehr erfahrene Expertinnen, die einen guten Job machen, Teams führen, Millionen Budgets verwalten.
[04:33] Also die sind schon auf einer gewissen Performance-Straße unterwegs. Aber dieses letzte Stück, das es braucht, um in die Sichtbarkeit zu kommen und diese Wirksamkeit auch irgendwie gezielt und strategisch fundiert auch zu evozieren. Es ist ja ein Signal, das man selber gibt, aber dann auch bei dem richtigen Gegenüber auch zu positionieren. Und ich glaube, das ist der wesentliche Punkt, dass man da diesen ersten Schritt jetzt übernimmt. Diese Readiness, diese Bereitschaft. Das heißt, die Qualifikation ist ja unbestreitbar bei viel mehr Frauen da, als sie tatsächlich in führenden Positionen sind. Aber wo sind denn dann jetzt so die Schnittstellen, wo ich diese Board Readiness dann beweisen muss, auf die ich mich mit dir vorbereitet habe? Wo ist es dann dieses Hearing vor den Expertenkommissionen? Ist es das Ausfüllen eines Lebenslaufes? Ist es ein Netzwerken im Vorhinein, das alles erfordert? Selbstvertrauen im Wesentlichen. Ja, also alles startet mit einem selber.
[05:53] Du hast das richtige Stichwort gebracht. Also es geht schon sehr stark darum, sich seinen eigenen Stärken bewusst zu sein, seinen Erfolgen, die Reputation, die man draußen hat. Ja, auch ein bisschen zuzuhören, was denn die anderen über einen sagen, wenn man nicht im Raum ist. Und mit dieser Ausgangssituation der Positionierung startet man in der Regel, seine Personal Brand zu entwickeln. Mein Background ist ja aus der Kommunikation und Marketing. Aus dem Bereich kennen wir uns ja schon einige Zeit. Und aus dieser Herangehensweise, wie ich früher Unternehmens- und Produktmarken entwickelt oder weiterentwickelt habe, genauso setze ich das für Personenmarken an. Und mit dieser Ausgangssituation, also des Personal Brandings, überlegt man dann auch ein Stück weit, wer sind denn meine Stakeholder? Wo möchte ich denn hin? Wie kann ich sie ansprechen, erreichen? Auch, was sind denn die Punkte, die man ihnen anbietet? Also welchen Mehrwert stiftet man?
[07:04] Und wenn man sich dessen bewusst ist, kann man auch mit seinen Botschaften sehr klar umgehen, auch im richtigen Umfeld, im richtigen Kanal. Und dass das angesprochen, mein Zugang ist, Board Readiness beinhaltet in Wahrheit sieben Hebel. Also es sind einige Stationen, die man durchlaufen sollte. Der eine ist in dem einen Punkt schon ein bisschen weiter, der andere ein bisschen weniger. Es ist schon eine gesamtheitliche Herangehensweise, die ich dann individuell mit meinen Kundinnen mache. Und weil du angesprochen hast, die Netzwerke, ja, das ist ein Element davon. Es ist auch die Board Mastery ein Thema. Wie schaut mein Portfolio aus? Also über den Lebenslauf brauchen wir jetzt nicht mehr reden. Ja, weil da gibt es eine Bandbreite und es ist unfassbar, was ich da zu Gesicht bekomme, mit welchen fast Lappen sich die ein oder anderen für wirklich gehobene Positionen anbieten. Das kann man sich gar nicht vorstellen.
[08:11] Also da gibt es schon viel Luft nach oben. Und alleine die Darstellung dessen, was hat man denn in den jeweiligen Positionen bisher für einen Mehrwert gestiftet? Also welchen Hebel hat man ansetzen können? Welches Ergebnis hat man geliefert? Da braucht man auch gar keine Unternehmensgeheimnisse verraten, sondern man kann einfach einen Indikator in der Verbesserung auch angeben. Wenn man, du weißt es selber, wenn man einen Erfolg eingefahren hat, die richtige Botschaft dessen zu vermitteln bei dem Gegenüber mit dem Thema, das diese Person auch tatsächlich interessiert, das ist die Kunst der Kommunikation. Und da versuche ich einfach den Blick darauf zu schärfen. Es ist eine Reise, die meine Kundinnen gehen mit mir. Am Anfang an der Seite, dann immer mehr lasse ich sie laufen, beobachte, gebe Feedback und irgendwann einmal machen sie es ganz von selbst. Und das ist dann der Schönste, wenn ich merke, was ist denn passiert aus einer Kandidatin?
[09:21] Wie hat sich ihr Leben verbessert? Oder vor allem, wie konnte sie mit dem, was sie tut in dem Unternehmen, auch wirklich einen Beitrag leisten? Teams motivieren, Talente fördern, die Umwelt verbessern, was auch immer das Thema ist. Wie muss ich mir das vorstellen dann in der gelebten Praxis? Sitzt du dann so mir gegenüber und wir reden miteinander? Oder kann man das wie Pythagoras beim Spazierengehen machen? Oder sagst du, hey, heute, du bist auch in der österreichischen Marketinggesellschaft sehr aktiv, du sagst, heute ist ein toller Abend, da könntest du den oder den kennenlernen und der geht gemeinsam hin? Also ist es eher ein Frontalunterricht oder eine Art Lebensbegleitung? Oder so wie eine gute Freundin? Ich stelle mir das halt schön vor. Ja, das ist wunderbar, dass du das so siehst. Und du sprichst viele Themen an. Der Ansatz ist immer sehr individuell.
[10:24] Das hängt immer davon ab. Wenn meine Kundin einen globalen oder internationalen Job hat, dann ist das physische Einandergegenübersitzen nicht oft möglich. Dann ist das auch ein virtueller Call. Aber ich habe schon gerne, wenn ich auf Ass arbeite, also ich habe dann Walktalks unter anderem. Ich gehe im Augarten spazieren, da kommt man mal runter und dann geht man in die Arbeitsrunde und hat in einer Coworking-Situation schon Aufgaben im Vorfeld gemacht, aufgrund von Fragenstellungen, die ich zusammengestellt habe, sehr individuell immer auf die Kundin. Und dann arbeiten wir das gemeinsam weiter, weil ich bin davon fest überzeugt, ich könnte da ja die besten Konzepte entwickeln. Und ich habe relativ früh immer schon ein Bild von meinen Kunden und deren Potenzial oder Positionierung. Sie müssen aber da mitgehen. Also sie müssen das ja von innen heraus auch erkennen, wahrnehmen und schön authentisch vermitteln. Und deshalb ist das ein längerer Zeitraum.
[11:33] Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es so vier bis sechs Monate sind. Am Anfang hat man eine öftere Interaktion und dann ist es nur ein bis zweimal im Monat. Aber ein Programm, das wie gesagt maßgeschneidert auch auf die Situation orientiert ist. Und die Ausgangsbasis sind die strategischen Hebeln für Board Readiness. Und dann muss man auch teilweise mit zusätzlichen Skills und ein Upskilling arbeiten. Wir sind hier in einem tollen Studio. Ja, auch ein Medientraining gehört dazu. Und wir wissen, Übung macht den Meister. Keiner kann das von Anfang an. Jede Erfahrung, die man macht, hilft einem besser zu werden. Jeder Panel Talk bringt dich weiter. Also ich bin dann teilweise bei den Konferenzen dabei und gebe ein Feedback nach einem Auftritt auf einer Bühne. Das kommt immer darauf an, worum es geht. Oder ich bin noch am Telefon am Weg zum Hearing mit dem Headhunter
[12:47] und wir gehen noch einmal die letzten Themen und Botschaften durch. Wohl, das muss spannend sein. Ja, weil gerade ein Medienbericht viral geht, der indirekt mit der Position zu tun hat, aber die Kandidatin nicht darüber reden darf. Es gibt gewisse Stillhaltevereinbarungen, aber man wird trotzdem gefragt. Und man muss eine Haltung haben, eine Meinung dazu. Und man lernt, diese Botschaften dann sehr wohl zu kommunizieren. Also ich bin schon ein Fan davon, dass man Dinge, wo man eine Erfahrung hat und eine Meinung zu einem Thema, dass man es in eigenen Worten nicht in der Rolle des Arbeitgebers sehr wohl auch kommunizieren kann. Unter Einhaltung gewisser Compliance-Regeln. Wo? LinkedIn? Ja, LinkedIn ein gutes Thema. Nicht nur. Nicht nur. Schau, jeder von uns hat ja ein eigenes Umfeld. Also wenn das rein im Privaten ist. Es ist ein Freundeskreis. Es sind die, beispielsweise, die Eltern von den Schulkollegen der eigenen Kinder.
[14:01] Das sind ja alles Wirkungskreise. Und man hat die Möglichkeit, dort auch ein bisschen was auszuprobieren, weil das ja ein bisschen informeller ist. Und dann lernt man mit gewissen Themen und Botschaften, die wir im Vorfeld definiert haben, es auch ein bisschen zu testen. Wie kommt das an? Ist die Sprache verständlich? Und in weiterer Folge gehen wir das dann so schrittweise, erweitern wir den Kreis in der Botschaft, im Mastery, wo es wirklich dann hingeht. Und LinkedIn ist auch ein Medienkanal, aber nicht der einzige. Nur, den verantworte ich ja selber. Das heißt, das ist mein persönlicher Kanal. Ich bin zwar auch Markenbotschafter von dem Unternehmen, in dem ich arbeite, und da gibt es dann gewisse Abstimmungen auch mit der Kommunikationsabteilung, da gibt es gewisse Corporate Guidelines, da gibt es auch in der Regel eine Kommunikationsstrategie, einen Redaktionsplan, aber innerhalb eines gewissen Rahmens kann man sich sehr wohl auch eigenständig
[15:18] zu gewissen Themen immer wieder äußern. vorausgesetzt, du hast für dich eine Positionierung. Das ist das Allerwichtigste. Wenn du weißt, wer du bist, wofür du stehst, und zu welchen Themen du auch ein eigenes Anliegen hast, das zu kommunizieren, zu äußern, eine Meinung zu haben, dann kannst du darüber auch sprechen. Damit sagst du eigentlich ganz deutlich, dass Positionierung ein Ich-Selbst-Sein ist und kein Rollenspiel. Ganz genau. Es ist wirklich so, dass die Positionierung unabhängig von Arbeitgeber und Auftraggeber ist. Es erlaubt dir in Wahrheit, dein Leben zu bestreiten. Das ist dein Marktwert. Und der Weg dorthin sind natürlich all die Stationen aus der fachlichen, beruflichen Kompetenz, aber sehr stark aus der Persönlichkeit herauskommend. Und wenn man so sagen will, auch so ein bisschen der Grund, warum man was macht, der Antrieb, wir hören ja immer wieder vom Purposeful Leadership, das ist auch ein Thema.
[16:40] Warum stehe ich auf in der Früh? Was treibt mich an? Was bewegt mich? Und wenn du über ein Thema sprichst, das dich wirklich begeistert, dann merkt das das Gegenüber. Dann brauchst du kein Skript auswendig lernen, sondern du sprichst frei darüber. Ich hoffe, das ist jetzt keine unangenehme Frage. Aber für mich klingt es so, als ob dann diese Person auch ein Sprachtalent sein müsste. Aber wir kennen aus der Geschichte so viele Führungspersönlichkeiten, die keine Entertainer waren oder keine Unterhalter, aber dennoch Wahnsinniges bewirkt haben. Also das heißt, zu dir, du arbeitest auch mit Leuten, die jetzt nicht die Sprühenden sind, aber auf ihre Art und Weise auch zum Ziel kommen wollen. Was sagst du denen, die eben jetzt keine Peter Alexander oder Katharina Valentes oder wer auch immer sind, und Entertainer reinsten Wassers? Das ist eine super Frage. Danke dir. Und schließt ein bisschen an
[17:58] die Kunden, die ich bisher noch nicht begleitet habe. Und das waren eben keine Menschen aus dem Showbiz. Keine Künstler, keine Ärzte, keine Architekten, keine Notare oder Anwälte. Das sind ja auch alles Personenmarken. Und die leben von der Reputation, die sie haben. Und das ist ja auch ihr Business, in Wahrheit, ihre Erfahrung, der Stundensatz, den sie dann verrechnen. Oder der Moderator, der einen gewissen Tagsatz hat, unter dem macht er eine Show nicht. das sind all die Kunden, die ich bisher ausgelassen habe, weil ich mich wirklich genau um die sehr gerne bemühe und engagiere, die in ihrem Business und in ihrem beruflichen Kontext zwar schon gewisse Ambitionen haben, aber noch nicht ihren Weg gefunden haben, ihren Stil. Es geht immer darum, wie spreche ich? Also ich habe zum Beispiel eine Kundin, die darf ich schon viele Jahre begleiten in unterschiedlichen Rollen und
[19:10] die kommt aus Oberösterreich und du weißt selber, Oberösterreicher haben halt einfach eine gewisse Sprache. Und nur, weil sie in Wien einen Termin hat, braucht sie ihre Art zu sprechen hier nicht ablegen. Das ist in der Zwischenzeit in Ordnung, weil man einfach, bevor man gestellt Hochdeutsch komisch spricht, spricht man lieber so, wie einer der Schnabel gewachsen ist, oder? Stimmt, außerdem Oberösterreich hat solche wirtschaftlichen Meriten, da ist das fast schon ein Vorteil, wenn man den Dialekt erkennt, würde ich sagen. Ich arbeite recht viel mit Oberösterreicherinnen zusammen. Ich gehe gleich auf die nächste Frage. Woraus besteht denn Sichtbarkeit? Vielleicht eine kürzere Antwort drauf, weil sonst brauchen wir zwei Sendungen. Sichtbarkeit hängt ein bisschen davon ab, natürlich, in welchem Umfeld man tätig ist. Ich habe es vorher auch erwähnt, wer die Stakeholder sind und welche Kreise sind und wie die anderen merken, dass man sichtbar ist.
[20:25] Ich habe zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass der erste wesentliche Wirkungskreis, den man als Führungskraft in einem Unternehmen hat, das eigene Team ist. Die merken plötzlich, wenn man in einem Meeting sich klarer positioniert und seinen Punkt macht und über etwas spricht. Das heißt, die Sichtbarkeit ist das Erste, was einmal im Umfeld ist, im eigenen. In weiterer Folge kann das natürlich dann in der Branche sein, also die Branchenkollegen, aber durchaus auch in den erweiterten, sage ich jetzt einmal, Netzwerkkreisen, bei Konferenzen. Es gibt ja auch Branchenmedien, ich rede jetzt nicht nur von Social Media, sondern auch wirklichen Branchen B2B-Medien, die ja Gott sei Dank in Österreich auch noch einen entsprechenden Leserkreis haben und Userkreis haben, der ganz wichtig ist. Also es ist ein Ökosystem, das gut funktioniert und das ich auch dabei unterstütze, wenn ich gute Themen und gute Botschaften habe. Also wenn ich mich
[21:40] als Experte zu einem Thema klar positioniere und ausspreche, auch Content liefere, dann ist der Redakteur dankbar dafür, weil er was aufgreifen kann, weil er ein Thema, das die Branche bewegt, auch ein bisschen einem Raum geben kann. Und der Raum kann ja nicht nur in einem TV oder Podcast Format sein, sondern ja auch natürlich auf LinkedIn, aber es gibt auch andere Social Media Kanäle. Bin ich zum Beispiel eine Führungskraft und bin im Fast Moving Consumer Good Bereich, in einer Brand, die irgendwie sehr dem Zeitgeist entspricht, dann ist nicht nur mein Unternehmen auf Insta beispielsweise, sondern natürlich auch die Entscheider, die in diesem Kontext, die ein oder anderen, ich würde einmal sagen, Initiativen setzen oder auch Rollen besetzen wollen. Gehen wir einmal zu den stillen Seiten deines Berufes, weil ihr werdet zum Großteil proaktiv und das arbeiten wir ab, das arbeiten wir
[22:55] ab, das arbeiten wir ab, aber mit den Klientinnen steht ja dann ein Vertrauensverhältnis, dass er zwingend da sein muss. Was sind jetzt so die stillen Seiten, was bremst möglicherweise Frauen auf dem Weg hier in die obersten Etagen dieser virtuellen Stadt? Christoph, du sprichst was so Wichtiges an, du bist ein Frauenversteher, das muss ich sagen, weißt du, was das größte Problem ist? Der Mindset, also das eigene Glauben an sich selber und das wird stark natürlich ein bisschen auch geprägt aus dem Umfeld und aus der Kindheit. Meine Kundinnen haben in der Regel alle einen Business Coach, der sie begleitet, also mein Ansatz ist nicht aus dem Coaching, wie wohl ich natürlich die ein oder anderen Fragen stelle, die auch in einer Coaching Session erarbeitet und bearbeitet wurden und dann nutzen oder dann versuchen wir das zu nutzen, was schon ausgearbeitet wurde und
[24:13] dann setzen wir das in Bezug zur Präsenz. Also Mindset ist das eine, aber was heißt es in der Präsenz? Also auch in der physischen Präsenz, in der Wirkung in einem Boardroom beispielsweise, in einer Vorstandssitzung und das kann sein als Test in einem Branchenverband. Ich selber durfte in sehr jungen Jahren mit so einem Gremium zu tun haben, ich war glaube ich keine 30 und saß in einem Vorstand alter weißer Männer und habe gemerkt, ich kann da nicht reüssieren, ich muss dort mit einem Thema, das keiner angreifen will, so meine kleinen Start-up, meinen Wirkungskreis imitieren und damit mir auch ein Stück weit die Aufmerksamkeit und auch die Anerkennung erarbeiten und in dem damaligen Kontext war das der Dialogmarketing Verband und ich habe den Preis, den Award zum Kolumbus gemacht, weil früher war der der DM Preis Österreich und ich habe den Namen
[25:28] gegeben, großartige Mitstreiter gefunden. Tolle Eventagentur hattest du damals. Scheiß. Und du weißt selber, das war eine unheimliche Erfolgsstory. Also wir hatten ja einen Event, wo ich mir gedacht habe, das war damals größer als der größte Werbepreis, den es in Österreich gegeben hat. Und wir als ehemalige Brieferlschreiber waren einen ganz anderen auftritt. Also um das jetzt wieder den Kreis zu schließen, du kannst das ausprobieren, du kannst das testen, das was du in deiner Art und Weise, wie du Dinge machen willst, verändern willst, die kannst du ausprobieren. Also es geht auch wirklich um ein Umfeld, wo du lernst, diese kleinen Schritte so zu gehen, dass du dann den nächsten größeren es wieder noch einmal probierst. Und dann wirst du irgendwann einmal, dann ist es eine Selbstverständlichkeit. Ich nehme immer gern das Bild des Fahrradfahrens. Am Anfang bist du total wackelig unterwegs, dann irgendwann
[26:35] einmal merkst, okay, ich trete selber und es fährt auch von selber. Und irgendwann einmal ist es das Normalste der Welt. Und das sind so diese kleinen Schritte, wo ich begleite, motiviere, manches Mal auch, dass man da zum Arsch treten habe, aber liebevoll, wie du weißt, ich kann damit ganz gut umgehen. Und wenn du das dann ein bisschen verändert hast, dann merkst du auch, dass du an deinen eigenen Glaubenssätzen arbeiten kannst. Für mich war das jetzt ganz wichtig, wie du jetzt diese Antwort eingeleitet hast. Deine Klientinnen haben Business Coaches und wahrscheinlich ist das der erste Schritt, weil Business Coaching hat ja auch viel mit mentalen Dingen zu tun. Eine liebe Freundin und Kollegin von dir oder von uns, die Sandra saß ja schon hier und dann ist irgendwo dieser Punkt und da geht es eben Richtung Board, da kommt dann dieses
[27:37] Personal Branding ins Spiel. Ja, und es hat auch teilweise ein bisschen was mit strategischer Karriereplanung zu tun. Sich auch zu überlegen, wo will ich denn hin? Also die meisten meiner Kundinnen sind ja, ich würde einmal sagen 40 plus, dann geht es also um das letzte Karrieredrittel. Also du weißt ja wie das ist, am Anfang macht Ausbildung beginnt man mal so eine Erfahrung zu sammeln, dann findet man mal ein Thema oder einen Bereich, der einen bewegt, man bewegt auch in dem Umfeld was, man sagt dann so, das sind die ersten Karriere Schritte, Dinge, die sich manches mal sehr zufällig ergeben, aber im letzten Karrieredrittel, da geht es schon darum, bewusste Entscheidungen zu treffen und die Kundinnen, mit denen ich arbeiten darf, die haben dann schon noch etwas Besonderes vor und da geht es nicht unbedingt zwangsläufig damit zu sagen, ich will
[28:37] mich selbstständig machen, ich will meinen Kindheitstraum erfüllen. Viele sind schon sehr begeistert von dem Unternehmen, in dem sie aktiv gerade engagiert sind, aber sie wollen beispielsweise einen größeren Wirkungsgrad machen, da muss man auch überlegen, bleibt man dann im Land oder geht man in eine andere Destination innerhalb des Konzerns, bevor man dann wieder zurück kommt. Auch die strategische Entscheidung, bewirbt man sich für eine Vorstandsposition, was macht das mit meinem Vorgesetzten, wenn er weiß, dass ich mich auch bewerbe? Ja, also es gibt ja unglaubliche Geschichten, wenn dann klar wird, die will noch mehr, die will ja vielleicht mir nachfolgen, oha, was mache ich mit dieser Person in Zukunft? Also man muss da schon sehr genau aufpassen. Ich arbeite da mit internationalen Headhuntern zusammen, die ich immer wieder in gewissen Situationen auch hinzuziehe, um diese strategischen Maßnahmen auch abzuklären, verändern sich in der Branche
[29:48] auch immer wieder gewisse Parameter oder es ist auch so, dass man sagt, man hat jetzt eine Zeit gewirkt, man hat viel erreicht, man macht das noch sichtbarer, man wird von Headhuntern angesprochen, aber aus irgendeinem Grund kriegt man den Job dann nicht. Man hat schon sich eigentlich gefreut drauf und ist irgendwie so, ist wie ein Flirt. man findet das irgendwie cool, macht sich schon Gedanken, wie könnte das werden und aus irgendeinem Grund wird man dann nicht genommen. Und dann kommen viele und realisieren, na da habe ich mich wohl nicht so gut verkauft. Also am Ende des Tages ist es sich zu verkaufen ein Stück weit, aber viel mehr gehört natürlich dazu. und manchen nutzen diese Positionierung und die Arbeit am Personal Brand und auch dieser Botschaften, die nach außen kommuniziert werden. Der Effekt kann sich manches Mal erst paar Jahre später einstellen.
[31:05] Da ist schon Geduld auch gefragt in einer gewissen Form und das Allerwichtigste ist, dass man glaubwürdig ist und das ist man nur, wenn man authentisch ist. Also es geht auch um Leadership Skills. Wir haben es vorher erwähnt, die verändern sich natürlich auch auf dieser Reise und ich weiß nicht, wie du das gerade erlebst, aber die Zeiten sind ja wirklich sehr herausfordernd. Wir sind in dieser Triple Transformation, wie sie so schön heißt, also das Thema der Digitalisierung, dann die ganzen sozusagen ökonomischen Parameter, aber auch die ökologischen und allen voran ist man als Führungskraft ja verantwortlich auch für sein Team. Also man hat ja eine Verantwortung, eine Beziehung, das ist ja wie eine Mannschaft, aus dem Sport kommen, da gibt es ja auch sehr viele schöne Parameter, da gibt es dann einen Trainer am Spielfeld, aber am Spielfeld laufen, kicken, die Teammitglieder.
[32:18] Du hast mich gerade nach meiner Meinung gefragt, wie ich das sehe. Ja, die Zeiten sind kompetitiv, ich sage sogar, ich glaube, dass Europa sowieso nur mehr die Frauenquote retten kann. Die Männer haben wirklich, wirklich, wirklich einiges ausgelassen in den letzten Jahren, sprechen wir gar nicht von Jahrzehnten und Jahrhunderten und von versteinerten Struktur etc. Das ist jetzt nicht Thema dieses Gesprächs. Ich habe da so einen kleinen eleganten Querverweis auf Forerunners Network und zwar PricewaterhouseCoopers hat eine Studie herausgebracht, dass Unternehmen, die weiblich geführt werden, weitaus bessere ESG-Werte also im Sinne der europäischen Taxonomie haben. War zu Jahresbeginn erst diese Erhebung und ist glaube ich unter 2000 Unternehmen also durchaus repräsentativ durchgeführt worden. Gleichzeitig schauen wir jetzt einmal auf dieses europäische ESG- und Taxonomie Phänomen. Das müsste ja die Regeln die jetzt eh wieder schrittweise aufgeweicht werden, zumindest was die Umwelt betrifft, aber ich
[33:37] glaube hoffentlich nicht, was die Gleichberechtigung betrifft. Das sollte eigentlich dem Thema weibliche Führungskräfte in die Karten spielen. Das heißt, dass sich eben Firmen auch danach bewertet werden an der Börse, wie hoch der weibliche Führungsanteil bei Ihnen ist. Das stimmt, das sollte es. Da kommt gleich ein Aber. Kein Aber. Ergänzend würde ich persönlich mich gar nicht mit dieser Quote der Frau an Bord zufrieden geben. Ich denke, es geht um etwas ganz anderes und das ist das für mich Schöne und das Tolle in Europa, diese Vielfalt an Kulturen, an geschichtlichen Background, an unheimlich fantastischen Plätzen, großen Talenten, es geht um ein ausgewogenes, balanced Leadership und nicht nur Männer und Frauen, es geht auch um Jung und Alt. Wir wissen selber, wir haben jetzt die großen Babyboomer, die große Anzahl an Babyboomer aus der Arbeitswelt, die jetzt in den nächsten zehn Jahren in den
[35:05] wohlverdienten Unruhezustand wechseln werden. Ja, es braucht auch Junge am Tisch, es braucht auch verschiedene Ethnien, Haarfarbe oder Hautfarbe, das ist jetzt ganz egal, es braucht auch, klingt jetzt komisch, ich denke auch, der ein oder andere mit einer Beeinträchtigung hat durchaus auch Platz am Tisch. Es muss für jeden einen Platz geben. Und in der Gemeinschaft entsteht einfach etwas Wunderschönes, wie du ja selber weißt, man wird wirklich einsam alleine, aber in der Gemeinschaft kann man viel, viel mehr bewegen und ich glaube, das wäre der viel größere Hebel, das Balanced Board and Leadership. Aber das heißt, dass Personal Branding eigentlich so auch als Blaupause herhalten könnte für andere Gruppen, die verdienterweise in einer Reihe mit den alten weißen Männern stehen, sollten, das sind eben ja Beeinträchtigte, genauso wie du sagst, das heißt Personal Branding jetzt nicht nur für Frauen ab 40, die am
[36:17] Sprung geht Richtung Board und CEO Positionen sind, sondern Personal Branding können sich viele Menschen interessieren. Ja, das würde ich mir hoffen oder würde ich mir wünschen, aber es geht jetzt nicht nur um diese Selbstvermarktung als Selbstzweck, sondern es geht schon auch darum zu erkennen, wie ich vorher auch schon gesagt habe, wer man ist, wofür man steht und welchen Beitrag man leistet und das Allerwichtigste, was wird über dich gesagt, wenn du nicht im Raum bist? Wie erfahre ich das? Da gibt es Mittel und Wege. Das verrate ich meinen Kunden in der Beratung. Aber diese Fragen sollte man sich wirklich stellen. Das ist, wird man genannt in irgendeinem Kontext, also jetzt um nochmal den Bogen auch zu Board Readiness zu schaffen, wenn du bei einem Entscheider sozusagen als Vorschlag genannt wirst, es sind ja nach wie vor die Männer, die einer Frau
[37:31] die Möglichkeit geben und auch den Rahmen oder die Chance einräumen müssen oder sie auch vorschlagen müssen. Es ist so. Wenn einmal Frauen am Tisch sind, dann ist es schon so, dass sie auch Frauen leichter fördern. Aber der erste Schritt, der jetzt am Weg noch davor ist, das heißt, man muss Top of Mind sein bei einem, ich sage immer Sponsor, Wer ist dein Sponsor in deinem Unternehmen? Wer unterstützt dich? Wer begleitet dich in deinem Fortkommen? Und der will dir auch die Möglichkeit geben. Und erst gestern ein Gespräch mit einer wirklich top österreichischen Führungskraft, der mir versichert hat, wie schwer es war, eine neue Vorstandskollegin bei den Kollegen durchzusetzen. Übersetzung von Veranstaltungen, wenn ich die programmiere, 50-50 ist immer eigentlich unsere Vorgabe, bei den Gesprächen, die wir bevorranken, haben wir weitaus mehr Frauen, die auch lieber zu mir kommen, weil ich mich
[38:40] besser unterhalte. Aber ja, es ist, wie es ist, ich möchte auch einmal kurz so ein bisschen zu dir zurückkommen. Ich bin meinem Ablauf vor lauter Faszination untreu geworden, das frage ich immer zu Beginn. Ich gehe es aber gleich jetzt viel besser gerüstet mit einer fachlichen Frage an. Damals, als wir miteinander Konzepte gemacht haben, da gab es Love Brand, Trust Brand, so diese beiden Dinge. Und wir haben gesagt, ist das eine Love Brand, ist das eine Trust Brand? Du hast sehr viel geforscht, Analysen gemacht, Umfragen, etc. Und dann haben wir gesagt, du bist eine Trust Brand und du bist eine Love Brand und genauso werden wir jetzt deinen Saft verkaufen oder deine Zahnpaste oder whatever. So einfach ist es wahrscheinlich bei Menschen nicht. oder doch? Nein, ist es nicht. Aber grundsätzlich ist es schon so, dass du ein gewisser Typus bist.
[39:51] Und man weiß ja auch aufgrund der Kommunikationstechniken, dass dein Gegenüber hat gewisse Parameter, die ihn triggern oder die ihn ansprechen. Der eine ist sehr faktisch konnotiert, das heißt, dem musst du Zahlen, Daten und Fakten liefern, dann wärst du eine Trust Brand. Der andere braucht Beweise im Sinn von, da hat was schon mal funktioniert. Und der dritte Aspekt, der halt auch immer wieder ist, ist die Molanzebene, wie wir ja wissen, also dass du stark aufspringst, wenn was neu ist, eine Innovation ist, kreativ ist, genau. Das sind so, und jeder ist ein anderer Typ. Also es hat natürlich mit den Gehirnen zu tun, ja, und je nachdem, von welcher Einflugschneise jemand kommt, meine Themen und Botschaften müssen für jeden was dabei haben. Und deshalb bist du als Person grundsätzlich eher eine Trust Brand, aber natürlich deinen Kunden oder deinen Mitarbeitern gegenüber eher eine
[41:08] Love Brand. Okay. Also du bist beides, wenn du es richtig ausspielen kannst. Und du bist es nur dann, wenn es du bist. So ist es. What shall I say? Letzte Frage. Na, hat sich auch erübigt. Jetzt wollte ich dich fragen, bist du eine Trust Brand oder bist du eine Love Brand? Nein, du bist auch beides, weil du einfach du bist. Und du, liebe Luisa, hast uns heute ein gewaltiges Stück weitergebracht. Mich auf jeden Fall. Sie da draußen hoffentlich auch. Ja, Personal Branding Punkt Wien ist es. Da solltet ihr mal hingehen oder ihr setzt euch zu uns ins Studio dazu. Uns ist alles recht bei den Forerunners. Liebe Luisa, es war großartig. Danke für die viele Zeit. Ich weiß gar nicht, wie lange wir geplaudert haben, aber für mich war es eine Unterrichtsstunde, aber ich zahle nichts dafür. Vielen Dank für
[42:11] deine großartigen Fragen und dein unheimliches Interesse. Es freut mich sehr. Und ja, ich würde mich freuen, wenn die ein oder andere Zuseherin, Zuhörerin ein bisschen mehr darüber erfahren möchte. Personal Branding Wien. Ich bin auch auf LinkedIn unter Luisa Böhringer zu finden und wir sehen uns. Das tun wir.
